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Ralf Lindner, Nils B. Heyen, Michael Decker, Elisabeth Ehrensperger, Stephan Lingner, Constanze Scherz, Mahshid Sotoudeh, Gesellschaftliche Transformationen und Technikfolgenabschätzung – Einführung in den Konferenzband in:

Ralf Lindner, Michael Decker, Elisabeth Ehrensperger, Nils B. Heyen, Stephan Lingner, Constanze Scherz, Mahshid Sotoudeh (Ed.)

Gesellschaftliche Transformationen, page 11 - 18

Gegenstand oder Aufgabe der Technikfolgenabschätzung?

1. Edition 2021, ISBN print: 978-3-8487-6035-0, ISBN online: 978-3-7489-0155-6, https://doi.org/10.5771/9783748901556-11

Series: Gesellschaft - Technik - Umwelt, vol. 22

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Ralf Lindner, Nils B. Heyen, Michael Decker, Elisabeth Ehrensperger, Stephan Lingner, Constanze Scherz und Mahshid Sotoudeh Gesellschaftliche Transformationen und Technikfolgenabschätzung – Einführung in den Konferenzband Mit dem Begriff „Transformation“ wird seit einigen Jahren der ebenso umfassende wie tiefgreifende Umbau gesellschaftlicher Strukturen und Verhaltensmuster bezeichnet. Gemeint sind damit zum einen primär technologie- und marktgetriebene Transformationsprozesse, wie sie prototypisch am Beispiel der Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft sowie mit Blick auf die breite Anwendung von Künstlicher Intelligenz intensiv diskutiert werden. Zum anderen sind damit sozio-technische Transformationsprozesse angesprochen, die im Kern auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit abzielen bzw. zur Lösung der sogenannten „Grand Challenges“ (Decker et al. 2018; Foray et al. 2012; Kuhlmann/Rip 2014) beitragen sollen. Zu den zentralen Transformationsfeldern dieser Provenienz werden insbesondere der Umbau der Energie-, Verkehrs-, Produktions- und Agrarsysteme gezählt. Mit Blick auf die Forschungs-, Technologie- und Innovationspolitik (FTI) ist damit eine paradigmatische Neuausrichtung verbunden, die sich nicht mehr auf die Ertüchtigung der innerfachlichen Performanz von Forschungs- und Innovationssystemen beschränkt, sondern sich zunehmend stärker an gesellschaftlichen Bedarfen und zentralen Problemlagen ausrichtet (Daimer et al. 2012; Schot/Steinmüller 2019; Weber/Rohracher 2012). Auf Ebene politisch-strategischer Initiativen sind in jüngster Zeit insbesondere verschiedene Varianten missionsorientierter Forschungs- und Innovationspolitik ins Leben gerufen worden, um diese umfassenden und komplexen Herausforderungen mit politisch handhabbaren Maßnahmen zu adressieren (Mazzucato 2018; Larrue 2019). Beide – technologiegetriebene wie problem- bzw. bedarfsorientierte – Formen sozio-technischer Transformationsprozesse zeichnen sich aus durch ihren ausgesprochenen Querschnittscharakter, sektorübergreifende Interdependenzen, weite Zeithorizonte, hohe sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Eingriffstiefen, die den Einzelnen wie auch alle gesellschaftlichen Ebenen umfassen. Analytisch handelt es sich bei diesen tiefgreifenden Veränderungen um die Transformation ganzer sozio-technischer Systeme, bei denen sich die Art und Weise der Funktionserfüllung der jeweiligen Systeme signifikant verändert. Bei der Ausgestaltung und Koordinierung dieser Wandlungsprozesse kommt staatlicher Politik eine zentrale Rolle zu, die sowohl die verbindliche Verständigung über Richtung und Ziele der Transformation, als auch Steuerungs- und Umsetzungsaufgaben umfasst (Weber/Rohracher 2012; Boon/Edler 2018). Zu den wesentlichen Herausforderungen für staatliches Handeln in diesem Kontext, die hier nur angedeutet werden können, zählen die komplexen und ambivalenten Eigenheiten der jeweiligen sozio-technischen Systeme und ihres Wandels. So gilt es, die je spezifischen Kombinationen von technischen und nicht-technischen Innovationen ebenso zu berücksichtigen wie die Wechselwirkungen und Interdependenzen zwischen den sich transformierenden Systemen, die unterschiedlichen Akteurskonstellationen sowie die zahlreichen divergierenden