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Yasmin Olteanu, Rather be female than green: Einflussvariablen auf das Crowdfunding von Start-ups in:

Andrea-Hilla Carl, Stefanie Kunze, Yasmin Olteanu, Özlem Yildiz, Aysel Yollu-Tok (Ed.)

Geschlechterverhältnisse im Kontext von Unternehmen und Gesellschaft, page 131 - 148

1. Edition 2020, ISBN print: 978-3-8487-6628-4, ISBN online: 978-3-7489-0707-7, https://doi.org/10.5771/9783748907077-131

Series: HWR Berlin Forschung, vol. 70

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Yasmin Olteanu Rather be female than green: Einflussvariablen auf das Crowdfunding von Start-ups Zusammenfassung Der „Warm-Glow“ eines Start-ups kann Einfluss auf das Crowdfunding haben. Die vorliegende Studie bestätigt diese Hypothese für die Geschlechterzusammensetzung des Gründungsteams: Rein weibliche Gründungsteams haben eine 2,7 Mal höhere Chance, sich bereits durch die Crowd finanziert zu haben als rein männliche Gründungsteams. Für die Wirkungsorientierung des Start-ups wird die Hypothese des Warm-Glow jedoch abgelehnt. Für die quantitative Analyse wurde die in Deutschland umfassendste Befragung von Gründerinnen und Gründern herangezogen: der Datensatz des Deutschen Startup Monitors mit Antworten von 1.550 Start-ups. Rather be female than green: Variables of influence on the crowdfunding of startups Abstract The "warm glow" of a start-up can have an effect on crowdfunding. The presented study confirms this hypothesis for the gender composition of the start-up team: female start-up teams have 2.7-fold higher odds of having financed themselves with the crowd than male start-up teams. For the impact orientation of the start-up, however, the warm glow hypothesis is rejected. For the quantitative analysis, the most comprehensive survey of founders in Germany was used: the data set of the German Startup Monitor including answers from 1,550 start-ups. JEL-Klassifizierung: G41, M13 Einleitung Crowdfunding hebt sich von traditionellen Formen der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung unter anderem durch die divergente Motivation der Crowdfunding-Investor*innen ab (Li, Chen, Kotha, & Fisher, 2017; Allison, Davis, Short, & Webb, 2015). Damit weichen Investitionsentscheidungen auf Crowdfunding-Plattformen häufig von klassischen Investor*innen ab. Unter anderem wird die stärkere altruistische Orientierung dieser Investor*innen als Erklärung für dieses Phänomen herangezogen (Allison et al., 2015). Erste empirische Forschung hat diesbezüglich einen Warm-Glow-Effekt identifiziert, der Investor*innen zusätzlich zum finanziellen Nutzen die Genugtuung bringt, Gutes getan zu haben (Allison, McKenny, & Short, 2013). Danach liegt die Vermutung nahe, dass Projekte von Initiatoren, die zum Beispiel aufgrund ihres Geschlechts oder der Zugehörigkeit zu einer Minderheit benachteiligt sind, überproportional häufig erfolgreiche Crowdfunding-Runden abschließen. Zudem kann angenommen werden, dass auch in jene Projekte vorzugsweise investiert wird, die Lösungsansätze zu sozialen oder ökologischen Herausforderungen bieten (Allison et al., 2015). Die vorliegende Studie untersucht diese Annahmen beispielhaft anhand eines Datensatzes über deutsche Start-ups. Als Stellvertretung für eine in der Gründungs-und Wachstumsfinanzierung benachteiligte Gruppe werden Gründerinnen gewählt, die im Vergleich zu Gründern erhebliche Benachteiligung erfahren (Eddleston, Ladge, Mitteness, & Balachandra, 2016; Bigelow, Lundmark, McLean Parks, & Wuebker, 2014; Becker-Blease & Sohl, 2007; Fay & Williams, 1993; Buttner & Rosen, 1988). Start-ups, die eine Umweltorientierung in ihrem Geschäftsmodell tragen, werden als Vertretung für Projekte mit positiver ökologischer oder gesellschaftlicher Wirkung herangezogen. Theorie, Literaturanalyse und Hypothesen Die Warm-Glow-Theorie Im Gegensatz zu den Annahmen der gängigen Wirtschaftstheorien, verhalten sich Menschen nicht immer ausschließlich egoistisch. In vielen Situationen zeigen sie ganz im Gegenteil ein pro-soziales Verhalten. Dies wird vor allem in der Forschung zu öffentlichen Gütern sichtbar: Während die Standardtheorie annimmt, dass der Homo Oeconomicus aufgrund des öffentlichen Zugangs zu diesen Gütern zum häufigen Trittbrettfahren neigt, zeigt 1. 