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Robin Schroeder, Stefan Hansen (ed.)

Stabilisierungseinsätze als gesamtstaatliche Aufgabe, page 1 - 17

Erfahrungen und Lehren aus dem deutschen Afghanistaneinsatz zwischen Staatsaufbau und Aufstandsbewältigung (COIN)

1. Edition 2015, ISBN print: 978-3-8487-0690-7, ISBN online: 978-3-8452-4901-8, https://doi.org/10.5771/9783845249018-1

Bibliographic information
Robin Schroeder | Stefan Hansen [Hrsg.] Nomos Stabilisierungseinsätze als gesamtstaatliche Aufgabe Erfahrungen und Lehren aus dem deutschen Afghanistaneinsatz zwischen Staatsaufbau und Aufstandsbewältigung (COIN) Erfahrungen und Lehren aus dem deutschen Afghanistaneinsatz zwischen Staatsaufbau und Aufstandsbewältigung (COIN) Stabilisierungseinsätze als gesamtstaatliche Aufgabe Nomos Robin Schroeder | Stefan Hansen [Hrsg.] BUT_Hansen_0690-7.indd 3 05.10.15 14:49 Bildnachweis Titel: Moritz Jahnke, Auswärtiges Amt Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. ISBN 978-3-8487-0690-7 (Print) ISBN 978-3-8452-4901-8 (ePDF) 1. Auflage 2015 © Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2015. Printed in Germany. Alle Rechte, auch die des Nachdrucks von Auszügen, der fotomechanischen Wiedergabe und der Übersetzung, vorbehalten. Gedruckt auf alterungsbeständigem Papier. BUT_Hansen_0690-7.indd 4 05.10.15 14:49 5 „Der beispiellose internationale Einsatz in Afghanistan steht exemplarisch dafür, wie eine Intervention einem Land den Weg zu einem grundlegenden Neuanfang ebnen kann. Gleichzeitig zeigt er die gewaltigen Probleme und Grenzen eines Stabilisierungsversuchs von außen. Gerade in einer Zeit heftiger internationaler Umbrüche, in der allzu leicht nach Interventionen gerufen wird, um Regionen zu befrieden oder Leid zu mildern, ist es wichtig, sich der Erfahrungen aus Afghanistan zu erinnern. Der vorliegende Band leistet hierzu einen hervorragenden Beitrag, weil er die ganze Breite des zivil-militärischen Handelns am Hindukusch aufzeigt.“ Dr. Karl-Heinz Kamp Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik „Vom Ende her denken – das ist eine der wesentlichen Lehren aus dem ressortübergreifenden Einsatz in Afghanistan. Nur wer weiß, was er am Ende erreichen will, kann alle notwendigen Kräfte ordnen und zur besten gegenseitigen Unterstützung zur Entfaltung bringen. Die COIN-Doktrin hat dies als einen Prozeß von „Shape to Clear to Hold to Build“ beschrieben. Nur wenn klar ist, was in der Phase Build erreicht werden soll, können die vorangehenden Phasen sinnvoll und zielgerichtet umgesetzt werden. Der Auftrag der Soldaten der ISAF war es, Sicherheit durchzusetzen und zu halten und damit die Voraussetzungen für den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte zu schaffen. Ohne Sicherheit ist kein ziviler Aufbau möglich. Das eine bedingt das andere und umgekehrt. Dieser Sammelband beleuchtet diese Aspekte von allen Seiten, sehr offen und zur Diskussion anregend. Es ist eine überfällige Diskussion, die wir angesichts eines immer fragileren Sicherheitsumfeldes dringend benötigen!“ Generalleutnant Jörg Vollmer Inspekteur des Heeres Kommandeur Regionalkommando Nord in 2009 und 2013/14 „Mit der zunehmenden Fragilität vieler Staaten und der Zunahme der von ihnen ausgehenden Bedrohungen werden Stabilisierungseinsätze auch künftig ein wichtiger Teil der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik sein. Das Auswärtige Amt hat mit der Schaffung einer neuen Abteilung für „Krisenprävention, Stabilisierung und Konfliktnachsorge“ die Konsequenz aus vielen der wertvollen Erfahrungen gezogen, die in diesem Buch bilanziert werden. Entscheidend bleibt das Zusammenwirken aller Akteure innerhalb der Bundesregierung – dafür müssen wir weiter an den richtigen Strukturen und den richtigen Anreizen arbeiten.