Rationalitätsansprüche der beteiligten Akteure und die vorhandenen Unsicherheiten. In der Konsequenz geht transformations- und missionsorientierte FTI-Politik, aufgrund der unvermeidlichen Neuverteilung von Gewinnern und Verlierern sowie der oft tiefen lebensweltlichen Eingriffe, mit einer bislang ungekannten normativen Aufladung und zum Teil Politisierung dieses Politikfeldes einher und stellt in der Konsequenz wesentliche Legitimationsfragen neu. Gerade hier kann Technikfolgenabschätzung (TA) durch ihre umfassenden Erfahrungen mit technikinduzierten gesellschaftlichen (Groß-)Konflikten wertvolles Orientierungswissen beisteuern und Zukunftsdiskurse bereichern. Da derartig komplexe und unübersichtliche Transformationsprozesse immer auch mit Unsicherheiten über Effekte, Folgen und Nebenwirkungen einhergehen, fallen sie ohnehin in den genuinen Gegenstandsbereich der TA. Schließlich entspricht es dem traditionellen Selbstverständnis der TA, Orientierungswissen über Chancen und Risiken, intendierte und nicht-intendierte Folgen zu generieren sowie über gesellschaftliche Akzeptabilität von mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen verwobenen sozio-technischen Entwicklungen zu reflektieren. Neben einer überwiegend analytisch-distanzierten, auf die Beratung von politischen Entscheidungsträgern zielenden Auseinandersetzung mit potenziellen Technologie- und Transformationsfolgen eröffnen sich allerdings gerade auch im Kontext der problem- und zielorientierten gesellschaftlichen Transformationen weitere Fragestellungen und Tätigkeitsfelder für die TA, wie etwa: Welche Rolle spielte der Bezug zu übergreifenden Transformationen bisher in der TA? Wie kann und soll sich TA in die aktive Mitgestaltung der Governance von Transformationen einbringen? Wie und bis zu welchen Grad soll sich TA die normativ imprägnierten Zielvorga- 12 Lindner et al. ben der Transformations-Missionen zu eigen machen und zugleich ihr kritisches Reflexionspotenzial ausschöpfen? Zur 8. NTA-Konferenz Diese und weitere Fragen zum Verhältnis von TA und gesellschaftlichen Transformationsprozessen zu erörtern, hatte sich die achte internationale Konferenz des Netzwerks Technikfolgenabschätzung (NTA8) vorgenommen, die unter dem Titel „Gesellschaftliche Transformationen: Gegenstand oder Aufgabe der Technikfolgenabschätzung?“ vom 7. bis 8. November 2018 im Bürgerzentrum „Südwerk“ in Karlsruhe stattfand.1 Dabei sollte es neben fachlichen Positionsbestimmungen auch um Möglichkeiten und Grenzen TA-basierter Beiträge im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse gehen. Außerdem sollte mit der Wahl des Konferenzthemas nicht nur die TA-Szene im engeren Sinne angesprochen werden. Vielmehr wurde eine Perspektivenerweiterung hin zu jenen wissenschaftlichen Communities und Netzwerken angestrebt, deren Forschungsagenden ebenfalls zunehmend von Transformationsdiskursen geprägt sind bzw. von diesen aktiv vorangetrieben werden. Dazu zählen in erster Linie die Forscher*innen, die sich mit Nachhaltigkeitstransformationen befassen und in Zusammenschlüssen wie dem Sustainability Transitions Research Network (STRN) aktiv sind. Daneben zählen aber auch die policy-orientierte Forschungs-, Technologie- und Innovationsforschung, die sich seit einigen Jahren intensiv mit den Implikationen der Direktionalität von FTI-Politik im Kontext von Systemtransformationen und neuer Missionsorientierung auseinandersetzt (z.B. über das European Forum for Studies of Policies for Research and Innovation, EuSPRI), sowie die verschiedenen Communities der Evaluation und Wirkungsmessung von transformationsorientierten Maßnahmen. Nicht zuletzt befasst sich auch die Vorausschau, wie etwa das Netzwerk Zukunftsforschung, mit Fragen der gesellschaftlichen Transforma- 1 Programm sowie Impressionen von der NTA8 können abgerufen werden unter: https:// www.nta8.de/. Das Netzwerk Technikfolgenabschätzung (NTA) wurde am 24. November 2004 in Berlin gegründet. NTA ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen, Expert*innen