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Christian Mader, Darknet-Märkte für Drogen als Herausforderung für die Strafermittlung in:

Meropi Tzanetakis, Heino Stöver (Ed.)

Drogen, Darknet und Organisierte Kriminalität, page 251 - 258

Herausforderungen für Politik, Justiz und Drogenhilfe

1. Edition 2019, ISBN print: 978-3-8487-3998-1, ISBN online: 978-3-8452-8283-1, https://doi.org/10.5771/9783845282831-251

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Darknet-Märkte für Drogen als Herausforderung für die Strafermittlung Christian Mader Mit dem Auftreten von virtuellen illegalen Drogenmarktplätzen im Internet, insbesondere im Darknet, musste auch ein Umdenken bei den Strafverfolgungsbehörden erfolgen. Wenngleich der herkömmliche, alteingesessene illegale Drogenhandel weiterhin besteht und auch längerfristig existent bleibt, zeichnen sich doch markante Änderungen in den Begehungsmerkmalen ab, denen es gilt, Rechnung zu tragen. Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, beginnend mit einem Rückblick auf die Anfänge der Drogenkriminalität zur aktuellen Situation einen Bogen zu schlagen. Damit soll es gelingen, Unterschiede von gestern und heute besser zu beleuchten bzw. Parallelen erkennbar zu machen. Ziel ist es auch, den illegalen Drogenhandel im Internet/Darknet aus dem Blickwinkel der Vernachlässigbarkeit zu führen und auf die Gefahrenpotentiale aus der Sicht der Strafverfolgungsbehörden hinzuweisen. Grundsätzlich bewegen die weltweite illegale Drogenproduktion und der illegale Handel Unsummen von Kapital. Laut der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle in Lissabon (EMCDDA) wird der weltweite Mindestumsatzbetrag an illegalen Drogen für das Berichtsjahr 2013 auf 24 Milliarden Euro geschätzt (EMCDDA 2016). Anlehnend daran zeigen sich weltweit ständig steigend die Drogendelikte. In Österreich zum Beispiel stiegen die Drogendelikte seit dem Berichtsjahr 1967 von 57 auf 42.610 im Berichtsjahr 2017 (Bundeskriminalamt 2017). Folgend den wirtschaftlichen Prinzipien von Angebot und Nachfrage entwickelten sich naturgemäß die illegalen Drogenmärkte. Diese zeigen sich als hoch effektive Verteilernetzwerke mit höchstem Bestreben nach Gewinnmaximierung. Die in den jeweiligen Ländern verschiedenen Verteilerstrukturen richten sich nach der Nachfrage der sich auf dem Markt befindlichen illegalen Suchtmitteln. Mit dem zunehmenden Vormarsch der Informationstechnologie und der sich dabei etablierten Kommunikationsgesellschaft ergaben sich auch im Bereich des illegalen Drogenhandels wesentliche Änderungen. Dies kann auch an Hand Österreichs Landschaft der Suchtmittelkriminalität beobachtet werden. 251 Gegen die Produktion, den Handel und den Schmuggel von illegalen Drogen werden von den Strafverfolgungsbehörden weltweit die verschiedensten Bekämpfungsstrategien angewandt. Art und Weise richten sich naturgemäß nach den lokal vorliegenden Bedrohungsszenarien, denen schon bald mit Bekämpfungsstrategien begegnet wurde. Die Grundsteinlegung der internationalen Drogenbekämpfung erfolgte im 20. Jahrhundert am 1. Februar 1909 in Shanghai mit der Gründung der „Internationalen Opiumkommission“ unter Beteiligung der Länder Deutschland, Vereinigte Staaten von Amerika, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Niederlande, Persien- heutiger