Simon Herker, Die Refugee Law Clinics in Deutschland. Vielfalt praxisbezogenen Lernens im Flüchtlings- und Migrationsrecht in:

ZDRW Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft, page 65 - 73

ZDRW, Volume 8 (2021), Issue 1, ISSN: 2196-7261, ISSN online: 2196-7261, https://doi.org/10.5771/2196-7261-2021-1-65

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Werkstattbericht Die Refugee Law Clinics in Deutschland. Vielfalt praxisbezogenen Lernens im Flüchtlings- und Migrationsrecht Simon Herker* Einleitung Die studentische Rechtsberatung im Flüchtlings- und Migrationsrecht hat an fast allen juristischen Fakultäten Einzug gehalten: Seit 2008 entstanden in Deutschland 39 Refugee Law Clinics (RLCs).1 Über einzelne Projekte wurde gelegentlich berichtet – auch schon in dieser Zeitschrift.2 Der 2016 gegründete Bundesverband der RLCs hat nun einen grundlegenden Überblick über die unterschiedlichen Einrichtungen verschafft.3 Dabei entsteht bei allen Gemeinsamkeiten ein vielfältiges Bild individueller Konzepte des praxisbezogenen Lehrens und Lernens. Clinical Legal Education Law Clinics beruhen auf dem rechtsdidaktischen Konzept der Clinical Legal Education.4 Der Lernprozess in einer Law Clinic lässt sich in drei Phasen unterteilen: Zu Beginn steht die theoretische Einführung in ein Rechtsgebiet. Anschließend wenden die Studierenden ihr erworbenes Wissen in der Rechtsberatung im Rahmen „echter Fälle“ an. Dabei müssen sie den Sachverhalt und das Begehr der Klientinnen und Klienten eigenständig ermitteln und einer juristischen Antwort zuführen. Schließlich findet eine professionelle Begleitung statt, welche die Beratung der Studierenden analysiert und reflektiert.5 A. B. * Der Autor (Referendar Jur.) ist Gründungsmitglied der Refugee Law Clinic Jena und war zwischen 2017 und 2019 im Bundesverband als wissenschaftlicher Mitarbeiter und im Vorstand tätig. 1 Als Refugee Law Clinics werden hierbei alle studentischen Beratungsprojekte im Flüchtlings- und/ oder Migrationsrecht bezeichnet, unabhängig von der jeweiligen Eigenbezeichnung, darunter fallen etwa auch die Goethe-Uni Law Clinic sowie die Law Clinic an der Bucerius Law School. Refugee Law Clinics stellen damit rund die Hälfte aller in Deutschland bestehenden Law Clinics, vgl. Hannemann, in: Astleitner/Deibl/Lagodny (2019), S. 260 f. 2 Lewinski/Barros Fritz, in: Astleitner/Deibl/Lagodny (2019), S. 141; Borkowski/Helmrich, in: JURA 2017, S. 678; Hilb/vom Felde, in: NVwZ 2017, S. 598; Hannemann/Dietlein, Studentische Rechtsberatung und Clinical Legal Education in Deutschland; Hilb/vom Felde, in: KJ 2016, S. 220; Kirst, in: Bungenberg/Giegerich/Stein (2016), S. 257; Meyer, in: AnwBl 2015, S. 833; Gut, in: AnwBl 2015, S. 495; Tiedemann/Gieseking, Flüchtlingsrecht in Theorie und Praxis; Gieseking, in: ZDRW 2014, 245; Tryjanowski, in: Barwig/Beichel-Benedetti/Brinkmann (2010), S. 170. Siehe auch das von der RLC Berlin betriebene Blog „RLC Journal“: https://rlc-journal.org/ (27.4.2020). 3 Die diesem Beitrag zugrunde liegende Studie ist abrufbar auf: https://rlc-deutschland.de/veroeffentlichungen/ (27.4.2020). 4 Zur Entstehung des Konzepts Ogilvy, in: Clinical Law Review 2009, S. 1. 5 Vgl. die Gegenüberstellung von „best practices“ aus Australien, Großbritannien und den USA bei Evans et al., in: Australian Clinical Legal Education: Designing and operating a best practice clinical program in an Australian law school, S. 232–237. ZDRW 1 | 2021 65 ZDRW 1/2021, DOI: 10.5771/2196-7261-2021-1-65 Die Clinical Legal Education-Lehrmethode verdeutlicht nicht nur die Komplexität des Rechts in der Praxis.6 Im besten Fall entwickeln die Studierenden Beratungskompetenz und eine Rechtsexpertise, die auch das Verständnis sozio-politischer Auswirkungen der eigenen Arbeit umfasst.7 Lehren und Lernen in Refugee Law Clinics Struktur und Aufbau der Refugee Law Clinics Refugee Law Clinics sind in Deutschland mehrheitlich studentisch getragene Projekte