und Praktiker*innen aus den (teils überlappenden) Bereichen Technikfolgenabschätzung, Praktische Ethik, Systemanalyse, Risikoforschung, Technikgestaltung für nachhaltige Entwicklung, Innovations-, Institutionen- und Technikanalyse sowie Innovationsund Zukunftsforschung und den dabei involvierten wissenschaftlichen Disziplinen aus Natur-, Technik-, Wirtschafts-, Sozial-, Politik- und Rechtswissenschaften sowie der Philosophie. Gesellschaftliche Transformationen und Technikfolgenabschätzung 13 tion. Angesichts der hohen Komplexität der zur Debatte stehenden Transformationen und der damit einhergehenden Notwendigkeit zur Nutzung systemischer Zugänge sowie inter- und multidisziplinärer Praktiken ist die Einladung zur gemeinsamen Reflexion an benachbarte Communities, die sich mit gesellschaftlichen Transformationen aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven befassen, ein naheliegender Schritt. Ein Schritt, der insbesondere Gelegenheiten des produktiven Austauschs und des gegenseitigen Lernens zwischen bisher meist unverbundenen wissenschaftlichen Communities schaffen sollte. Im Idealfall wird damit die Basis für die Entwicklung von neu kombinierten Beratungsagenden und Analysekompetenzen geschaffen. Diese bewusste Öffnung fand auch ihren Ausdruck in der Zusammensetzung des erstmals eingeführten Wissenschaftlichen Beirats für eine NTA- Konferenz. Zusätzlich zu Beiratsmitgliedern aus dem Netzwerk TA (NTA) konnten herausragende Wissenschaftler*innen aus den genannten Communities gewonnen werden (siehe hierzu der nachfolgende Abschnitt „Danksagung“). Der im Vorfeld der NTA8 auch in diesen benachbarten Communities und Netzwerken verbreitete Call for Papers2 lud dazu ein, sich unter anderem mit folgenden Fragestellungen und Themenbereichen näher zu beschäftigen: Mit Blick auf die normativen Festlegungen, die integraler Bestandteil transformativer Politiken sind, stellt sich etwa die Frage, ob und zu welchem Ausmaß sich TA-Akteure diese normativen Positionierungen zu eigen machen sollten. Das Gebot der politischen Unabhängigkeit, das gerade für die parlamentarische TA von essenzieller Bedeutung ist, kann leicht in ein schwieriges Spannungsverhältnis zu solchen TA-Aktivitäten geraten, die eine aktiv unterstützende Funktion im Kontext konkreter Transformationsprozesse haben. Hier mag sich ein Großteil der TA-Szene von jenen Communities unterscheiden, die sich bereits innerhalb unhinterfragter normativer Setzungen bewegen. Weniger problematisch für die TA-Prozesse selbst, aber dafür nicht weniger relevant ist die Frage, wie Normativität und Richtung im Kontext gesellschaftlicher Transformationsstrategien eigentlich generiert werden, wer daran (nicht) beteiligt ist und welche Interessenlagen und Machtkonstellationen diese Prozesse prägen? Die aktive Öffnung der NTA8 gegenüber anderen Netzwerken rückt zudem die Frage in den Fokus, wie sich die TA-Praxis im Konzert mit benachbarten Ansätzen und Disziplinen wie Vorausschau, Transitionsforschung, sozial-ökologische Forschung, umweltpsychologische Forschung usw. im Kontext der Transformationsforschung verorten und produktive Beiträge leisten kann und soll. In eine ähn- 2 Der Call for Papers für die NTA8 ist abrufbar unter: https://www.nta8.de/nta8-konferenz-w Assets/docs/NTA8_call_for_paper_de.pdf. 14 Lindner et al. liche Richtung geht die Frage, welche theoretischen Konzepte von Transformationsprozessen in der TA-Praxis angewendet werden. Was sind ihre Stärken und Grenzen? Welche Konzepte werden in anderen Diskursen und Communities verhandelt und könnten auch für die TA von Nutzen sein? Eher instrumentellen Charakter hat die Frage, mittels welcher Ansätze und Methoden die TA effektive Beiträge liefern kann, um Barrieren und Blockaden von Transformationsprozessen zu identifizieren, zu verstehen und schließlich zu überwinden. Bei den eher technologiegetriebenen Transformationsprozessen ist zu fragen, welche Rolle TA spielt bzw. spielen könnte, etwa bei der Digitalisierung, beim Wandel von Wissensordnungen