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Sarah Genner, Immer und überall online? Risiken und Chancen von Hypervernetzung in:

Michael Decker, Ralf Lindner, Stephan Lingner, Constanze Scherz, Mahshid Sotoudeh (Ed.)

"Grand Challenges" meistern, page 271 - 286

Der Beitrag der Technikfolgenabschätzung

1. Edition 2018, ISBN print: 978-3-8487-4057-4, ISBN online: 978-3-8452-8356-2, https://doi.org/10.5771/9783845283562-271

Series: Gesellschaft - Technik - Umwelt, vol. 20

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Sarah Genner Immer und überall online? Risiken und Chancen von Hypervernetzung Mit Smartphones und Tablets können wir nahezu immer überall online sein. Zumindest in westlichen Ländern haben die Optionen innerhalb weniger Jahre exponentiell zugenommen, jederzeit auf digitalisierte Informationen zuzugreifen und sowohl privat wie auch beruflich ortsunabhängig digital erreichbar zu sein. Bereits 2008 zählte das Internet der Dinge mehr vernetzte Objekte als Menschen auf der Erde und 2020 sollen nach Prognosen mehr als 50 Milliarden Objekte am Netz sein (Evans 2011). Online-Zugang ist in technologisierten Ländern für viele zu einem unverzichtbaren „Sinnesorgan“ des Menschen geworden: In einer Befragung gaben 42% von 3.000 Erwerbstätigen in fünfzehn Ländern an, dass sie eher auf ihren Geruchssinn als auf Internet-Zugang verzichten würden (Connected World Report 2014). Das mobile Internet hat eine beispiellose Mediatisierung des privaten und beruflichen Alltags mit sich gebracht. Wenn wir uns gerade nicht mit einem mobilen Gerät beschäftigen, sind unsere smarten Begleiter dennoch nahezu durchgehend mit dem Internet verbunden. Sie senden und empfangen Daten, beeinflussen unseren Schlaf, unsere sozialen Beziehungen und geben so einiges über uns preis. Wie begegnen wir nun den Herausforderungen durch die unerschöpflichen Möglichkeiten der Hypervernetzung? Das Forschungsprojekt „ON/OFF – Risks and Rewards of the Anytime- Anywhere Internet“ (Genner 2017), auf dem dieser Artikel basiert, hat sich mit Risiken und Chancen von Hypervernetzung in Bezug auf das Individuum beschäftigt. Ausgangspunkt waren u.a. die von der deutschen Bundesregierung formulierte Grand Challenge der Konsequenzen von Hypervernetzung sowie im Besonderen die zunehmend fließenden Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit und ihre Folgen für die psychische Gesundheit von Arbeitnehmenden. Vorgeschlagen wurde ein bundesweites „Anti-Stress-Gesetz“, das auch der Burnout-Prävention dienen sollte (Lehmann/Quadbeck 2014). In Frankreich wurde entsprechend im Jahr 2016 das „Right to Disconnect“ verabschiedet (Taylor 2014). Die UNO dagegen formuliert als Grand Challenge die größer werdenden digitalen Gräben zwischen hypervernetzten und bezüglich Internet- Zugang unterversorgten Ländern (ITU 2014). Im westlichen Bildungswesen werden u.a. Chancen von Medienkompetenzförderung und Risiken wie zunehmende Aufmerksamkeitsstörungen durch Hypervernetzung diskutiert (vgl. Hoffmann et al. 2013; Turkle 2008). Datenschützer befassen sich mit Privatsphäre und Datensicherheit: So hinterlassen Smartphone-User z. B. fast lückenlose Bewegungsprofile. Diese Standortdaten können mit weiteren persönlichen Daten aggregiert werden, wodurch ein neuartiges „Profiling“ ermöglicht wird, das für personalisiertes Marketing und Überwachung eingesetzt wird. Dieser Umstand birgt zahlreiche Risiken der Datenweitergabe und des Datenmissbrauchs auch für kriminelle Zwecke (vgl. Schneier 2015; Spitz 2014). ON/OFF befasste sich mit zentralen Aspekten von Hypervernetzung insbesondere mit Blick auf die individuelle Gesundheit sowie auf Privatsphäre und Datenschutz. Die Ergebnisse berücksichtigten die unterschiedlichen Ebenen der Entscheidungsträger und bewerteten die Risiken von Hypervernetzung entsprechend. Digitale Gräben und Datenschutz Global aber auch innerhalb digital vernetzter Länder sind größer werdende digitalen Gräben festzustellen: Je mehr Menschen ständig verbunden sind und von den Vorteilen der Hypervernetzung profitieren können, desto eher sind jene – nicht zuletzt