und als Vereine organisiert. Lediglich sechs der befragten8 27 Einrichtungen bezeichnen sich als vollständig an die Universität angegliedert. Gleichwohl kooperieren die „Vereins-RLCs“ zumeist mit Universitäten und einzelnen Lehrstühlen. Auch „Uni-RLCs“ setzen auf studentische Initiative und schaffen Räume, die ausschließlich durch studentisches Engagement gefüllt werden, etwa die konkrete Ausgestaltung der Rechtsberatung oder die Planung von Veranstaltungen, die über das angebotene Kernprogramm hinausgehen. Regelmäßig und überwiegend ehrenamtlich sind zwischen zehn und 20 Personen in die Organisation einer RLC eingebun- C. I. 6 Alemanno/Khadar, in: dies. (2018), S. 1 (15). 7 Markard, in: Alemanno/Khadar (2018), S. 145 (162); kritisch Rand, in: Clinical Law Review 2006, S. 459; eindrücklich zu ausgebildeten (Beratungs-)Kompetenzen in einer Law Clinic Trittmann, in: KritV 2017, S. 141. 8 An der Befragung, die aus einem schriftlichen Fragebogen und einem anschließenden Telefongespräch bestand, nahm jeweils ein/e Vertreter/in der sich beteiligenden 27 Refugee Law Clinics teil. In lediglich einem Fall kam kein Telefongespräch zustande. Der Fragebogen unterteilte sich in die Bereiche Struktur und Aufbau der RLCs, Rechtsberatung, Aus- und Fortbildung, Sprachmittlung. Zur auswertenden Studie siehe Fn. 3. 66 Werkstattbericht den. Im Rahmen ihrer Tätigkeit setzen die RLCs auch auf lokale Kooperationspartner, darunter neben Volljuristinnen und Volljuristen aus Richter- und Anwaltschaft etwa Netzwerke für Flüchtlingshilfe und Flüchtlingsinitiativen sowie ansässige Beratungsstellen. Phase der Vorbereitung und des Onboardings Die oft als „Ausbildungsprogramm“9 deklarierte Vorbereitung auf die Rechtsberatung entspricht vielfach einer Vorlesung zum Flüchtlings- und/oder Migrationsrecht. Zur Vertiefung und gegebenenfalls als Einführung in andere beratungsrelevante Rechtsbereiche bieten viele RLCs weitere Seminare, Workshops und Tutorien an. Die Vorlesung ist nicht selten als Ringvorlesung konzipiert. Als Lehrkräfte kommen nicht nur Universitätsangehörige in Betracht, sondern insbesondere auch Personen aus der Anwaltschaft, der Justiz, der Verwaltung oder aus zivilgesellschaftlichen Organisationen. Vereinzelt werden auch Exkursionen zu staatlichen und zivilgesellschaftlichen Einrichtungen angeboten (z.B. Auswärtiges Amt, Innenministerien, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Verwaltungsgerichte, Flüchtlingsräte, European Center for Constitutional and Human Rights, lokale Vereine und Gruppen zur Unterstützung von Geflüchteten).10 Manche RLCs begnügen sich mit der festgestellten Anwesenheit der Teilnehmenden an den angebotenen Veranstaltungen. Oft wird allerdings zumindest die Vorlesung zum Flüchtlings- und/oder Migrationsrecht mit einer Klausur abgeschlossen. Selten wird eine Hausarbeit verlangt, für die beispielsweise ein in der Rechtsberatung aufgenommener Fall schriftlich ausgearbeitet wird. Nach oder neben der Vorlesung werden die Teilnehmenden regelmäßig konkret auf die Tätigkeit in der Rechtsberatung vorbereitet. Hierzu bedient man sich unter anderem einzelner Fallübungen und Beratungssimulationen, aber im Rahmen von Workshops und Trainings werden auch interdisziplinäre Fähigkeiten ausgebildet, z.B. zur (interkulturellen) Kommunikation, zu Diversität oder zum Umgang mit psychischen Belastungen. Vor dem Einstieg in die Beratung verlangen viele RLCs die Absolvierung eines juristischen Praktikums im Bereich des Flüchtlings- oder Migrationsrechts oder zumindest eine Hospitation, sprich die passive Teilnahme an Beratungen der Law Clinic. Das aufgezeigte Vorbereitungsprogramm erstreckt sich in der Regel über ein, seltener über zwei Semester. Das Angebot entspricht dabei je nach RLC etwa zwischen zwei und zwölf Semesterwochenstunden. In sehr wenigen Fällen wird die Vorbereitung auf ein Einführungswochenende oder gar nur einen Einführungsworkshop II. 9 Der Begriff suggeriert fälschlicherweise einen Abschluss der Lernkurve nach der Einführung in das Rechtsgebiet und vor der Beratungstätigkeit. Dabei steigt die Lernkurve regelmäßig deutlich mit dem Einstieg in die (begleitete) Beratung. 