2. 2.1 132 Yasmin Olteanu sich in empirischen Studien, dass dies weit seltener der Fall ist als gedacht. So zahlen zum Beispiel weit mehr Menschen freiwillig Steuern (Andreoni, Erard, & Feinstein, 1998), gehen zur Wahl (Mueller, 2003) oder setzen sich gegen die übermäßige Nutzung öffentlicher Güter ein (Ostrom, 1990), als es rein egoistische Motive vermuten lassen würden. Auch die Entwicklung und Bereitstellung von open-source Software lässt sich nicht durch eine von reinem Selbstinteresse geleitete Entscheidungsfindung erklären (Osterloh, Rota, & Kuster, 2003). Desgleichen wurde festgestellt, dass manche Akteure Entscheidungen, die ihnen einen Vorteil, einem anderen jedoch einen Nachteil verschafft hätten, bewusst nicht verfolgen (Henrich et al., 2001; Bohnet & Frey, 1997). In der Volkswirtschaftslehre werden diese Abweichungen vom rein eigennützigen Verhalten des Homo Oeconomicus mit altruistischen Motiven erklärt: Soziale Präferenzen für das direkte Umfeld oder Verhandlungspartner mit altruistischer Persönlichkeit oder solchen Absichten können somit die Nutzenfunktion und damit die Ausgestaltung des angestrebten Maximalnutzens beeinflussen (Fehr & Schmidt, 2006). Die Warm-Glow-Theorie (Andreoni, 1990) führt ein zusätzliches Element in die Nutzenfunktion eines Geldgebenden ein: Die Genugtuung, Gutes getan zu haben (Allison et al., 2013). Sie verbindet damit das altruistische Handeln mit einer (egoistischen) Nutzenmaximierung. Die Gegenleistungen, die alle Geldgebenden für ihre Investition oder Spende erwarten, können demnach in zwei Kategorien eingeteilt werden: extrinsische (z. B. zukünftige Geldflüsse) und intrinsische (z. B. psychologischer Mehrwert) (Andreoni, 1990). Hierbei werden die Entscheidungen schwerpunktmäßig extrinsisch motivierter Geldgebender vorwiegend durch die erwarteten äußeren Konsequenzen getrieben. Hierzu gehören Geldflüsse oder verbales Lob. Vorwiegend intrinsisch motivierte Geldgebende treffen ihre Entscheidungen hingegen eher für eine Unternehmung, die sie als sinnvoll erachten und deren Unterstützung ihnen Genugtuung oder Erfüllung bereitet (Gagné & Deci, 2005). Crowdfunding als Finanzierungsinstrument Crowdfunding ist ein vergleichsweise junges Finanzierungsinstrument, das es ermöglicht, Kapital von einer großen, multiplexen Gruppe individueller Investor*innen aufzunehmen (Short, Ketchen, McKenny, Allison, & Ireland, 2017; Schwienbacher & Larralde, 2010). Kapitalgebende können über ein Onlineportal kleine Geldbeträge in die dort vorgestellten und gelisteten Projekte investieren (Mollick, 2014). Die Herangehensweise ist dabei heterogen: Vier verschiedene Kategorien können unterschieden werden. Auf der einen Seite stehen jene Projekte, die ihren Unterstützenden finanzielle Ren- 2.2 Rather be female than green: Einflussvariablen auf das Crowdfunding von Start-ups 133 diten bieten. Hierzu gehören bezinste Kredite oder Eigenkapitalaufnahme. Auf der anderen Seite stehen diejenigen Projekte, die nicht-monetäre Gegenleistungen (wie zum Beispiel das Pilotprodukt) anbieten, sowie rein spendenbasierte (Kuppuswamy & Bayus, 2015). Für den Erfolg eines Projekts hat die Crowdfunding-Forschung eine Reihe von entscheidenden Faktoren identifiziert, darunter die Größe des Netzwerks der Entrepreneur*innen, der Standort des Projekts und das Setzen von Qualitätssignalen (Mollick, 2014). Auch ein gutes Narrativ mit einer Verbindung zwischen Text, Ton- und Videomaterial (Ciuchta, Letwin, Stevenson, & McMahon, 2016) und eine energische Kommunikation von Leidenschaft (Davis, Hmieleski, Webb, & Coombs, 2017; Li et al., 2017) erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine Investition erfolgreich abzuschließen. Studien zu Crowdfunding-Investor*innen kommen zu dem Schluss, dass eine größere altruistische Motivation vorliegt als bei Investor*innen in andere Finanzierungsinstrumente (Allison et al., 2015). Crowdfunding-Investor*innen finanzieren Projekte daher häufig, um die Gründer*innen zu unterstützen. Zudem versprechen sie sich Vorteile im Hinblick auf einen frühen Zugriff auf neu entwickelte Produkte (Li et al., 2017). Im Gegensatz zu professionellen, handelt es sich bei Crowdfunding-Investor*innen meist um Amateur*innen mit moderaten Geldmitteln und eingeschränktem Wissen