Reller Armin, Dießenbacher Joshena, Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? Wie Ressourcenstrategie vom Stoffverbrauch zum Stoffgebrauch führt in:

Michael von Hauff (ed.)

Nachhaltige Entwicklung, page 91 - 118

Aus der Perspektive verschiedener Disziplinen

1. Edition 2014, ISBN print: 978-3-8487-1584-8, ISBN online: 978-3-8452-5599-6, https://doi.org/10.5771/9783845255996_91

Series: Nachhaltige Entwicklung, vol. 6

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Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? Wie Ressourcenstrategie vom Stoffverbrauch zum Stoffgebrauch führt Armin Reller1 und Joshena Dießenbacher2 Einleitung Man könnte meinen, Francis Bacon würde frohlocken. Stellen Sie sich vor, der Wissenschaftler und Staatsmann säße dieser Tage in einem modernen Tagungssaal. Dank Fußbodenheizung ist es behaglich warm; und nur im Augenwinkel, durch die raumhohen Fenster, registriert der Engländer das tosende Unwetter draußen, das an den Bäumen reißt und Sturzbäche an Wasser ergießt. Am Rednerpult steht der niederländische Atmosphärenforscher Paul Crutzen. Der Mensch, sagt er, sei zur größten Naturgewalt auf Erden geworden und beeinflusse die Natur in nie gekannter Weise. Dieses Phänomen nennt er „Anthropozän“ (Crutzen, 2002). Francis Bacon (1561-1626), einer der Gründerväter der modernen Naturwissenschaften, diese legendenumwobene Figur der Wissenschaftsgeschichte, würde also möglicherweise frohlocken. Würde er? Für Bacon – geboren in ein Zeitalter, in dem die Menschen noch unermüdlich danach strebten, sich gegen die als übermächtig und rau empfundene Natur erwehren zu können – sollten Wissenschaft und Technik es ermöglichen „… die Ursachen des Naturgeschehens zu ergründen, die geheimen Bewegungen in den Dingen und die inneren Kräfte der Natur erforschen und die Grenzen der menschlichen Macht so weit auszudehnen, um alle Dinge zu bewirken“ (Bacon, 1997 [1626], zit. nach Stengel, 2013). Knapp 400 Jahre später kann die Menschheit letzteres von sich behaupten, denn sie hat tatsächlich viele Dinge bewirkt. Zum Beispiel die Ausdünnung der Ozonschicht (Ozonloch), die Erderwärmung, Luftver- 1. 1 Armin Reller ist Inhaber des „Lehrstuhls für Ressourcenstrategie“ an der Universität Augsburg und Vorstandssprecher des Wissenschaftszentrums Umwelt. 2 Joshena Dießenbacher ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Graduiertenkolleg „Ressourcenstrategische Konzepte für zukunftsfähige Energiesysteme“. 91 schmutzung und „saurer Regen“ oder die Verlandung des einst mächtigen Aralsees in Zentralasien. Auf solch einschneidende Veränderungen spielt der Nobelpreisträger Crutzen 2002 in seinem zwischenzeitlich prominenten Artikel „The Geology of Mankind“ (Crutzen, 2002) an, in dem er den Begriff des Anthropozäns prägte. Die menschliche Macht „alle Dinge zu bewirken“, sie ist so groß geworden, dass Francis Bacon seinen Wunsch heute vielleicht überdenken würde. Nun, da es offenbar so ist, täten wir gut daran, uns unseres Einflusses gewahr zu werden und unsere „Macht“ sinnvoll zu nutzen. Denn: Dass Macht und Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind, wissen wir nicht erst seit den Sonntagsreden der Politik. Und dennoch wird die globale Konsumgesellschaft dieser Verantwortung (noch) nicht gerecht. Es erscheint wie ein großes Paradoxon: Hat der Mensch sich seit der Aufklärung darum bemüht, einen Ausgang aus seiner „selbst verschuldeten Unmündigkeit“ (Kant, 1999 [1784]) zu finden, ist er nun, zwar hochtechnisiert, globalisiert und gewissermaßen fortschrittlich, in einer neuen Unmündigkeit angekommen. Diese Unmündigkeit bezieht sich auf den Alltag, den Lebensstil und die Güter und Produkte, mit denen er sich umgibt und die er ge- und verbraucht. Nennen wir es „stoffliche“ oder auch „Konsumenten-Unmündigkeit“ und definieren diese als das Phänomen, dass der durchschnittliche moderne Mensch kein oder wenig Bewusstsein hat für die Stoffe, die ihn umgeben. Dabei ist diese neue Art der Unmündigkeit Folge einer sich selbst beschleunigenden Ausdifferenzierung moderner Gesellschaften, denn durch globale Produktions- und Wertschöpfungsketten „bildeten sich vor allem in den letzten 20 Jahren hochgradig verzweigte Abläufe und eine komplexe Logistik heraus, welche die Bestimmung der materiellen Ursprünge – selbst für Experten – erschwert“ (Marschall, Meißner et al., 2013, S. 195). Armin Reller und Joshena Dießenbacher 92 Lebensstil, Konsum und Ressourcenverbrauch – warum wir Stoffgeschichten brauchen Im 20. Jahrhundert hat die weltweite Güterproduktion um das 40-fache zugenommen und damit eine schwindelerregende Dynamik erreicht3. Eine neue Hose, ein Edelstahl-Kaffeeautomaten oder ein LED-70-Zoll Fernseher sind nur ein paar Klicks entfernt. Den Möglichkeiten des „Shoppings“ und des länderübergreifenden Güteraustauschs sind spätestens seit dem Durchbruch des Onlinehandels um das Jahr 20004 keine Grenzen mehr gesetzt. Gekauft wird jederzeit und an jedem Ort, mit dem PC, dem Tablet oder dem Smartphone – spezielle „Shopping-Apps“ vereinfachen die Prozedere stetig. Allein in Deutschland stieg der Gesamtumsatz des Onlineund Versandhandels 2012 um 15,6 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro (Der Handel, 2013). Im Konkurrenzkampf gegen den stationären Handel bemühen sich Internethändler, noch schneller und damit attraktiver zu werden. Der US-amerikanische Online-Händler Amazon hat unlängst ein Patent angemeldet, Bestellvorgänge mittels Algorithmen errechnen und vor der eigentlichen Bestellung durch den Kunden einleiten zu lassen; daneben trägt sich der Handelsriese aktuell mit der Überlegung, zukünftig per Drohne liefern zu lassen. Science-Fiction-Szenen, in denen kleine und große Flugobjekte kreuz und quer durch die Luft fliegen, drängen sich in diesem Zusammenhang auf und erscheinen so gar nicht mehr phantastisch. 2. 