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Nicole Bettinger, Zusammenfassung in:

Nicole Bettinger

Englische LLP und Anwaltshaftung in Deutschland, page 109 - 110

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4011-9, ISBN online: 978-3-8452-1679-9 https://doi.org/10.5771/9783845216799

Series: Internationales und europäisches Privat- und Verfahrensrecht, vol. 8

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109 Berufsfehler bei der Rechtsberatung gegenüber dem bestimmungsgemäßen Adressaten weiterhin zur Rechenschaft gezogen wird, wobei sein Haftungsrisiko auf die Versicherungssumme begrenzt wird. ff) Unfair Contract Terms in Consumer Contracts Regulations 1999 Zusätzlich zum UCTA 1977 gelten hinsichtlich der vertraglichen Haftungsbegrenzungen in allgemeinen Geschäftsbedingungen gegenüber Verbrauchern die Unfair Terms in Consumer Contracts Regulations 1999. Dieser Normenkomplex greift auch dann, wenn im Anwaltsvertrag die deliktische Haftung der members eingeschränkt werden soll.736 Auch wenn der durchzuführende Test der Fairness komplexer ist als die Angemessenheitsprüfung nach dem UCTA 1977, werden wohl vergleichbare Ergebnisse erzielt.737 Folglich ist eine weiterführende Erörterung entbehrlich. d) Ergebnis Insgesamt zeigt sich, dass die Verwendung eines disclaimer unzulässig ist. Gleiches gilt für einen Ausschluss der Haftung aus professional negligence zugunsten der Gesellschafter, der mit der Haftungsübernahme durch die LLP verbunden ist. Eine gerichtliche Entscheidung liegt bisher nicht vor. Denkbar ist, dass sich die Alternative einer Beschränkung der Haftung der LLP-Gesellschafter auf den Versicherungsbetrag vor Gericht und auch bei den Mandanten durchsetzen könnte. F. Zusammenfassung Die Schaffung der LLP hat den englischen solicitors eine neue Möglichkeit zur Kooperation eröffnet. Es handelt sich um eine Rechtsformalternative zu den traditionellen englischen Gesellschaften, insbesondere zu Ltd und partnership. Die LLP ist speziell für die freien Berufe konzipiert worden. Für diese professionals ist die LLP von besonderem Interesse, da sie die Flexibilität der inneren Verfassung einer partnership mit der Haftungsbeschränkung auf das Vermögen der LLP als juristische Person verbindet. Den solicitors ist die Kooperation in der LLP gestattet. Allerdings geht der Zusammenschluss in der LLP nicht mit einem Haftungsfreibrief einher. Die einzelnen solicitors haften gegenüber den Mandanten der LLP regelmäßig neben der 736 Unfair Terms in Consumer Contracts Regulations 1999, Schedule 2, Ziff. 1 (b); vgl. Whittaker/Machell, S. 186. 737 Whittaker/Machell, S. 185; auch Clerk/Lindsell, Rdnr. 10-017 meint, es könne sein, dass kein zusätzlicher Schutz gewährt wird. 110 LLP persönlich für ihre beruflichen Fehler nach den Grundsätzen der professional negligence bzw. professional liability. Insgesamt hat die Erörterung der Nutzung der LLP durch englische solicitors in ihrem Heimatland hilfreiche Einblicke in das Wesen dieser Gesellschaftsform gestattet.

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Zusammenfassung

Die englische Limited Liability Partnership (LLP) kann für in Deutschland niedergelassene Rechtsanwälte eine attraktive Alternative sein. Die Arbeit untersucht die in der Praxis für solche Anwalts-LLPs relevanten berufs-, haftungs-, gesellschafts- und registerrechtlichen Fragen aus internationalprivatrechtlicher und europarechtlicher Perspektive und vergleicht funktional die LLP mit Partnerschaft und GmbH. Insbesondere erörtert die Autorin die Haftung der LLP-Gesellschafter für Berufsfehler sowie die Frage, welche Normen der BRAO Anwendung finden. Die kollisionsrechtlichen Methoden der Substitution und der Anpassung werden diskutiert. De lege ferenda wird eine Neuregelung für das Kollisionsrecht vorgeschlagen.