in Bezug auf formelle Investitionsentscheidungen (Li et al., 2017; Mollick, 2014). Innerhalb der Crowdfunding-Projekte wurde zudem trotz der digitalen Natur des Finanzierungsinstruments die Präsenz eines Gemeinschaftsgefühls festgestellt, zwischen den individuellen Investor*innen sowie mit den Gründer*innen. Je stärker dieses ausgeprägt ist, desto erfolgreicher entwickeln sich weitere Finanzierungsrunden (Butticè, Colombo, & Wright, 2017). Die oben eingeführte Warm-Glow-Theorie kann auf Crowdfunding-Investor*innen übertragen wird, die altruistischer motiviert sind als andere Investor*innen (Allison et al., 2015) und kleine Geldmengen in konkrete Projekte investieren. Die Erklärungskraft der Warm-Glow-Theorie für Geldflüsse von der Crowd in prosoziale Vorhaben wurde im Kontext von spenden-basiertem Crowdfunding bestätigt (Cecere, Le Guel, & Rochelandet, 2017). Für kredit- und investitions-basiertes Crowdfunding liegen nach Wissen der Autorin bisher keine empirischen Studien vor. Geschlechterverhältnisse in der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Zahlreiche Studien im Bereich Gründungs- und Wachstumsfinanzierung zeigen, dass Gründerinnen im Vergleich zu Gründern Benachteiligungen ausgesetzt sind. Die Wahrscheinlichkeit, Bankdarlehen (Eddleston et al., 2.3 134 Yasmin Olteanu 2016; Fay & Williams, 1993; Buttner & Rosen, 1988), außerbörsliches Eigenkapital (Becker-Blease & Sohl, 2007) oder Investitionen von institutionellen Kapitalmarktteilnehmenden (Bigelow et al., 2014) zu erhalten, ist deutlich geringer. Zusätzlich fordern Investor*innen vergleichsweise größere Eigentumsübertragungen (Becker-Blease & Sohl, 2007). Die zugrunde liegenden Gründe werden in der Forschung unter verschiedenen Gesichtspunkten und mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen untersucht (Johnson, Stevenson, & Letwin, 2018; Kanze, Huang, Conley, & Higgins, 2018; Hechavarría et al., 2017). Zwei Erklärungsansätze bilden den Hauptstrom der wissenschaftlichen Zugänge. In einem Hauptstrang fokussieren sich Studien auf die strukturellen Unterschiede zwischen den Gründungen von Frauen und Männern, die einen Rückschluss auf den identifizierten Gender-Bias zulassen (Ahl, 2006; Coleman, 2000; Fabowale, Orser, & Riding, 1995). Die Unterschiede beziehen sich sowohl auf grundlegende Faktoren im Bereich der Nachfrage als auch auf solche, die das Angebot betreffen. Gründerinnen tendieren dazu, mit weniger Kapital zu gründen und in den darauffolgenden Jahren mit signifikant weniger Fremd- und Eigenkapital zu planen (Gather, Schmidt, Ulbricht, & Tchouvakhina, 2014; Coleman & Robb, 2009). Sie fragen im Vergleich weniger und niedrigere Kredite oder Investitionen nach als Gründer (Gather et al., 2014). Weiblich-gegründete Unternehmen tendieren auch dazu, kleiner und weniger profitabel zu sein; und sie wachsen langsamer als ihre männlich-gegründeten Pendants (Gather, Schürmann, & Trenkmann, 2017; Gather, Schmidt, & Ulbricht, 2010; Henrekson & Du Rietz, 1999; Rosa & Hamilton, 1994; Kalleberg & Leicht, 1991). Diese Faktoren haben Einfluss auf das Angebot, da die Attraktivität einer Investition für Investor*innen und Banken vergleichsweise niedriger ist (Fabowale et al., 1995). Der andere wissenschaftlich-richtungsweisende Zugang zur Erforschung des Phänomens Gender-Bias in der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung untersucht die Haltung und Einstellungen der Investor*innen und Gründer*innen. Die ersten Studien in diesem Bereich identifizierten eine Diskrepanz zwischen den Wesensmerkmalen, die Frauen zugesprochen und jenen, die mit erfolgreichen Entrepreneur*innen verknüpft werden (Buttner & Rosen, 1988). Andere ergänzten diese Ergebnisse, indem sie vor allem die unterschiedliche Einschätzung der Kompetenz von Gründerinnen und Gründern feststellen (Carter, Gartner, Shaver, & Gatewood, 2003; Eagly & Karau, 2002). Ergebnisse zur Interaktion mit potentiellen Investor*innen, die sich bei Gründerinnen vor allem auf die Prävention des Scheiterns, bei Gründern dagegen zum Großteil auf Potenziale und Wachstumsaussichten fokussiert, unterstreichen diese Erkenntnisse (Kanze et al., 2018). Zusätzlich erwarten Investor*innen von Gründerinnen eine höhere Qualifikation als von Rather be female than green: Einflussvariablen