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Levent Günes, Berufsausbildung in:

Levent Günes

Europäischer Ausweisungsschutz, page 61 - 61

1. Edition 2009, ISBN print: 978-3-8329-4003-4, ISBN online: 978-3-8452-1312-5 https://doi.org/10.5771/9783845213125

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61 2.4.2 Berufsausbildung Die geringere Abschlussart von ausländischen Jugendlichen hat natürlich erhebliche Auswirkungen auf ihre weitere berufliche Qualifizierung. Das mögliche Berufsspektrum der Jugendlichen ausländischer Herkunft wird hierdurch viel enger im Vergleich zu deutschen Gleichaltrigen. Zusätzlich hat sich ein ungünstiger Trend verfestigt. In den letzten Jahren ist ein erheblicher Rückgang bei der Ausbildungsbeteiligung junger Ausländer festzustellen. In allen Ausbildungsbereichen werden diese im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil unterdurchschnittlich ausgebildet.84 Der Vergleich zwischen Auszubildenden aus den Unionsstaaten und Türken weist hierbei keine signifikanten Unterschiede auf. Beide Gruppen sind vorwiegend in Industrie, Handel und Handwerk vertreten.85 Und beide Gruppen sind im Vergleich zu ihren deutschen Altersgenossen im Bereich öffentlicher Dienst unterrepräsentiert. 2.4.3 Erwerbsbeteiligung und Arbeitslosigkeit Der Integrationsprozess bzw. -erfolg von Zuwanderern wird neben der (Aus-) Bildungssituation maßgeblich auch durch ihre Erwerbssituation bestimmt. Arbeitnehmer und Selbstständige nehmen eine aktive Rolle innerhalb des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Geschehens ein. Neben der Schaffung von Arbeitsplätzen zahlen sie Steuern und Beiträge zu den Sozialversicherungssystemen. Jedoch unterscheidet sich die Erwerbssituation der Ausländer im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Ausländische Haushalte sind statistisch mit einem höheren Risiko behaftet, auf Sozialleistungen angewiesen zu sein. Diese ist auf eine höhere Erwerbslosigkeit zurückzuführen, die aus der geringeren Bildungs- und Ausbildungsbeteiligung resultiert. Die Entwicklung der Erwerbssituation von Ausländern ist weitaus stärker mit den ökonomischen Strukturveränderungen verbunden als bei der Gesamtbevölkerung.86 Die Arbeitslosenquote der ausländischen Bevölkerung betrug im Jahr 2004 etwa 20,4% und war damit nahezu doppelt so hoch wie die der Gesamtbevölkerung mit 11,7%. Ausländer sind mithin etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen als Deutsche. 84 Vgl. Die Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen (2002), Daten und Fakten zur Ausländersituation, Berlin, S. 15 f. 85 Vgl. ebenda, S. 46. Die am häufigsten gewählten Ausbildungsberufe sind: Kaufmann, Friseur, Kraftfahrzeugmechaniker, Arzthelfer. 86 Vgl. Lebenslagen in Deutschland (2005), Der 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, S. 161.

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Zusammenfassung

Für straffällige Ausländer, die in Deutschland geboren oder im Kindesalter eingereist sind, stellt sich eine Ausweisung regelmäßig als „Doppelbestrafung“ dar. Auch die Verwurzelung im Bundesgebiet schützt nach nationalen Maßstäben hiervor nur begrenzt. Betrachtet man das sozioökonomische Profil der Ausgewiesenen, so zeigt sich, dass diese fast ausnahmslos der sog. Unterschicht angehören. Bildungsarmut, Arbeits- und Perspektivlosigkeit sowie der damit einhergehende unsichere Aufenthaltsstatus bestimmen ihr Leben. Im Gegensatz zum bisherigen nationalen Ausländerrecht stellt der Europäische Ausweisungsschutz nun insbesondere für Unionsbürger und assoziationsbegünstigte türkische Staatsangehörige stärker auf faktische Bindungen in der „Heimat“ ab. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive ist nachweisbar, dass er hierdurch ausgesprochen effektiv wirkt und die Ausweisungszahlen in der Ausländerpraxis deutlich reduziert hat.