ökonomisch – im Hintertreffen, die nach wie vor keinen, einen zensierten oder technologisch unzuverlässigen Internet-Zugang haben (ITU 2016). Dennoch bestehen diese Gräben nicht nur zwischen reichen und armen Ländern, demokratischen und autoritären Systemen, welche digital zensieren und überwachen, sondern auch innerhalb von hypervernetzten Ländern. Zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen bestehen technologische Beteiligungsgräben, die sich vor- oder nachteilhaft auf Bildungsmöglichkeiten, Jobchancen und demokratische Partizipation auswirken können („Participation Divide“). Diese Gräben sind einerseits verursacht durch unterschiedliche technische Voraussetzungen (Internetzugang nur über ein Gerät mit kleinem Bildschirm oder keinen Breitbandanschluss), die Karrierewege beeinflussen können, andererseits durch individuell verschiedene Kompetenzen, gezielt digitale Informationen aufzufinden, deren Qualität einzuschätzen und diese sinnvoll zu verarbeiten („Skills Divide“). Diesem Grand Challenge sollen sog. „Digital Inclusion“-Programme entgegenwirken, die vom Bereitstellen technologischer Infrastruktur hin zu Schulungen (z. B. „San Francisco Digital Inclusion Strategy“ oder „CompiSternli“) bis zu geschlechterspezifischer Förderung (z. B. „Girls who code“ oder „Made with code“) reichen. Weitere Nutzungsgräben bestehen auch zwischen Generationen, individuellen Persönlichkeiten und kulturellen Gegebenheiten. Verglichen mit älteren Internet-Usern sind jüngere tendenziell digital vernetzter, technologisch souveräner und weniger besorgt bezüglich Datenschutz (DIVSI 2016). Jüngere erleben jedoch durch Hypervernetzung mehr 1 272 Sarah Genner Ablenkung und Abhängigkeit als ältere User und sind daher z. B. nachts signifikant häufiger online bzw. online erreichbar (vgl. Anderson 2015; Smith 2015; Moser et al. 2013). Das Merkmal „Persönlichkeit“ drückt sich im Online-Verhalten auf vielfältige Weise aus: Extrovertierte sind tendenziell vernetzter über verschiedene Kontexte hinweg als Introvertierte, Gewissenhafte machen sich mehr Gedanken über Datenschutz und Privatsphäre sowie über ihre zeitlichen Ressourcen, und polychrone Persönlichkeiten neigen eher zu (digitalem) Multitasking als monochrone (vgl. Genner 2017, S. 36 f.). Ein Smartphone kann auch ein Überwachungstool sein, das für datensammelnde Firmen zahlreiche Datenpunkte (z. B. Standortdaten und Nutzungsverhalten) zu liefern vermag, und mit entsprechender Malware ausgestattet eine quasi lückenlose Überwachung durch Geheimdienste, Strafverfolgungsbehörden oder Kriminelle unbemerkt ermöglicht (Schneier 2015). Nach den Snowden-Enthüllungen sieht sich die Politik gefordert, das Vertrauen in der Bevölkerung bezüglich digitaler Überwachung zurückzugewinnen, um diese für Strafverfolgungszwecke einsetzen zu können. Rechtliche Herausforderungen bestehen insbesondere hinsichtlich geeigneter Datenschutzregulierungen für den Umgang mit großen Datensätzen (Big Data), die sich z. B. zu städteplanerischen oder gesundheitlichen Zwecken als nützlich erweisen (Gasser 2015). Regulierungslücken entstehen u.a. durch unabsichtlich geteilte Daten und Metadaten bei Hypervernetzung (z. B. Standortdaten, Bewegungsprofile durch intensive Smartphone-Nutzung, Gesundheits-Tracker, Internet der Dinge). Deren Verwendungsrechte sind in aktuellen Datenschutzgesetzen noch nicht geklärt; zumal selbst in „anonymisierten“ Datensätzen oft nur wenige Datenpunkte ausreichen, um Individuen zu identifizieren (vgl. de Montjoye et al. 2015). Effektiver Datenschutz kann im Zeitalter einer globalen und grenzüberschreitenden Kommunikationsinfrastruktur nur international koordiniert werden. In Europa und den USA bestehen jedoch kulturell bedingt, unterschiedliche Vorstellungen von Persönlichkeitsschutz. Dies hat sich besonders auch in der Debatte über das „Recht auf Vergessenwerden“ gezeigt. In den USA wird die Zensurfreiheit höher gewichtet als der Persönlichkeitsschutz (Zittrain 2014). Europäer tendieren dazu, dieses Recht zu unterstützen, damit veraltete oder persönlichkeitsrechtlich problematische Informationen nicht