auf das Crowdfunding von Start-ups 135 Gründern (Fay & Williams, 1993). Viele Studien raten Entrepreneurinnen daher, ihre femininen Merkmale und Eigenschaften in den Hintergrund zu stellen, um die Wahrscheinlichkeit einer Finanzierung zu erhöhen (Buttner & Rosen, 1988). Mit dem Aufkommen neuer Finanzierungsformen wird der beschriebene klassische Gender-Bias jedoch in Frage gestellt: Empirische Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Gründerinnen hier gerade aufgrund existierender gesellschaftlicher geschlechtsbasierter Vorurteile sogar Vorteile bei der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung haben können. Diese Finanzierungsformen sind beispielsweise die Mikrofinanz, Peer-to-Peer Innovationen und das Crowdfunding (Bruton, Khavul, Siegel, & Wright, 2015). Vor allem erste Studienergebnisse zu Geschlechterverhältnissen im Crowdfunding deuten darauf hin, dass Gründerinnen hier im Gegensatz zu anderen Finanzierungsformen gegenüber ihren männlichen Pendants einen Vorteil genießen (Greenberg & Mollick, 2017; Pope & Snyder, 2011). Zur Erklärung finden sich zwei unterschiedliche theoretische Ansätze. Der erste beruht auf der Annahme, dass sich im Crowdfunding sowohl auf der Investor*innen, als auch auf der Gründer*innenseite mehr Frauen finden als in anderen Finanzierungsmärkten. Aufgrund von Ähnlichkeitsattraktion und der Tendenz von unterrepräsentierten Gruppen zur Unterstützung anderer unterrepräsentierten Gruppen, wird erwartet, dass Investorinnen überproportional häufig Gründerinnen unterstützen (Greenberg & Mollick, 2017). Dieses Argument wird jedoch von einer Studie infrage gestellt, die auch unter den Investor*innen auf Crowdfunding-Plattformen eine männliche Mehrheit findet und zudem dokumentiert, dass Investorinnen im Gegenteil mehrheitlich männliche Entrepreneure unterstützen (Marom, Robb, & Sade, 2014). Sozioökonomische Faktoren haben daher vermutlich nur eine begrenzte Erklärungskraft für den Vorteil von Gründerinnen auf Crowdfunding-Plattformen. Der andere theoretische Ansatz zur Erklärung dieses Unterschieds bedient sich der Warm-Glow Theorie (Andreoni, 1990). Die vorliegende Studie folgt dem zweiten dieser theoretischen Ansätze und betrachtet daher im Folgenden den Effekt des Warm-Glow auf die Crowfunding-Finanzierung. Grüne Start-ups und ihre Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Grüne Start-ups sind junge innovative Wachstumsunternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen überdies einen Beitrag zu einer Green Economy leisten (Bergset & Fichter, 2015). Sie sind damit High Potentials in Bezug auf eine Vielzahl wirtschaftlicher Kennzahlen, wie zum Beispiel die Schaffung von Arbeitsplätzen. Zusätzlich streben sie jedoch 2.4 136 Yasmin Olteanu auch die Schaffung von ökologischem und/oder gesellschaftlichem Mehrwert an (Hockerts & Wüstenhagen, 2010). Im Vergleich zu etablierten innovativen Unternehmen, sind es vor allem Start-ups, die radikale Innovationen auf den Markt bringen (Fichter & Clausen, 2016). Im Rahmen der Transformation hin zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem, kommt ihnen dadurch eine Schlüsselrolle zu. Aspekte der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung von grünen Startups wurden bisher nur unzureichend untersucht. Die wenigen existierenden empirischen Studien identifizieren eine Diskrepanz zwischen der Finanzierungssituation grüner Start-ups und jener anderer junger Unternehmen: Grüne Start-ups berichten häufiger von Schwierigkeiten mit der Kapitalbeschaffung (Fichter & Olteanu, 2019; Bergset, Darrall, & Fichter, 2017; Bocken, 2015). Sie arbeiten entsprechend mit einer andersartigen Kapitalstruktur und einer niedrigeren Fremdkapitalquote (Siqueira, Guenster, Vanacker, & Crucke, 2018). Zum Einfluss der Umweltorientierung von Start-ups auf den Erfolg von Crowdfunding-Runden existieren desgleichen nur wenige Studien, und diese kommen zu uneinheitlichen Ergebnissen: In zwei Studien korreliert die soziale oder Umweltorientierung positiv mit dem Fundingerfolg (Vismara, 2018; Calic, 2017), zwei weitere finden keine signifikante Korrelation (Lagazio & Querci, 2018; Hörisch, 2015). Die Rolle des Geschlechts der Gründer*innen auf den Erfolg von Crowdfunding-Runden grüner Start-ups wurde