10 Diese sind z.B. fester Bestandteil des Ausbildungsprogramms der RLC in München. Eine Wochenend-Exkursion der RLC Regensburg schildert Trassl, Bericht: Berlin Exkursion 11.-14.6.2017, https://rlc-regensburg.de/2017/06/27/bericht-berlin-exkursion-11-14-06-2017/ (26.3.2020). ZDRW 1 | 2021 67 verkürzt. In diesen Fällen zeichnet sich die Beratung durch eine sehr intensive, in der Regel rechtsanwaltliche Begleitung aus. Rechtsberatung Laut den Angaben von 27 RLCs gibt es über 900 aktive Beraterinnen und Berater. Diese bearbeiten geschätzt über 600 Fälle im Monat. Die Zahlen divergieren sehr stark zwischen den einzelnen Einrichtungen (siehe Grafiken). In 17 RLCs ist zur Annahme von Fällen eine öffentliche Sprechstunde eingerichtet. In 14 RLCs werden Beratungstermine individuell auf Anfrage vermittelt. Drei RLCs führen allgemeine Vorträge und Informationsabende für Geflüchtete oder Multiplikatorinnen und Multiplikatoren durch. Die Beraterinnen und Berater arbeiten stets im Team, in der Regel zu zweit oder zu dritt. In fast allen RLCs agieren die Beratungsteams sehr eigenständig. Nur in drei RLCs sind Volljuristinnen und Volljuristen unmittelbar physisch bei den Beratungsgesprächen dabei oder zumindest in der Nähe und ansprechbar, beispielsweise weil sie parallel im Rahmen der gleichen Sprechstunde in einem Nebenraum beraten. In fünf RLCs wird jeder Lösungsvorschlag von einer Volljuristin oder einem Volljuristen kontrolliert, bevor er der ratsuchenden Person vermittelt wird. Die RLCs bieten allgemeine rechtliche Aufklärung und individuelle Beratung an. Fast alle RLCs unterstützen Ratsuchende zumindest bei der Formulierung von Schriftsätzen an Behörden. Die Unterstützung in Gerichtsverfahren schließt dage- III. 68 Werkstattbericht gen etwa die Hälfte der RLCs ausdrücklich aus, während sich die andere Hälfte oft auf einige wenige Sachverhalte spezialisiert.11 Die COVID-19-Pandemie hat zwischenzeitlich zum Ausfall jeglicher Präsenzberatung geführt. In vielen RLCs wurden daher innerhalb von wenigen Wochen verschiedene Formate der (Online-)Beratung via (Video-)Telefonie oder über E-Mail eingeführt und ausprobiert. Ob diese eine dauerhafte Ergänzung zur Präsenzberatung darstellen können, bleibt abzuwarten. Begleitung Alle RLCs bieten ihren Beraterinnen und Beraterinnen die Kontaktaufnahme zu Volljuristinnen und Volljuristen an, um Fragen zu ihren konkreten Fällen zu stellen. Klassischerweise verfügen RLCs über eine Kontaktliste, die für solche Nachfragen genutzt werden kann. Die Personen auf dieser Kontaktliste werden oft als Beiräte des Vereins oder auch als juristische Supervisorinnen und Supervisoren bezeichnet. In zwei RLCs wird jedem eingehenden Fall explizit eine Volljuristin oder ein Volljurist zugeteilt, die oder der bei Fragen zur Lösung des Falls kontaktiert wird. Des Weiteren organisiert die breite Mehrheit der RLCs eine regelmäßige juristische Supervision, in der alle aktiven Beraterinnen und Berater gemeinsam mit einer Volljuristin oder einem Volljuristen ihre Fälle und Lösungsvorschläge besprechen. Zunehmend wird dieses Format, das teilweise auch zur Reflexion genutzt wird, um einen kurzen Input-Vortrag zu einem aktuellen beratungsrelevanten Thema ergänzt. Dieses wird vorab oft von den Teilnehmenden selbst vorgeschlagen. Die Veranstaltung findet in der Regel ein- oder zweimal im Monat statt. Manche RLCs bieten zudem eine psychologische Supervision an. IV. 11 Dies kann beispielsweise so genannte „Aufstockungsklagen“ von Syrerinnen und Syrern gegen die nur teilweise ablehnenden Asylbescheide ebenso betreffen wie Verfahren zur Familienzusammenführung oder die Erteilungspraxis einer Ausländerbehörde in Bezug auf Aufenthaltstitel oder Niederlassungserlaubnis. ZDRW 1 | 2021 