3 Das dahinterstehende Infrastruktursystem (Schiene, Straße, Wasser, Luft) hat sich zu einem mächtigen und expansiven Megasystem entwickelt, dem der Verbraucher nur ab und an Aufmerksamkeit schenkt, wenn er sich etwa über die vielen Lkw auf der Straße ärgert. Die steigende wirtschaftliche Bedeutung allein der Kurier-, Express- und Paketbranche (KEP) zeigt sich auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt: 2012 waren fast 375.000 Menschen bei einem Kurier-, Express- oder Paketdienst beschäftigt (BIEK, 2013, S. 23, zitiert nach Holst und Singe, 2013). 4 Ein Meilenstein: 1994 wurde Amazon als Online-Buchhandel gegründet. Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 93 Abbildung 1: Zunehmende Materialvielfalt in Anwendungen (Quelle: Zepf/BP 2011) Abbildung 1 Fest steht: Wir sind umgeben von einer Unzahl an Produkten und Gütern, die uns gewollt oder ungewollt in globale Kontexte einbinden. Mit ihrer Herstellung haben Stoffmobilität und Stoffdiversifizierung in der Geo-, Bio- und Technosphäre historische Ausmaße angenommen (vgl.: Reller, 2013). Das bedeutet, dass die Anzahl der Elemente des Periodensystems, die in der Wirtschaft verarbeitet werden, stetig ansteigt (Abbildung 1). So hat sich nicht nur der Verbrauch von fossilen und mineralischen Rohstoffen in den vergangenen Dekaden vervielfacht, sondern der Naturverbrauch der Menschheit insgesamt. Einen Markstein in dieser Entwicklung stellen die 1980er Jahre dar: Seither werden mehr Ressourcen entnommen, als die Erde langfristig erneuern kann (Abbildung 2). Armin Reller und Joshena Dießenbacher 94 Abbildung 2: Naturverbrauch: 1999 hätte man schon 1,2 Erden gebraucht, um die verbrauchten Ressourcen zu regenerieren (Quelle: Meadows et al., 2009) Abbildung 2 Die globale Aluminiumproduktion veranschaulicht gut den steigenden Rohstoffverbrauch: Sie ist zwischen 1950 und 2000 um knapp 1000 Prozent gewachsen (Meadows et al., 2009, S. 9). Von der Coca-Cola-Dose und der Kaffee-Kapsel über den Jeansknopf bis hin zu Legierungen in der Fahrzeugtechnik wird das Leichtmetall in allen Bereichen der Technik und des Lebensalltags eingesetzt. Gemäß den Daten des United States Geological Survey beläuft sich die statische Reichweite5 des Aluminiumerzes Bauxit auf etwa 106 Jahre (USGS, 2013). Bei vielen Rohstoffen ist allerdings nicht die Reichweite problematisch, sondern vielmehr sind es Aspekte der Wertschöpfungskette wie die Umweltauswirkungen oder die sozialen und ethischen Hintergründe des Abbaus. Und letztlich muss die stofflich-biologische Dimension berücksichtigt werden: So kommt es in der Nutzungs- und Nachnutzungsphase stets zu Dissipation, der Feinverteilung eines Stoffes in der Biosphäre. 5 Die statische Reserve ist das Verhältnis der aktuellen Reserven zu der aktuellen Jahresförderung des jeweiligen Rohstoffs. Das Ergebnis besagt, wie viele Jahresverbräuche bei konstanter Förderung und fixen Reserven zukünftig gedeckt werden könnten (BGR, 2012, S. 32). Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 95 Am Beispiel von Titandioxid lässt sich besonders Ausmaß und Risiko der Dissipation eines Stoffes, der ursprünglich nur in der Geosphäre vorkommt, veranschaulichen. Titandioxid (TiO2) ist ein unbekannter Allrounder mit mannigfaltigen Anwendungen: Neben seiner Rolle als wichtigstes Weißpigment (Wandfarben) wird es unter anderem in kosmetischen Produkten (Sonnencreme, Zahnpasta) und in der Nahrungsmittelindustrie (aus optisch-ästhetischen Gründen, beispielsweise in der Haut von Salami) eingesetzt. Dementsprechend beeindruckend ist die Weltproduktion des Metalloxids: Die Herstellung der zwei wichtigsten Titanmineralien Ilmenit und Rutil belief sich 2010 auf rund 6,5 Millionen Tonnen. Riesige Mengen, die sich durch die Nutzung fein auf dem Planeten verteilen. Die Dissipation von nanoskaligem Titanoxid durch die Anwendung in Sonnencremes ist für jeden nachvollziehbar: Die Substanz gelangt ins Meerwasser, Duschwasser oder geht buchstäblich unter die Haut. Da der Effekt von Titanoxid auf das Mensch-Umwelt-System noch schwer einzuschätzen ist, erscheint der Dissipationsvorgang als in Kauf genommenes, also gewusstes Nicht-Wissen6 (vgl. zu Nichtwissen: Beck, 1996, Wehling, 2001 oder Böschen et al., 2004) und als riskante Praxis. Im Sinne eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen kommt es darauf an, die Menge an gewusstem und nicht gewusstem Nicht-Wissen zu reduzieren und durch solide Wissensvorräte zu ersetzen. Um sich als Konsument oder als Produktdesigner in der Komplexität der Materialien zurechtzufinden, um fundierte Entscheidungen im Sinne eines nachhaltigen Konsums zu treffen, hat ein Kreis von interdisziplinären Wissenschaftlern 6 Der Begriff des Nichtwissens findet seit etwa 20 Jahren große Aufmerksamkeit in der soziologischen Diskussion und befasst sich ausdrücklich auch mit wissenschaftlichem Nichtwissen. Ein berühmtes Beispiel für wissenschaftliches Nichtwissen ist die Entstehung und zu späte Entdeckung des „Ozonlochs“ (Wehling, 2001, S. 465). Beispiele für „gewusstes Nicht-Wissen“ sind Technologien wie Mobilfunk oder Gentechnik, die trotz noch immer vorhandener blinder Flecken in der Folgenforschung angewendet werden (Kastenhofer und Rust, 2005). Armin Reller und Joshena Dießenbacher 96 rund um den Lehrstuhl für Ressourcenstrategie und das Wissenschaftszentrum Umwelt das Instrument der Stoffgeschichten7 entwickelt. Das Besondere an diesem Konzept ist sein narrativer Ansatz. Erzählt wird der „Lebensweg“ der vielfältigen Stoffe, die Menschen tagein, tagaus ganz selbstverständlich und ohne zu hinterfragen in großen Mengen nutzen. Die Stoffgeschichte „verfolgt“ Stoffe beziehungsweise Produkte und ihre Materialien durch Raum und Zeit (Abbildung 3). „Stoffgeschichten zeichnen somit die großen Entwicklungslinien des Werdegangs von Stoffen nach und ermitteln die weltweiten Netzwerke menschlicher Interaktion, in welche Stoffe eingebettet sind“ (Marschall, Meißner et al., 2013, S. 196). Kulturelle, historische, geographische, wirtschaftliche, soziologische und materialwissenschaftliche Zusammenhänge fließen ebenso ein wie ganz konkret die Stationen der Wertschöpfungskette, der Nutzungsphase und der Nachnutzungsphase (Recycling, Dissipation). 