“ Dr. Thomas Bagger Leiter des Planungsstabes im Auswärtigen Amt 7 Vorwort Das Bild auf der Titelseite dieses Buches, welches freundlicherweise von Moritz Jahnke zur Verfügung gestellt wurde, entstand im April 2012 im Distrikt Chahar Darrah, Provinz Kunduz. Das Foto zeigt den Gouverneur des Distrikts, den lokalen Polizeichef und die zivil-militärische „Doppelspitze“ des PRT Kunduz, repräsentiert durch den damaligen Kommandeur Oberst Michael Mittelberg und den damaligen stellvertretenden zivilen Leiter Moritz Jahnke, die sich gemeinsam auf dem Weg zu einer Schule in der Nähe des Distriktzentrums befinden. Nach einem konstruktiven Gespräch über mögliche zukünftige zivile Stabilisierungsarbeit in dem Distrikt, folgten der Oberst der Bundeswehr und der Diplomat des Auswärtigen Amtes der spontanen Einladung des Distriktgouverneurs zum Besuch jener Schule – zu Fuß. Dies war lange Zeit undenkbar gewesen, denn Chahar Darrah gehörte zu den gefährlichsten Distrikten in Nordafghanistan. Nahezu wöchentlich kam es hier zu Anschlägen. Der Amtsvorgänger und Bruder des Dirstriktgouverneurs wurde ganz in der Nähe des fotografierten Ortes von Aufständischen ermordet. Doch seit Ende 2010 hatte die Bundeswehr zusammen mit den afghanischen Partnern die Sicherheitslage in dem Unruhedistrikt schrittweise verbessern können. Nun blickten die afghanischen und deutschen Partner gemeinsam nach vorn. Ziviler Wiederaufbau und Entwicklung sollten eine Friedensdividende bringen und die Stabilität der Provinz Kunduz fördern. Vor diesem Hintergrund hat das Foto in dreifacherweise eine hohe Symbolkraft: Erstens kommt der Gedanke des vernetzten Handels, der den internationalen Afghanistaneinsatz in besonderer Weise geprägt hat, hier gut zum Ausdruck. Zivile, polizeiliche und militärische Akteure, Afghanen und Deutsche arbeiten Seite an Seite. Zweitens unterstreicht diese Momentaufnahme die Aufbruchsstimmung und Hoffnung, die Anfang 2012 auf allen Seiten herrschte. Die vorausgegangenen Monate hatten gezeigt, dass die Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitslage durchaus wirksam waren. Die Grundlage für zivile Stabilisierungsarbeit war gelegt, langfristig erschien das Ziel einer gewaltfreien poltischen Ordnung möglich. Drittens zeigt die Tatsache, dass heute an eben diesem Ort wieder gekämpft wird, wie fragil die in Chahar Darrah erzielten Erfolge waren. Der afghanische Staat und dessen Sicherheitsinstitutionen sind heute soweit entwickelt, dass die Taliban absehbar keine existenzielle Bedrohung für die Regierung in Kabul und andere urbane Zentren wie Mazar-e Sharif oder Herat sind. Ob sich der afghanische Staat jedoch auch in Unruhedistrikten wie Chahar Darrah ohne externe Unterstützung behaupten kann, bleibt abzuwarten. Viel wird hier von der Fähigkeit des afghanischen Staates abhängen, nicht nur das Gewaltmonopol durchzusetzen, sondern den lokalen Gemeinden auch ein Robin Schroeder und Stefan Hansen 8 attraktiveres politisches Angebot zu machen als es die Taliban können. Gerechtigkeit und eine berechenbare Ordnung auf Grundlage lokal akzeptierter Werte und Normen sind hier Schlüsselbegriffe. Fest steht, dass die internationale Intervention von 2001 dem afghanischen Volk einen Neuanfang ermöglicht hat, zu dem das vom Bürgerkrieg zerstörte Land aus eigener Kraft nicht mehr in Lage war. Der Mehrheit der Afghanen geht es heute besser als vor 2001. Gleichzeitig wurde das strategische Minimalziel der internationalen Gemeinschaft erreicht: Auf absehbare Zeit wird Afghanistan dem transnationalen Terrorismus keinen sicheren Rückzugsraum mehr bieten, geschweige denn diesen sogar aktiv sponsern, wie es das Taliban-Regime bis 2001 tat. Trotz dieser Errungenschaften liegt ein konsolidierter Frieden in Afghanistan noch immer in weiter Ferne. Die entscheidenden Faktoren für Frieden in Afghanistan werden stets der dazu nötige politische Wille aller lokalen Konfliktparteien sowie eine konstruktive Politik der regionalen Nachbarn bleiben. Ob der enorme Aufwand militärischer und ziviler Mittel zum Erreichen der heutigen Situation in Afghanistan strategisch gerechtfertigt war, ist eine Frage, die heute noch nicht beantworten werden kann und sich wahrscheinlich nie zufriedenstellend beantworten lassen wird. Unabhängig davon ist es aber geboten, die Lehren des internationalen Stabilisierungseinsatzes in Afghanistan gewissenhaft aufzuarbeiten. Nur so kann die Wiederholung von Fehlern vermieden und zukünftige Außen- und Sicherheitspolitik besser werden. Dass ein internationales Krisenengagement jemals fehlerfrei