dauerhaft abrufbar sind. Da die führenden IT-Anbieter von US-amerikanischer Rechtsauffassung und Kultur geprägt sind, bestehen aus europäischer Sicht Risiken für den Daten- und Persönlichkeitsschutz (DIVSI/iRights.Lab 2015). Dieselben US-Technologiefirmen bieten Ländern mit noch unterentwickelter Internet-Infrastruktur verbilligte Zugänge über Satelliten, Drohnen oder Ballone an, um von den Daten der Nutzerinnen und Nutzer zu profitieren (Hern 2015). Immer und überall online? Risiken und Chancen von Hypervernetzung 273 Beschleunigung und verwischte Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit Gesellschaftliche Beschleunigung wird oft mit schneller und omnipräsenter Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) assoziiert. Tatsächlich sind in der Moderne sozialer Wandel und Technologie eng verknüpft; Innovationen im IKT-Bereich führen hier nun zu einer weiteren gesellschaftlichen Beschleunigung oder „Gegenwartsschrumpfung“, jedoch nicht ausschließlich: So sind auch technologische Innovationen im Bereich Transport und Produktion zentrale Faktoren, getrieben durch das ökonomische Prinzip „Zeit ist Geld“. Zusätzlich spielen Aspekte wie Individualisierung und Mobilität (in geographischer, familiärer, beruflicher, politischer und religiöser Hinsicht) eine wichtige Rolle (vgl. Rosa 2005, 2007, 2012). Hypervernetzung ist Teil dieser Beschleunigung und veränderter Zeitstrukturen in modernen Volkswirtschaften. Hinzu kommt die rasante globale Verbreitung von mobilen Internet-Zugängen. Innerhalb eines Jahrzehnts sind die Erwartungen an spontane Antworten auf digitale Nachrichten messbar gestiegen (Lebo 2011, S. 126). Mobile Technologien führen neben der beschriebenen Beschleunigung nachweislich zur Auflösung von vormals klaren Grenzen zwischen unterschiedlichen Kontexten („Context Collapse“, boyd 2013), wie zwischen lokal und global, privat und beruflich, Arbeits- und Freizeit, bewusstem und unbewusstem Teilen von Daten, Produktivität und Ablenkung, verbundenen Menschen und Dingen, online und offline. Frühe Cyborg-Experimente zeigten außerdem ein Gefühl der Steigerung menschlicher Fähigkeiten („Sense of Self-Enhancement“) und der Multi-Lokalität sozialer Begegnungen – die vernetzten Forscher waren dabei „sowohl hier, aber auch anderswo“ (Turkle 2011, S. 152). Die meisten Betroffenen fühlen sich dank der Möglichkeiten der Hypervernetzung ihren Freunden und Familien mehr verbunden. Gleichzeitig ist es ihnen schwieriger geworden, bestimmten Kontakten auszuweichen und viele erleben dabei einen erhöhten sozialen Druck. Mobile Geräte ermöglichen ständige berufliche Erreichbarkeit im Privatleben und umgekehrt. Die Erfahrungen zeigen, dass viele Angestellte außerhalb der Arbeitszeiten bzw. im Urlaub beruflich erreichbar sind, auch wenn sie niemand explizit darum gebeten hat (Syndicom 2015). Wer eher Segmentierer ist, d.h. gerne klare Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zieht, erlebt und managt Hypervernetzung anders als Integrierer-Typen, die in dieser Hinsicht verwischte Grenzen sogar bevorzugen. Je nach Kultur variiert die durchschnittliche Technologieakzeptanz und die Praxis der Grenzziehung: In Nordamerika ist man technikaffiner und kennt allgemein fließende Grenzen zwischen Berufsund Privatleben – anders als in Europa. Dort werden Gesetze zu Prävention von Burnout-Erkrankungen debattiert, während in den USA diese Debatte kaum geführt wird. Wie gut einzelne Personen sozialem Druck standhalten können, be- 2 274 Sarah Genner einflusst auch, wie sie digitale Vernetzung handhaben und erleben. Je besser sich Nutzerinnen und Nutzer sozial abgrenzen können, desto weniger belastend erleben sie ständige berufliche und private Erreichbarkeit. Nachgewiesen ist: Kein regelmäßiges Abschalten von der Arbeit führt zu Erschöpfung, die sich langfristig auf Produktivität und Motivation auswirken kann (Sonnentag/Bayer 2005). Als insgesamt positiv erlebt wird das zeitlich und örtlich flexible Arbeiten, das durch den mobilen Internet-Zugang in Kombination mit Smartphones, Tablets und Laptops ermöglicht wird. Hypervernetzung fördert