7 Das Konzept wurde ursprünglich im Rahmen universitärer Ausbildung entwickelt und umgesetzt (Huppenbauer und Reller, 1996), anschließend im Wissenschaftszentrum Umwelt begrifflich weiterentwickelt (Böschen et al., 2004), in Ausstellungen (Staub 2005, CO2 2007, Stickstoff 2012), einer Buchreihe (Stoffgeschichten, oekom Verlag, München seit 2004) und der universitären Lehre erprobt sowie auf den betrieblichen (Reller et al., 2006) und schulischen Kontext (Schmidt et al., 2007) übertragen. Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 97 Abbildung 3: Schematische Darstellung einer Wertstoffkette und deren Auswirkungen in Raum und Zeit (Quelle: Reller/Zepf) Abbildung 3 Die Stoffgeschichte ist ein Instrument zur Analyse und zur Kommunikation, sie soll neben neuen Erkenntnissen vor allem auch Anregungen und Orientierungswissen für einen zukunftsfähigen Umgang mit Ressourcen liefern. Auch Experten in den verschiedensten Bereichen einer Wertschöpfungskette soll sie als Hintergrundwissen für die Praxis dienen. In der Buchreihe „Stoffgeschichten“ (oekom Verlag) sind bisher Staub, Aluminium, Milch, CO2, Kakao, Dreck, Holz und Kaffee erschienen. Auf Abwegen und auf der Suche nach neuen Stofftransformationen Das Steinzeitalter endete nicht, weil es keine Steine mehr gab. Und das Ölzeitalter wird enden, lange bevor der Welt das Öl ausgeht. James Canton, Institute for Global Futures8 3. 8 Zitiert nach Kaku 2012, S. 321. Armin Reller und Joshena Dießenbacher 98 Wenn es um Zukunftsfähigkeit geht, ist jene unseres Energiesystems von vordringlicher Bedeutung – das weiß, vor allem im Deutschland der Energiewende, beinahe jedes Kind. Denn damit unser (fossiles) Energiesystem zukunftsfähig wird, muss es dringend neu (postfossil) gedacht und umgestellt werden. Noch hängt die Menschheit am Tropf, an einem Infusionsbeutel mit einem Mix aus Öl, Erdgas und Kohle, den die Biosphäre in Jahrmillionen aus pflanzlichen und tierischen Überresten aufgefüllt hat – letztlich also uralte, gespeicherte Sonnenenergie. Zwischen 1950 und 2000 ist der Kohleverbrauch um rund 400 Prozent, der Erdölverbrauch um rund 700 Prozent gewachsen (Meadows et al., 2009, S. 9). Dass sich das ändern muss, ist weitgehend Konsens – und zwar nicht des Wissens um die Endlichkeit der Vorräte wegen, sondern vor allem ist es der anthropogene Klimawandel, der die ölsüchtige Weltgesellschaft in ihre Schranken weist und einen Wandel zum Sachzwang werden lässt. Die so genannte „Dekarbonisierung“ (vgl. WGBU, 2011), die postfossile Gesellschaft, die Low-Carbon-Society: Begriffe gibt es bereits viele für die angestrebte Umstrukturierung des Energiesystems. An den Technologien wird mit Hochdruck gearbeitet. Die Wahrscheinlichkeit ist daher nicht gering, dass dieser Paradigmenwechsel und die mit ihm angestoßenen Investitionen später einmal als Auslöser für den 6. Kondratjeff-Zyklus9 (dazu unter anderem von Hauff und Kleine, 2009) angesehen werden und die anderen Aspiranten wie beispielsweise Biotechnologie, Nanotechnologie oder Kernfusionsenergie hinter sich lassen. Motor des ersten Kondratjeff-Zyklus (1787 bis 1842) und der industriellen Revolution war bekanntlich die Erfindung der kohlebefeuerten Dampfmaschine. Aber 230 Jahre und viele Innovationen später ist auf dem energietechnologischen Entwicklungspfad eines gleich geblieben: fossile Primärenergieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) stillen den weltweiten Energiehunger, der allein zwischen 2000 und 2008 um 25 Prozent gewachsen ist, immer noch zu rund 80 Prozent (Wagner, 2011, S. 65). Der Anteil der Steinkohle am Weltprimärenergieverbrauch steigt sogar weiter. 2012 ist er um 2,5 Prozent gewachsen, wobei die Volksrepublik China mit rund 50 Prozent den größten Anteil hat (BP, 2013). 9 1926 beschrieb der russische Wirtschaftswissenschaftler Nikolai D. Kondratjeff (1892 – 1938) erstmals die Schwankungen der Weltkonjunktur als „lange Wellen“ (Kondratjeff, 1926). Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 99 Auf Abwegen: Fracking, Tiefseebohrungen, Agrotreibstoffe Wie wichtig der Sprung ins postfossile Zeitalter ist, zeigt sich tragisch-ironischerweise an den immer aufwendiger und umweltschädlicher werdenden Verfahren zur Gewinnung von Erdgas und Öl. Derzeit in Europa kontrovers diskutiert wird das Hydraulic Fracturing, bei dem Öl und Gas aus schieferartigem Sedimentgestein gepresst wird und das bedenkliche Folgen für die Umwelt hat (Umweltbundesamt 2012, S. 7). Während manche Investmentbanken Fracking nichtsdestotrotz als Revolution im Energiesektor preisen, haben etliche Verbraucher und Umweltschützer bedrohliche Bilder wie diese vor Augen: Jemand hält ein Feuerzeug unter eine Wasserleitung, es entsteht eine große Stichflamme – die plakative Schlüsselszene aus dem amerikanischen Dokumentarfilm „Gasland“, der 2010 in den Vereinigten Staaten für große Verunsicherung sorgte, indem er die Zuschauer auf eine Spurensuche nach Folgeschäden des dort massiv eingesetzten Frackings mitnahm. Ebenso als kritisch sind die nur mit großem Aufwand, technischen Risiken und gravierenden ökologischen Auswirkungen förderbaren Erdölvorkommen in großen Wassertiefen (Tiefbohrungen) zu bewerten. Vor der Küste des Bundesstaates Rio de Janeiro beispielsweise liegen in etwa 6000 Metern Tiefe unter gewaltigen Salzschichten große Ölfelder, deren Konzessionsrechte sich Shell, Total, zwei chinesische Staatskonzerne und die halbstaatliche brasilianische Ölgesellschaft Petrobras ersteigert haben. Medienberichten zufolge haben sich andere Bieter fern gehalten, weil „die Sache riskant und teuer ist“ (Fischermann, 2013). Weiter im Norden, in Kanada, geht es nicht weniger riskant zu: Dort wird die Ausbeutung der Athabasca-Ölsandminen in der Provinz Alberta, die als drittgrößter Ölvorrat auf der Erde gelten, vorangetrieben. Die Minen befinden sich in einem 149.000 Quadratmeter großen Gebiet, in dem der kanadische Urwald liegt. Ökologisch ist der