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Nicole Bettinger, Einführung in:

Nicole Bettinger

Englische LLP und Anwaltshaftung in Deutschland, page 41 - 41

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4011-9, ISBN online: 978-3-8452-1679-9 https://doi.org/10.5771/9783845216799

Series: Internationales und europäisches Privat- und Verfahrensrecht, vol. 8

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41 1. Teil: Die LLP als Rechtsberatungsgesellschaft in England A. Einführung Im ersten Teil ist die Nutzung der LLP als Rechtsberatungsgesellschaft durch englische Rechtsanwälte in ihrem Herkunftsland, England, unter besonderer Berücksichtigung der Anwaltshaftung zu analysieren. Um die LLP als neue Gesellschaftsform vorzustellen, sollen zunächst die traditionellen englischen Gesellschaften skizziert werden. Eingebettet in diesen Kontext sind die Einführung der LLP im Jahre 2001 und die wesentlichen Charakteristika dieser Rechtsform zu erörtern. Ausgehend von diesen Grundlegungen werden insbesondere die Gründung einer LLP durch englische Rechtsanwälte und die Problematik der Anwaltshaftung in der LLP diskutiert. Zunächst wird die Untersuchung einen Einblick in die Zweiteilung der englischen Anwaltschaft in barristers und solicitors und ihre Kooperationsmöglichkeiten gewähren. Sodann werden die allgemeine Berufshaftung nach den Grundsätzen der professional negligence und die Anwaltshaftung in der Anwalts-LLP untersucht. B. Die traditionellen englischen Gesellschaften Grundsätzlich wird in England zwischen partnerships (Personengesellschaften) und companies (Kapitalgesellschaften) unterschieden. I. Partnerships Die (general) partnership wird gesetzlich definiert als Beziehung zwischen Personen, die gemeinsam ein Geschäft29 mit Gewinnerzielungsabsicht betreiben.30 Dies erfordert den Zusammenschluss von mindestens zwei Personen.31 Die partnership hat keine eigene Rechtspersönlichkeit32 und ist nicht steuerpflichtig33. Sie wird 29 Vgl. hierzu s. 45 Partnership Act 1890 (PA 1890). 30 S. 1 (1) PA 1890. 31 Lindley/Banks, Rdnr. 2-05; Lyall, S. 283. 32 S. 4 (1) PA 1890; Halsbury s Laws of England, Bd. 35, Partnership, Ziff. 1; Lindley/Banks, Rdnr. 1-10, 2-33; Morse, SJLS 2002, 455, 460; Morse, Rdnr. 1.04; Sadler v. Whiteman [1910] 1 KB 868 (CA), 889 per Lord Farwell: In English law a firm as such has no existence ( &) ; R v. Holden [1912] 28 TLR 173 (CCA); zum Common Law vor Inkrafttreten des PA 1890 siehe Ryhope Coal Co. Ltd v. Foyer [1881] 7 QB 485 (QBD); Hoare v. Oriental Bank Corporation [1877] 2 AC 589 (PC). 33 S. 111 Income and Corporation Taxes Act 1988 (ICTA 1988).

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Zusammenfassung

Die englische Limited Liability Partnership (LLP) kann für in Deutschland niedergelassene Rechtsanwälte eine attraktive Alternative sein. Die Arbeit untersucht die in der Praxis für solche Anwalts-LLPs relevanten berufs-, haftungs-, gesellschafts- und registerrechtlichen Fragen aus internationalprivatrechtlicher und europarechtlicher Perspektive und vergleicht funktional die LLP mit Partnerschaft und GmbH. Insbesondere erörtert die Autorin die Haftung der LLP-Gesellschafter für Berufsfehler sowie die Frage, welche Normen der BRAO Anwendung finden. Die kollisionsrechtlichen Methoden der Substitution und der Anpassung werden diskutiert. De lege ferenda wird eine Neuregelung für das Kollisionsrecht vorgeschlagen.