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Marcela Cano, Ungewissheit und die Entgründung des Sozialen in:

Voluntaris, page 305 - 315

Voluntaris, Volume 8 (2020), Issue 2, ISSN: 2196-3886, ISSN online: 2196-3886, https://doi.org/10.5771/2196-3886-2020-2-305

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305DOI: 10.5771/2196-3886-2020-2-305 Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Aufsätze DEBATTE & DIALOG Ungewissheit und die Entgründung des Sozialen Eine politisch philosophische Lesart aktueller Protestbewegungen und politischer Akte Marcela Cano Technische Hochschule Köln | Forschungsschwerpunkt Nonformale Bildung marcela.cano@th-koeln.de Schlagwörter: Entgründung; Ungewissheit; Unentscheidbarkeit; Poststrukturalismus; Pandemie Keywords: Disestabling; Uncertainty; Undecidability; Poststructuralism; Pandemic 1. Einführung „Solidarität in der Pandemie“ war nicht nur ein großer Slogan in der Politik: Die Pandemie machte das Explizieren von Solidarität und Engagement notwendig und eine Aktualisierung der Konzepte akut. Während zunächst infolge des Lockdowns nachbarschaftliche Hilfen aufblühten, wurden mit zunehmender Dauer der präventiven Schutzmaßnahmen radikalere (Gegen-)Stimmen, Wut oder gar Hassparolen lauter. Das Meinungsspektrum in den Medien und im privaten Umfeld zu Alltagsmasken und Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie polarisierte sich zunehmend und reißt bis heute soziale Bünde auseinander. Diese Polarisierung kann auch als Essenzialisierung verstanden werden. Einerseits und im Hinblick auf die zunehmende humanitäre Krise, die aus der Verschärfung ökonomischer Prekarisierung und Ungleichheit resultiert, verstehen Teile der Bevölkerung Engagement nicht nur als Geste, dem es unter Gleichen nachzugehen gilt, wie im Fall von Nachbarschaftshilfen für Senior:innen, Essensspenden oder dem Erwerb von Gutscheinen für Lokale, Clubs und Bars. Die Notwendigkeit des Engagements für und mit anderen wird immer lauter. Damit ist das Engagement gemeint, das globale und lokale Missstände aufzeigt, in denen sich diejenigen Menschen befinden, die marginalisiert bzw. an den Rand der Gesellschaft gedrängt sind oder in den arm gemachten Ländern des Südens leben. So wuchs die Solidarisierung mit wohnungslosen Menschen in den Städten (z. B. in Form von Gaben-Zäunen oder Care-Paketen), mit den unter prekären Umständen im Flüchtlingslager in Moria Überlebenden (#LeaveNoOneBehind) oder mit der Lage von illegalisierten Migrant:innen in Deutschland (#LegalisierungJetzt; Solidarity City Berlin). Anderseits entfernt sich ein (kleiner, aber medienwirksamer) Teil der (deutschen) Bevölkerung zunehmend deutlich von demokratischen Konventionen: Den gesellschaftlichen Institutionen wird ihre Legitimität abgesprochen. Die politischen Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 306 Themenschwerpunkt: Engagement in Zeiten der Corona-Pandemie Entscheidungen werden nicht mehr argumentativ auf Vollständigkeit, Irrtum oder Korrektur geprüft: Die selbst ernannten „Querdenker“ und die Anti-Corona- Bewegung wollen keine Argumente. Nein, sie brauchen diese Fakten nicht, denn sie stellen bereits die Legitimität der Quellen infrage. Die Quellen können gesellschaftliche Institutionen wie öffentliche Medien oder Forschungsinstitute sein, es sind aber auch gesellschaftliche Konventionen, die das Handeln der Institutionen anerkennen und dadurch das Zusammenleben strukturieren. Beide Formen von Engagement könnten nicht verschiedener sein: Während die erste einen globalen Blick auf existenzielle Bedürfnisse anderer Menschen wagt, verharrt die zweite in der Formulierung der eigenen Bedürfnissen (z. B. keine Maske tragen wollen) als Fundament einer radikalen Abspaltung von der geteilten Wirklichkeit. Das Anliegen des vorliegenden Aufsatzes liegt aber nicht in der Frage, ob diese Form von Protest legitim ist oder nicht. Vielmehr zeigt sich an diesen beiden Beispielen, dass Covid-19 und die von der Politik getroffenen Maßnahmen nicht nur neue Handlungs- und Verhandlungsformen ermöglichen (oder gar erzwingen), sondern dass sich neue diskursive Dimensionen von Kritik eröffnet haben. Diese Umstände sind in