Abbau unter anderem problematisch, weil Ölsande bis zu zehn Prozent aus Bitumen bestehen – der Begriff „Ölsande“ ist daher ein Euphemismus, eigentlich muss es „Teersande“ heißen. Um das Öl aus der Mischung zu lösen, wird der Ölsand mit heißem Wasser und Ätznatron vermischt. Am Ende bleibt eine Brühe mit Schwermetallen und anderen toxischen Stoffen, die in Becken gelagert wird. Darüber hinaus ist die Stoff- und Energie-Bilanz auch noch dürftig: Zwei Tonnen Ölsande sind nötig, um ein Barrel Rohöl zu gewinnen (Lux 2012, S. 26). Armin Reller und Joshena Dießenbacher 100 Ein weiterer zweifelhafter Weg, an „den Stoff“ zu kommen, ist das Ausweichen auf Agrotreibstoffe aus Biomasse. Die Vielfalt der zur Herstellung verwendeten nachwachsenden Rohstoffe ist groß: Ölpflanzen, Getreide, Zuckerrüben, Zuckerrohr, Wald- und Restholz, Holz aus Schnellwuchsplantagen, spezielle Energiepflanzen und tierische Abfälle. Noch vor ein paar Jahren als Rettung gepriesen, stehen Agrotreibstoffe inzwischen in zweifelhaftem Ruf. Die Produktion wird dafür verantwortlich gemacht, Hunger, Landspekulationen und Raubbau an der Natur zu verursachen (dazu Smith, 2013). In einem Dokument der Weltbank, das 2008 an die Öffentlichkeit gelangte, wird die Produktion von Biotreibstoff zu Dreivierteln für den Anstieg der Grundnahrungsmittelpreise verantwortlich gemacht, der sich zwischen 2002 und 2008 auf 140 Prozent belaufen haben soll (Mitchell, 2008). 2011 lag die Produktion von Agro-treibstoffen bei rund 100 Milliarden Litern. Schätzungen zufolge werden dafür etwa vier Prozent der weltweiten Ackerfläche benötigt, Tendenz steigend. Phosphor: Ausreichende Vorkommen, aber… Der verstärkte Anbau von Ölpflanzen trägt zum wachsenden Verbrauch von mineralischem Phosphatdünger bei. Phosphor wird aus Phosphatgesteinen wie Apatit oder Phosphorit gewonnen; die bedeutendsten Lagerstätten befinden sich mit zwei Dritteln der Weltreserven in Marokko. Phosphor ist nach Stickstoff als meist verwendeter Dünger10 der Welt von großer Bedeutung für die globale Nahrungsmittelsicherheit. Dennoch geht uns der Phosphor, anders als in etlichen Medienberichten der Eindruck entsteht11, noch nicht ganz so schnell aus. Gemäß den Daten von USGS reichen die Reserven noch mindestens 300 Jahre (USGS, 2013 b). Derzeit liegt die globale Jahresproduktion (siehe Abbildung 5) bei rund 220 Millionen Tonnen Phosphatgestein. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Berechnungen über Reserven ständig einer Neubewertung unterliegen. 10 Phosphorverbindungen finden sich in den Trägermolekülen der Erbinformation aller Lebewesen, sie sind notwendig für den Energiestoffwechsel von Zellen und für eine Vielzahl anderer biologischer Vorgänge. 11 Zum Beispiel die Schlagzeile „Am Phosphor hängt das Schicksal der Menschheit. Doch schon bald könnte es knapp werden“ (Die Welt, 2013). Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 101 Abbildung 4: Produktionsmenge und Preis von Phosphatgestein seit 1900 (Quelle: Hutner, 2013 nach USGS) Abbildung 4 Bedenklicher als die vermeintliche Knappheit ist, dass die Nutzung von Phosphatdünger ernsthafte Umweltschäden verursacht. Phosphate sind in der Regel mit den Schwermetallen Uran und Cadmium belastet, die durch Düngung in die Biosphäre gelangen. Überdies führt Überdüngung zur Eutrophierung (Nährstoffüberschuss, vgl. Abbildung 4) der Gewässer: Denn wenn mehr Phosphor im Boden enthalten ist, als dieser aufzunehmen vermag, kann es zur Auswaschung des Elements mit dem Niederschlag kommen (vgl. Hutner, 2013). Im schlimmsten Fall kippen dann die Gewässer, also verwandeln sich in eine toxische Umwelt für Lebewesen. Andererseits: Ohne Phosphor wäre das Bevölkerungswachstum seit Beginn der Industrialisierung nicht denkbar gewesen und auch in Zukunft brauchen wir ihn, um eine weiter anwachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Wichtig ist daher eine effiziente Phosphornutzung sowie insbesondere die Förderung von Verfahren zur Phosphorrückgewinnung durch Re- Armin Reller und Joshena Dießenbacher 102 cycling- und Reprocessingverfahren, wie sie die 2013 gegründete „Deutsche Phosphorplattform12“ verfolgt. Abbildung 5: Weltweite Süßwassereutrophierung (Quelle: Hutner, 2013) Abbildung 5 Low Carbon Society: nicht ohne seltene Metalle! Die angedeuteten Ab- und Umwege in der Energieversorgung haben gezeigt, dass der Weg zu einer Low Carbon Society noch relativ weit ist. Große Transformation (vgl. WGBU, 2011 b) nennt der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltfragen (WGBU) den als dringend notwendig erachteten Strukturwandel der fossilen Gesellschaft, für dessen Gelingen ein „Weltgesellschaftsvertrag für eine klimaverträgliche und nachhaltige Weltwirtschaftsordnung“ erforderlich sei (ebd., S. 2). Aus der Perspektive der Soziologie wiederum ist das Ganze so etwas wie ein „epistemischer Segen“: „Die Chance, einen derart radikalen Umbruch der modernen Gesellschaft in situ zu beobachten, ergibt sich nicht allzu oft“, 12 Hinter der Deutschen Phosphor-Plattform steht die Fraunhofer-Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS (siehe: http://www.deutsche-p hosphor-plattform.de/). Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 103 sagte der Techniksoziologe Johannes Weyer 2008 beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (Weyer, 2010, S. 385). Im Schlepptau des Diskurses über die Low-Carbon-Society vollzieht sich ein anderer Zeitenwandel: Der Verbrennungsmotor soll abgelöst werden durch den Elektromotor. Bahnbrechend ist das insofern, weil das Regime des Verbrennungsmotors für über ein Jahrhundert das Mobilitätsparadigma der modernen Gesellschaft war. Dies ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie scheinbar versteinerte Regime und Pfade durch technische Innovationen und Wandlungen des sozio-kulturellen Kontextes (z. B. durch externe Schocks wie den Klimawandel) ins Wanken geraten können (vgl. Weyer, 2008, S. 385). Wie schnell der Verbrennungsmotor tatsächlich vom Elektromotor abgelöst wird, ist derzeit jedoch schwer abzuschätzen. Einerseits spielen hier die Akzeptanz der Verbraucher und der Ehrgeiz der Autoindustrie eine große Rolle. Vor allem aber weist das Elektrofahrzeug gegenüber dem verbrennungsmotorgetriebenen Fahrzeug noch deutliche Nachteile im Bereich Reichweite und Kosten auf, was beides mit den benötigten Batterien zusammenhängt. Derzeit wird an Speichertechnologien gearbeitet, die eine ausreichende Nutzungsdauer garantieren können und idealerweise auch bezahlbar sind. Von größter Bedeutung sind dabei die benötigten Rohstoffe wie Lithium (s.u.) für Speichertechnologien oder auch Platin für Brennstoffzellen13. Insofern wird im Bereich Verkehrsmobilität sozusagen die Abhängigkeit von Kohlenstoffverbindungen (Benzin) gegen die von Metallen ausgetauscht und der Ausstoß von CO2 gegen (einen womöglich aggressiveren) Bergbau und die damit einhergehenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Die Umstellung der Energiesysteme, wie sie in Deutschland mit der Energiewende begonnen wurde, hat auf der stofflich-technischen Ebene, im Schnittbereich zwischen Geo- und Technosphäre, vor allem eines zur Folge: die Entwicklung von Technologien zur Erzeugung und Speicherung von Energie und damit einen enormen Bedarf an Funktionswerkstoffen und Metallen. Wie die Mobilitäts-, Informations- und Kommunikationstechnologien sind auch die Energietechnologien auf seltene Metalle mit ihren spezifischen chemisch-physikalischen Eigenschaften angewiesen. Die wachsende Produktion von Autokatalysatoren, Flugzeugturbinen, 13 Die Energiedichten von Brennstoffzell-Systemen liegen deutlich über den heute und in absehbarer Zukunft mit Lithium-Systemen erreichbaren Energiedichten (Fraunhofer ISI, 2012, S. 7). Armin Reller und Joshena Dießenbacher 104 Flachbildschirmen, Mobiltelefonen oder Photovoltaikanlagen hat auch die Nachfrage nach diesen Metallen in den vergangenen Jahren stark ansteigen lassen (vgl. SATW, 2010). Aber was sind eigentlich seltene Metalle? In der Wissenschaft und in der Industrie gibt es keine Übereinkunft und keine Liste, auf der stünde, welche Metalle zu den seltenen zählen und was diese wiederum unterscheidet von den so genannten strategischen oder kritischen Metallen (dazu der Überblick von Reller und Zepf [o.J.]). Es existiert allerdings eine geochemische Definition, nach der die Metalle selten sind, deren Konzentration in der Erdkruste nicht höher ist als 0.1 Gewichtsprozente14 (Skinner, 1979). Zu den seltenen Metallen zählen beispielweise Gallium, Indium, Iridium, Palladium, Rhenium, Rhodium, Ruthenium oder einige Metalle aus der Gruppe der Seltenerdmetalle. Auch der deskriptive Begriff Technologiemetalle wird in diesem Zusammenhang gerne verwendet (dazu Hagelüken, 2013). Damit wird klar: Die Menschheit ist zunehmend abhängig von Ressourcen, die irgendwo in der Geosphäre dieses Planeten in Minen lagern; sie holt sie aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen heraus und verteilt sie in der Techno- und Biosphäre. Da stellt sich die Frage: Wie weit reichen diese Ressourcen?15 Und: Wie damit umgehen, dass viele wichtige Ressourcen in nur einigen wenigen Ländern lagern, was deren Regierungen und Wirtschaft zu mächtigen Monopolisten macht? Die Antworten auf diese Fragen sind in der Fachdisziplin Ressourcenstrategie zu finden. Mit Ressourcenstrategien den Herausforderungen des Wandels begegnen Mit einer vorausschauenden Ressourcenstrategie sollte es gelingen, einerseits die für humane Lebensbedingungen essentiellen Ressourcenströme 4. 14 Die 12 häufigsten Elemente summieren sich auf rund 99 Prozent Gewichtsanteil an der Erdkruste. Auf die restlichen 76 Elemente des Periodensystems entfallen also nur knapp ein Prozent. Silicium beispielsweise hat einen Anteil von rund 27 Prozent, Natrium von rund 3 Prozent. 15 Quantifizierte Reserveangaben von Rohstoffen, wie beispielsweise die Angaben vom United States Geological Survey (USGS), sind nie als absolut zu verstehen. Reserven werden als statisch betrachtet und folglich kommt es stets zu Fehlinterpretationen. Die Kennziffer ist „nur eine rechnerische Momentaufnahme eines sich dynamisch entwickelnden Systems“ (Becker-Platen und Wellmer, 1999, S. 115). Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 105 zu ermitteln und vor allem deren komplexe Dynamik zu antizipieren. Andererseits sollte diese Ressourcenstrategie mit Hilfe des Instruments der Stoffgeschichten fähig sein, Risiken, die kurz- bis langfristig auf uns zukommen, zu identifizieren, entsprechend alternative Problemlösungsansätze zu erarbeiten und hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit zu bewerten (Reller, 2013, S. 126). Damit dieses anspruchsvolle Unterfangen gelingt, muss anhand eines Katalogs gewichtender relevanter Kriterien überprüft werden, ob bestehende Ressourcennutzungen sinnvoll weitergeführt werden können und ob innovative Ressourcennutzungen überhaupt machbar und zukunftsfähig sind. Daraus ergibt sich das Bewertungsinstrument der Kritikalität, bei dem ein Set von quantitativen und qualitativen Kriterien für die Machbarkeit, Nutzbarkeit und Zukunftsfähigkeit von Wertschöpfungsketten herangezogen wird. So wird unter anderem analysiert: • die geologische Verfügbarkeit und die technische Abbaufähigkeit, • die Konzentration des zu fördernden Metalls, • das Auftreten von Begleitmetallen (sind sie toxisch oder radioaktiv?), • die sozialen und auch ökonomischen Rahmenbedingungen, • die Umweltauswirkungen16, • die Dissipation, • die geopolitischen Rahmenbedingungen. Am Beispiel der Seltenerdmetalle17 wird deutlich, wie bedeutend die geopolitischen Rahmenbedingungen des Rohstoffabbaus sind. Die Seltenerdmetalle werden zu aktuell mehr als 90 Prozent in der Volksrepublik China gefördert und raffiniert (dazu Reller und Zepf, 2011). China konnte die begehrten Metalle über lange Zeit sehr kostengünstig anbieten, vor allem weil auf die Umweltbelastungen kaum Rücksicht genommen werden musste. Seit ein paar Jahren ändert sich das: Die Chinesen beginnen, Umweltauflagen einzuführen und drosselten die Ausfuhr. Der Weltmarkt hat die Monopolstellung deutlich zu spüren bekommen. Seither hat die For- 16 In vielen Billiglohnländern, in denen unter laxer Handhabung der Umweltgesetze und belastenden Arbeitsplatzbedingungen möglichst kostengünstige Zwischenprodukte gefertigt werden, kommt es zu katastrophalen sozialen Auswirkungen und immenser Belastung der Ökosysteme. 