Optionen, im Home Office oder mobil zeitlich flexibel zu arbeiten sowie dadurch den Berufsverkehr vermeiden zu können oder die Vereinbarung von Beruf und Familie zu verbessern (Stiftung Produktive Schweiz 2011). Viele Firmen nutzen mobil-flexible Arbeitsmodelle auch, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben (vgl. „Work Smart Initiative“). In der Kreativwirtschaft entstehen zunehmend „Co-Working- Spaces“, die das flexible Zusammenarbeiten stark vereinfachen. Die Extremform sind „Co-Workation“-Angebote, die „digitale Nomaden“ an Urlaubsdestinationen mit stabilem Netz-Zugang locken. Gesundheit Zentrale Chancen im Bereich Gesundheit durchwegs online zu sein, eröffnen die ständige Möglichkeit, im Notfall z. B. medizinische Hilfe zu rufen sowie Zugang zu zahlreichen Anwendungen zur Unterstützung laufender Behandlungen von psychischen Erkrankungen zu haben. Digitales Gesundheitstracking ermöglicht darüber hinaus einerseits eine persönliche Motivationssteigerung, sich zu bewegen, und andererseits ggf. ein medizinisches Monitoring. Entsprechend aggregierte Daten (z. B. aus Quantified-Self-Trackern oder Google Trends) dienen zudem als Grundlage für Big-Data-Analysen für die medizinische und psychologische Forschung, wodurch beispielsweise versteckte Korrelationen identifiziert werden können (siehe Tab. 1). Verkehrsunfälle können dagegen als fatalstes Gesundheitsrisiko von Hypervernetzung eingestuft werden. Digital-bedingte Ablenkungen im Verkehr haben zu massiv angestiegenen Verkehrsunfällen geführt; sowohl bei Fahrzeuglenkern, wie auch bei Fußgängern und Fahrradfahrern (vgl. Dingus et al. 2016; Nasar/Troyer 2013). Weniger fatal, dafür sehr prävalent sind Schlafstörungen aufgrund von kognitiver und emotionaler Aktivierung bei intensiver Internetnutzung vor dem Schlafen oder weil das Gerät als Störquelle – da es als Wecker dient – neben dem Bett liegt und gerade von jüngeren Usern oft nicht ausgeschaltet wird. Insbesondere bestehen Zusammenhänge zwischen einer abendlichen Nutzung und reduzierter Schlafdauer aufgrund erhöhten blauen Lichtan- 3 Immer und überall online? Risiken und Chancen von Hypervernetzung 275 teils von Bildschirmmedien, der mit dem Hormon Melatonin interagiert und damit das Einschlafen verzögert (vgl. Lemola et al. 2014; Chang et al. 2015). Onlinesucht ist zwar nach wie vor nicht in den gängigen psychiatrischen Manualen als eigene Störung aufgeführt, aber ein von der Fachwelt anerkanntes Risiko, das gravierende Auswirkungen haben kann. Wie andere Verhaltenssüchte ist diese im Kontext persönlicher Belastungen anzugehen (vgl. Willemse 2016). Bestimmte Verhaltensweisen werden dabei als suchtgefährdender eingestuft als andere, z. B. Online-Glücksspielen, Online-Pornografie oder Online- Communities (Genner 2017, S. 108). Erschwerend kommt hinzu, dass verschiedene digitale Produkte aus geschäftsstrategischen Gründen auf Abhängigkeit der Nutzer hin entwickelt werden: Bestimmte Silicon-Valley-Firmen beschäftigen dabei Psychologen, die Produkte wie Facebook, Twitter oder Candy Crush gezielt suchtgefährdender gestalten sollen (z. B. Dockterman 2013). Stressrelevante Phänomene wie Informationsüberlastung und Burnout werden regelmäßig mit Hypervernetzung in Verbindung gebracht. Es bestehen jedoch keine empirischen Beweise, dass Burnout durch Hypervernetzung verursacht wird, aber eine bedeutende Anzahl von Patienten in Burnout-Kliniken erleben ständige digitale Erreichbarkeit als Faktor, der zur Erschöpfung beiträgt (Genner 2017, S. 102 f.). Wie die Onlinesucht ist Burnout keine Erkrankung, die von klinischen Manualen anerkannt wird, und lässt sich auf multifaktorielle Ursachen zurückführen (z. B. Rössler et al. 2013). Weitere Gesundheitsrisiken durch intensive Nutzung mobiler vernetzter Geräte, die in der Fachliteratur genannt werden, sind u.a.: Minderung der Sehkraft (Rosenfield 2011), Nackenund Rückenprobleme (Hansraj 2014), „Smartphone-Daumen“ (Ortenau Klinikum 2013), Krankheitskeime auf Geräten (Porter 2012) und Strahlungsexposition (WHO World Health Organization 2014). Zum Bereich der durch die Digitalisierung im Gesundheitssystem veranlassten Risiken kann schließlich auch die Datensicherheit persönlicher Gesundheitsinformationen gezählt werden. Zahlreiche Arztpraxen und Kliniken sichern und verschlüsseln Krankenakten unzureichend und gefährden dadurch Arztgeheimnis und Patientenschutz. 