oder bei der sich verändernden Rolle von Öffentlichkeit. Methodisch spannend und zugleich hoch relevant ist weiterhin die Frage, wann ein (problemorientierter oder technologiegetriebener) Transformationsprozess als gelungen gilt und wann nicht. In diesem Kontext lässt sich zum Beispiel fragen, welche Kriterien „erfolgreicher Transformation(spraxis)“ identifiziert werden können und/oder welche Methoden, einschließlich partizipativer Verfahren, sich bisher bei der Gestaltung oder Governance von Transformationsprozessen in welchen Kontexten bewährt haben, und welche nicht. Schließlich wurde um Fallbeispiele sowie Beiträge aus Projekten zu bzw. aus konkreten gesellschaftlichen Transformationsprozessen gebeten, um die oben genannten Fragestellungen zu illustrieren. Erfreulicherweise hatte der Call for Papers eine außergewöhnlich hohe Resonanz. Ein großer Teil der Vorschläge griff zudem die Frage nach dem Verhältnis von TA und gesellschaftlichen Transformationsprozessen explizit auf, so dass es möglich war, im Programm der NTA8 gleich drei entsprechende Panels zusammenzustellen. Sie bildeten einen eigenen „Track“ im Programm zur TA-Reflexion. Ein zweiter „Track“ widmete sich – klassisch – verschiedenen transformationsrelevanten Technikfeldern, und ein dritter bestand aus über den Call eingereichten, selbstorganisierten Panels. Eine Poster-Session kam dieses Mal mangels Einreichungen nicht zustande. Mit über 160 Teilnehmenden war die NTA8 sehr gut besucht. In mehr als 50 Vorträgen und thematischen Beiträgen, die das Konferenzthema aus vielfältigen disziplinären und methodischen Perspektiven beleuchteten, gelang nicht nur eine intensive Reflexion über die Positionsbestimmung der TA im Kontext der gesellschaftlichen Transformationen, sondern auch die wissenschaftliche Interaktion mit Vertreter*innen aus benachbarten Communities wie der Transitionsforschung, der sozial-ökologischen Forschung, der Innovationsforschung und der Vorausschau. Eine Podiumsdiskussion unter der Überschrift „Gesellschaftliche Transformationen: wissenschaftliche Beratungsbedarfe und politische Gestaltungsoptionen“, die mit hochrangigen Repräsentant*innen aus Wissenschaft, Verbänden, Zivilgesellschaft Gesellschaftliche Transformationen und Technikfolgenabschätzung 15 und Politik besetzt war, fungierte als wichtiger Brückenschlag zur Nachfrage-Seite von TA-Studien und TA-Beratungsangeboten. Eine Begehung des Karlsruher Reallabors „Zukunftsraum“ im Anschluss an die Konferenz machte schließlich eine konkrete Facette von Transformation greif- und erlebbar. Der vorliegende Band versammelt einen Großteil der wissenschaftlichen Beiträge der NTA8. Im Anschluss an die beiden Keynotes von Oliver Parodi (Karlsruher Institut für Technologie) und Erik Fisher (Arizona State University) werden im ersten Teil „Transformation und TA“ weitere Beiträge präsentiert, die sich explizit mit dem Konferenzthema befassen. Auch die Beiträge in den beiden folgenden Teilen „Gesellschaftstheorie und TA“ sowie „Partizipation und TA“ dienen vor allem der Reflexion von TA und spezifischen TA-Prozessen. Im vierten und fünften Teil hingegen geht es um konkrete Technik- und Transformationsfelder wie Mobilität, Energie, Bioökonomie, Stadt, Gesundheit und Privatheit. Eine Darstellung der wesentlichen Diskussionspunkte aus der genannten Podiumsdiskussion schließt den Band ab. Danksagung Mit der NTA8 wurde die Reihe der seit 2004 im Zweijahresrhythmus stattfindenden NTA-Konferenzen erfolgreich fortgesetzt. Dabei fand zum ersten Mal eine NTA-Konferenz in Karlsruhe statt, obwohl hier mit dem Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) im Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI gleich zwei institutionelle Mitglieder des Netzwerks TA angesiedelt sind. Die NTA8 wurde vom Fraunhofer ISI veranstaltet. Mitorganisatoren waren die weiteren Herausgeber*innen dieses Bandes vom KIT-ITAS, vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien, von der EA European Academy of Technology and Innovation Assessment GmbH (heute: IQIB GmbH) in Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie von der Stiftung für Technologiefolgen-Abschätzung (TA-SWISS) in Bern. Die im vorliegenden Band versammelten Beiträge geben die wesentlichen Inhalte der Konferenzvorträge wieder. Wir, die Herausgeber*innen, danken daher zunächst allen Vortragenden und Autor*innen für ihre Bereitschaft, ihre Arbeiten auf der Konferenz vorzutragen und anschließend für den Konferenzband zu verschriftlichen. Ohne dieses Engagement wäre die NTA8 nicht möglich gewesen. Danken möchten wir in diesem Zusammenhang auch den Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats der NTA8 für ihre Beratung bei der Programmgestaltung und die sorgfältige Begutach- 16 Lindner et al. tung der Konferenzeinreichungen. Neben den Herausgeber*innen sind das Lea Fünfschilling (Swedish Transformative Innovation Policy Platform, Universität Lund), Jonathan Köhler (Competence Center Nachhaltigkeit und Infrastruktursysteme am Fraunhofer ISI) und Martina Schäfer (Zentrum Technik und Gesellschaft an der Technischen Universität Berlin). Zudem danken wir den Diskussionsteilnehmer*innen, deren Hinweise und Anregungen sicherlich zur weiteren Schärfung der vorliegenden Texte beigetragen haben. Ganz besonders danken möchten wir den zahlreichen Helfer*innen, die die Durchführung der Konferenz überhaupt ermöglicht haben. Stellvertretend danken wir Tatjana Griffith und Melek Akca Prill (beide Fraunhofer ISI), die die vielfältigen organisatorischen Aufgaben rund um die NTA8 mit beeindruckendem Engagement und höchster Sorgfalt übernommen haben. Mathis Walter und Gabriele Petermann (beide KIT- ITAS) führten die Endredaktion der Manuskripte vorbildlich durch; auch dafür gilt unser Dank. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt den Unterstützern der NTA8, ohne deren großzügige finanzielle Zuschüsse das Fraunhofer ISI die Konferenz nicht in diesem Umfang hätte durchführen können. Zu den Unterstützern gehören die EA European Academy (heute: IQIB), das KIT-ITAS, das ITA, das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT), das openTA – Fachportal Technikfolgenabschätzung sowie TA- SWISS. Literatur Boon, W.; Edler, J. (2018): Demand, challenges, and innovation. Making sense of new trends in innovation policy. In: Science and Public Policy 45 (4), S. 435–447 Daimer, S.; Hufnagl, M.; Warnke, P. (2012): Challenge-oriented policy-making and innovation systems theory: reconsidering systemic instruments. In: Fraunhofer ISI (Hg.): Innovation system revisited. Stuttgart, S. 217–234 Decker, M.; Lindner, R.; Lingner, S.; Scherz, C.; Sotoudeh, M. (Hg.) (2018): „Grand Challenges“ meistern. Der Beitrag der Technikfolgenabschätzung. Baden-Baden Foray, D.; Mowery, D.C.; Nelson, R.R. (2012): Public R&D and social challenges: What lessons from mission R&D programs? In: Research Policy 41 (10), S. 1697–1702 Kuhlmann, S.; Rip, A. (2014): The challenge of addressing Grand Challenges. A think piece on how innovation can be driven towards the “Grand Challenges” as defined under the European Union Framework Programme Horizon 2020, Report to ERIAB Larrue, P. (2019): New mission-oriented policy initiative as systemic policies to address societal challenges: analytical framework and types of initiatives. Paris Gesellschaftliche Transformationen und Technikfolgenabschätzung 17 Mazzucato, M. (2018): Mission-Oriented Research & Innovation in the European Union. A problem-solving approach to fuel innovation-led growth. European Commission – Directorate-General for Research and Innovation. Brüssel Schot, J.; Steinmueller, W. E. (2018): Three frames for innovation policy. R&D, systems of innovation and transformative change. In: Research Policy 47 (9), S. 1554–1567 Weber, K.M.; Rohracher, H. (2012): Legitimizing research, technology and innovation policies for transformative change: Combining insights from innovation systems and multi-level perspective in a comprehensive 'failures' framework. In: Research Policy 41 (6), S. 1037–1047 18 Lindner et al.