17 Zu den Seltenerdmetallen gehören die Elemente Scandium, Yttrium und Lanthan der 3. Nebengruppe des Periodensystems sowie die so genannten Lanthanoide wie beispielsweise Cer, Neodym oder Praseodym (Hollemann und Wiberg 1995, S. 1775). Einen profunden Einblick über Lagerstätten und Anwendungen bietet Volker Zepf (2013). Armin Reller und Joshena Dießenbacher 106 schung an Recyclingmethoden und Substituten für seltene Metalle einen starken Auftrieb erfahren. Welche Metalle für welche Technologiepfade benötigt werden, soll im Folgenden zur Veranschaulichung in einem kleinen Überblick dargestellt werden: Exkurs 1: Silber – Solarzellen, Katalysatoren, Lötmittel u. v. m. Das Edelmetall Silber findet aufgrund seiner guten Leitfähigkeit vielfältige Anwendungen wie zum Beispiel in Katalysatoren, leitfähigen Chips, Lötmittel oder in Solarzellen. Mit ihrem beträchtlichen Silberverbrauch hat sich insbesondere die Solarindustrie in den letzten Jahren zu einem wichtigen Akteur auf dem Weltsilbermarkt entwickelt. Es gibt in der Photovoltaik-Technologie mehrere etablierte Systeme. Die erzielbaren Wirkungsgrade differieren zwischen etwa zehn bis 25 Prozent, wobei 25 Prozent nur mit Gallium-Arsenid-Dünnschichtzellen erreicht werden. Die häufigsten PV-Systeme sind Dünnschichtmodule auf Basis von amorphem Silizium, Dünnschichtmodule auf Basis von Cadmiumtellurid sowie Solarzellen aus kristallinem Silizium. Abbildung 5: Wirkungsgrade und Preis von PV-Systemen (Quelle: Zepf18) Wirkungsgrade (durchschnittlich) Durchschnittliche Marktpreise Sept. 2013 (März 2010) [€/Wp] Kristallines Silizium 14 – 20 % 0,58 (1,50) Module aus China 0,74 (1,95) Module aus Deutschland CdTe – Dünnschicht ca. 11 % 0,58 (1,57) Amorphes Silizium – Dünnschicht ca. 8 % 0,35 (1,25) 18 Nach http://www.pvxchange.com und First Solar 2013, noch nicht veröffentlicht. Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 107 Für fast alle kristallinen PV-Module ist Silber ein wesentlicher Bestandteil, der die erzeugte elektrische Energie von der Zelloberfläche ableitet. Da die Produktion von PV-Systemen seit 2008 rasant ansteigt, nimmt auch der Bedarf der Branche an Silber zu. Aktuell verbraucht die PV-Industrie rund 1500 Tonnen Silber (Wirth, 2014, S. 72). Seit der Preis für Silber 2011 auf knapp 50 Dollar pro Feinunze gestiegen ist, gibt es Debatten um die Versorgungssicherheit, weshalb in der Solarindustrie Kupfer als Substitut im Gespräch ist. Bei einer geschätzten Silber-Jahresproduktion von 24.000 Tonnen 2012 und ebenfalls geschätzten 540.000 Tonnen Reserven ergibt sich eine theoretische Reichweite von rund 22 Jahren (USGS, 2013 f). Exkurs 2: Kupfer – Münzen, Elektrische Leiter, Kunsthandwerk u. v. m. Kupfer ist nicht nur das Metall der Moderne, es war auch schon das Metall der Antike. Weil es leicht zu verarbeiten ist, wurde das Schwermetall schon von den ältesten bekannten Kulturen verwendet. So gilt das Römische Reich mit einer geschätzten Jahresproduktion von 15.000 Tonnen als größter vorindustrieller Kupferhersteller (Boutron, Candelone et al., 1996, S. 247). Auch heute ist es aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken, vor allem in seiner bekanntesten Anwendung als elektrischer Leiter. Außerdem ist es unter anderem ein wichtiges Spengler- und Sanitärmaterial oder wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften ein beliebter Werkstoff in öffentlichen Gebäuden. Kupfer-Lagerstätten sind auf der ganzen Welt verteilt, über die größten Vorkommen verfügen aber Chile, Australien und die USA. 2012 hat Chile mit rund fünf Millionen Tonnen den größten Teil an der Weltmarktproduktion von etwa 17 Millionen Tonnen gestellt (USGS, 2013 e). Die Reserven schätzt das USGS auf etwa 680 Millionen Tonnen, was eine theoretische Reichweite von zirka 40 Jahren bedeutet. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Rohstoffpolitik der Volksrepublik China, die über vergleichsweise durchschnittliche Kupferreserven verfügt. Als aufstrebendes Land und (seit 2014) größte Handelsnation der Erde benötigt es für Infrastruktur- und Bauprojekte sowie generell für die Industrie enorme Mengen an Kupfer – neben anderen Rohstoffen. Aus diesem Grund haben sich die Chinesen spätestens seit dem Jahr 2000 im rohstoffreichen Ostafrika und insbesondere im afrikanischen Kupfergürtel Armin Reller und Joshena Dießenbacher 108 „eingekauft“ – und eine neue Phase des Postkolonialismus eingeläutet, nämlich eine nicht ideologische. „Der Deal ist immer der gleiche: Rohstoffe gegen Infrastruktur. Wie das im Detail funktioniert, kann man im Kongo studieren. Dort wurde im September 2007 ein Megadeal abgeschlossen. Auf nur sieben Seiten wurde vertraglich fixiert, dass der Kongo zehn Millionen Tonnen Kupfer und 600.000 Tonnen Kobalt liefert und China im Gegenzug für neun Milliarden Dollar Infrastruktur baut – 3400 Kilometer befestigte Straßen, 3215 Kilometer Bahnlinien, 31 Krankenhäuser, 2 Flughäfen“, schreibt das ManagerMagazin 2013 über die chinesische Afrika-Offensive (Hirn, 2013). Exkurs 3: Seltenerdmetalle – Handys, Notebooks, Windräder u. v. m. Die Seltenerdmetalle (Rare Earth Elements REE) haben in den vergangenen Jahren einen derartigen Boom erlebt und sind so häufig in den Medien verhandelt worden, dass mittlerweile sogar schon der Durchschnittsbürger davon gehört hat. Wirklich selten sind die 17 Metalle dieser Gruppe allerdings nicht, vielmehr geht die Bezeichnung auf die Entdeckung dieser Elemente 1787 zurück. Selten bedeutete damals verwunderlich oder seltsam – und so empfand ein Leutnant der schwedischen Armee das Erz, das er auf