gewisser Weise erstens radikal und zweitens symptomatisch – so die hier vertretene These – für eine tiefgreifende Veränderung des Sozialen, deren Kern der Umgang mit Ungewissheit und mit Wissen ausmacht. Die Wucht, mit der die Corona-Zeit uns gesellschaftlich trifft, zeigt sich nichtsdestoweniger bereits im Hier und Jetzt. Offensichtlich wird sie in der Infragestellung von für solide gehaltenen gesellschaftlichen Prinzipien. So der Vorwurf von Anti- Corona-Demonstranten:innen (z. B. Spiegel online 2020), die in den Maßnahmen eine Freiheitsberaubung sehen und bezweifeln, dass die Beweggründe der Politik für die getroffenen Entscheidungen demokratisch legitim sind. Dieser Vorwurf, der an vielen anderen Orten des Planeten berechtigt wäre, ist insofern dramatisch, als den politischen Vertreter:innen unterstellt wird, aus egoistischen (selbstsüchtigen) Gründen zu agieren bzw. Teil einer Verschwörung zu sein, bei der sich Eliten das Virus ausgedacht haben (Hennig/Hilbert/Struckmeier 2020), was sie automatisch als Vertreter:innen in einem demokratischen System delegitimiert. Die Anti- Corona-Demonstrationen, oft auch „Hygiene-Demos“ (Deutschlandfunk 2020) genannt, stehen den Forderungen der erstgenannten Gruppe diametral entgegen: Diese setzen sich unter anderem dafür ein, dass Hygiene-Maßnahmen in Unterkünften für Menschen auf der Flucht gewährleistet werden. Effektive und tatsächliche Umsetzung von Hygiene-Maßnahmen steht der Aufhebung derselben gegen- über. Dieser Gegensatz ist zwar vereinfacht und komplexitätsreduzierend, entlarvt aber, dass ein Dialog zwischen beiden Lagern sehr schwerfallen würde, da sich die Annahmen beider Perspektiven gegenseitig ausschließen. Die Pro-/Contra-Debatte über Maskenpflicht (und sonstige Hygiene-Maßnahmen) steht als Materialisierung für eine andere Krise unserer Zeit. Der Gegenstand des Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 307 Cano, Ungewissheit und die Entgründung des Sozialen Streits ist nicht die Maskenpflicht, sondern der Umgang mit Wissen und Ungewissheit in der Gesellschaft. Auf der Contra-Seite wird das Wissen aus Angst vor der Ungewissheit als Lüge denunziert, auf der Pro-Seite wird beklagt, dass die Ungewissheit im Wissen nicht ernst genommen wird. In beiden Fällen wird Wissen von seiner ursprünglichen gesellschaftlichen Bedeutung entkoppelt: sowohl als Grundlage der öffentlichen Debatte als auch als Grundlage des Handelns. Die Entkopplung verfestigter Signifikate von ihrer Bedeutung begründet die dekonstruktivistische Bewegung, die – nach Marcharts Theorie der politischen Differenz – die Aktualisierung gesellschaftlicher Fundamente einfordert. Diese Bewegung, die Heidegger in einem Oszillieren zwischen Grund (Bedeutung von Signifikaten, Fundamenten) und Abgrund (Entkopplung, Dekonstruktion) fasst, zeigt deutlich, dass der Verlust von geteilten Gründen einem Abgrund gleicht (Marchart 2013: 26). Mithilfe eines dekonstruktivistischen Theorierahmens wird im vorliegenden Aufsatz versucht, diverse Formen von Engagement im Kontext der Corona-Krise zu verstehen. Diese Unternehmung vollzieht sich entlang der dekonstruktivistischen Analyse des Politischen, wie sie in Marcharts Monographie „Die politische Differenz“ dargestellt wird. Nach der Flut von Analysen, die den Lockdown, die Folgen des Lockdowns, ja auch den öffentlichen Diskurs über die Krise unter die Lupe nehmen (z. B. durch Jean-Luc Nancy, Giorgio Agamben, Byung-Chul Han, Judith Butler, Alain Badiou oder Slavoj Zizek in ASPO 2020), fordern die zeitliche Distanz und auch die Entwicklungen der letzten Monate eine Aktualisierung der Analyse. Die Geschehnisse der letzten Monate scheinen die Entgründung von Fundamenten verschärft und eine neue Form von Antagonismus hervorgebracht zu haben. Für die Bearbeitung dieser These bieten sich sowohl die Handlungen von Gruppen von Menschen an, da diese ja fast den einzigen Ausdruck von Öffentlichkeit ausmachen, als auch einzelne politische Akte, da sie Form und Ausdruck der politischen Dislozierung sind. Zu Beginn wird der theoretische Rahmen der Analyse geschildert: Mithilfe von Macharts Terminologie werden die strukturierenden Elemente des Politischen und somit des Sozialen rekonstruiert. Dabei wird insbesondere auf die Entgründungsbewegung von Gesellschaft geschaut, da sie die Frage nach den gesellschaftlichen Fundamenten greifbar macht. Darauf aufbauend wird an unterschiedlichen aktuellen Formen von Protest untersucht, anhand welcher gesellschaftlichen Kritik die Gründungslosigkeit von Gesellschaft erfahrbar gemacht wird. In einem nächsten Schritt werden Dimensionen politischen Handelns auf die leitende These hin geprüft. Abschließend wird im Fazit die Rückkopplung auf zivilgesellschaftliches Engagement in diesen Zeiten unternommen. Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 308 Themenschwerpunkt: Engagement in Zeiten der Corona-Pandemie 2. Theoretischer Rahmen In seiner poststrukturalistischen (oder wie er selbst sie nennt: postfundamentalistischen) Rekonstruktion der Debatte über das Politische markiert Marchart die Differenz zwischen der kontingenzschließenden Politik und ihrer Institutionen (als die ontische Ebene des Seienden) und dem Politischem „,als instituierendem Augenblick‘ und ‚Prozeß der Institution des Gesellschaftlichen‘“ (Marchart 2013: 207). Politik als „Ensemble von ‚Praktiken, Diskursen und Institutionen‘“ (Marchart 2013: 207) ist Etablierung und Aufrechterhaltung einer Ordnung und wird immer wieder durch das Politische destabilisiert. Die Destabilisierbarkeit der Politik verweist zum einem auf die Grundlosigkeit von Gesellschaft: „[K]eine Gesellschaft und kein politisches Regime kann auf einem festen Fundament gebaut werden, aber Demokratie ist der Name des einzigen Regimes, welches diesen Umstand institutionell akzeptiert und ihm zur Anerkennung verhilft“ (Marchart 2013: 30). Die Abwesenheit eines (absoluten) letzten Grunds oder Fundaments, auf dem sich Gesellschaft errichten könnte, bedeutet also nicht, dass (demokratische) Gesellschaften keinen Grund haben. Vielmehr kennzeichnen sie sich dadurch aus, dass sie die Vergänglichkeit von Gründen akzeptieren. Diese Behauptung heißt (nicht nur) diskursanalytisch, dass das, was Bestand hat, eine Bedeutung ergo eine Definition hat. Mit De-finieren – so viel verrät die lateinische Wurzel des Begriffs – ist „ab-grenzen, be-stimmen, er-örtern, fest-setzen“ gemeint (Pfeifer 1993). Hier wird die Bewegung deutlich: Es handelt sich um eine Bewegung, eine Geste des Ver-festigens und nicht um eine Festung an sich. Destabilisierung ist in der Folge eine Bewegung, ein Akt der Entgründung. Entgründet werden kann nur das, was zuvor bestand. Die Geste des Definierens selektiert das, was zum Begriff gehört und was nicht, sie zieht Grenzen und dadurch kreiert sie ein Innen und ein Außen. Derridas Dekonstruktion von Sinn hält den Bezug der Begriffe (Signifikant) zum Inhalt (Signifikat bzw. Sinn) nicht für definitiv, denn der Signifikant verweist zwar auf das Signifikat, stimmt mit ihm aber nicht gänzlich überein: Sie können nicht deckungsgleich sein (Derrida 1976). In der Unmöglichkeit des Einholens oszilliert der Signifikant-Begriff immer zwischen Gründung und Entgründung, gefangen in der Kontingenz: „[W]as aus postfundamentalistischer Perspektive trotz Abwesenheit eines letzten Grundes akzeptiert wird, ist die Notwendigkeit gewisser Gründe“ (Marchart 2013: 63). Der Entgründung geht eine Krise voraus: Bestehendes (seien es Institutionen oder Praktiken) verliert an Sinnhaftigkeit, an Aktualität. Es wird durch einen Antagonismus revidiert. Als solcher ist der Antagonismus konfliktiv, auch wenn er aus dem Inneren einer Gesellschaft kommt: So entsteht aus dem inneren Antagonismus in der Tat eine Dimension der Totalität […] [W]enn die Dimension des radikalen Antagonismus garantiert, dass niemand die Bedeutung des Ganzen zu inkarnieren vermag, dass jede Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 309 Cano, Ungewissheit und die Entgründung des Sozialen derartige Anmaßung herausgefordert werden kann und wird, dann legt das die Schlussfolgerung nahe, dass die Wahrheit der sozialen Totalität nur in der Debatte als solcher liegen kann. Die Dimension der Totalität wird somit nicht als solche zurückgewiesen, vielmehr wird sie als Effekt einer nicht endenden Debatte verstanden, die es jeder Gruppe unmöglich macht, die