Iran, Portugal, Russland und Siam (Großteil heutiges Thailand). Mit der im Jahre 1912 in Den Haag abgehaltenen internationalen Opiumkonferenz kam es dann tatsächlich zum ersten internationalen Abkommen im gesetzlichen Vorgehen gegen illegale Drogen (Internationales Opium-Abkommen 1912). Besonderes Augenmerk gebührt dem Faktum, dass die Drogenkriminalität als Wurzel der Organisierten Kriminalität bezeichnet werden kann. Eng verwoben zeigt sich die Drogenkriminalität mit den Deliktsfeldern der Gelwäsche und der Korruption. Weitere Berührungspunkte sind Terrorismusfinanzierung und illegale Waffengeschäfte. Als einen der ersten weltweit bekannt gewordenen Vertreter der „Organisierten Kriminalität“ ist Alphonse Gabriel - Al Capone - zu nennen. Obwohl sein Schwerpunkt nicht auf den Drogenhandel gerichtet war, wurde er in den Jahren 1919 - 1933 zum Symbol für die Organisierte Kriminalität (Bergreen 1996). Stellvertretend für viele international agierende Drogenhändler seien hier Marcos Arturo Beltrán-Leyva und Pablo Escobar erwähnt. Marcos Arturo Beltrán-Leyva (alias El Barbas) stieg innerhalb kürzester Zeit zum mächtigsten und grausamsten Boß eines mexikanischen Drogenkartells auf. Laut Schätzungen der US-Drogenbehörde Drug Enforcement Administration (DEA) wurden unter seiner Beteiligung im Zeitraum 1990-2008 mehr als 400 Tonnen Kokain und Heroin in die USA geschmuggelt. Der diesbezügliche Reingewinn wird mit 6 Milliarden Dollar beziffert (U.S. Department of State 2008). Pablo Emilio Escobar Gaviria war ein kolumbianischer Drogenhändler. Er wurde durch den von ihm erstmals in der Kriminalgeschichte praktizierten industrialisierten Drogenschmuggel zu einem der reichsten Menschen der Welt (Cañón 1994). Alphonse Gabriel - Al Capone -, Marcos Arturo Beltrán-Leyva und Pablo Emilio Escobar Gaviria stehen als ausgewählte Vertreter für den alteingesessen organisierten Drogenhandel unter Verwendung herkömmlicher Drogenmärkte mit tief verwurzelten Handels- und Verteilermechanismen. Christian Mader 252 Darunter zu verstehen sind die sich historisch und geografisch entwickelten typischen Drogenproduktionsländer und die daraus resultierenden Schmuggelrouten, sowie die sich in Anlehnung daran gebildeten organisierten Tätergruppierungen. Wesentlich scheint, dass die Form des Drogenangebotes – sowohl in ihrer Art als auch Auswahl – Auswirkungen auf den Drogenkonsumenten mit sich bringt. Die Herausforderung für die Strafermittlung findet sich naturgemäß im Nachweis des illegalen Drogenhandels. Risikoanalysen mit speziellen Parametern auf Risikoländern und Transportrouten waren dabei bislang nützliche Instrumente. Die sich über Jahrzehnte gefestigten Praktiken der Drogenhändler und Drogenhändlerinnen inklusive der geografisch bedingt festgelegten Schmuggelpfade boten und bieten nach wie vor gute Fundamente für eine effektive Strafermittlung. Grundsätzlich ist die Annahme gerechtfertigt, dass Kokain aus den südamerikanischen Ländern und Heroin und Opiatprodukte aus Zentralasien geschmuggelt werden. Zudem ist der Einfuhrschmuggel von Methamphetamin innerhalb Europas aus den Ländern Tschechien, Slowakei und Polen zu erwarten. In den Niederlanden, Belgien und Polen produzieren illegale Drogenlabore Ecstasy. In Anlehnung an die Fakten und die bestehenden Schmuggelrouten haben sich über die Jahre hinweg neben den