276 Sarah Genner Tabelle 1: Übersicht der gesundheitlichen Chancen und Risiken von Hypervernetzung Chancen Risiken – Notruf über Telefonfunktion oder Notrettungs-Apps mit Ortungsfunktion (z. B. Rega) – Digitales Gesundheitstracking über Sensoren im Smartphone oder kombiniert mit Fitness-Trackern – Big-Data-Analysen in der medizinischen und psychologischen Forschung zur Identifikation versteckter Korrelationen – Erhöhte Arbeitszufriedenheit durch Möglichkeit, mobil-flexibel zu arbeiten – Verkehrsunfälle bei Ablenkung durch digitale Endgeräte (im Auto, auf dem Fahrrad und als Fußgänger) – Schlafstörungen durch ständige Erreichbarkeit und blaue Lichtanteile der Bildschirmbeleuchtung – Informationsüberlastung und Burnout – Online-Sucht – Sicherheit digitalisierter Gesundheitsdaten – Augenschäden, wie Kurzsichtigkeit – Tech Neck (Belastung von Nacken und Wirbelsäule) – Strahlungsexposition – „Smartphone-Daumen“ – Krankheitserregende Keime durch Nutzung von Endgeräten auf der Toilette – Indirektes Risiko durch Klimawandel (CO2-Ausstoß der Internet-Nutzung und Geräte-Herstellung) Quelle: Eigene Darstellung Bildung Die zentrale Herausforderung besteht im Bildungssystem, die großen Chancen des omnipräsenten digitalen Wissenszugangs zu nutzen, digitale Kompetenzen zu fördern und gleichzeitig die massiven digitalen Ablenkungseffekte einzudämmen. US-Lehrpersonen stufen in Befragungen die Ablenkungsgefahren digitaler Medien insgesamt als höher ein als die Vorteile durch zusätzliche Online-Recherchen (Purcell et al. 2012). Studierende sind auch von solchen webfähigen Geräten abgelenkt, die Mitstudierende neben ihnen während des Unterrichts verwenden (Sana et al. 2013). Das Navigieren innerhalb der Informationsflut ist zu einer anspruchsvollen Bildungsaufgabe geworden, die auch beinhaltet zu vermitteln, wie seriöse von unseriösen Online-Quellen unterschieden werden können. Noch strittig ist, was überhaupt unter „digitaler Kompetenz“ zu verstehen ist: Sind dies lediglich technische Anwendungskompetenzen oder auch Programmier- sowie Robotikkenntnisse? Oder gehört dazu auch Hintergrundwissen über Algorithmen, die digitale Wirtschaft und Sozialkompetenzen im Bereich der Online-Kommunikation und -Kollaboration? Schließlich wären vielleicht Kompetenzen nötig, um sich von digitalen Ablenkungen effektiv abzuschirmen und um kreativ und produktiv zu arbeiten. Die Lehrerausbildung hinkt dabei der technologischen Entwicklung hinterher, und die Debatte, wie die Möglichkeit, von überall her sekundenschnell auf Wissen zugreifen zu 4 Immer und überall online? Risiken und Chancen von Hypervernetzung 277 können, Bildung im Zuge der Digitalisierung insgesamt verändert, ist im Gange: Die Forderungen reichen von der Abschaffung der Schule, wie wir sie kennen, um kompetenzbasierte Bildungsprogramme mit Lehrpersonen als Coaches weiterzuentwickeln, bis hin zu bescheidenen Veränderungen im Bildungsbereich, wie der gezielten Förderung von Medienkompetenz- und Informatikunterricht (Genner 2017, S. 202 f.). Bemerkenswert ist in dem Zusammenhang die Tatsache, dass führende Technologie-Experten in den USA ihre eigenen Kinder in Waldorf-Schulen schicken, welche als besonders restriktiv im Umgang mit digitalen Technologien gelten (Richtel 2011; Bilton 2014). Es zeigt sich, dass Schulordnungen bezüglich der Online-Nutzung nicht einheitlich verfasst sind: Die einen verbieten mobile Geräte während des Unterrichts, in jüngeren Altersklassen sogar auf dem Schulareal, andere binden gezielt Tablets in den Unterricht ein oder bilden sog. Laptopklassen. Web-Filter hingegen werden vor allem installiert, um Schulen aus der allfälligen Haftung für etwaige illegale Aktivitäten über deren Internetanschluss zu befreien (Genner 2017, S. 137 f.). Neudefinition von online und offline: ON/OFF-Skala Im Rahmen des