in diesen Studien nicht untersucht. Entwicklung der Hypothesen Die Warm-Glow-Theorie geht davon aus, dass Geldgebende prosoziale Entscheidungen treffen, weil sie sich aus der Tatsache Gutes getan zu haben einen psychologischen Mehrwert erhoffen. Die individuelle Maximierung der Nutzengleichung führt solange zu prosozialen Entscheidungen, wie dieser intrinsische Mehrwert die extrinsischen Leistungen anderer potentieller Geldanlagen übertrifft. Eine Investition in ein von Frauen gegründetes Start-up könnte aufgrund des oben beschriebenen Gender-Bias in der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung als größerer Nutzen wahrgenommen werden als eine Investition in ein anderes Start-up, und dem Investierenden folglich ein vergleichsweise besseres Gefühl geben (Johnson et al., 2018). Es kann daher davon ausgegangen werden, dass sich Gründerinnen unter Annahme der Konstanz struktureller Faktoren wie beispielsweise Wachstum oder Profitabilität erfolgreicher durch Crowfunding finanzieren. Folgende Hypothese wird formuliert: 2.5 Rather be female than green: Einflussvariablen auf das Crowdfunding von Start-ups 137 H1: Unter Annahme der Konstanz anderer struktureller Faktoren, finanzieren sich Start-ups mit weiblichen Gründer*innen/Gründer*innenteams häufiger durch Crowdfunding als andere Start-ups. Die Warm-Glow-Theorie kann auch auf den Crowdfundingerfolg von grünen Start-ups angewendet werden: Die positive gesellschaftliche oder ökologische Wirkung des Start-ups könnte von Investor*innen als psychologischer Mehrwert angesehen werden. Folglich wird die Annahme getroffen, dass grüne Start-ups häufiger Crowdfunding-Runden abschließen als andere Start-ups. Die sich daraus ableitende zweite Hypothese in dieser Studie lautet daher: H2: Unter Annahme der Konstanz anderer struktureller Faktoren, korreliert der Grad des Beitrags zur Green Economy eines Start-ups positiv mit erfolgtem Crowdfunding. Methode und Daten Um die entwickelten Hypothesen zu testen wird ein quantitatives Forschungsdesign gewählt. Die relevante Grundgesamtheit für diese Untersuchung sind aufgrund der Datenverfügbarkeit und des Forschungsinteresses alle im Jahr 2018 in Deutschland ansässigen Start-ups. Ein Start-up wird definiert als "jung, innovativ und wachstumsorientiert" (Dee, Gill, Weinberg, & McTavish, 2015, S. 8). Der Definition des Deutschen Startup Verbandes folgend, umfasst diese Definition alle jungen innovativen Wachstumsunternehmen bis zum Alter von zehn Jahren (Kollmann, Hensellek, Jung, & Kleine-Stegemann, 2018). Belastbare Zahlen über die Bestandsgröße aller Startups in Deutschland im Rahmen dieser Definition liegen derzeit nicht vor. Der Green Startup Monitor 2018 schätzt allerdings, dass im Jahr 2018 rund 23.700 Start-ups alle drei Einschlusskriterien erfüllten: Innovationskraft, Wachstumsorientierung und ein Alter unter 10 Jahren (Fichter & Olteanu, 2019). Als Stichprobe wird die Datenbank des Deutschen Startup Monitors herangezogen. Sie stellt die in Deutschland umfassendste Befragung unter Gründer*innen dar. Die Daten werden jährlich vom Bundesverband Deutsche Startups e.V. durch einen Online-Fragebogen erhoben, der über verschiedene relevante Netzwerkpartner*innen (z. B. Business Angels, Venture-Capital-Investor*innen, Akzeleratoren, Inkubatoren und Gründungsförderzentren) gestreut. Die Daten für 2018 wurden im Zeitraum vom 14.05.-17.6.2018 erhoben und beinhalten Antworten von 1.550 Gründer*innen von Start-ups mit (geplantem) Wachstum und hoher Innovationskraft 3. 138 Yasmin Olteanu im Alter von 0 bis 10 Jahren. Da die beschriebene Stichprobenziehung nicht zufällig ist, ist die Verallgemeinerbarkeit der aus dieser Stichprobe stammenden Ergebnisse und damit ihre externe Validität begrenzt. Angesichts der Stichprobengröße können sie dennoch als wichtige Momentaufnahme angesehen werden. Eine Ableitung der Kausalität aus der Theorie und früherer Studienergebnisse soll die interne Validität sichern. Externe Reliabilität kann nur für die Konsistenz zwischen den Teilnehmer*innen aufgrund des gleichbleibenden Online-Fragebogens angenommen werden. Der Studienaufbau ermöglicht keine Test-Retest-Methode. Es können somit keine Annahmen über die Stabilität der Ergebnisse über die Zeit getroffen werden. Zur Überprüfung der Hypothesen werden drei Variablen herangezogen: die binäre abhängige Variable „Erfolgtes Crowdfunding“ stützt sich auf die Antwort “Crowdfunding/Crowdinvesting“ auf die Frage: „Mit welchen Kapitalquellen wurde Dein Startup bis heute finanziert?