und hundertprozentig erfolgreich sein wird, ist dabei illusorisch. Es liegt in der Natur der Sache, dass internationale Stabilisierungseinsätze immer genau in jenen (gescheiterten) Staaten notwendig sein werden, wo die Erfolgsaussichten eines solchen Engagements angesichts der Lage vor Ort – nüchtern betrachtet – am geringsten sind. Dass die Stabilisierung von Krisengebieten als außen- und sicherheitspolitisches Handlungsfeld trotzdem auch in Zukunft hochgradig relevant bleiben wird, ist angesichts der zahlreichen aktuellen Krisen naheliegend. Vor diesen Hintergrund ist es umso wichtiger, dass die Diskussion über Strategien und politische Konzepte zur Stabilisierung von Krisengebieten mit den Erfahrungen und Lehren derjenigen unterfüttert werden müssen, die solche Konzepte bereits im Einsatz umgesetzt haben. Dies hat sich der vorliegende Sammelband zum Ziel gesetzt. In den meisten Kapiteln dieses Buches werden daher die Perspektiven derjenigen Menschen präsentiert, die hinter den weitläufig zitierten Begriffen wie „Vernetztes Handeln“, „Ressortübergreifender Ansatz“ und „Comprehensive Approach“ stehen. Der vorliegende Sammelband ergänzt somit maßgeblich die Literatur zum deutschen Afghanistaneinsatz, in dem er die Diskussion der strategischen Konzepte, auf denen die Afghanistanpolitik der Bundesregierung beruhte, mit einer umfassenden Vorwort 9 Darstellung der praktischen Umsetzung aus der Perspektive aller an dem Einsatz beteiligter Ressorts verbindet. Er „vernetzt“ damit seinerseits die Erfahrungsträger der Institutionen und ihrer Hierarchieebenen in einem kompakten Werk. Eine Darstellung der Perspektiven aller im Kontext des internationalen Afghanistaneinsatzes relevanten Akteure kann ein einziges Buch kaum leisten. Aus diesem Grund fokussiert sich dieser Sammelband ausschließlich auf die Darstellung des deutschen Engagements in Afghanistan. Die nicht minder wichtigen Perspektiven der unterschiedlichen afghanischen Akteure, der internationalen Bündnispartner, der internationalen Organisationen (z.B. Vereinte Nationen, Europäische Union, NATO, Weltbank) oder auch der zahlreichen in Afghanistan aktiven Nichtregierungsorganisationen können in diesem Werk nicht mit abgedeckt werden. Dabei ist das Editieren eines Sammelbandes ein langwieriger Prozess, der stets einen höheren Arbeits- und Zeitaufwand mit sich bringt, als ursprünglich angenommen. Das vorliegende Buch bildet hier keine Ausnahme. Wie die Übersicht der einzelnen Autoren dieses Bandes verrät, befinden sich die meisten von ihnen in hohen politischen, zivilen oder militärischen Ämtern, die einen entsprechend fordernden Arbeitsalltag mit sich bringen. Umso ausdrücklicher ist es zu würdigen, dass sich die Autoren die Zeit genommen haben, um ihre wertvollen Erfahrungen und Lehren aus dem Afghanistaneinsatz in diesem Buch niederzuschreiben. Gemeinsam haben die Autoren damit einen wichtigen Beitrag für die außen- und sicherheitspolitische Debatte in Deutschland geleistet. Jedes einzelne Kapitel fördert das Verständnis für die diversen Tätigkeitsfelder und Herausforderungen der zivilen und militärischen Fachkräfte im Rahmen des ressortübergreifenden Stabilisierungseinsatzes in Afghanistan. Es bleibt zu wünschen, dass der vorliegende Sammelband auf diese Weise dazu beitragen wird, dass zukünftige Diskussionen rund um das Thema Stabilisierungseinsätze stärker auf Fakten und Sachlichkeit als auf Mythen und Verallgemeinerungen beruhen. An dieser Stelle soll allen Autoren ein großer Dank für ihr Mitwirken an diesem Buchprojekt ausgesprochen werden. Neben den Autoren verdienen die ISPK-Mitarbeiter Mathias Krämer und Philip Röhrs-Weist für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Fertigstellung dieses Sammelbandes besondere Anerkennung. Dieses Buch ist allen Soldaten, Diplomaten, Entwicklungshelfern und Polizisten, die seit 2001 in Afghanistan ihren Dienst geleistet haben, sowie all den Afghanen, die sich mutig für eine friedlich Zukunft ihres Landes einsetzen, gewidmet. Robin Schroeder und Stefan Hansen 11 Inhaltsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis 15  Robin Schroeder Einleitung 19  Teil 1 – Stabilisierungseinsätze aus