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Hans-Joachim Ruff-Stahl, Human Factors im Krieg: Ist COIN eine taktische Antwort auf ein strategisches Problem? in:

Robin Schroeder, Stefan Hansen (Ed.)

Stabilisierungseinsätze als gesamtstaatliche Aufgabe, page 137 - 148

Erfahrungen und Lehren aus dem deutschen Afghanistaneinsatz zwischen Staatsaufbau und Aufstandsbewältigung (COIN)

1. Edition 2015, ISBN print: 978-3-8487-0690-7, ISBN online: 978-3-8452-4901-8, https://doi.org/10.5771/9783845249018-137

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137 Kapitel 8 Human Factors im Krieg: Ist COIN eine taktische Antwort auf ein strategisches Problem? Hans-Joachim Ruff-Stahl Der folgende, zugegeben kritische Beitrag betrachtet Counterinsurgency (COIN) aus sozialpsychologischer Sicht und gibt, das gleich vorweg, die persönliche Meinung des Autors wieder. Folgt man der Theorie der Sozialpsychologie, ist Wahrnehmung Realität. Dann läge der primäre Zweck von COIN-Operationen nicht in der grundlegenden Veränderung der politischen Situation im Einsatzland, sondern in einer positiven öffentlichen Meinung sowohl im Einsatzland, als auch zu Hause. Das am 15. Dezember 2006 herausgegebene US-Counterinsurgency Field Manual1 könnte durchaus in wesentlichen Teilen so gelesen werden: “An air strike can cause collateral damage that turns people against the host-nation (HN) government and provides insurgents with a major propaganda victory. Even when justified under the law of war, bombings that result in civilian casualties can bring media coverage that works to the insurgents’ benefit. For example, some Palestinian militants have fired rockets or artillery from near a school or village to draw a retaliatory air strike that kills or wounds civilians. If that occurs, the insurgents display those killed and wounded to the media as victims of aggression.”2 Zuerst liefert das Manual jedoch eine andere Begründung für den Neuentwurf eines COIN-Operationskonzepts: „When an insurgency began in Iraq in the late summer of 2003, the Army was unprepared to fight it“.3 Das mag verwundern, denn die US-Armee hatte erst 30 Jahre zuvor in Vietnam einen „kleinen Krieg“ gegen eine Insurgenz verloren. Welche operativen Lehren hatte man daraus gezogen? ____________________ 1 United States Headquarters Department of the Army (Hrsg.): The U.S. Army/Marine Corps Counterinsurgency Field Manual: U.S. Army Field Manual No. 3-24: Marine Corps Warfighting Publication No. 3-33.5, Washington D.C. 2006. Das Field Manual wurde gemeinsam von der US Army und dem US Marine Corps entwickelt. Bemerkenswert ist, dass sich die US Air Force beteiligte. 2 United States Headquarters Department of the Army (Hrsg.): „The U.S. Army/Marine Corps Counterinsurgency Field Manual: U.S. Army Field Manual No. 3-24“, 2006, www.fas.org, (05.11.2013), S. 237. 3 Vgl. ebd., S. xiii. Hans-Joachim Ruff-Stahl 138 Sicherlich die Erkenntnis, dass ein solcher Krieg nicht nur im Einsatzland, sondern vor allem an der Heimatfront verloren werden kann. Während des Vietnamkrieges wurde die öffentliche Meinung maßgeblich durch eine Studentenbewegung aufgehetzt, der nach und nach der größte Teil der amerikanischen Gesellschaft folgte und im Ergebnis die US-Regierung dazu brachte, den Krieg zu beenden, allerdings ohne je die militärischen Ziele oder den politischen Zweck erreicht zu haben. Folglich ging es bei der Ausgestaltung des COIN-Operationskonzeptes im Jahr 2006 darum, zum einen eine potentiell kritische Öffentlichkeit pro-aktiv vom Sinn der Kriege im Irak und in Afghanistan zu überzeugen und zum anderen alles daranzusetzen, um ein ähnliches militärisches Desaster wie in Vietnam zu verhindern. Bereits Ende der achtzige/Anfang der neunziger Jahre hatte sich die politische Führung der USA auf eine von Caspar Weinberger formulierte Doktrin festgelegt, die US-Streitkräfte nur dann in