einer schwedischen Insel entdeckte. Aufgrund ihrer besonderen chemischen und physikalischen Eigenschaften werden die REE in vielen Schlüssel- und Zukunftstechnologien eingesetzt. Europium beispielsweise wird als roter Leuchtstoff in TV-Bildschirmen verwendet. Besonders gefragt sind die REE als Bestandteile von Magneten, die bei geringer Größe besonders leistungsstark sind. Diese Neodym-Eisen-Bor-Magnete werden in vielen Technologien eingesetzt, vom Vibrationsmotor in Mobiltelefonen über Elektromotoren bis hin zu Schiffsantriebsmotoren und Windrädern. Schätzungsweise 80 % der gegenwärtigen globalen Förderung von Neodym finden in der größten Seltenerdmine in Bayan Obo in der Volksrepublik China statt. Sie ist umgeben von kilometerlangen Schlackeseen, die nicht nur toxisch sind, sondern auch hochriskant, da bei der Gewinnung von seltenen Erden aus dem Mineral Monazit die Gefahr der Freisetzung von radioaktivem Thorium besteht. Infolgedessen kämpft beispielsweise die Firma „Lynas“ in Malaysien um die Anerkennung ihrer Raffinerie, in der radioaktive Stoffe anfallen. Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 109 Bis 2013 war die REE-Angebotslage auf dem Weltmarkt durch China als Monopolisten geprägt, nicht zuletzt wegen der damit einhergehenden Probleme (s. o.) sind aktuell eine Reihe von Abbauprojekten, beispielsweise in Südafrika, Kanada, Indien und Russland, geplant. In Australien hat um die Jahreswende 2012/2013 bereits ein neues REE-Bergwerk eröffnet. 2012 wurden weltweit gemäß den Daten von USGS 110.000 Tonnen REE abgebaut, die Reservebasis liegt demzufolge bei 110 Millionen Tonnen, von denen die Hälfte in China lagert (USGS, 2013 c). Exkurs 4: Lithium – Smartphones, Notebooks, E-Mobile u. v. m. Lithium wurde bisher hauptsächlich in der Glaskeramikindustrie eingesetzt, außerdem bei Schmierfetten und in Batterien. Gerade im Bereich Batterieproduktion erfährt das Leichtmetall aufgrund seiner spezifischen chemischen Eigenschaften aktuell einen immensen Bedeutungszuwachs. Die erhöhte Nachfrage nach wieder aufladbaren Batterien für tragbare Geräte wie Smartphones, Notebooks oder Tablets hat die globale Lithiumproduktion 2012 stark ansteigen lassen. Da auch die Elektromobilität für wieder aufladbare Batterien viel Lithium benötigt, wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage zukünftig weiter wächst (USGS, 2013 d). Bedeutende Lithium-Lagerstätten befinden sich in den USA, Australien, Chile, Bolivien, China, Zimbabwe, Portugal, Argentinien und Brasilien. Allerdings verfügt Chile mit über 70 Prozent über die größten Vorkommen (ebd.). Die Weltjahresproduktion von Lithium lag 2012 bei 37.000 Tonnen (2006: knapp 26.000 Tonnen) (ebd.). Wir machen mobil – aber nicht ohne Kreislaufwirtschaft Das Wirtschaftssystem, wie wir es heute kennen, erfährt seit seiner Entstehung seinen wichtigsten Impuls durch die Mobilisierung von Stoffen und Gütern. Seit die Erfindung der Eisenbahn in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts den schnellen Nachschub an Kohle und Rohstoffen sowie den Transport von Waren ermöglichte, ist der Prozess der allumfassenden Mobilisierung ohne Pause vorangeschritten. Heute, im Zeitalter des globalen Handel(n)s, in dem Stoffe, Menschen und Informationen in höchstem Maße mobil sind, ist dieser Prozess an sei- 5. Armin Reller und Joshena Dießenbacher 110 nem vorläufigen Höhepunkt angelangt – und steht gleichzeitig vor einer Zäsur beziehungsweise Umdeutung. Denn die Dematerialisierung von Information ist nur eine scheinbare, vielmehr ist der Ressourcenverbrauch mit der damit einhergehenden Nachfrage nach entsprechenden Sende- und Empfangsgeräten immens angestiegen. Gleiches gilt für die Mobilität. Das Verkehrsaufkommen zu Lande, zu Wasser und in der Luft nimmt kontinuierlich zu. Und selbst, wenn die Ablösung des Verbrennungsmotors bevorsteht, so sind doch auch alternative Antriebssysteme energie- und materialintensiv. Kennzeichnend für die Smartphone-Industrie etwa ist ein extrem schneller Produktzyklus; viele Verbraucher folgen dem vorhandenen Angebot und erwerben im jährlichen Rhythmus das neueste Gerät auf dem Markt. Das schlägt sich in Zahlen nieder: 2013 machte das Segment Telekommunikation die Hälfte des weltweiten Markts für Informations- und Kommunikationstechnologie aus (Bitkom, 2013). Der Absatz von Smartphones in Deutschland lag 2012 bei rund 16 Millionen Stück, der Umsatz bei etwa fünf Milliarden Euro (Bitkom, 2012). Das Smartphone ist jedoch nur ein Teilaspekt eines Phänomens, das deutlich gewaltigere Dimensionen hat und das wir „Popularisierung der Gerätschaften“ nennen. Es meint sowohl die kurzen Innovationszyklen als auch das explosionsartige Wachstum im Bereich Unterhaltungselektronik in den vergangenen zehn Jahren. Es hat sich gezeigt, dass die Miniaturisierung gerade von Gerätschaften wie Mobiltelefonen, Kameras und Laptops zwar eine Reduzierung des Materialverbrauchs pro Einheit, also an sich eine effizientere Ressourcennutzung, mit sich bringen. Dieser positive Effekt wird jedoch durch einen Rebound-Effekt zunichte gemacht, da riesige Stückzahlen in der Summe zu einem höheren Ressourcenverbrauch führen (dazu Santarius, 2012). Ein sekundärer Rebound-Effekt kann dann beobachtet werden, wenn technologiebedingt extrem reine Materialien benötigt werden (vgl. Reller, 2013, S. 185). Durch die Popularisierung von Konsumgütern kann man nun von einem tertiären Rebound-Effekt sprechen. Das bedeutet: Die Ausbeutung der primären Ressourcen steigt weiter an, die Qualität der eingesetzten Stoffe wird spezifischer, diversifizierter und energieintensiver und die Dissipation strategischer Ressourcen durch deren rasante weltweite Verteilung beschleunigt sich (ebd.). In einem Smartphone beispielsweise sind rund 40 verschiedene Metalle verbaut – von Kobalt über Tantal, Seltenerdmetalle, Kupfer oder Nickel bis hin zu Silber und Gold. Zwar befinden sich in einem einzelnen Handy Reichen die Ressourcen für unseren Lebensstil? 