der strategischen Perspektive   Joachim Krause und Jannis Jost Kapitel 1: Stabilsierungseinsätze zwischen außenpolitischem Risiko und strategischer Notwendigkeit 45  Robin Schroeder Kapitel 2: Über das Zusammenwirken von Sicherheit, Wiederaufbau und Entwicklung im Kontext von Stabilisierungseinsätzen 65  Marcus Schaper Kapitel 3: Konfliktbearbeitung, Stabilisierung und Strategiebildung unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft: Warum vernetztes Handeln dringend eine friedenspolitische Leitbilddebatte benötigt 91  Volker Halbauer Kapitel 4: Der Comprehensive Approach – Teil der „Gene“ des I. (Deutsch/Niederländischen) Korps 103  Helge Rücker Kapitel 5: Die Rolle der Zivilbevölkerung in heutigen Konflikten und die spezifische Bedeutung von CIMIC in Stabilisierungseinsätzen und COIN 117  John A. Nagl Kapitel 6: The Evolution and Importance of Army/Marine Corps Field Manual 3-24, Counterinsurgency 127  Inhaltsverzeichnis 12 Bruno Kasdorf Kapitel 7: Der Leitfaden „Aufstandsbewältigung“ als Beispiel für die Entwicklung und Implementierung von Doktrin-Dokumenten im Heer 133  Hans-Joachim Ruff-Stahl Kapitel 8: Human Factors im Krieg: Ist COIN eine taktische Antwort auf ein strategisches Problem? 137  Florian Wätzel Kapitel 9: Befähigung und Reform lokaler Sicherheitskräfte als strategische Notwendigkeit 149  Teil 2 – Ressortübergreifende Zusammenarbeit – Die Perspektive der Ministerien   Philipp Ackermann und Dorothea Gieselmann Kapitel 10: Afghanistan – Ein Blick auf die Entwicklung des ressortgemeinsamen Ansatzes in Deutschland 171  Axel Dohmen Kapitel 11: Die Perspektive des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundeswehr 179  Stefan Oswald und Christine Toetzke Kapitel 12: „Counterinsurgency“ (COIN) – Eine entwicklungspolitische Perspektive 189  Jörg Bentmann Kapitel 13: Stabilisierungseinsätze zur internationalen Konfliktprävention und -bewältigung. Ein Beitrag aus innenpolitischem Blickwinkel 197  Teil 3 – Erfahrungen und Reflexionen aus dem Einsatz   Hans-Werner Fritz, Hendrik Staigis und Matthias Weber Kapitel 14: Counterinsurgency und Führungsverantwortung im Einsatz am Beispiel ISAF im Jahr 2010 211  Inhaltsverzeichnis 13 Christian von Blumröder Kapitel 15: Shape, Clear, Hold, Build – Die Operation HALMAZAG des Ausbildungs- und Schutzbataillons Kunduz 233  Marcel Bohnert Kapitel 16: COIN an der Basis: Zur Umsetzung des Konzeptes in einer Kampfkompanie der Task Force Kunduz 245  Udo Ewertz Kapitel 17: Nicht die Idee, die Umsetzung… Zivile Einsatzerfahrungen im PRT Kunduz 259  Wolf Plesmann Kapitel 18: Deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan – Ein Beitrag zur Stabilisierung? 271  Gerald Stöter Kapitel 19: Der Polizeiaufbau als Baustein der Reform des Sicherheitssektors 287  Axel Gablik Kapitel 20: „Its all about perception“ – ISAF und das Wirken im Informationsumfeld 303  Björn Schreiber Kapitel 21: Zivil-militärische Zusammenarbeit aus der Perspektive eines CIMIC-Truppführers 323  Christopher Urbas Kapitel 22: Nachrichtengewinnung und Aufklärung – Retrospektive Betrachtung des Nutzens und Wertes gewonnener Nachrichten aus Sicht einer Aufklärungskompanie am Beispiel Afghanistan 335  Wolfgang Lauenroth Kapitel 23: Spezialkräfte der Bundeswehr im Einsatz: Vom Kampf gegen den Terrorismus zur Unterstützung von einheimischen Sicherheitskräften in einer Aufstandsumgebung am Beispiel von Afghanistan 347  Inhaltsverzeichnis 14 Dirk Freudenberg Kapitel 24: Das COMISAF Advisory and Assistance Team (CAAT) als strategisches Instrument im Counterinsurgency-Einsatz in Afghanistan 369  Teil 4 – Lehren und politische Handlungsempfehlungen im Hinblick auf zukünftige sicherheitspolitische Herausforderungen   Ulrich Schlie Kapitel 25: Lehren aus dem Afghanistaneinsatz: Eine Bilanz aus deutscher Sicht 387  Winfried Nachtwei Kapitel 26: Selbstkritische Bilanz und dringende Lehren nach 13 Jahren deutschen Afghanistaneinsatzes 401  Hans-Peter Bartels Kapitel 27: Eine neue Lage und die Notwendigkeit des Lernens 413  Autorenverzeichnis 417  15 Abkürzungsverzeichnis AA Auswärtiges Amt AFG Afghanistan AG Jacop Arbeitsgruppe Joint and Combined Operations AJP Allied Joint