ON/OFF-Projekts wurde nach einer zeitgemäßen Definition von „online“ und „offline“ gesucht, um Chancen und Risiken der individuellen Vernetzung differenzierter beschreiben zu können. Resultat ist eine user-zentrierte ON/OFF-Skala (siehe Tab. 2), die den momentanen Zustand von Online-/Offline-Sein als Kontinuum versteht (und nicht als Dichotomie). Die Skala integriert die Erkenntnisse aus dem Projekt zu technologischen Aspekten (z. B. Internet der Dinge, absichtlicher und unabsichtlicher Datenaustausch, digitale Überwachung oder Zensur sowie unterschiedliche Formen der Mensch-Maschine-Interaktion) und zu Fragen der digitalen Privatsphäre. Die Skala soll damit einer präziseren Verständigung im Zuge der gesellschaftlichen Debatten um Web-Technologien dienen. Sie erstreckt sich von OFF (Stufe 0, „unplugged“) bis hin zu ON (Stufe 6, „hyperconnected“) und enthält differenzierte Abstufungen dazwischen (Stufen 1 bis 5). Aus technologischer Sicht wird dabei deutlich, dass nur Stufe 0 noch als komplett „offline“ gelten kann. 5 278 Sarah Genner Ta be lle 2 : O N /O FF -S ka la – m om en ta ne r O nl in e- /O ffl in e- Zu st an d ei nz el ne r U se r ON OF F 6 5 4 3 2 1 0 Hy pe rv er ne tzt Ve rn et zt Be wu ss t be sc hr än kt er Z uga ng Ei ng es ch rä nk te r Zu ga ng En tfe rn te o de r u nzu ve rlä ss ig e V er bi nd un g Of fli ne - Zu ga ng Of fli ne u nd o hn e St ro m ve rs or gu ng GERÄT Ei ne s o de r m eh re re ve rn etz te Ge rä te in Be trie b. Za hlr eich e A pp s u nd /od er Int er ne t d er D ing e Ge rä t fü r b esc hr än kte n Z we ck . Kl ein es od er se hr lan gs am es G er ät Mo bil es G er ät in Be trie b. 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Risiken und Chancen von Hypervernetzung 279 TRACKING Da ten tra ck ing du rch D ritt e i st se hr wa hr sc he inl ich un d in vie len F äll en zw ing en d n öti g od er au ch er wü ns ch t Da ten tra ck ing du rch D ritt e i st wa hr sc he inl ich je na ch te ch nis ch en Ei ns tel lun ge n o de r Ve rsc hlü ss elu ng Da ten tra ck ing du rch D ritt e i st wa hr sc he inl ich je na ch te ch nis ch en Ei ns tel lun ge n o de r Ve rsc hlü ss elu ng Da ten tra ck ing du rch D ritt e i st wa hr sc he inl ich , in sbe so nd er e i n L än de rn m it I nte rn et- Ze ns ur un d o hn e Me inu ng sfr eih eit , je na ch te ch nis ch en Ei ns tel lun ge n o de r Ve rsc hlü ss elu ng Da ten tra ck ing du rch D ritt e i st wa hr sc he inl ich , mi nd es ten s S tan dor tda ten , je na ch tec hn isc he n E inste llu ng en od er Ve rsc hlü ss elu ng Ke in Ec htz eit - Tr ac kin g, au ße r we nn M alw ar e D aten au ss pio nie rt (o bw oh l G er ät „o fflin e“ is t o de r a us ge sc ha lte t a us sie ht) Ke in Ec htz eit - Tr ac kin g BEISPIELE Nu tze r/in ne n v on ein em od er m eh re re n m ob ile n u nd ve rn etz ten G er äte n in ho ch te ch no log isie rte n L än de rn . So wo hl pr iva te wi e au ch be ru flic he Nu tzu ng . N utz un g vo n I nte rn etde r- Di ng e- An we nd un ge n. Nu tzu ng vo n Ap ps m it a kti vie rte n St an do rtd ate n Nu tze r/in ne n v on ein em ve rn etz ten Ge rä t m it e ine m ein ge sc hr än kte n Ve rw en du ng szw ec k ( z. B. B ibl iothe ks co mp ute r, T able t a ls Ka ss e) . Nu tze r/in ne n m it ein er se hr la ng sa me n N etz ve rb indu ng od er ei nz ig mi t e ine m Sm ar tph on e- Zu ga ng (B ild sc hir mg rö ße läs st Au sfü lle n v on wi ch tig en D ok ume nte n n ich t z u) Nu tze r/in ne n v er ne tzt er G er äte m it ak tiv ier ter S oft wa re , d ie de n N etz - Zu ga ng be sti mm ter Ap ps bl oc kie rt, me ist en s a us G rü nde n d er P ro du kti vität od er um m ob ile Da ten zu sp ar en (z . B. O ffti me , S elf - Co ntr ol, S tay Fo cu se d, Ro am ing C on tro l) Nu tze r/in ne n m it ze ns ier tem In ter ne t-Z ug an g i n a uto ritä re n R eg im en od er te ilw eis e b lock ier ter Z ug an g i n Fir me n u nd O rg an isa tio ne n. Nu tze r/ inn en m it s tar k g efilt er ten od er Ju ge nd sc hu tz- Ei nste llu ng en . Nu tze r/in ne n o hn e zu ve rlä ss ige In ter ne t-V er bin du ng (E ntw ick lun gs län de r, K on flik tzo