internationalen Schmuggelaktivitäten nationale und regionale Drogenmärkte gebildet, deren spezielle Aufgabe es ist, die illegalen Drogen gewinnbringend an die Konsumenten weiter zu verkaufen. Die altbekannten, bislang am häufigsten konsumierten Drogen wie zum Beispiel Cannabisprodukte, Heroin, Kokain und Ecstasy wurden bislang im Wege des Straßenhandels und in diversen, zum Teil einschlägigen, Lokalen vertrieben. Die Erarbeitung von Bekämpfungsstrategien erfolgt unter Berücksichtigung des erstellten Gefahrenprofils eines jeweiligen Landes. Betrachtet man beispielgebend die Bedrohungslage Österreichs, so kommt man zu folgendem Ergebnis: Österreich zeigt sich hier als Konsum-, Transit- und Umschlagplatz für illegale Drogen und Sitz verschiedenster Tätergruppierungen und Verteilernetzwerken. Einfluss darauf haben die Präsenz der Balkan-Route, auf der Heroin- und Opiatprodukte ausgehend von Afghanistan nach und durch Österreich, sowie in entgegengesetzter Richtung Drogenausgangsstoffe geschmuggelt werden. Der internationale Flughafen Wien Schwechat dient darüber hinaus dem Einfuhrschmuggel von Kokain aus den südamerikanischen Ländern. Angrenzende Methamphetamin produzierende Länder und die Eigenproduktion von Cannabisprodukten prägen ebenso die Szene der österreichischen Suchtmittelkriminalität. Darknet-Märkte für Drogen als Herausforderung für die Strafermittlung 253 Fazit dieses Bedrohungsszenarios ist daher die strategische Ausrichtung der kriminalpolizeilichen Bekämpfungsstrategien. In Österreich fokussieren diese etwa auf die Schwerpunkte Balkan-Route und dem Internationalen Flughafen Wien Schwechat sowie auf die zunehmende Eigenproduktion von Cannabisprodukten. Verstärkte Kontrollmaßnahmen im Bereich der angrenzenden Nachbarländer Tschechien und Slowakei sollen dem Schmuggel von Methamphetamin entgegenwirken. Mit der Inbetriebnahme virtueller Handelsplattformen zum Vertrieb illegaler Drogen änderte sich das Bedrohungsszenario allerdings erkennbar. Die altbekannten, bislang am häufigsten konsumierten Drogen wie zum Beispiel Cannabisprodukte, Heroin, Kokain und Ecstasy, welche früher im Wege des Straßenhandels und in diversen teils einschlägigen Lokalen vertrieben wurden, konnten nun völlig anonym und scheinbar risikolos im Internet und auf Darknet-Plattformen verkauft und gekauft werden. Diese neue Form des Drogenhandels etablierte sich vor allem mit dem rapiden Auftreten von neuen psychoaktiven Substanzen, welche vorwiegend in China hergestellt wurden. Als zusätzliche neue Herausforderung stellte sich neben den virtuellen Drogenmärkten die als Zahlungsmittel verwendete virtuelle Währung ein. Neben einer Vielzahl dieser Währungen hatte sich „Bitcoin“ als die bekannteste und gebräuchlichste entwickelt. Ebenfalls zur neuen Herausforderung wurde nun aber das Erkennen der nunmehrigen Transportroute. Viele illegale Drogen nahmen jetzt ihren Weg nicht mehr über die herkömmlich bekannten Schmuggelrouten, sondern sie wurden mittels Post und privaten Post- und Paketdiensten versandt. Der sich beim herkömmlichen illegalen Drogenhandel sowohl für Dealende als auch für Konsumierende ausgesetzten Gefahr einer Strafverfolgung konnte man sich jetzt unter speziellen Voraussetzungen durch das Eintauchen in die Anonymität sehr leicht entziehen. Diese neue Begehungsform des illegalen