Bedeutung des sozialen Ganzen zu meistern. Die Bedeutung des Sozialen entsteht aus dem Zwischen der debattierenden Parteien (Marchart 2013: 135–136). Die Debatte – oder der Protest – verunmöglicht eine absolutistische Durchsetzung von Fixierungen und somit eine dauerhafte einseitige Dominanz eines Teils der Gesellschaft. In der Debatte sind Positionen kontrovers in Bezug auf etwas, das sie selbst nicht sind (Marchart 2013: 190). Trotz der differenziellen Positionierung, die sich in dem Begriff der Debatte verbirgt, sind die differenten Positionen als solche äquivalent untereinander. Der Gegenstand der Debatte bildet jedoch ein radikales Außen, ein Etwas, das sich nicht unter derselben Äquivalenz von Differenzen (z. B. als Position) subsumieren lässt. Das radikale Fremde entzieht sich der (vorhandenen) Bedeutungsstruktur und manifestiert sich nicht nur als ihre Unterbrechung, sondern gar als ihr Zusammenbruch. Das Aufkommen eines Antagonismus wird als Widerfahrnis erfahren: Er entzieht sich jeglicher Voraussehbarkeit, jeglicher Vorstellung und jeglicher Utopie. Ebenso werden an dem Antagonismus die sedimentierten Handlungsstrukturen sichtbar: Der radikale Antagonismus widerfährt und verunmöglicht jeglichen Verstand oder Handlung. Das Ich bzw. die Gesellschaft fällt zunächst in Ohnmacht.1 Debatten und Proteste können also im Fall des radikalen Antagonismus als der Versuch verstanden werden, die Ohnmacht zu überwinden. Dadurch entstehen neue Handlungsoptionen und Optionen zur „Ausdehnung des Raumes des Möglichen“ (Marchart 2013: 204). Laclau nennt in Anlehnung an Husserl den Prozess der Defixierung bzw. Entkopplung von Bedeutung „Reaktivierung“ (Laclau 1999: 146): Durch den radikalen Antagonismus „werden mehr und mehr Elemente, Ebenen oder Orte im Sozialen als kontingent erfahren“ (Marchart 2013: 204). Das Feld, das durch die Wiedererkennung der kontingenten Natur von Entscheidung sichtbar wird, ist das der „Unentscheidbarkeit“ (Laclau 1990: 27). Der Akt der Entscheidung auf unentscheidbarem Terrain ist notwendig. Und nur eine politisch instituierende Entscheidung, die selbst ungründbar ist, kann den abwesenden Grund supplementieren und die radikale Unentscheidbarkeit des Sozialen vorübergehend überwinden. Der politische Akt der Entscheidung „bricht mit dem Zustand des Verharrens im Unentscheidbaren. Es ist in der Politik nicht vergönnt, nicht zu 1 Die etymologische Referenz von dem Begriff „Ohnmacht“ macht das Ausmaß der negierenden Kraft des Antagonismus an dieser Stelle deutlich. Definiert als „Bewußtlosigkeit, […], Machtlosigkeit“ (Pfeifer 1993) verdeutlicht Ohnmacht beide Dimensionen: die des Denkens und die der Handlung, die beide zum Erliegen kommen. Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 310 Themenschwerpunkt: Engagement in Zeiten der Corona-Pandemie entscheiden, da bekanntermaßen selbst das Nicht-Entscheiden oder der Aufschub einer Entscheidung einer Entscheidung gleichkommt“ (Marchart 2013: 287). Im Spiegel der Pandemie bietet sich Marcharts Ansatz zur Analyse der aktuellen Situation an, wobei der Blick auf zivilgesellschaftliches Engagement in Form von Protesten den roten Faden für die Analyse des Politischen bildet. Im nächsten Abschnitt werden Proteste und Bewegungen der letzten Zeit2 in den Blick genommen, deren Explizierung als Phänomen die Frage aufwirft, ob – und wenn ja inwieweit – sie als Ausdruck einer Entgründung bzw. Defixierung in unserer aktuellen Gesellschaft interpretiert werden können. 3. Der Abgrund oder: die radikalen Proteste Inmitten der Corona-Pandemie warnten Globalisierungskritiker:innen, wie zum Beispiel Naomi Klein oder Aktivist:innen von Fridays for Future davor, sich nach der vermeintlichen „Normalität“ vor der Krise zurückzusehnen, da diese bereits der Inbegriff einer Krise war. Für die Kritiker:innen des Kapitalismus und für die Umweltbewegung haftet am Produktions- und Konsumstil der neoliberalen Globalisierung (Foucault 2004) eine gravierende gesellschaftliche und Klimakrise, die die Möglichkeit einer unveränderten Fortsetzung des „Wie bisher“ infrage stellt. Die Normalität vor Corona als Krise zu verstehen denunziert den (ehemaligen) Alltag als den