ne n, Na tur , U -B ah n) . Po ten zie lle s H ör en od er S eh en od er Fü hle n ( pe r V ibr ati on ) v on B en ac hric hti gu ng en , a be r ke in ak tiv es N utz en vo n G er äte n ( z. B. wä hr en d d es U nter ric hts , w äh re nd Ge sp rä ch en , E sse n, Be er dig un g od er kl as sis ch en Ko nz er ten ) Mo bil es G er ät im Flu gm od us od er ein ni ch t v er ne tzt es Ge rä t fü r O ffli ne - Co nte nt nu tze n, de r u rsp rü ng lic h au s d em In ter ne t be zo ge n w ur de (z . B. E -R ea de r o de r da s „ Pa qu ete S em an al“ in K ub a) . Sp ez ial fal l: v er bu nde ne s G er ät in ein em F ar ad ay -K äfig (z . B . S pe zia lta sc he od er K üh lsc hr an k) Di e M eh rh eit de r glo ba len B ev ölk eru ng si nd N ich t-N utze r/in ne n. Ei nig e sin d i n v er ne tzt en Ind us trie län de rn ga nz of flin e a us ök on om isc he n o de r Al ter sg rü nd en . O de r Pr ox y-U se r: jem an d an de rs nu tzt fü r s ie da s N etz . Sp ez ial fal l: d ie me isten A mi sc he n u nd vie le Me nn on ite n ha be n a us ku ltu re llen G rü nd en ke ine n Zu ga ng Q ue lle : E ig en e D ar st el lu ng 280 Sarah Genner Implikationen für Entscheidungsträger und Ausblick Wer ist nun verantwortlich, die zahlreichen Chancen von Hypervernetzung möglichst vielen Menschen zur Verfügung zu stellen und die Risiken für einzelne zu minimieren? In allen Befragungen von ON/OFF wurde dem Individuum am meisten Verantwortung zugeschrieben. Gleichzeitig gehen viele mit der Aussage einig, dass das Bildungssystem und auch Arbeitgeber Verantwortung tragen; manche sehen zusätzlich die Verantwortung in der Politik. Im Folgenden werden Implikationen der ON/OFF-Analyse für Entscheidungsträger auf unterschiedlichen Ebenen dargestellt. Es besteht ein signifikanter Zusammenhang zwischen Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen und kaum vorhandenem Internet-Zugang. Politischen Entscheidungsträgern mit globalen Einflussmöglichkeiten steht es daher gut an, sich dafür einzusetzen, die globalen digitalen Gräben zwischen hypervernetzten Industrieländern und digital unterernährten Entwicklungsländern zu beseitigen. Die massive Datenschutzproblematik, die durch Hypervernetzung und Big-Data-Datensätze entsteht, sowie die unwünschbaren Möglichkeiten, über Smartphones und weitere vernetzte Geräte Menschen und Organisationen grenzüberschreitend auszuspähen, sollten auf der politischen Agenda eine hohe Priorität haben. Eher auf nationaler Ebene, gilt es für die Politik, das Thema Public Health und Hypervernetzung anzugehen: Hierzu zählen einschlägige Regulierungen und Regeln für eine maßvolle Nutzung mobiler Geräte, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und um Gesundheitsprävention im Bereich Online-Sucht, Burnout sowie Schlafqualität zu unterstützen. Unternehmens- und Führungskultur erweisen sich ebenfalls als zentral im Umgang mit Risiken der Hypervernetzung: Entscheidungsträger in der Arbeitswelt sollten daher den Einsatz vernetzter Technologie in Arbeitsprozessen grundsätzlich gut überdenken – auch angesichts des „Produktivitätsparadoxons der Informationstechnologie“. ON/OFF-Experten betonen die Verantwortung des Managements bezüglich impliziter Erwartungen, falls digitale Kontaktaufnahmen außerhalb regulärer Arbeitszeiten stattfinden. Insbesondere, wenn mobile Geräte von Firmen abgegeben werden, suggeriert dies bei den Besitzern eine größere Erwartung an digitaler Erreichbarkeit. Mehrere, insbesondere deutsche Firmen haben zur Gesundheitsprävention technische Barrieren eingebaut, um Emails abends und an Wochenenden auf mobilen Geräten zu blockieren oder bieten ihren Mitarbeitenden die technische Möglichkeit an, Emails während des Urlaubs löschen zu lassen. Aufgrund unterschiedlicher Persönlichkeitstypen und Präferenzen, Arbeitswelt und Privatleben zu integrieren oder zu separieren, gibt es trotz der entsprechenden Anstrengungen einzelner Firmen keine einheitliche Lösung, um alle Angestellten mit einer brauchbaren Regulierung zum Umgang mit digitaler Erreichbarkeit zufriedenzustellen. Der Trend zu 6 Immer und überall online? Risiken