Drogenhandels, die nun auch auf „klassische“ illegale Suchtmittel übergriff, machte plötzlich eine Neuausrichtung der Bekämpfungsstrategien von Strafverfolgungsbehörden und eine Sensibilisierung der Justizbehörden erforderlich. Bei einer Gegenüberstellung der herkömmlichen Verkaufsörtlichkeiten von illegalen Drogen mit den virtuellen Drogenhandelsplätzen im Internet und speziell im Darknet lässt sich sehr leicht die massive Reduktion des Gefahrenpotentials für Dealende und Konsumierende erkennen. Mussten Konsumierende früher die illegalen Drogen an Örtlichkeiten wie öffentlichen Straßen, Verkehrsmitteln, in einschlägigen Lokalen und Discotheken von ihnen nicht bekannten Dealern und Dealerinnen erwerben und sich daher der erheblichen Gefahr aussetzten, von der Polizei beim Verstoß gegen das Suchtmittelgesetz verhaftet zu werden, konnte man nun den Dro- Christian Mader 254 genkauf bequem und beinahe risikolos von zu Hause oder an öffentlichen Orten vom Computer aus durchführen. Ein zusätzlicher Anreiz des virtuellen Drogenmarktes wird durch die durchaus höhere Drogenqualität, die in den Internet-Shops und Darknet-Plattformen angeboten wird, geboten. Wie auch herkömmliche Bekämpfungsstrategien bedienen sich die neuen Methoden der internationalen Kommunikation und Netzwerkbildung. Die innovativen Ermittlungsstrategien zeigen sich aber in der Bildung von speziell zusammengesetzten Ermittlungsteams. War es früher alleine ein Drogenermittler bzw. eine Drogenermittlerin, die sich der Strafverfolgung widmeten, so sind es nun Teams von Drogenermittelnden, IT-Experten und Cybercrime-Ermittelnde, deren Zusammenwirken für eine effektive Strafermittlung sorgen. Bei der Wahl der kriminaltaktischen Maßnahmen spielen Größe und Einfluss der jeweiligen Bedrohungsszenarien eine wesentliche Rolle. Kriminalpolizeiliche Ermittlungen in den Jahren 2011 bis 2013 ermöglichten im Wege der Strafverfolgung eines Tatverdächtigen aussagekräftige Einblicke in die Komplexibilität und Tiefe des virtuellen Drogenmarktes. Unter dem Pseudonym „Pfandleiher“ agierte ein Drogendealer auf der virtuellen Darknet-Plattform Silk Road. Hochrechnungen von Ermittelnden zufolge könnte Pfandleiher in einem Zeitraum von etwa mehr als eineinhalb Jahren einen Betrag von 5,5 Millionen Euro erwirtschaftet haben. Freilich ist ein direkter Vergleich des Pfandleihers mit Drogenbossen wie etwa Alphonse Gabriel - Al Capone -, Marcos Arturo Beltrán-Leyva und Pablo Emilio Escobar Gaviria nicht zulässig. Doch ist ein Brückenschlag von einst und jetzt durchaus erkennbar. Fortlaufende Ermittlungen des Büros für Suchtmittelkriminalität im österreichischen Bundeskriminalamt zeigen, dass es sich bei hohen Umsätzen und Gewinnen keinesfalls um Einzelerscheinungen handelt. Wenngleich sich große Drogenkartelle nach wie vor der alteingesessenen Verteilungsmechanismen bedienen, so ist mit ständig steigenden Dealeraktivitäten im Internet und besonders im Darknet zu rechnen. Mit dem von der EU geförderten Projekt “Joint investigation to combat drug trafficking via the virtual market (darknet) within and also into the EU” versucht das Büro für Suchtmittelkriminalität im Bundeskriminalamt gemeinsam mit dem Projektpartner Deutschland diese neue Kriminalitätsform zu bekämpfen. Fest steht, dass mit dem illegalen Drogenhandel auf virtuellen Plattformen neuerlich