“ (Mehrfachantwort). Die Variable steht damit für jene Start-ups, die in der Vergangenheit Kapital von der Crowd aufnehmen wollten, die Kampagne durchgeführt und erfolgreich abgeschlossen haben. Die kategoriale unabhängige Variable „Geschlechterzusammensetzung Gründungsteam“ fußt auf den demografischen Angaben zu den jeweiligen Gründungsteams der teilnehmenden Start-ups. Aus den Angaben werden drei Kategorien gebildet: Rein weibliche, rein männliche und gemischtgeschlechtliche Gründungsteams. Die zweite, ordinale, unabhängige Variable „Zuordnung zur Green Economy“ schließlich, basiert auf der Antwort auf die Aussage: „Unsere Produkte/Dienstleistungen lassen sich der Green Economy zuordnen, weil sie gezielt einen Beitrag zum Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz leisten.“. Die Zustimmung zu dieser Aussage wurde auf einer 5-Punkt Likert-Skala erfasst (von „Ich stimme voll und ganz zu“ bis „Ich stimme überhaupt nicht zu“.). Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Verteilungen innerhalb der drei Variablen. Lediglich drei Prozent der 1.260 Start-ups (38 junge Unternehmen), die die relevante Frage beantwortet haben, haben sich bereits durch Crowdfunding finanziert. Dieses Finanzierungsinstrument ist unter den deutschen jungen innovativen Wachstumsunternehmen also (noch) eine Randerscheinung. Unter den betrachteten Gründungsteams sind rein weibliche Teams mit nur knapp zehn Prozent (152 von 1.550 Teams) stark unterrepräsentiert. 20 Prozent (306) der Gründungsteams sind gemischtgeschlechtlich besetzt. Die überwiegende Mehrheit der Teams besteht damit aus nur männlichen Teammitgliedern: 70 Prozent, also 1.092 der untersuchten Gründungsteams sind rein männlich besetzt. Einer Einordnung zur Green Economy stimmen 50 Prozent der Start-ups in der Stichprobe (überhaupt) nicht zu. Dagegen stimmen 33 Prozent der Aussage zu (oder voll Rather be female than green: Einflussvariablen auf das Crowdfunding von Start-ups 139 und ganz zu), dass ihre Produkte und Dienstleistungen einen Beitrag zur Green Economy leisten. Dies entspricht 442 jungen Unternehmen. Verteilung der abhängigen und unabhängigen Variablen über die Stichprobe Variable Ausprägung Anzahl Anzahl alsSpalten % nein 1.222 97% Erfolgtes Crowdfunding ja 38 3% Gesamt 1260 100% rein weibliche Teams 152 10% rein männliche Teams 1.092 70% Geschlechterzusammensetzung Gründungsteam gemischtgeschlechtliche Teams 306 20% Gesamt 1.550 100% stimme überhaupt nicht zu 403 30% stimme nicht zu 264 20% Zuordnung zur Green Economy neutral 239 18% stimme zu 224 17% stimme voll und ganz zu 218 16% Gesamt 1.348 100% Die entwickelten Hypothesen werden in einem ersten Schritt bivariat überprüft. Anschließend wird eine Regressionsgleichung entwickelt. Diese hat zum Ziel, strukturelle Unterschiede, die über die untersuchten Variablen hinausgehen, zu kontrollieren und die Interrelation der untersuchten Variablen offenzulegen. Resultate Die statistische Überprüfung der entwickelten Hypothesen führt zur Bestätigung von Hypothese 1: Die Geschlechterzusammensetzung des Gründungsteam korreliert signifikant mit der Erfahrung, durch Crowdfunding Kapital aufgenommen zu haben (X2 (2, N=1.260) =7,021; p=0,030). Rein weibliche Gründungsteams erhalten dreimal häufiger als rein männliche Gründungs- Tabelle 1: 4. 140 Yasmin Olteanu teams eine Finanzierung von der Crowd; gemischtgeschlechtliche Gründungsteams doppelt so häufig wie rein männliche Teams. Abbildung 1 stellt diese Korrelation dar. Hypothese 2 wird dagegen nicht bestätigt. Der Grad der Zuordnung zur Green Economy korreliert also nicht signifikant mit bereits erfolgreich durchgeführtem Crowdfunding (p=0,237). Die Korrelation zwischen der Geschlechterzusammensetzung des Gründungsteams und erfolgtem Crowdfunding  94% 98% 96% 6% 2% 4% 90% 91% 92% 93% 94% 95% 96% 97% 98% 99% 100% rein weibliche Teams rein männliche Teams gemischte Teams Kein erfolgtes Crowdfunding Erfolgtes Crowdfunding Für das logistische Regressionsmodel werden zusätzlich zu den bereits eingeführten