und Chancen von Hypervernetzung 281 mehr individueller Achtsamkeit hat die westliche Arbeitswelt erreicht und wird auch im Umgang mit Hypervernetzung als Hilfe zur besseren Selbststeuerung angesehen. Muss darüber hinaus das Bildungssystem grundsätzlich umgebaut werden, um der Digitalisierung und Hypervernetzung Rechnung zu tragen, oder braucht die Schule lediglich ein „digitales Update“? In dem Zusammenhang sind auch folgende Fragen zu klären: Was sind überhaupt die relevanten digitalen Kompetenzen und beschränken sich diese hauptsächlich auf den technisch kompetenten Umgang mit vernetzten Geräten? Braucht es mehr digital gestützten Unterricht, „MOOCs“ (kostenlose Onlinekurse mit großen Teilnehmerzahlen) und „Blended Learning“ (Kombination von Präsenzveranstaltungen und E- Learning) – oder gerade eben nicht, um Face-to-Face-Austausch, soziale Kompetenzen, Konzentration und Kreativität zu fördern? Entsprechende Debatten und Bildungsreformen sind bereits im Gange und bringen teils große weltanschauliche Differenzen ans Licht. Ein Großteil möglicher Risiken und Chancen sind auch auf individueller Ebene und als familiäre Erziehungsaufgabe anzugehen, wie beispielsweise das Problem digital-bedingter Ablenkungen im Verkehr. Grenzziehungen zwischen Beruf und Privatleben müssen auch individuell aktiv angegangen werden, um mögliche Erschöpfungszustände durch Informationsüberlastung zu vermeiden. Schlafstörungen durch ständige digitale Erreichbarkeit, oder Körperhaltungsund Augenschäden durch übermäßige Mediennutzung können nur durch individuelle Disziplin reduziert werden. Individuelle Strategien, wie bewusstes Singletasking statt Multitasking, das durch Hypervernetzung gefördert wird, verbessert die Konzentration nachweislich; handschriftliche Notizen bleiben im Langzeitgedächtnis länger erhalten. Je nach persönlichen Umständen sind individuell abgestimmte Nutzungszeiten im Internet einzuhalten, um Suchterscheinungen vorzubeugen. Analog zu den Freuden des Autofahrens, des Tabak- und Alkoholgenusses ist zu erwarten, dass es mehrere Jahrzehnte dauern wird, bis gesellschaftliche Konventionen und politische Maßnahmen etabliert sind, um die Vorteile der Hypervernetzung optimal zu nutzen und die Risiken so gut wie möglich zu minimieren. Noch ist offen, wie die digitalen Äquivalente von Autosicherheitsgurten, Verkehrsampeln und Jugendschutzgesetzen im Bereich des mobilen Internets aussehen werden. Dieser Artikel basiert auf dem 2017 erschienen Buch der Autorin „ON/OFF – Risks and Rewards of the Anytime-Anywhere Internet“ (vdf University Press at ETH Zurich). Es handelt sich dabei um eine Technologiefolgenabschätzung von Hypervernetzung, deren Kernresultate an der NTA-Tagung in Bonn im November 2016 vorgestellt wurden. Methodisch basiert die ON/OFF- 282 Sarah Genner Studie auf 26 Experteninterviews (Fachpersonen aus den Bereichen Medizin, Psychologie, IT-Branche, Bildungssektor, Datensicherheit), drei schriftlichen Befragungen (N=320) und einer breit angelegten und interdisziplinären Literaturrecherche. Literatur Anderson, M. (2015): For vast majority of seniors who own one, a smartphone equals “freedom”. Pew Research Report. http://www.pewresearch.org/fact-tank/2015/04/29/seniors-smartphones (aufgesucht am 15.05.2017) Bilton, N. (2014, September 10): Steve Jobs Was a Low-Tech Parent. The New York Times. http:// www.nytimes.com/2014/09/11/fashion/steve-jobs-apple-was-a-low-tech-parent.html boyd, d. (2013): How “context collapse” was coined: my recollection. http://www.zephoria.org/ thoughts/archives/2013/12/08/coining-context-collapse. (aufgesucht am 15.05.2017) Chang, A.-M.; Aeschbach, D.; Duffy, J. F.; Czeisler, C.A. 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References
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Zusammenfassung

Der schillernde Begriff der Grand Challenges ist in aller Munde und Grund für eine kritische Auseinandersetzung mit diesem forschungsleitenden Konzept. Die Buchbeiträge widmen sich dem Thema sowohl in theoretischer Hinsicht, als auch mit Blick auf die Domänen Gesundheit, Digitalisierung und Umwelt.