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Thorsten Thiel, Christian Volk (Ed.)

Die Aktualität des Republikanismus, page 1 - 8

1. Edition 2016, ISBN print: 978-3-8487-2122-1, ISBN online: 978-3-8452-6222-2, https://doi.org/10.5771/9783845262222-1

Series: Staatsverständnisse, vol. 89

Bibliographic information
S T A A T S V E R S T Ä N D N I S S E Die Aktualität des Republikanismus Thorsten Thiel Christian Volk (Hrsg.) Nomos Staatsverständnisse Herausgegeben von Rüdiger Voigt Band 89 Wissenschaftlicher Beirat: Klaus von Beyme, Heidelberg Wolfgang Kersting, Kiel Herfried Münkler, Berlin Henning Ottmann, München Walter Pauly, Jena Pier Paolo Portinaro, Torino Tine Stein, Kiel Ryuichiro Usui, Tokyo Pedro Hermilio Villas Bôas Castelo Branco, Rio de Janeiro Loïc Wacquant, Berkeley Barbara Zehnpfennig, Passau BUT_Thiel_2122-1.indd 2 17.05.16 10:04 Thorsten Thiel/Christian Volk (Hrsg.) Die Aktualität des Republikanismus Nomos ohne Titel!!!! BUT_Thiel_2122-1.indd 3 17.05.16 10:04 Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. ISBN 978-3-8487-2122-1 (Print) ISBN 978-3-8452-6222-2 (ePDF) 1. Auflage 2016 © Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2016. Printed in Germany. Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von Auszügen, der fotomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung, vorbehalten. Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier. © Titelbild: www.istockphoto.com BUT_Thiel_2122-1.indd 4 17.05.16 10:04 5 Editorial Das Staatsverständnis hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder grundlegend gewandelt. Wir sind Zeugen einer Entwicklung, an deren Ende die Auflösung der uns bekannten Form des territorial definierten Nationalstaates zu stehen scheint. Denn die Globalisierung führt nicht nur zu ökonomischen und technischen Veränderungen, sondern sie hat vor allem auch Auswirkungen auf die Staatlichkeit. Ob die „Entgrenzung der Staatenwelt“ jemals zu einem Weltstaat führen wird, ist allerdings zweifelhaft. Umso interessanter sind die Theorien der Staatsdenker, deren Modelle und Theorien, aber auch Utopien, uns Einblick in den Prozess der Entstehung und des Wandels von Staatsverständnissen geben, einen Wandel, der nicht mit der Globalisierung begonnen hat und nicht mit ihr enden wird. Auf die Staatsideen von Platon und Aristoteles, auf denen alle Überlegungen über den Staat basieren, wird unter dem Leitthema „Wiederaneignung der Klassiker“ immer wieder zurück zu kommen sein. Der Schwerpunkt der in der Reihe Staatsverständnisse veröffentlichten Arbeiten liegt allerdings auf den neuzeitlichen Ideen vom Staat. Dieses Spektrum reicht von dem Altmeister Niccolò Machiavelli, der wie kein Anderer den engen Zusammenhang zwischen Staatstheorie und Staatspraxis verkörpert, über Thomas Hobbes, den Vater des Leviathan, bis hin zu Karl Marx, den sicher einflussreichsten Staatsdenker der Neuzeit, und schließlich zu den Weimarer Staatstheoretikern Carl Schmitt, Hans Kelsen und Hermann Heller und weiter zu den zeitgenössischen Theoretikern. Nicht nur die Verfälschung der Marxschen Ideen zu einer marxistischen Ideologie, die einen repressiven Staatsapparat rechtfertigen sollte, macht deutlich, dass Theorie und Praxis des Staates nicht auf Dauer von einander zu trennen sind. Auch die Verstrickungen Carl Schmitts in die nationalsozialistischen Machenschaften, die heute sein Bild als führender Staatsdenker seiner Epoche trüben, weisen in diese Richtung. Auf eine Analyse moderner Staatspraxis kann daher in diesem Zusammenhang nicht verzichtet werden. Was ergibt sich daraus für ein zeitgemäßes Verständnis des Staates im Sinne einer modernen Staatswissenschaft? Die Reihe Staatsverständnisse richtet sich mit dieser Fragestellung nicht nur an (politische) Philosophen, sondern vor allem auch an Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften. In den Beiträgen wird daher zum einen der Anschluss an den allgemeinen Diskurs hergestellt, zum anderen werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse in klarer und aussagekräftiger Sprache – mit dem Mut zur Pointierung – vorgetragen. So wird auch der/die Studierende unmittelbar in die Problematik des Staatsdenkens eingeführt. 6 Mit dem Forum Staatsverständnisse wird Interessierten zudem ein Diskussionsforum auf der Website www.staatswissenschaft.de eröffnet, um sich mit eigenen Beiträgen an der Staatsdiskussion zu beteiligen. Hier können z.B. Fragen zu der Reihe Staatsverständnisse oder zu einzelnen Bänden der Reihe gestellt werden. Als Reihenherausgeber werde ich mich um die Beantwortung jeder Frage bemühen. Soweit sich dies anbietet, werde ich von Fall zu Fall bestimmte Fragen aber auch an die HerausgeberInnen der Einzelbände weiterleiten. Prof. Dr. Rüdiger Voigt 7 Inhaltsverzeichnis Thorsten Thiel/ Christian Volk Einleitung: Die Aktualität des Republikanismus 9 I. Der republikanische Staat: Institutionen und ihre Praxis Richard Bellamy Republikanismus, Rechte und Demokratie 19 Sebastian Huhnholz Von republikanischer Mächtebalance zu liberaler Verfassungstrinität? 45 Winfried Thaa Die Repräsentation von Differenz als Voraussetzung politischen Handelns 73 Marcus Llanque Der republikanische Bürgerbegriff 95 II. Themenfelder republikanischen Denkens Sabrina Zucca-Soest Individuum und Gemeinschaft im Republikanismus 127 Florian Weber Die öffentliche Sache als Herzensangelegenheit 157 Andreas Oldenbourg Ein republikanisches Selbstbestimmungsrecht der Völker 179 III. Traditions- und Rezeptionslinien republikanischer Theorie Daniel Schulz Die republikanische Tradition in Frankreich 209 Philipp Hölzing Republikanismus in Deutschland. Kant, Forster, Schlegel 229 8 Horst Mewes Ist eine liberale demokratische Republik möglich? Das Experiment der Vereinigten Staaten 259 IV. Republikanische Variationen: Aufnahmen republikanischen Denkens in der modernen Politischen Theorie Dorothea Gädeke Macht, Beherrschung und Demokratie. Vom Neo-Republikanismus zum kantischen Republikanismus 289 Emanuel Richter Radikaldemokratie und Republikanismus – der Ertrag aus einem verweigerten Erbe 317 Thorsten Thiel/ Christian Volk Republikanismus des Dissens 345 Die Autoren 371