Gegebenheiten (z. B. Klimakrise ) und den gesellschaftlichen Anforderungen (z. B. weltweite Armut ) nicht mehr zeitgemäß und fordert eine Aktualisierung von gesellschaftlichem Zusammenleben und Interagieren. Für andere aber ist die Pandemie eine Krise, die es zu überwinden gilt, indem sie als Krise besiegt oder als Pandemie ausgelöscht wird und somit das Leben eines Tages triumphierend zur Normalität zurückfindet. Das Plädoyer für eine Rückkehr zur Normalität möchte den Alltag, die gewohnten Handlungen und den Horizont der Selbstverständlichkeiten von vor der Pandemie zurück. „Normalität“ wird also nicht nur durch gewohnte Praktiken hergestellt, sie ergibt sich aus dem, was nicht infrage gestellt wird, aus akzeptierten Annahmen, aus Konventionen, die als sinnvoll akzeptiert werden und Orientierung für Handlungen und Entscheidungen bieten. In beiden Fällen – Pandemie als Peak der Krise oder als Ausnahmezustand – gehört die Pandemie in den Bereich des Außerordentlichen: Sei es, weil sie an sich eine außerordentliche Repräsentation einer anhaltenden Krise ist oder weil sie die Normalität kategorisch außer Kraft gesetzt hat. Das Eintreten von etwas Außerordentlichem als Bruch mit dem Gegebenen und dem Selbstverständlichen ist im postfundamentalistischen Diskurs ein konstitutiver Topos des Moments des Politischen. 2 Die hier ausgewählten Unruhen, Protestformen und Bewegungen, die sich in der letzten Zeit formiert haben, bilden nur einen sehr kleinen Ausschnitt dessen ab, was weltweit zu beobachten ist. Die Auswahl ergibt sich nach einem pragmatischen Umgang mit dem Prinzip des maximalen Kontrastes. Die angegangenen Überlegungen dieses Aufsatzes sollen aber nicht als abgeschlossen gelten. Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 311 Cano, Ungewissheit und die Entgründung des Sozialen Marchart definiert in Anlehnung an Laclau soziale Handlungen als sedimentierte Wiederholungen vormals institutionalisierender (politischer) Entscheidungen, deren eigentlich kontingenter Ursprung in Vergessenheit geraten ist (Marchart 2013: 203). Die Kontingenz dieser Handlungen wird im Zuge eines Ereignisses oder Antagonismus entlarvt, der die als Normalität verstandene Sedimentierung stört, unterbricht. Dem vorliegenden Aufsatz liegt die Vermutung zugrunde, dass das Aufkommen und die Verbreitung von Sars-CoV-2 als ein solches Ereignis verstanden werden kann, dessen Ausmaß und Bedeutung uns noch entgeht. Die durch die Störung oder Unterbrechung erzeugten Risse im gesellschaftlichen Handeln sind dennoch zum Teil bereits erkennbar. Als betroffen zählen gesellschaftliche Fundamente, wie das Gesundheitssystem, die Polizei und die Politik. Nicht nur wurden durch die Pandemie viele Gesundheitssysteme weltweit als marode entlarvt, es haben sich seit einigen Monaten viele kategorische Bewegungen gezeigt: Die Black-Lives-Matter-Bewegung (BLM) mobilisiert weltweit Millionen von Menschen, die ihren geballten Unmut gegen Institutionen der Gesellschaft ausdrücken. Auch andere Arten von Gruppierungen stellen gesellschaftliche Fügungen massiv infrage. So treibt beispielsweise Randalierende in Stuttgart und Paris ihr geballter Groll gegen die Gesellschaft an. Beide Phänomene sind in gewisser Weise Symptome gesellschaftlicher Institutionen, die zunehmend brüchig, mangelhaft, ja, zunehmend unzureichend werden. „Krise“ nennt Marchart das Auftreten solcher Symptome und definiert sie als „nichts anderes […] als das Resultat einer wachsenden Diskrepanz zwischen einem alten Begriffsparadigma und einem sich verändernden institutionellen oder sozialen Kontext“ (Marchart 2013: 56). Hegemoniale Paradigmen bzw. gesellschaftliche Institutionen sind kontingent und damit überholbar, die genannten Bewegungen stellen sich ihnen entgegen. Die Krise zeigt sich zunächst in Form einer Gegenbewegung, die die Systeme des Sozialen von den ursprünglichen Bedeutungen ablöst. Nicht nur in Deutschland bezog sich die Kritik am aktuellen Zustand des Gesundheitssystems vor allem auf die Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Fachkräfte. In Italien, den USA und anderen Ländern wurde durch die Pandemie auf dramatische Weise offensichtlich, wie das Gesundheitssystem