unabhängigen Variablen zwei Kontrollvariablen einbezogen. Durch die Einbeziehung sollen mögliche Verzerrungen in der Analyse vermieden werden, die auf die oben skizzierten strukturellen Unterschiede zwischen den jungen Unternehmen von Gründerinnen und Gründern (z. B. weniger Wachstum, weniger Profitäbilität) zurückzuführen sind. Es handelt sich um Näherungswerte für die Wachstumsstrategie und die Profitorienterung, und damit um die auf einer 6-Punkt Likert-Skala (sehr wichtig – sehr unwichtig) erfassten Antworten zu den beiden Fragen: „Welche Unternehmensstrategien sind für Dein Startup aktuell wichtig? Schnelles Wachstum“ und „Welche Unternehmensstrategien sind für Dein Startup aktuell wichtig? Profitabilität“. Es liegen für 1.218 Fälle Daten für die zwei unabhängigen Variablen, die zwei Kontrollvariablen und die abhängige Variable vor. Das bi- Abbildung 1: Rather be female than green: Einflussvariablen auf das Crowdfunding von Start-ups 141 när logistische Regressionsmodell wird in zwei Blöcken mit jeweils einem Schritt unter Verwendung der Einschlussmethode und basierend auf dem Wahrscheinlichkeitsverhältnis erstellt. Der Waldtest wird zur Berechnung der Signifikanz verwendet. Eine Chi-Quadrat-Verteilung erlaubt jedoch eine Interpretation in Übereinstimmung mit anderen Chi-Quadrat-Tests. Die Signifikanz des Gesamtmodells wird mittels eines Omnibus-Tests (p=0,049) geschätzt und bestätigt. Ein Hosmer und Lemeshow Anpassungsgüte-Test (Hosmer & Lemeshow, 1980) bestätigt die statistische Relevanz der Differenz zwischen dem Null- und dem entwickelten Modell (p=0,493). Tabelle 2 stellt die in die Gleichung aufgenommenen Variablen dar. Tabelle 2: Logistische Regression: Variablen in der Gleichung Variable Regressionskoeffizient Standardfehler Wald df Sig. Exp(B) Wachstumsstrategie -0,054 0,126 0,182 1 0,669 0,948 Profitorientierung -0,093 0,144 0,420 1 0,517 0,911 Zuordnung zur Green Economy 0,204 0,114 3,181 1 0,075 1,226 Rein männliche Teams 5,551 2 0,062 Rein weibliche Teams 0,986 0,458 4,630 1 0,031 2,682 Gemischte Teams 0,604 0,385 2,460 1 0,117 1,829 Konstante -2,661 0,908 8,581 1 0,003 0,070 Bei Berücksichtigung der Signifikanzen kann mithilfe des Regressionsmodells nur für ein Verhältnis der Zufall nicht ausgeschlossen werden: Im Vergleich zu den Chancen rein männlicher Gründungsteams und unter Annahme der Konstanz aller anderer Variablen, sind die Chancen sich bereits erfolgreich durch Crowdfunding finanziert zu haben für rein weibliche Gründungsteams 2,7 Mal höher (p=0,031). Die Chancen gemischtgeschlechtlicher Teams sind im Vergleich zu jenen der rein männlichen Teams noch 1,8 Mal höher. Dieses Verhältnis ist statistisch jedoch nicht signifikant (p=0,117). Die Regressionsgleichung kommt also zu dem Ergebnis, dass die Chance für erfolgreiches Crowdfunding unter Konstanz aller anderen Variablen für rein weibliche Gründungsteams statistisch signifikant höher ist. Damit werden die bivariaten Ergebnisse bestätigt: Die Geschlechterzusammensetzung des Gründungsteams hat signifikanten Einfluss auf erfolgtes Crowdfunding. Die Zuordnung zur Green Economy nicht. Die Vorhersagekraft des Modells wird mit Nagelkerkes R2 getestet (Nagelkerke, 1991): Die Variablen „Geschlechterzusammensetzung Gründungsteam“ und „Zuordnung zur Green Economy“ erklären 3,1 Prozent der Va- 142 Yasmin Olteanu riation der abhängigen Variablen. Mit den Kontrollvariablen erhöht sich die Erklärkraft des Modells nur geringfügig auf 3,3 Prozent. Dieser Prozentwert erscheint niedrig, reflektiert aber die Ergebnisse anderer Studien zu Finanzierungsentscheidungen: eine niedrige Erklärkraft einzelner unabhängiger Variablen. Die Geschlechterzusammensetzung des Gründungsteams ist damit eine Variable unter vielen, kann aber unter Umständen, die noch näher untersucht werden müssen, einen entscheidenden Einfluss haben. Zusammenfassend wird Hypothese 1 (Weibliche Gründungsteams finanzieren sich häufiger durch Crowdfunding) sowohl bivariat als auch im Zusammenspiel mit den Kontrollvariablen bestätigt. Hypothese 2 (Der Grad des Beitrags zur Green Economy korreliert positiv mit Crowdfunding) wird abgelehnt. Diskussion Eine der zwei aufgestellten Hypothesen wird klar bestätigt: Weibliche Gründungsteams schließen häufiger erfolgreich Crowdfunding-Runden