einen neuen Krieg zu entsenden, wenn erstens ein vitales Interesse der Vereinigten Staaten gefährdet sei, zweitens die gesamte Nation „von ganzem Herzen“ hinter dem Kriegseinsatz stehe und den Krieg gewinnen wolle, drittens ein klarer Zweck mit erreichbaren Zielen des Einsatzes von Streitkräften festgelegt worden seien und viertens, die dazu notwendigen Mittel zur Verfügung stünden.4 Der damalige General Colin Powell fügte dieser Doktrin in den Vormonaten des Irak-Krieges von 1990 bis 1991 die Forderungen nach einer glaubhaften Exitstrategie sowie nach einer a priori Analyse von Kosten, Risiken und Folgen eines Krieges hinzu.5 Den zentralen Punkt sowohl bei Weinbergers Doktrin, als auch Powells Forderungen bildete jedoch der Kampf um die öffentliche Meinung. Auf operativer Ebene sahen sich die Streitkräfte folglich vor der Herausforderung, ein Operationskonzept zu entwickeln, mit dem Kriege möglichst schnell und mit möglichst wenigen eigenen Verlusten gewonnen werden können. Vor ____________________ 4 Die so genannte Weinberger-Doktrin umfasst folgende Punkte: - The United States should not commit forces to combat unless the vital national interests of the United States or its allies are involved. - U.S. troops should only be committed whole heartedly and with the clear intention of winning. Otherwise, troops should not be committed. - U.S. combat troops should be committed only with clearly defined political and military objectives and with the capacity to accomplish those objectives. - The relationship between the objectives and the size and composition of the forces committed should be continually reassessed and adjusted if necessary. - U.S. troops should not be committed to battle without a "reasonable assurance" of the support of U.S. public opinion and Congress. - The commitment of U.S. troops should be considered only as a last resort. 5 Vgl. Powell, Colin: US Forces: The Challenges Ahead, in: Foreign Affairs, 71:5, 1992, S. 32–45. Human Factors im Krieg 139 allem galt es zu verhindern, so die Lektion aus Vietnam, dass die Streitkräfte in den gefürchteten „kleinen Krieg“ hineingezogen werden. Später, aus den Lektionen des erfolgreichen Irak-Krieges von 1990 bis 1991 entwickelte eine Forschungsgruppe an der National Defense University um Harlan Ullman im Jahr 1996 das operative Konzept der Rapid Dominance oder auch des Shock and Awe6. Die Hauptidee dieser Gefechtsführung, der sogenannte „Enthauptungsschlag“, ein überraschender, mit overwhelming and decisive force geführter Angriff, setzt eine umfassende Aufklärungsfähigkeit, eine überwältigende Feuerkraft und die schnelle Mobilität eigener Truppen über eine große Distanz voraus. Der Gegner soll möglichst schnell von der Aussichtslosigkeit jeglichen Widerstandes überzeugt und sein Kampfeswille bereits mit dem Eröffnungsschlag gebrochen werden.7 Mit anderen Worten, Shock and Awe zeigt nur dann die gewünschte Wirkung, wenn die beispiellose Demonstration militärischer Macht in der Wahrnehmung des Gegners gelingt. Auch Shock and Awe zielt auf den Human Factor, es ist ein Experiment im social engineering. Unter dem ehemaligen Verteidigungsminister der USA, Donald Rumsfeld, wurde dieses Operationskonzept weiter optimiert. Der Zweck der von ihm ins Leben gerufenen Revolution in Military Affairs war es, insbesondere nach den terroristischen Angriffen vom 11. September 2001 die Reaktionszeit der US- Streitkräfte weiter zu verringern, um bei Bedarf sofort und weltweit losschlagen zu können. Weiterhin sollte durch die Anwendung überlegener Hochtechnologie sowie leichter aber kampfkräftiger Einheiten ein deutlich geringerer Aufwand für die logistische Versorgung der Truppen im Gefecht erzielt werden. Die vor einem Einsatz festzulegenden Operationsziele umfassten eine totale Informationsüberlegenheit, um den Feind jederzeit aufklären und vermessen zu können sowie die