69 Zwecks Qualitätssicherung organisieren RLCs regelmäßig weitere Vorträge und Seminare. Je nach RLC werden zudem Informationen zu aktueller Rechtsprechung, Gesetzesänderungen und Arbeitshilfen auf der Homepage, im Intranet, über E-Mail oder Messenger-Dienste mit den Beraterinnen und Beratern geteilt und ihnen Zugang zu juristischen Datenbanken oder auch einem Büro mit Literatur verschafft. Als „best practice“ darf dabei die Aushändigung einer „Beratungsmappe“ bereits im Rahmen der Einführung gelten, die neben einem Skript zu Inhalten der Einführung auch Leitfäden und Hinweise zur Beratungstätigkeit und zu weiterführender Recherche in einschlägigen Rechtsgebieten enthält. Die Mappe wird im Rahmen der Veranstaltungen fortlaufend ergänzt und auf sie zurückgegriffen, sodass jeder Teilnehmerin und jeder Teilnehmer ihre oder seine Mappe aktiv bearbeitet und selbstständig weiterentwickelt. Gemeinsames Lernen Die Tätigkeit in einer RLC wird von den Teilnehmenden als Teamarbeit verstanden. Dies kommt bereits im Vier-Augen-Prinzip der Rechtsberatung zum Tragen, wird aber auch darüber hinaus gefördert. Zunehmend integrieren RLCs eine Wochenendtagung abseits des Universitätsstandorts in ihre Einführungsprogramme, etwa in einer Jugendherberge. Hier besteht besonderes Potential für gegenseitigen Austausch und die Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls, das zu einem solidarischen Miteinander (nicht nur) im Rahmen der RLC-Tätigkeit beizutragen vermag. Zur Vernetzung von erfahrenen und neuen BeraterInnen haben manche RLCs ein Buddy- oder Mentoring-Programm entwickelt, oder es finden “Studis für Studis“- Vorträge statt, in denen gemeinsam beispielsweise aktuelle Urteile besprochen werden. Soziale Veranstaltungen, Stammtische oder eine jährliche Klausurtagung ge- V. 70 Werkstattbericht hören ebenso in das Repertoire vieler RLCs. Es verwundert daher kaum, dass viele Personen jahrelang in ihren RLCs aktiv sind und teilweise auch nach dem Abschluss ihres Studiums und Referendariats nach Möglichkeiten suchen, das Projekt weiterhin zu unterstützen, beispielsweise als Supervisorin oder Supervisor. Als sehr divers gestalten sich im Übrigen die formalen Voraussetzungen für eine Teilnahme am RLC-Programm. Etwa die Hälfte der RLCs öffnet ihr Angebot ausschließlich für Jurastudierende; davon verlangt wiederum die Hälfte weitere Nachweise wie etwa die Absolvierung des mindestens dritten Fachsemesters oder die bestandene Zwischenprüfung. An rund einem Viertel der RLCs können dagegen ohne formale Anforderungen alle Interessierten teilnehmen; ein weiteres Viertel verlangt den Studierendenstatus an der entsprechenden Universität. So ergeben sich an einigen Standorten sehr interessante, interdisziplinäre Perspektiven und Projekte, die eine besondere Form des Voneinander-Lernens ermöglichen. Fazit Das Modell studentischer Rechtsberatung erfreut sich großer Beliebtheit unter den Studierenden. Dieses kann eine wertvolle Ergänzung zum theoriegeprägten und oft isolierten Lernen im Jurastudium darstellen. Das Engagement der Teilnehmenden geht weit über universitäre Leistungsnachweise hinaus und ist gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Partizipation. Dies mag ein Grund für die unterschiedlichen Ansätze und Ausgestaltungen der Angebote von Refugee Law Clinics in Deutschland sein, die aber nicht zuletzt auch von personellen und finanziellen Ressourcen abhängig sind. D. ZDRW 1 | 2021 71 Die relativ jungen RLC-Projekte befinden sich selbst noch in einem sehr lebendigen Entwicklungs- und Lernprozess. Im vergangenen Jahr wurden erstmals bundesweit die Erfahrungen von Dozentinnen und Dozenten in RLCs zusammengeführt Auf dieser Grundlage hat die RLC Hamburg ein umfassendes „Teaching Manual“ entwickelt. Dieses bietet Lehrpersonen über das breite Spektrum der Clinical Legal Education im Flüchtlingsrecht Hinweise zu Didaktik und Methodik sowie Umsetzungsbeispiele.12 Bemerkenswert ist, dass die