ab. Dieses Ergebnis bestätigt vorherige empirische Erbgebnisse (Greenberg & Mollick, 2017; Pope & Snyder, 2011) und unterstützt die theoretische Annahme, dass der Warm-Glow, der von einer Investition in ein von einer benachteiligten Gruppe gegründetes Start-up ausgeht, stark genug ist, um die Nutzengleichung der Investor*innen zu beeinflussen. Die Hypothese, dass auch grüne Start-ups häufiger von Crowdfunding profitieren, hat sich in dieser Studie nicht bestätigt. Da die wenige Empirie, die sich zu diesem Thema findet, zu uneinheitlichen Ergebnissen kommt, kann dieses Resultat als Unterstützung derjenigen Studien angesehen werden, die keine signifikante Korrelation identifzieren (Lagazio & Querci, 2018; Hörisch, 2015). Der Warm-Glow jener Start-ups, die Lösungen für gesellschaftliche oder ökologische Herausforderungen anbieten, ist also entweder nicht ausreichend stark oder wird durch andere noch zu identifizierende Faktoren gehemmt. Die Studie legt eine Reihe weiterer Untersuchungen nahe. Hierzu gehören ergänzende qualitative Analysen der Entscheidungsfaktoren für oder gegen Warm-Glow-Investitionen, sowie die Erforschung der Rolle weiterer entscheidender Faktoren aufseiten der Start-ups und Gründungsteams (wie zum Beispiel Kommunikations- und und Netzwerkverhalten). Die praktische Relevanz dieser Ergebnisse betrifft vor allem Gründerinnen von Start-ups, die sich in einer Finanzierungsphase befinden, und das unterstützende Ökosystem: Während Gründerinnen in der traditionellen Gründungs- und Wachstumsfinanzierung weitgehend Vorurteilen und wei- 5. Rather be female than green: Einflussvariablen auf das Crowdfunding von Start-ups 143 teren Nachteilen ausgesetzt sind, können sie im Bereich Crowdfunding auf Vorteile bauen: Eine Investition von Zeit und Ressourcen führt hier überproportional häufig zu einem Finanzierungserfolg. Literaturverzeichnis Ahl, H. (2006). 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References

Abstract

Claudia Gather, feminist, researcher, networker, mentor, professor and tireless political influencer, has left a lasting impression in recent decades through her work, thinking and actions, not only on the field of gender studies in terms of research, teaching and practice but also on those people she has supported carefully and without question over the years. This is reason enough to dedicate an anniversary publication which honours her academic life work to her. This anniversary publication assembles articles on the topics of work, entrepreneurship, power and sustainability contributed by her long-time friends and colleagues. All of them critically discuss pathways for more gender equality and pluralism in academia and society in each respective context. With contributions by Philipp Kenel; Irem Güney-Frahm; Tanja Fendel, Özlem Yildiz; Tanja Schmidt; Stefanie Kunze, Mirko Bendig; Yasmin Olteanu; Lena Schürmann; Ulrike Marx, Albrecht Becker; Bouchra Achoumrar; Thomas Afflerbach, Katharina Gläsener; Anna Kasten, Kerstin Raule; Katharina Gapp-Schmeling, Anneli Heinrich; Anna Brüning-Pfeiffer; Sabine Hark, Friederike Maier.

Zusammenfassung

Claudia Gather: Feministin, Forscherin, Netzwerkerin und Mentorin sowie unermüdliche Hochschulgestalterin und Hochschullehrerin; sie hat durch ihr Schaffen, Denken und Handeln in den letzten Jahrzehnten bleibende Eindrücke hinterlassen, nicht nur in den Gender Studies in Forschung, Lehre und Praxis, sondern auch bei Menschen, die sie im Laufe der Jahre umsichtig und selbstverständlich unterstützt hat. Ein Grund, sie mit dieser Festschrift für ihr wissenschaftliches Lebenswerk zu würdigen. Die Festschrift versammelt Aufsätze von Wegbegleiter*innen zu den Themenkomplexen Arbeit, Gründung, Macht und Nachhaltigkeit, die in ihren Kontexten jeweils kritisch die Frage nach Wegen zu mehr Geschlechtergleichheit und Pluralismus in Wissenschaft und Gesellschaft diskutieren. Mit Beiträgen von Philipp Kenel; Irem Güney-Frahm; Tanja Fendel, Özlem Yildiz; Tanja Schmidt; Stefanie Kunze, Mirko Bendig; Yasmin Olteanu; Lena Schürmann; Ulrike Marx, Albrecht Becker; Bouchra Achoumrar; Thomas Afflerbach, Katharina Gläsener; Anna Kasten, Kerstin Raule; Katharina Gapp-Schmeling, Anneli Heinrich; Anna Brüning-Pfeiffer; Sabine Hark, Friederike Maier.