Fähigkeit, feindliche Ziele kurz darauf mit Luftschlägen präzise zu zerstören8. Entscheidend für den Erfolg dieser Operationen ist es, dem Gegner ein möglichst rasantes Operationstempo aufzuzwingen und damit die Initiative des Handelns bis zum schnellen Ende des Krieges zu behalten. Primäres Ziel ist es, den Gegner zur Aufgabe zu bewegen, bevor sich eine Insurgenz erhebt. Folgerichtig begann der aus amerikanischer Sicht zweite Irak-Krieg am 19. März 2003 mit der plötzlichen und heftigen Bombardierung Bagdads. Durch ____________________ 6 Ullman, Harlan/Wade, James Jr.: „Shock and Awe: Achieving Rapid Dominance“, o.D., www.dodccrp.org, (05.11.2013). 7 Vgl. ebd. 8 Vgl. Metz, Steven/Kievit, James: Strategy and the Revolution in Military Affairs from Theroy to Policy, 27.06.1995. Hans-Joachim Ruff-Stahl 140 die Demonstration verheerender Feuerkraft sollten die angegriffenen Führungsorganisationen und -strukturen Iraks innerhalb von Tagen gelähmt und die irakische Armee schnellstmöglich zur Aufgabe gezwungen werden. Zunächst schien dieser Plan auch aufzugehen, denn kaum zwei Wochen später wurde Bagdad durch amerikanische Truppen erfolgreich erobert. Überdies war zu diesem Zeitpunkt eine organisierte, politische wie militärische Führung im Land nicht mehr existent. Dagegen manifestierte sich die von den Theoretikern der Rapid Dominance versprochene Lähmung feindlicher Truppen durch Schock und Furcht nicht. Saddam-treue Guerillas begannen damit, die US-Truppen zu bekämpfen, den weiteren Vormarsch amerikanischer Truppen zu verzögern und deren Versorgung mit Nachschubgütern zu behindern. Aus den draufgängerischen Angriffen versprengter irakischer Einheiten sowie aus den oftmals ganz im Sinne der Rapid Dominance bisweilen äußerst heftig geführten Gegenschlägen der Amerikaner9 erwuchs Zug um Zug ein flächendeckender Aufstand, dem die US-Streitkräfte immer weniger entgegenzusetzen hatten.10 Die US-Armee hatte sich ab April 2003 doch in den gefürchteten „kleinen Krieg“ verwickeln lassen.11 Die öffentliche Meinung im Irak wandelte sich hin zum bereits von Clausewitz beschriebenen Hass des Volkes12. Auch zu Hause schwand die Bereitschaft der amerikanischen Öffentlichkeit zusehends, weitere Opfer für einen verlustreichen und augenscheinlich sinnlos gewordenen Krieg zu akzeptieren. In den dreieinhalb Jahren von April 2003 bis zum Erlass des Counterinsurgency Field Manuals FM 3-24 im Dezember 2006 herrschte auf Seiten der US-Politik und des Militärs nicht nur darüber Uneinigkeit, wie mit dem Problem der Insurgenz operativ umzugehen ist, sondern auch hinsichtlich der Fra- ____________________ 9 Ein in den USA oft zitierter Führungskreislauf ist der so genannte OODA-Loop, der von Colonel John Boyd ursprünglich als Entscheidungs- und Handlungsorganisation von Jagdfliegern beschrieben wurde: O-Observe, O-Orient, D-Decide, A-Act, um dann wieder mit dem O-Orient zu beginnen. Dieser Kreislauf wurde dann von den Advokaten des Net Centric Warfare übernommen. Die optimale Anwendung des OODA-Loops sei erreicht, wenn dieser Kreislauf (dank Medientechnologie) schneller als der Führungskreislauf des Gegners erfolge. Kritiker der US-Operationsführung während der Irakischen Insurgenz benannten diesen Kreislauf ironisch in Observe – Overreact – Destroy – Apologize um, und beschrieben damit treffend die zur Aufstandsbekämpfung ungeeignete Shock and Awe-Strategie. Vgl. dazu das Protokoll der militärisch hochrangig besetzten Joint Air & Space Power – JAPCC Conference2008, „Command, Control and Shared Situational Awareness“. 10 Vgl. Hashim, Ahmed S.: Insurgency and Counter-Insurgency in Iraq, New York 2006. 11 Vgl. Ricks, Thomas E.: Fiasco: The American Military Adventure in Iraq, New York 2006. 