Publications ANA Afghan National Army ANDS Afghanistan National Development Strategy ANP Afghan National Police ANSF Afghan National Security Forces ARTF Afghanistan Reconstruction Trust Fund ATP Allied Tactical Publications BAKS Bundesakademie für Sicherheitspolitik BGH Bundesgerichtshof BMF Bundesministerium der Finanzen BMI Bundesministerium des Innern BMVg Bundesministerium der Verteidigung BMWi Bundesministerium für Wirtschaft BMZ Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung C&E Division Communication and Engagement Division CAAT COMISAF/Counterinsurgency Advisory and Assistance Team CAC Combined Arms Center CIA Central Intelligence Agency CIM Centrum für Internationale Migration und Entwicklung CIMIC Civil-Military Cooperation CIV Head Civil Head; Ziviler Leiter (z.B. eines PRT) CIVAD Civil Adviser CJPOTF Combined Joint PSYOPS Task Force CJSOTF-S Combined Joint Special Operations Task Force South COIN Counterinsurgency COM PRT Kommandeur des Provincial Reconstruction Teams COMISAF Kommandeur der International Security Assistance Force COP Combat Outpost CPCC Civil Planing and Conduct Capability CPT Close Protection Team; Personenschutzkommando DA Direct Action DCOS C&E Deputy Chief of Staff Communication and Engagement DDA District Development Assembly DG Distriktgouverneur DGAP Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik DHQ Distrikhauptquartier Abkürzungsverzeichnis 16 EU Europäische Union EUPOL European Union Police Mission EZ Entwicklungszusammenarbeit FM Field Manual FOCUS Akronym: Fragility Assessment, One vision, one plan, Create a Compact, Use PSGs to monitor, Support political dialogue and leadership FSP Fragile State Principles FZ Finanzielle Zusammenarbeit GDPSU General Directorate of Police Special Units GG Grundgesetz GIZ Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GPPT German Police Project Team GWOT Global War on Terror HDv Heeresdienstvorschriften HN Host-nation HQ ISAF SOF Spezialkräfte Hauptquartier von ISAF HQ Hauptquartier HUMINT Human Intelligence IAWG Inter Agency Working Groups IED Improvised Explosive Device IMINT Imagery Intelligence IOM International Organization on Migration IPB Intelligence Preparation of the Battlefield IPCB International Police Coordination Board ISAF International Security Assistance Force ISPK Institut für Sicherheitspolitik an der Universität zu Kiel KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau; Entwicklungsbank KGv Konzeptionelle Grundvorstellungen KLE Key Leader Engagements KSK Kommando Spezialkräfte LOC Line of Communication MA Military Assistance MSU Military Support Unit NATO North Atlantic Treaty Organization NGO Non-Governmental Organization NPP National Priority Programm NRO Nichtregierungsorganisationen; siehe NGO NSA NATO Standardization Agency OEF Operation ENDURING FREEDOM OLG Oberlandesgericht PCA Peace and Conflict Assessments PDF Provincial Development Funds Abkürzungsverzeichnis 17 PMC Private Military Company PRT Provincial Reconstruction Team PSE PSYOPS Support Element PSG Peace and Statebuilding Goals PSK Politisches und Sicherheitspolitisches Komitee R2P Responsibility to Protect RC N Regional Command North RC Regional Command RSM Resolute Support Mission SF Special Forces SFA Security Force Assistance SIGINT Signal Intelligence SOF Special Operations Forces SR Special Reconnaissance STANAG Standard NATO Agreement SWP Stiftung Wissenschaft und Politik TAAC-N Train Advise Assist Command North TF Task Force THW Technisches Hilfswerk TOC Tactical Operation Center TPSE Theatre PSYOPS Support Element TRUST Akronym: Transparency, Risk-sharing, Use and strengthen country systems, Strengthen capacities, Timely and predictable aid TZ Technische Zusammenarbeit UN United Nations UNAMA United Nations Assistance Mission in Afghanistan UNHCR United Nations Refugee Agency US United States USA United States of America VN Vereinte Nationen VPR Verteidigungspolitische Richtlinien Zentrum ZMZBW Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit der Bundeswehr ZFD Ziviler Friedensdienst ZIF Zentrum für Internationale Friedenseinsätze ZMZ/I/A Zentrum Zivil-Militärische Zusammenarbeit/Inland/Ausland