in der Folge von politischen Entscheidungen nicht in der Lage ist, Genesung zu ermöglichen: Krankenhäuser wurden im Laufe der Pandemie zunehmend zu Orten des Todes. Aber auch die weltweiten BLM-Proteste unterhöhlen ein System von innen heraus: Sie denunzieren gesellschaftliche Institutionen als antigesellschaftlich, die sich als Praxis von Unterdrückung und Diskriminierung zeigen. Die Proteste gegen ungesunde Gesundheitssysteme und die asozialen sozialen Institutionen sind zunächst Bewegungen in Richtung einer Defixierung von Bedeutung: Die alten Paradigmen stehen nicht nur nicht mehr für das, was sie stiften, sie mutieren in ihr Gegenteil und vernichten damit alle Bedeutung, die sie gründen. So offenbaren sie ihre kontingente Natur. Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 312 Themenschwerpunkt: Engagement in Zeiten der Corona-Pandemie Allerdings, so sehr das Corona-Virus zunächst Festgesetzes außer Kraft gesetzt hat, repräsentiert es nicht die Krise an sich. Vielmehr sind es die politischen Entscheidungen, die die Krise materialisieren, indem sie dem Virus eine gesellschaftliche Dimension zuteilen. Durch die Kontaktbeschränkungen und den Lockdown erlangt das Virus eine politische Bedeutung und eine gesellschaftliche Dimension. „Der politische Akt bricht mit dem Zustand des Verharrens im Unentscheidbaren“ (Marchart 2013: 287). Wenn Politik prinzipiell als legitimes Ensemble aus Praktiken und Institutionen verstanden werden kann, bedeuten Kontaktverbot und Lockdown den Versuch, die Störung einer vormals bestehenden Ordnung zu stoppen und eine neue zu generieren. Diese Entscheidung hat direkte Folgen auf das gesellschaftliche Leben: Gesellschaft wird umorganisiert. In Deutschland tauchten im Zuge des Lockdowns neue Parameter auf, die das gemeinsame Leben neu sortieren und definieren. Im Arbeitssektor werden nun (erneut) die systemrelevanten und nicht systemrelevanten Akteure unterschieden, im Gesundheitssektor wird eine neue Definition von Risikogruppen vorgenommen und im Bildungssektor wurden zwar Präsenzunterricht als auch das Lernen in Kleingruppen neu aufgewertet, dennoch zeigte die Diskussion zur Wiedereröffnung von Schulen, wie umstritten die Institution ist. Die kriselnde gesellschaftliche Identität drückt sich im Moment der Proteste, im Moment der Kritik aus: Die institutionalisierten Handlungen, sei es in Form von polizeilicher Gewalt oder politischen Entscheidungen im Gesundheitssektor, verlieren im Protest und in der Kritik ihre Legitimität. 4. Der Antagonismus, das Virus und die Ungewissheit Die Radikalität des Virus als solches kann nicht verleugnet werden: Seit Monaten versuchen Wissenschaftler:innen seine Ausbreitung einzudämmen, ohne endgültigen Erfolg. Die schnelle Verbreitung erfuhren Gesellschaften weltweit als eine Widerfahrnis, die sie lähmte und in Schockstarre versetzte. Über die akute gesundheitliche Bedrohung hinaus, die das Virus für Individuen oder auch Gesellschaften in Form einer Pandemie repräsentiert, ist Sars-CoV-2 vor allem der Inbegriff von Ungewissheit. Der Fall lässt sich als eine Chronik rekonstruieren. Die Entstehung, der Ursprung des Virus wurde in den Medien nie gänzlich geklärt wiedergegeben. Sogar der als erster geltende Fall in Wuhan am 1. Dezember 2019 scheint nicht unumstritten. Und die Spuren zum Ursprung scheinen weit davon entfernt, aufgeklärt zu werden (Baars/Peters 2020). Da diese Rekonstruktion wesentlich ist für die Entwicklung von Strategien, um mit dem Virus umzugehen oder ihn sogar auszurotten, kann diese Unzugänglichkeit beängstigend wirken. Denn die Fragen, die unbeantwortet bleiben, lauten zum Beispiel: Woher kommt er? Wie lange gibt es ihn schon? Wie verbreitet er sich? Welche akuten Gefahren für die Gesundheit gehen von ihm aus? Mit welchem bleibenden Schaden müssen erkrankte Menschen rechnen? Was sich uns derzeit entzieht, ist die Klarheit über Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 313 Cano, Ungewissheit und die Entgründung des Sozialen Ursprung, Ansteckungsgefahr und Langzeitfolgen der Virusinfektion. Nicht nur die florierenden Verschwörungserzählungen im Netz und auf den Straßen, sondern auch die verleugnende Haltung