12 Von Clausewitz, Carl: Vom Kriege, Troisdorf 1980. Human Factors im Krieg 141 ge, worin der politische Zweck einer fortgesetzten Kriegführung eigentlich bestehen sollte. Während Generale wie David Petraeus dafür kämpften, Demokratie und Menschenrechte durchzusetzen und die Wirtschaft im Irak rudimentär wieder in Gang zu setzen,13 konzentrierten sich andere führende Offiziere wie General Ray Odierno zuerst darauf, die eigenen Truppen möglichst effektiv zu schützen und Verluste zu minimieren. Odierno forderte von seinen Truppen in diesem Zusammenhang sogar increased lethality gegen irreguläre Kämpfer, was in einer Zunahme so genannter Kollateralschäden auswirkte und den Hass des Volkes auf die Ordnungsmacht weiter nährte.14 Im weiteren Verlauf des Krieges im Irak wurde eine schleichende Änderung der Einsatzziele (mission creep) diagnostiziert, die das Militär zu überfordern drohte. Es war deshalb vielleicht naheliegend, an Stelle eines nicht durchzuhaltenden, weiteren mission creep mit dem Ziel, nachhaltige, politische Veränderungen herbeizuführen, den Schwerpunkt der Operationen auf die Positivierung der öffentlichen Meinung zu legen. Erneut zeigte sich, dass „kleine Kriege“ in erster Linie ein Kampf um die öffentliche Meinung sowohl im Einsatzland, als auch zu Hause sind. Im „kleinen Krieg“, lehrt Clausewitz, entscheidet die öffentliche Meinung über nichts weniger als Sieg oder Niederlage.15 Für die These, dass COIN auch eine Anleitung zum social engineering der öffentlichen Meinung ist, sprechen auch die Umstände bei der Entstehung des Field Manuals 3-24. So waren an der Erstellung dieses Handbuchs nicht wenige kriegs- und militärkritische Professoren beteiligt. Von Sarah Sewall, Harvardprofessorin, Mitglied der Demokratischen Partei, damalige Direktorin des Carr Center for Human Rights der Harvard University und seit 1. August 2013 Staatssekretärin für Civilian Security, Democracy, and Human Rights im US-Außenministerium stammt sogar das Vorwort. Darin begrüßt sie nicht nur das Ende der Doktrin des shock and awe, sondern stellt mit Stolz fest, dass die oberste Priorität der US-Ordnungsmacht nicht mehr der Kampf gegen den Feind, sondern der Schutz der Bevölkerung sei. Ferner seien nun auch das ge- ____________________ 13 Vgl. Chiarelli, Peter W./Michaelis, Patrick R.: „Winning the Peace: The Requirement for Full-Spectrum Operations“, The U.S. Army Professional Writing Collection, July– August 2005. 14 „On a visit from his headquarters in Tikrit, Maj. Gen. Raymond Odierno, the commander of the Fourth Infantry Division, ordered [Colonel] Sassaman and other officers simply to ,increase lethality’. Sassaman, adored by Odierno for the zeal with which his men hunted down guerrillas, took the order to heart. He sent his men into the Sunni villages around Balad to kick down doors and detain their angry young men. When Sassaman spoke of sending his soldiers into Samarra, his eyes gleamed. ,We are going to inflict extreme violence’, he said“. Vgl. Filkins, Dexter: „The Fall of the Warrior King“, 23.10.2005, www.nytimes.com, (07.04.2015). 15 Von Clausewitz, Vom Kriege. Hans-Joachim Ruff-Stahl 142 samte Operationskonzept des Einsatzes von Streitkräften im Irak und in Afghanistan ein anderes, zivileres, denn ultimativ gehe es nun um das Volk – oder, wie sich zeigt, um dessen Wahrnehmung. The population waits to be convinced. Who will help them more, hurt them less, stay the longest, earn their trust?16 Die Beteiligung von kritischen Wissenschaftlern wie Sarah Sewall – gewissermaßen als Multiplikatoren (in Erinnerung an Vietnam vor allem wohl in Richtung der Studentenschaft) – könnte als Versuch gewertet werden, eine potentiell gegen den Krieg mobilisierbare Öffentlichkeit zu einer zumindest duldenden Billigung der Kriege im Irak und Afghanistan zu bewegen. Ihr sollte klargemacht werden, dass Counterinsurgency-Operationen der bestmögliche Einsatz des Militärs im Sinne der Bevölkerung des Einsatzlandes sei. Eine Postinsurgenz-Regierung wäre am Wohl aller Bürger eines nach demokratischen