Grenzen gefallen sind. Post- und Paketdienste rücken plötzlich in das Visier der Fahnder und Fahnderinnen. Heutzutage kommen die illegalen Drogen mit der Post. Die Brisanz dieses Transportmittels zeigt sich an Hand von Ermittlungserkenntnissen, wonach an einem europäischen internationalen Flughafen während eines Beobachtungszeitraumes Darknet-Märkte für Drogen als Herausforderung für die Strafermittlung 255 von knapp zweieinhalb Monaten 1000 Postsendungen mit Drogen sichergestellt wurden. Zusammenfassend darf das Resümee gezogen werden, dass die Besonderheit des illegalen Drogenhandels im Internet darin besteht, dass einerseits die Geschäftsanbahnung und Abwicklung nahezu völlig anonym auf virtuellen Plattformen mit virtuellen Zahlungsmitteln erfolgt, andererseits der Drogenschmuggel aber auch in der offline Welt vollzogen werden muss. Angepasst an diese Gegebenheit wurden die Ermittlungsmethoden und -strukturen verändert. Die neue Philosophie lautet daher, im Wege eines koplexen Ermittlungsgefüges zu agieren, in dem kriminalpolizeiliche Ermittler und Ermittlerinnen in der realen Welt gemeinsam mit Ermittelnden in der virtuellen Umgebung und Cyber Crime-Experten und -Expertinnen kommunizieren, akkordieren und koordinieren. Die heutige Herausforderung heißt: Den illegalen Drogenhandel im Netz zu erkennen, die Anonymität der Verdächtigen zu lüften, die gedealten Drogen sowie die virtuellen Geldflüsse nachzuweisen und sicherzustellen. Anlehnend an die explizit für den Drogenhandel im Internet bzw. Darknet angewandte Methode des Drogenversandes mittels Briefen und Pakten bedarf es neuer schlagkräftiger rechtlicher Instrumentarien, um eine notwendige effektivere Überwachung zu ermöglichen. Virtuelle Drogenmärkte haben sich als fixer Bestandteil des illegalen Drogenhandels etabliert. Es sind keine plausiblen Gründe erkennbar, wonach sich im Internet und hier speziell im Darknet agierende und sich in Sicherheit wiegende Drogendealende und Konsumierende zur Drogenbeschaffung wieder zurück auf die Straße begeben sollten. Weiterhin Bestand haben die großen Produktionsländer, welche über die geläufigen Schmuggelrouten illegale Drogen in großen Mengen von 100 kg und mehr in Bunkerländer transportieren. Von dort erfolgt unverändert ein Detailhandel zu kleineren Verteilerzentren, welche wiederum – je nach illegaler Droge und Örtlichkeit – diese im Wege des Straßenverkaufes oder im Darknet dealen. Literatur Bergreen, L (1996). Al Capone. Ein amerikanischer Mythos. Herbig: München. Bundeskriminalamt (2017). Lagebericht Suchtmittelkriminalität 2017, Wien Cañón, L. (1994). Pablo Escobar: Leben und plötzlicher Tod des Kokainkönigs. Berlin: Aufbau-Verlag. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction and Europol (EMCD- DA) (2016). EU drug markets report. In-Depth analysis, Luxembourg: EMCD- DA–Europol Joint publications, Publications Office of the European Union. Christian Mader 256 Internationales Opium-Abkommen (1912). 23. Januar 1912, Den Haag, In: http://w ww.eve-rave.net/abfahrer/download/eve-rave/int101.pdf (abgerufen am 15.5.2017). U.S. Department of State (2008). Narcotics Rewards Program: Marcos Arturo Beltran-Leyva, In: http://www.state.gov/p/inl/narc/rewards/133310.htm (abgerufen am 15.5.2017) Darknet-Märkte für Drogen als Herausforderung für die Strafermittlung 257