111 nur wenige Milligramm seltene Metalle, dennoch ist es in der Summe viel. Denn: In einer Tonne Althandys befindet sich mehr Silber, als in einer Mine aus einer Tonne Erz herausgeholt werden kann (durchschnittlich 250 Gramm pro Tonne abgebautem Gestein). Das so genannte Urban Mining, die Nutzung von Sekundärrohstoffen, ist mittlerweile in vielen Fällen ertragreicher als das „primäre“ Mining. Es ist also an der Zeit, Mobilisierung weiter zu fassen – im Sinne einer Kreislaufwirtschaft, die es versteht, bereits freigesetzte Ressourcen „mobil“ zu halten, mit anderen Worten: auf intelligente Weise wieder und weiter nutzbar zu machen. Ein Umdenken im Umgang mit Ressourcen, das vom Verbrauch zum Gebrauch führt, ist angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und endlichen Ressourcen von größter gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Bedeutung. Das Ziel muss sein, gegenwärtige und zukünftige Ressourcenverfügbarkeit durch Ressourcenschonung, Effizienzsteigerung und Kreislaufwirtschaft sowie unter der Maßgabe von Verteilungs- und Generationengerechtigkeit sicherzustellen. Die kulturelle (Wieder-) Aneignung natürlicher Kreislaufprozesse ist vermutlich eine der größten Herausforderungen der hochtechnisierten Moderne. Die Liste der „Aufgaben“ jedenfalls ist lang: Technische und konsumtive Prozesse und Produkte müssen so gestaltet werden, dass die eingesetzten Stoffe rückholbar sind und als Sekundärrohstoffe eingesetzt werden können, das heißt Produktdesign muss das Recycling von Anfang an mit einplanen; bereits bestehende Rückhol-Logistiken müssen im Hinblick auf ökonomische und ökologische Verantwortlichkeit und Machbarkeit verbessert werden; Hersteller und Politik müssen ressourcenschonende Systeme wie Leasing- und Pfandsysteme vorantreiben. Dabei gibt es jedoch noch ein technisches Problem zu lösen: Es muss gelingen, die Materialvielfalt von High-Tech-Produkten beim Recycling aufzulösen (dazu Hagelüken, 2013). Wie oben angedeutet, sind seltene Metalle in winzigen Mengen in Produkte verbaut und weisen damit ein hohes Dissipationsrisiko auf. Indium, Germanium oder Gallium werden zum Teil so hauchdünn auf andere Stoffe aufgedampft, dass sie in der Nachnutzungsphase bisher nicht wirtschaftlich wiedergewonnen werden können. Sowohl in der Industrie als auch in der Wissenschaft werden derzeit entsprechende Trennverfahren erforscht. So arbeitet beispielsweise die „Fraunhofer Projektgruppe für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie IWKS“ in Kooperation mit der Industrie an innovativen Recycling- sowie Stoffstrom-, Abfall- und Ressourcenmanagementkonzepten. Armin Reller und Joshena Dießenbacher 112 Ausblick: Bildung als Schlüssel Klimawandel, Rückgang der Regenwälder, Artensterben, Bodenerosion, Verschmutzung von Wasser, Luft und Boden und viel mehr: Der Mensch hat dem Ökosystem durch seinen Lebensstil, durch seine Konsumgewohnheiten, durch seinen Energie- und Ressourcenverbrauch, massiv zugesetzt. Dahinter steht ein Problem, das man liberales Dilemma nennen kann: Einzelhandlungen, die zu einem ressourcenaufwendigen Lebensstil gehören, sind für sich weder rechtlich noch moralisch problematisch. Erst in der Summe der aggregierten Folgen entstehen schwerwiegende Probleme (Huppenbauer, 2013, S. 177). Der Ethiker Markus Huppenbauer (ebd.) erachtet in diesem Zusammenhang die Verbreitung von ressourcenorientierten Tugenden19 als zentrale Voraussetzung für das Erreichen bestimmter Sozial- und Umweltziele. Für den individuellen Akteur sieht er darin eine Entlastung, da dieser davon entlastet wird, ständig darüber reflektieren zu müssen, was in konkreten Situationen zu tun ist. Selbstverständlich kann tugendhaftes und mündiges Verhalten nicht gesetzlich verordnet werden. Huppenbauer setzt hier ganz auf einen langfristigen Reflexions- und Bildungsprozess. Stoffgeschichten etwa sind ein hervorragendes Tool, um ressourcenorientierte Tugenden zu fördern. Ihr Charme liegt darin, dass sie unmittelbar mit dem einzelnen Individuum/ Leser zu tun haben. Sie beginnen bei der Jeans, die er trägt oder bei dem Kaffee, den er trinkt. Die Stoffgeschichte ist aber letztlich nur eines von vielen Instrumenten und Möglichkeiten, durch Informationen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem uns zur Verfügung gestellten Planeten und seinen Ressourcen zu kommen. Und eben jene machen es heute in Form von Elektronik möglich, so schnell und so flexibel wie noch nie an die faszinierendste Ressource zu gelangen, die es gibt: Bildung. Denn bei Gebrauch wird sie mehr. Dieser Beitrag wurde finanziell unterstützt durch das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst im Rahmen des Graduiertenkollegs „Ressourcenstrategische Konzepte für zukunftsfähige Energiesysteme“. 6. 19 In diesem Zusammenhang wird häufig das Konzept der Suffizienz diskutiert. Eine Zusammenfassung bietet Oliver Stengel (2013). 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References
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Zusammenfassung

Nachhaltige Entwicklung hat in vielen wissenschaftlichen Disziplinen Einzug gehalten. Gegenwärtig findet sie jedoch eher von einer Minderheit der Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Disziplinen eine kontinuierliche wissenschaftliche Zuwendung. Dennoch wächst die Literatur, die in einzelnen Disziplinen entsteht, zum Teil rasch an. Auch die Forschungsergebnisse aus Forschungsprojekten zur nachhaltigen Entwicklung nehmen ständig zu. Ganz selten kommt es bisher aber zwischen den Vertretern wissenschaftlicher Disziplinen zu einem Austausch über den jeweiligen Zugang zu nachhaltiger Entwicklung, da die meisten Nachhaltigkeitsforscherinnen und -forscher mit wichtigen Fragestellungen bzw. Begründungszusammenhängen innerhalb der eigenen Disziplin beschäftigt sind.

Mit Beiträgen von:

Michael von Hauff, Peter Wilderer, Klaus-Dieter John, Ines Weller, Armin Reller/Joshena Dießenbacher, Elizabeth von Hauff, Martin Eigner/Patrick Schäfer, Jorge Marx-Gómez, Lenelis Kruse-Graumann, Markus Vogt