Grundsätzen reformierten Staates interessiert und daher würde sich die – nach Annahme der COIN-Strategen – mit überwiegender Mehrheit neutrale Bevölkerung im Einsatzland mit fortwährender Dauer des Einsatzes auf die Seite der Ordnungsmacht schlagen, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Im Ergebnis kam es jedenfalls auch während der verlustreichen zweiten COIN-Phase des Irak-Krieges – wie auch in Afghanistan – zu keinem Verlust des Krieges an der Heimatfront wie damals in Vietnam: Die öffentliche Meinung in den USA, wie auch in den meisten anderen Staaten die Truppen nach Afghanistan entsandten, ignorierte den Krieg oder akzeptierte ihn sogar. Die Taktik des social engineering im „kleinen Krieg“ geht weit zurück. So war bereits T.E. Lawrence davon überzeugt, dass die Presse die beste Waffe im Inventar eines modernen Kommandeurs sei.17 David Galula, einer der geistigen Väter des U.S. Counterinsurgency Manual, wusste in den 1960er Jahren, dass die Nutzung der Medien durch die Kriegsparteien in Algerien Teil einer asymmetrischen Kriegsführung war. So könne der Aufständische, da er keine Verantwortung trage, in der medialen Auseinandersetzung jeden Trick anwenden und lügen, betrügen und übertreiben, wie es ihm beliebe. Die Ordnungsmacht hingegen werde an dem gemessen, was sie tatsächlich tue – und nicht an dem, was sie sage. In der Konsequenz zählen Differenzen zwischen Worten und Taten in der öffentlichen Wahrnehmung stets gegen die Ord- ____________________ 16 United States Headquarters Department of the Army (Hrsg.): The U.S. Army/Marine Corps Counterinsurgency Field Manual: U.S. Army Field Manual No. 3-24, S. xxv. 17 Vgl. Lawrence, T. E.: The Evolution of a Revolt, Combat Studies Institute, Oktober 1920. Human Factors im Krieg 143 nungsmacht, aber nie gegen die Aufständischen.18 Ebenfalls in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte auch McLuhan die zukünftige Bedeutung eines Krieges in und mit den Mitteln der Medien klar vor Augen. Schon der Kalte Krieg sei ein Krieg der Symbolik gewesen, um den Durchhaltewillen des Gegners zu erodieren. Tag für Tag werde der Schreibstift mächtiger als das Schwert, denn der Krieg mit den Mitteln der Medien gehe tiefer und werde wesentlich leidenschaftlicher geführt als mit Waffen. Anzumerken ist, dass bereits 1983, zur Zeit der Entstehung des auf Grundlage der Weinberger-Powell Doktrin entwickelten shock and awe-Konzepts, Edward Luttwak davor warnte, die Führung „kleiner Kriege“ aufgrund der Niederlage in Vietnam aus dem Organisationsgedächtnis der Armee zu verbannen. Das Hauptproblem – hier kommt Luttwak auf den Punkt der fehlenden öffentlichen Unterstützung für einen „kleinen Krieg“19 – könne jedoch nie im Vorhinein beansprucht werden, sondern die Armee müsse sich die Unterstützung der eigenen Bevölkerung durch die Art und Weise ihrer Kriegsführung verdienen.20 Mit anderen Worten, bei guter Performanz der Armee in den Augen der Bevölkerung würde diese der Politik folgen. In der Theorie des Kampfes um die hearts and minds geht es also in erster Linie um Glaubwürdigkeit und Überzeugungsfähigkeit. Entscheidend ist, welche der Kriegsparteien das glaubwürdigere Narrativ übermittelt. Hier ist die Ordnungsmacht im Einsatzland klar im Nachteil: Sie kann und darf ihr Narrativ nicht plakativ vereinfachen, um mehr Wirkung zu erzielen. Beispielsweise kann das ausgewogene (und kulturell wohl nur abendländischen Rezipienten einleuchtende) Narrativ des Westens mit einer Betonung auf Individual- und Menschenrechte, Globalisierung, Demokratie und freiem Handel für eine Zielgruppe, die der westlichen Kultur grundsätzlich kritisch gegenübersteht, sogar bedrohlich wirken. Zudem steht diesem Narrativ in Afghanistan der vergleichsweise einfach zu verstehende Imperativ des Befolgens der religiösen Gesetze des Islam gegenüber. Anderen, komplizierten strategischpolitischen Narrativen der Ordnungsmächte von Stabilisierung und Wiederaufbau sowie der Notwendigkeit des Antiterrorkampfs und der Verhinderung einer Verbreitung von Massenvernichtungswaffen wird wiederum das heroische Narrativ einer opferbereiten, tapferen, geduldigen, gläubigen und im ____________________ 18 Vgl. Galula, David: Counterinsurgency Warfare: Theory and Practice, New York 2005, S. 71. 