einiger Staatsoberhäupter zeigen, welche Auswirkungen Ungewissheit in unserer Gesellschaft haben kann: Sie erzeugt Angst. Das Virus hat zwar eine konkrete Auswirkung auf das Leben vieler Menschen. Wir erleben eine gleichzeitige Verstärkung der Ungleichverteilung in den Klassengesellschaften und der Produktion von Risiken in den Risikogesellschaften. Dennoch ist nicht das Virus an sich als Antagonist zu verstehen, sondern vielmehr das, was es in unseren Gesellschaften symbolisiert: die (unerträgliche) Ungewissheit. Die tatsächliche Bedrohung ist das Erliegen des Wissens als allmächtige Kraft, die alles unter Kontrolle bringt. Wir haben es mit der Entgründung eines essenziellen Fundaments unserer Gesellschaften zu tun: Ungewissheit bricht mit dem dichotomischen Schema Wissen/Nichtwissen als gesellschaftsstrukturierende Instanz, denn sie beschreibt, was nicht erfassbar ist, was sich dem Wissen (auch als kontingentes Wissen) entzieht. Im Umgang mit Ungewissheit und Unwissen erleben wir zurzeit zwei entgegengesetzte Bewegungen. Die erste betrifft die Hygiene-Demos: Mittels der Kritik an politischen Entscheidungen wird das Wissen über das Virus, aber auch und vor allem die Wissensproduktion an sich infrage gestellt. Wissen als eine kontingente Chiffre wird nicht akzeptiert. Die Radikalität der Anti-Corona- Demos liegt nicht nur darin, dass sie Ungewissheit nicht in ihrer gesellschaftlichen Dimension akzeptiert, sondern auch darin, dass sie diese grundlegend ablehnt. In Ländern wie Finnland oder Neuseeland erlebten wir zweitens eine ganz andere Entwicklung. In diesen Ländern akzeptieren die Staatsführungen den Umstand, keine endgültigen Antworten auf die Umstände zu haben. Finnland und Neuseeland entschieden sich, Unentscheidbarkeit offenzulegen. Als Strategie stellten sich die Regierungschefinnen live den Fragen der Bevölkerung. Sie verantworten die getroffenen Entscheidungen und markieren zugleich deren Kontingenz. Damit befinden sie sich in einem Zwischenraum zwischen der Entgründung und (erneuten) Gründung von Fundamenten. Die unüberwindbare, radikale Unentscheidbarkeit wird als konstitutiv für das System akzeptiert. Der hegemoniale Akt der Regierungen, ihre Entscheidungen nachvollziehbar, aber auch hinterfragbar zu machen, entspricht der artikulatorischen Anstrengung, die sich sowohl der Kontingenz als auch der eigenen Legitimität offen stellt. Dies scheint für das politische Handeln unabdingbar: Nur aufgrund dieses spannungsreichen Verhältnisses zwischen der politisch-historischen Situation, in der wir handeln, und den quasi-transzendentalen Bedingungen allen Handelns kann es so etwas wie Handeln überhaupt erst geben. Ansonsten befänden wir uns im Universum der Rational-Choice-Theorie, einem Ort reiner Kalkulabilität, oder in […] ontologischem Universum ethisch-politischer Reinheit, im Universum der „Treue“ und des „Akts“. In beiden Fällen wäre jede Möglichkeit Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 314 Themenschwerpunkt: Engagement in Zeiten der Corona-Pandemie des Handelns, also des strategischen Spiels mit dem Unvorhergesehenen unter hegemonial bedingten Einschränkungen, ausgeschlossen (Marchart 2013: 310).3 Die ontologische Unentscheidbarkeit, oder wie sie hier genannt wird, „die quasitranszendentale Bedingung allen Handelns“ verweist auf die radikale Kontingenz aller Entscheidungen und gleichzeitig auf deren Notwendigkeit. Erst wenn dieses Paradox als unüberwindbar akzeptiert wird, kann (politisches) Handeln stattfinden. Im Moment des Politischen bildet die Anerkennung der Unbedingtheit des Bedingten ein ethisches Verhältnis zur Politik, wenn es ein solches überhaupt geben kann (Marchart 2013: 288). Dies würde – so Marchart weiter – verhindern, den Moment des Politischen in Richtung Antipolitik zu verlassen. 