Teilnehmenden einer RLC sich in einem Rechtsgebiet engagieren, das kaum bis gar nicht in das juristische Curriculum integriert ist. Dies gilt regelmäßig auch für die Law Clinics selbst.13 Es wird sich in der Zukunft herausstellen, ob Clinical Legal Education in Deutschland eine vergleichbare Bedeutung für die Lehrpläne der Universitäten erlangen kann wie in dem Mutterland dieser Idee, den USA.14 Literaturverzeichnis Alemanno, Alberto/Khadar, Lamin, Introduction, in: Alberto Alemanno/Lamin Khadar (Hrsg.), Reinventing legal education. How clinical education is reforming the teaching and practice of law in Europe, Cambridge 2018, S. 1–26. Borkowski, Larissa/Helmrich, Christian, Refugee Law Clinic Regensburg – das erste Jahr, in: JURA 2017, S. 678–689. Evans, Adrian/Copeland, Anna/Cody, Anna/Giddings, Jeff/Noone, Mary Anne/Joy, Peter/Rice, Simon, Australian Clinical Legal Education: Designing and operating a best practice clinical program in an Australian law school, Canberra 2017. 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Hilb, Laura/vom Felde, Lisa, Refugee Law Clinics in Deutschland – ein studentisches Modell für die Ver- änderung der juristischen Ausbildung?, in: KJ 2016, S. 220–232. dies., Refugee Law Clinics – Aktuelle Entwicklungen, in: NVwZ 2017, S. 598–601. 12 Informationen zum und Download des Teaching Manuals auf: https://www.jura.uni-hamburg.de/ lehrprojekte/law-clinics/refugee-law-clinic/teaching-manual.html (10.02.2021). 13 Vereinzelt erfolgen Anrechnungen von Hausarbeit oder Klausur im Rahmen des universitären Schwerpunktbereichs. In Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern kann die ehrenamtliche Rechtsberatung im Rahmen der Freiversuchs-Regelung bei der Anmeldung für das Erste juristische Staatsexamen (sog. „Freischuss“) für bis zu sechs Monate berücksichtigt werden, vgl. § 26 Abs. 2 Nr. 7 HmbJAG, § 17 Nr. 4 NJAVO, § 26 Abs. 2 Nr. 8 JAPO M‑V. 14 Zu Kooperationen und Unterschieden zwischen US-amerikanischen und europäischen Law Clinics vgl. Genty, in: Alemanno/Khadar (2018), S. 29. 72 Werkstattbericht Kirst, Jana Katharina, Die Refugee Law Clinic Saarbrücken e.V. – Ein Erfahrungsbericht, in: Marc Bungenberg/Thomas Giegerich/Torsten Stein (Hrsg.), Asyl und Migration in Europa – rechtliche Herausforderungen und Perspektiven. ZEuS Sonderband 2016, Baden-Baden 2016, S. 257–272. Lewinski, Kai von/Barros Fritz, Raphael de, Law Clinics in der Fachanwaltsausbildung. Gemeinsame Ausbildung von Anfängern und Profis, in: Hermann Astleitner/Ines Deibl/Otto Lagodny (Hrsg.), Rechtsdidaktik zwischen Theorie und Praxis. 2. Fachtagung Rechtsdidaktik in Österreich 2019, S. 141–153. Markard, Nora, The Refugee Rights Movement and the Birth of Clinical Legal Education in Germany. Humboldt Law Clinic Human and Fundamental Rights, Berlin,and Refugee Law Clinic, Hamburg, in: Alberto Alemanno/Lamin Khadar (Hrsg.), Reinventing legal education. How clinical education is reforming the teaching and practice of law in Europe, Cambridge 2018, S. 145–162. Meyer, Jasper, Refugee Law Clinics von Studierenden: Gutes tun und selbst dazu lernen. Studentische Rechtsberatung in Law Clinics: Der Rechtsrahmen lässt viel zu, in: Anwaltsblatt 2015, S. 833–839. Ogilvy, J. P. "Sandy", Celebrating CLEPR's 40th Anniversary: The Early Development of Clinical Legal Education and Legal Ethics Instruction in U.S. Law Schools, in: Clinical Law Review 2009, S. 1–20. Rand, Spencer, Teaching law students to practice social justice: an interdisciplinary search for help through social work's empowerment approach, in: Clinical Law Review 2006, S. 459–504. Trittmann, Eva Bettina, Rechtsberatung im Jurastudium – was soll das?, in: KritV 2017, S. 141–159. Tryjanowski, Alexandra, Die Refugee Law Clinic an der Justus-Liebig Universität Gießen, in: Klaus Barwig/Stephan Beichel-Benedetti/Gisbert Brinkmann (Hrsg.), Hohenheimer Tage zum Ausländerrecht 2009, Baden-Baden 2010, S. 170–172. ZDRW 1 | 2021 73