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Schlagworte

Drogenhandel, illegale Märkte, Kryptomärkte, Onlinekriminalität, Sucht, Drogenkriminalität, Darknet, Organisierte Kriminalität, Internet, Prävention, Regulierung

References
Bergreen, L (1996). Al Capone. Ein amerikanischer Mythos. Herbig: München. https://doi.org/10.1007/s001040050289
Bundeskriminalamt (2017). Lagebericht Suchtmittelkriminalität 2017, Wien https://doi.org/10.1515/9783110551280-010
Cañón, L. (1994). Pablo Escobar: Leben und plötzlicher Tod des Kokainkönigs. Berlin: Aufbau-Verlag. https://doi.org/10.1007/978-3-658-22277-2_8
European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction and Europol (EMCDDA) (2016). EU drug markets report. In-Depth analysis, Luxembourg: EMCDDA-Europol Joint publications, Publications Office of the European Union. https://doi.org/10.1017/s0790966700011770
Internationales Opium-Abkommen (1912). 23. Januar 1912, Den Haag, In: http://www.eve-rave.net/abfahrer/download/eve-rave/int101.pdf (abgerufen am 15.5.2017). https://doi.org/10.1007/978-3-642-78414-9_7
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Abstract

The chapters in this edited volume include a vibrant mix of scholars from political science, sociology, criminology, law, and practical experiences. This volume is the first of its kind in German-speaking countries addressing the complex issue of ‘drugs, darknet and organized crime’. The multidisciplinary approaches to the new phenomenon demonstrate that cryptomarkets poses a multi-layered challenge. Classical concepts like ‘organized crime’ need to be expanded and call for new explanatory approaches. Organisational structures of anonymous online drug markets must be reassessed. Likewise, the development of cryptomarkets has implications for drug policy regarding drug prevention, drug counselling, criminal investigation and the judiciary. Finally, the question arises how to best regulate both offline and online drug markets. In view of those challenges, the various contributions in this reader deal with actors, underlying structures and economic transactions on drug markets in the Internet.

With contributions by

Meropi Tzanetakis | Heino Stöver | Klaus von Lampe | Frank Neubacher | Anja P. Jakobi | Jasmin Haunschild | Gergana Bulanova-Hristova | Karsten Kasper | Andreas Zaunseder | Angus Bancroft | Gerrit Kamphausen | Bernd Werse | James Martin | Benjamin Löhner | Sandro Rösler | Christian Mader | Stefan Mey

Zusammenfassung

Die Beiträge dieses Bandes basieren auf politikwissenschaftlichen, soziologischen und kriminologischen Forschungserkenntnissen, juristischen Analysen sowie Erfahrungen aus der Praxis. Sie stellen die erste umfassende Publikation zur komplexen Thematik „Drogen, Darknet und Organisierte Kriminalität“ dar und beinhalten deutsch- und englischsprachige Beiträge. Die multidisziplinäre Ausrichtung macht deutlich, dass das neuartige Phänomen der anonymen Drogenmärkte im Internet eine vielschichtige Herausforderung darstellt. Klassische Konzepte wie das der „Organisierten Kriminalität“ müssen erweitert werden und benötigen neue Erklärungsansätze. Organisationsstrukturen auf Online-Drogenmärkten müssen neu analysiert werden. Ebenso hat die Entwicklung der Kryptomärkte drogenpolitische Implikationen und erfordert neue Angebote der Drogenprävention und -beratung sowie Ansätze der Strafermittlung und Justiz. Schließlich stellt sich die Frage nach einer möglichen Regulierung von Online-Drogenmärkten. Angesichts dieser Problemanzeige beleuchten die Beiträge dieses Sammelbandes AkteurInnen, strukturelle Gegebenheiten und ökonomische Transaktionen auf anonymen Drogenmärkten.

Mit Beiträgen von

Meropi Tzanetakis | Heino Stöver | Klaus von Lampe | Frank Neubacher | Anja P. Jakobi | Jasmin Haunschild | Gergana Bulanova-Hristova | Karsten Kasper | Andreas Zaunseder | Angus Bancroft | Gerrit Kamphausen | Bernd Werse | James Martin | Benjamin Löhner | Sandro Rösler | Christian Mader | Stefan Mey

Schlagworte

Drogenhandel, illegale Märkte, Kryptomärkte, Onlinekriminalität, Sucht, Drogenkriminalität, Darknet, Organisierte Kriminalität, Internet, Prävention, Regulierung