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References

Abstract

The intensively discussed term transformation refers to the comprehensive restructuring of processes and behaviour in order to address societal challenges posed by far-reaching changes in energy, transport, production and agricultural systems. Since such complex transformations are always accompanied by uncertainties about their effects and consequences, the contributions in this volume critically examine the opportunities and risks involved in these processes and discuss the possibilities and limits of technology assessment in the context of societal transformations. The volume brings together the academic contributions to the 8th international conference of the Technology Assessment Network, which took place in Karlsruhe from 7th to 8th November 2018. With contributions by Fabian Adelt, Marius Albiez, Annika Arnold, Walaa Bashary, Anja Bauer, Richard Beecroft, Alexander Bogner, Stefan Böschen, Tanja Bratan, Simone Colombo, Michael Decker, Rico Defila, Antonietta Di Giulio, Marion Dreyer, Elisabeth Ehrensperger, Philipp Ellett, Lorenz Erdmann, Ali Abdelshafy Ezzat, Erik Fisher, Michael Friedewald, Livia Fritz, Daniela Fuchs, Maryegli Fuss, Armin Grunwald, Niklas Gudowsky, Kristin Hagen, Simeon Hassemer, Alexandra Hausstein, Nils B. Heyen, Diego Iván Hidalgo Rodriguez, Peter Hocke, Florian Hoffmann, Sebastian Hoffmann, Michael Jonas, Dorothee Keppler, Jeanette Klink-Lehmann, Hannah Kosow, Cordula Kropp, Sophie Kuppler, Bastian Lange, Wolfgang Liebert, Ralf Lindner, Stephan Lingner, Andreas Lösch, Maria Maia, Martin Nicholas, Melanie Mbah, Franziska Meinherz, Rolf Meyer, Johanna Myrzik, Lisa Nabitz, Linda Nierling, Oliver Parodi, Witold-Roger Poganietz, Carmen Priefer, Filippo Reale, Ernst Dieter Rossmann, André Schaffrin, Dirk Scheer, Constanze Scherz, Jan Cornelius Schmidt, Maike Schmidt, Flurina Schneider, Andreas Seebacher, Astrid Segert, Mahshid Sotoudeh, Helge Torgersen, Ulrich Ufer, Karsten Weber, Matthias Weber and Johannes Weyer.

Zusammenfassung

Der intensiv diskutierte Begriff Transformation bezeichnet den umfassenden Umbau gesellschaftlicher Strukturen, um gesellschaftliche Herausforderungen durch tiefgreifende Veränderungen der Energie-, Verkehrs-, Produktions- und Agrarsysteme zu adressieren. Da solch komplexe Transformationen stets mit Unsicherheiten über Effekte und Folgen einhergehen, setzen sich die Beiträge kritisch mit den Chancen und Risiken dieser Prozesse auseinander und diskutieren Möglichkeiten und Grenzen der Technikfolgenabschätzung im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Der Band versammelt die wissenschaftlichen Beiträge der 8. internationalen Konferenz des Netzwerks Technikfolgenabschätzung, die vom 7. bis 8. November 2018 in Karlsruhe stattfand. Mit Beiträgen von Fabian Adelt, Marius Albiez, Annika Arnold, Walaa Bashary, Anja Bauer, Richard Beecroft, Alexander Bogner, Stefan Böschen, Tanja Bratan, Simone Colombo, Michael Decker, Rico Defila, Antonietta Di Giulio, Marion Dreyer, Elisabeth Ehrensperger, Philipp Ellett, Lorenz Erdmann, Ali Abdelshafy Ezzat, Erik Fisher, Michael Friedewald, Livia Fritz, Daniela Fuchs, Maryegli Fuss, Armin Grunwald, Niklas Gudowsky, Kristin Hagen, Simeon Hassemer, Alexandra Hausstein, Nils B. Heyen, Diego Iván Hidalgo Rodriguez, Peter Hocke, Florian Hoffmann, Sebastian Hoffmann, Michael Jonas, Dorothee Keppler, Jeanette Klink-Lehmann, Hannah Kosow, Cordula Kropp, Sophie Kuppler, Bastian Lange, Wolfgang Liebert, Ralf Lindner, Stephan Lingner, Andreas Lösch, Maria Maia, Martin Nicholas, Melanie Mbah, Franziska Meinherz, Rolf Meyer, Johanna Myrzik, Lisa Nabitz, Linda Nierling, Oliver Parodi, Witold-Roger Poganietz, Carmen Priefer, Filippo Reale, Ernst Dieter Rossmann, André Schaffrin, Dirk Scheer, Constanze Scherz, Jan Cornelius Schmidt, Maike Schmidt, Flurina Schneider, Andreas Seebacher, Astrid Segert, Mahshid Sotoudeh, Helge Torgersen, Ulrich Ufer, Karsten Weber, Matthias Weber und Johannes Weyer.