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Abstract

In the last three decades one has witnessed a renaissance of republican theory. Its specific approach to political freedom and the debates about the de-politicizing effects of complex democracies have shown what current republican thinking is like, even under conditions of global governance and post-democracy. Republicanism has once more presented itself to be the most serious challenger to liberal political theory. This edited volume tracks this republican revival and sorts the many different strands of republican thinking into its current incarnations, thereby illustrating the timelessness of this political-theoretical tradition.

Zusammenfassung

In den letzten drei Dekaden ist es zu einer Renaissance des Republikanismus gekommen. Ein spezifisch republikanisches Freiheitsverständnis und die Debatte um entpolitisierende Wirkungen komplexer liberaler Demokratien haben sich dabei als in hohem Maße anschlussfähig an eine Vielzahl gegenwärtiger Diskurse - von Global Governance bis hin zu Postdemokratie – erwiesen. Das Verständnis von Republikanismus als einer modernen politischen Theorie wurde so weiter gestärkt und republikanische Ansätze gelten wieder als der zentrale Gegenspieler eines liberalen Staats- und Politikverständnisses.

Der Sammelband greift diese Renaissance auf und bietet einen für den deutschen Sprachraum bis dato fehlenden Überblick über Entwicklungstendenzen und Debatten im modernen republikanischen Denken. Er liefert eine Systematisierung von Ansätzen und Strömungen und erörtert die Leistungsfähigkeit republikanischer Theorie gerade mit Blick auf Gegenwartsfragen.

<b>Mit Beiträgen von: </b>

Richard Bellamy, Dorothea Gädeke, Philip Hölzing, Sebastian Huhnholz, Marcus Llanque, Horst Mewes, Andreas Oldenbourg, Emanuel Richter, Daniel Schulz, Winfried Thaa, Thorsten Thiel, Christian Volk, Florian Weber und Sabrina Zucca-Soest.