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References
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Abstract

The journal “Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft (ZDRW)” is a journalistic forum for all aspects of the academic discourse about the teaching and learning of the law and legal studies. It opens and consolidates the perspective of research with regard to teaching and thus contributes new knowledge to the debate about legal studies and university didactics.

ZDRW thus forges links between general university didactics, specialized legal didactics and legal studies. Horizons are thus broadened on both sides and different perspectives enabled with regard to teaching and learning the law. This signifies an interdisciplinary approach since in addition to legal studies, other disciplines are called on to contribute their own knowledge on teaching and learning processes. These include general higher education didactics, psychology, neurosciences and educational science, sociology and other specialized higher education didactics able to contribute towards specialized teaching in legal studies.

ZDRW addresses all phases and aspects of legal education, providing general assistance for the improvement of both teaching and learning. To this end, apart from academic articles, a practical teaching forum is planned which will present ideas and discussions of detailed concepts for events and courses of study as well as individual didactical methods, thus providing impulses and points of connection for the individual teaching activities of our readers at various levels.

Website: www.zdrw.nomos.de

Zusammenfassung

Die „Zeitschrift für Didaktik der Rechtswissenschaft (ZDRW)“ stellt ein publizistisches Forum für alle Aspekte der wissenschaftlichen Befassung mit der Lehre und dem Lernen des Rechts und der Rechtswissenschaft dar. Sie eröffnet und verstetigt die Forschungsperspektive auf die Lehre und bringt damit neue Erkenntnisse in den rechtswissenschaftlichen und hochschuldidaktischen Diskurs ein.

Die ZDRW schlägt damit Brücken zwischen der allgemeinen Hochschuldidaktik, der rechtswissenschaftlichen Fachdidaktik und der Rechtswissenschaft. So werden wechselseitig Blickwinkel erweitert und verschiedene Perspektiven auf das Lehren und Lernen von Recht und Rechtswissenschaft eröffnet. Damit ist bereits ein interdisziplinärer Anspruch benannt, da neben der Rechtswissenschaft selbst auch jene Disziplinen aufgerufen sind, die ihrerseits Erkenntnisse zu Lehr-Lern-Prozessen anbieten, diese einzubringen. Hierzu zählen neben der allgemeinen Hochschuldidaktik, der Psychologie, den Neuro- und Erziehungswissenschaften sowie der Soziologie auch andere Hochschulfachdidaktiken, von deren Erfahrungen die rechtswissenschaftliche Fachdidaktik profitieren kann.

Die ZDRW nimmt alle Phasen und Aspekte der Ausbildung in den Blick und gibt allen Hilfestellung, die Lehre und damit das Lernen zu verbessern. Hierfür ist neben den wissenschaftlichen Beiträgen ein lehrpraktisches Forum vorgesehen, das von der Vorstellung und Diskussion ausführlicher Veranstaltungs- oder auch Studiengangskonzepte bis zur Präsentation einzelner didaktischer Methoden auf vielen Ebenen Anregungen und Anknüpfungspunkte für die eigene Lehrtätigkeit der Leser bietet.

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