5. Fazit Der Blick auf die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen, rund um das Gesundheitswesen und die BLM-Bewegung hat zunächst gezeigt, dass sich in Zeiten von Corona radikale Proteste ereigneten und ereignen, die die Gesellschaft zutiefst spalten. Das liegt daran, dass die vorgetragenen Kritiken zwei ganz unterschiedliche Momente erfassen: Während die BLM-Bewegung und die Proteste gegen ein versagendes Gesundheitswesen sedimentierte Praktiken in Institutionen (Polizei) und in der Gesellschaft (Gesundheitssystem) denunzieren, erfassen die Anti- Corona-Anhänger:innen ein anderes gesellschaftliches Fundament, nämlich den Umgang mit (Un-)Wissen. Ihre Kritik richtet sich also direkt darauf, dass die Kommunikations- und Informationspraxen in unserer Gesellschaft dem Wissen-Imperativ nicht nachgehen. Wissen wird hier nicht als löchrige Kategorie, die kontingent ist und immer wieder aktualisiert werden muss, sondern als das absolutistische Gründungsfundament von Gesellschaft und Politik aufgefasst. In der Geschichte der Menschheit hat sich immer wieder gezeigt, dass ein einseitiges und starres Verständnis von Wissen nicht selten in radikalisierende und spaltende Ideologien mündet. Dennoch – und das zeigen die politischen Entscheidungen Neuseelands oder Finnlands – ist die Dichotomie Wissen/Nichtwissen überholbar, indem ein Umgang mit Ungewissheit vorgeschlagen werden kann. Nach dem Zusammenprall mit dem Ereignis „Virus“ liegen nun einige Scherben auf dem Boden. Wieder einmal. Denn schon mit der Finanzkrise 2007/2008 lagen viele Trümmer vermeintlicher gesellschaftlicher Stabilität auf dem Feld des Politischen. Die damalige Krise kam aus dem Finanzsektor und machte die Herrschaft des Ökonomischen über alle anderen gesellschaftlichen Bereiche offensichtlich. In der Folge materialisierte sich in der Occupy-Bewegung der Protest gegen die 3 In Anlehnung an Laclau definiert Marchart: „Hegemonietheorie kann […] definiert werden als eine Theorie der strategischen Züge – und der quasi-transzendentalen Bedingungen, unter denen solche Züge möglich sind –, die auf einem grundlosen Terrain geführt werden, das vom Spiel der Differenz eröffnet wurde“ (Marchart 2013: 211). Voluntaris, Jg. 8, 2/2020, Debatte & Dialog 315 Cano, Ungewissheit und die Entgründung des Sozialen Übermacht des Finanzsektors und die Prozesse der Entgründung waren klar formuliert. Diese Form von Protest bleibt essenziell für die Formulierung neuer politischer Handlungsformen. Als Folge der Pandemie werden sie im Umgang mit Ungewissheit, Kommunikation und Wissen zu suchen sein. Literaturverzeichnis ASPO (2020): Sopa de Wuhan. www.elextremosur.com/files/content/23/23684/sopa-dewuhan.pdf (9.10.2020). 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References
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Marchart, Oliver (2013): Die Politische Differenz, 2. Aufl., Berlin.
Pfeifer, Wolfgang (1993): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Digitalisierte und von Wolfgang Pfeifer überarbeitete Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, www.dwds.de/d/wb-etymwb (30.08.2020).
Spiegel online (2020): Masse ohne Maske, www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/anti-corona-demonstration-in-berlin-versammlung-aufgeloest-a-1e3fa963-51fa-4530-9243-bb-5dc238baff (01.02.2020).

Zusammenfassung

Voluntaris – Zeitschrift für Freiwilligendienste ist eine wissenschaftlich orientierte Informations-, Diskussions- und Dokumentationsschrift für den Bereich Freiwilligendienste. Sie richtet sich an Akteure aus Wissenschaft und Praxis und fördert damit den Austausch zwischen akademischen und anwendungsbezogenen Perspektiven auf Freiwilligendienste. Sie wendet sich an folgende Leser- und Autorenschaft:

  • Forscher/innen, Lehrpersonal und Studierende an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die sich mit Themen und Fragestellungen rund um Freiwilligendienste beschäftigen

  • Verantwortliche Mitarbeiter/innen und Engagierte in Träger- und Partnerorganisationen, Einsatzstellen, Verbänden, Ministerien, Parteien, Kirchen, Stiftungen und Freiwilligenvereinigungen in Deutschland und den Partnerländern

  • Pädagogische Fachkräfte und Trainer/innen, die Freiwillige auf ihren Dienst vorbereiten, begleiten oder in ihrem Engagement nach dem Dienst unterstützen

  • Weitere gesellschafts-, jugend-, sozial- und entwicklungspolitische Organisationen, die im Kontext von Freiwilligendiensten tätig sind

  • Ehemalige, aktuelle und zukünftige Freiwillige, die sich tiefergehend für die Thematik interessieren.