19 Vgl. Von Decker, Carl: Der kleine Krieg im Geiste der neueren Kriegsführung. Oder: Abhandlung über die Verwendung und den Gebrauch aller drei Waffen im kleinen Kriege, Berlin/Posen/Bromberg 1828, S. 1–6. 20 Vgl. Luttwak, Edward N.: Notes on Low Intensity Warfare, National Defence University, Washington D.C. 1983. Hans-Joachim Ruff-Stahl 144 Abwehrkampf gegen westliche Werte vereinten einheimischen Bevölkerung entgegengesetzt.21 Ironisch nimmt General Sir Rupert Smith in seinem 2005 veröffentlichten Buch, The Utility of Force den militärischen Begriff des theater of operations wörtlich und vergleicht COIN-Operationen mit einem Theater, das vor einem internationalen Medienpublikum aufgeführt wird.22 Ist COIN damit nicht nur eine Sozialtechnik, sondern sogar – man möge den unschönen Begriff verzeihen – Propaganda? Wem der Begriff Propaganda zu weit hergeholt erscheint: In den Monaten nach dem Angriff vom 11. September 2001 wurde in den USA das Office of Strategic Influence (OSI) gegründet, mit dem Auftrag, die Öffentlichkeit (und damit auch die Politik) sowohl gegnerischer, als auch alliierter Staaten aktiv zu beeinflussen. General Worden, der damalige Kommandeur dieses Stabes, beschrieb seine Aufgaben als Medien- und Kommunikationskampagnen im Sinne der US-Strategie, die einerseits nichts anderes als normale PR-Kampagnen seien – die andererseits aber auch verdeckte und mit geheimdienstlichen Mitteln durchgeführte Operationen umfassten. Das OSI musste im Jahr 2002, nach wütenden Protesten der amerikanischen Presse geschlossen werden.23 Allerdings ist die Notwendigkeit der Propaganda damit wohl noch nicht „vom Tisch“. Wie sonst könnte man zu verhindern suchen, dass ein „kleiner Krieg“ erneut an der Heimatfront verloren wird. Die im Rahmen der Diskussion um das COIN-Einsatzkonzept wiedergeborene Idee, durch social engineering die öffentliche Meinung zu lenken, gipfelt im mathematischen Modell des Stanford-Professors Farley. Es geht ihm um die Frage, wie groß ein vom Sinn und Nutzen des Einsatzes der Ordnungsmacht überzeugter Anteil der Bevölkerung im Einsatzland (hier Irak) sein muss, um den Sieg (!) amerikanischer Truppen sicherzustellen: “Individuals are not electrons. But in some situations, they behave very much alike. When it comes to many social and political questions, individuals' complex attitudes and beliefs must be boiled down to a simple yea (“spin up”) or nay (“spin down”). Although human societies, like physical materials, are very complex, some of their proper- ____________________ 21 Vgl. Halloran, Richard: Strategic Commuication, in: Parameters, 37:3, 2007, S. 4–14. Nach Halloran muss die mediale Message, das Image, mit den Aktionen eigener Truppen harmonisieren, um glaubwürdig und authentisch zu sein. Der eher verständnisvolle, rechtstaatliche Umgang des Staates mit seinen Gegnern in den Heimatländern der Ordnungsmächte muss also zum medial propagierten „Wert des Einzelnen“, zum Kampf für die Menschenrechte und dem eingeforderten Respekt für die Individualrechte passen. 22 Vgl. Smith, Rupert: The Utility of Force: The Art of War in the Modern World, London 2005. 