Chapter Preview

References

Zusammenfassung

Der Stabilisierungseinsatz in Afghanistan hat die Außen- und Sicherheitspolitik der Bundesrepublik so nachhaltig geprägt wie kein internationales Engagement zuvor. Der deutsche Beitrag zum Wiederaufbau des Landes war dabei von einem gesamtstaatlichen Ansatz geprägt, bei dem Sicherheit und Entwicklung ineinandergreifen sollten. Die Realität im Einsatzland stellte die deutschen Soldaten, Diplomaten, Entwicklungshelfer und Polizeiausbilder jedoch vor enorme Herausforderungen.

Das Ende des Mandats der internationalen Schutztruppe ISAF zum Jahreswechsel 2015 gibt Anlass, die hier gewonnenen Erfahrungen und Lehren der unterschiedlichen zivilen und militärischen Akteure festzuhalten. Vor dem Hintergrund einer bestenfalls gemischten Erfolgsbilanz, aber auch angesichts der aktuellen Krisen und Konflikte an den Rändern Europas, ist eine solche Aufarbeitung des Einsatzes von außerordentlicher Relevanz.

Der Sammelband bringt eine einzigartige Vielfalt an Perspektiven von einsatzerfahrenen militärischen und zivilen Führungskräften zusammen. Abgerundet wird das Bild durch Analysen der strategischen Konzepte, die den Einsatz prägten, der Perspektive aus den einzelnen Bundesministerien sowie der persönlichen Bilanz von bedeutenden politischen Entscheidungsträgern.

Mit Beiträgen von: Phillip Ackermann, Hans-Peter Bartels, Jörg Bentmann, Christian von Blumröder, Marcel Bohnert, Axel Dohmen, Udo Ewertz, Dirk Freudenberg, Hans-Werner Fritz, Axel Gablik, Dorothea Gieselmann, Volker Halbauer, Stefan Hansen, Jannis Jost, Bruno Kasdorf, Joachim Krause, Wolfgang Lauenroth, Winfried Nachtwei, John A. Nagl, Stefan Oswald, Wolf Plesmann, Hans-Joachim Ruff-Stahl, Helge Rücker, Marcus Schaper, Ulrich Schlie, Björn Schreiber, Robin Schroeder, Hendrik Staigis, Gerald Stöter, Christine Toetzke, Christopher Urbas, Florian Wätzel und Matthias Weber.