23 Vgl. Der Derian, James: „The Rise and Fall of the Office of Strategic Influence“, 04.03.2002, media.leeds.ac.uk, (27.03.2015). Human Factors im Krieg 145 ties can be determined by understanding the interactions that occur between individuals (“atoms”). In particular, the spread of a particular political opinion throughout a society can be modeled as the macroscopic manifestation of the myriad exchanges occurring at the local level between individuals and their neighbors. This model can be used to gain a qualitative foothold on the evolution of public opinion in Iraq for or against the U.S.led occupation. It can also provide a mathematical instantiation of the “oil-spot” strategy proposed by Krepinevich (2005), which in turn could lead to a practical tool for commanders needing to allocate public relations resources in Iraq.”24 Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass der Zweck von COIN- Operationen eher in der zielgerichteten Beeinflussung der öffentlichen Meinung liegt, als in der grundlegenden Veränderung der politischen Situation im Einsatzland. Es geht darum, die Bevölkerung im Einsatzland davon zu überzeugen, dass die Ordnungsmacht die bessere Alternative ist. Ferner soll die Bevölkerung zu Hause davon überzeugt werden, dass der Einsatz von Militär dazu dient, einen besseren Frieden im Einsatzland herzustellen. Wenn allerdings, und das ist die Schlussfolgerung dieses Arguments, der Ansatz des social engineering nicht dem Zweck dient, eine durchgreifende, reale und politische Veränderung im Einsatzland herbeizuführen, die mit dem Willen verbunden ist, sich bei hohem Kräfteansatz über Jahrzehnte an das Einsatzland zu binden, bleibt COIN nichts als ein taktischer Antwortversuch auf ein strategisches Problem. Nur auf den Human Factor und nicht auf die durchgreifende Änderung der politischen Realität zielende COIN-Einsätze würden sich jedoch in Ihrer strategischen Wirkung nicht von shock and awe unterscheiden: Sie wären zum scheitern verurteilt. Literatur Afghanistan Independent Human Rights Commission (Hrsg.): „Economic and Social Rights Report in Afghanistan – III“, Dezember 2008, http://www.refworld.org/pdfid/4a03f56b2. pdf, (05.11.2013). Alberts, David S.: The Unintended Consequences of Information Age Technologies. Washington D.C. 1996. 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References

Zusammenfassung

Der Stabilisierungseinsatz in Afghanistan hat die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik so nachhaltig geprägt wie kein internationales Engagement zuvor. Der deutsche Beitrag zum Wiederaufbau des Landes war dabei von einem gesamtstaatlichen Ansatz geprägt, bei dem Sicherheit und Entwicklung ineinandergreifen sollten. Die Realität im Einsatzland stellte die deutschen Soldaten, Diplomaten, Entwicklungshelfer und Polizeiausbilder jedoch vor enorme Herausforderungen.

Das Ende des Mandats der internationalen Schutztruppe ISAF zum Jahreswechsel 2015 gibt Anlass, die hier gewonnenen Erfahrungen und Lehren der unterschiedlichen zivilen und militärischen Akteure festzuhalten. Vor dem Hintergrund einer bestenfalls gemischten Erfolgsbilanz, aber auch angesichts der aktuellen Krisen und Konflikte an den Rändern Europas, ist eine solche Aufarbeitung des Einsatzes von außerordentlicher Relevanz.

Der Sammelband bringt eine einzigartige Vielfalt an Perspektiven von einsatzerfahrenen militärischen und zivilen Führungskräften zusammen. Abgerundet wird das Bild durch Analysen der strategischen Konzepte, die den Einsatz prägten, der Perspektive aus den einzelnen Bundesministerien sowie der persönlichen Bilanz von bedeutenden politischen Entscheidungsträgern.

Mit Beiträgen von: Phillip Ackermann, Hans-Peter Bartels, Jörg Bentmann, Christian von Blumröder, Marcel Bohnert, Axel Dohmen, Udo Ewertz, Dirk Freudenberg, Hans-Werner Fritz, Axel Gablik, Dorothea Gieselmann, Volker Halbauer, Stefan Hansen, Jannis Jost, Bruno Kasdorf, Joachim Krause, Wolfgang Lauenroth, Winfried Nachtwei, John A. Nagl, Stefan Oswald, Wolf Plesmann, Hans-Joachim Ruff-Stahl, Helge Rücker, Marcus Schaper, Ulrich Schlie, Björn Schreiber, Robin Schroeder, Hendrik Staigis, Gerald Stöter, Christine Toetzke, Christopher Urbas, Florian Wätzel und Matthias Weber.