Annekatrin Bock, Isabelle Borucki, Denise Sommer, Christian Strippel, Zwischen Kumulus und Curriculum. Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen für kommunikationswissenschaftliche Promotionen im deutschsprachigen Raum in:

SCM Studies in Communication and Media, page 171 - 202

SCM, Volume 8 (2019), Issue 2, ISSN online: 2192-4007, https://doi.org/10.5771/2192-4007-2019-2-171

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171Studies in Communication and Media, 8. Jg., 2/2019, S. 171–202, DOI: 10.5771/2192-4007-2019-2-171 SC|M Studies in Communication and Media SC|M Studies in Communication and Media FULL PAPER Zwischen Kumulus und Curriculum Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen für kommunikationswissenschaftliche Promotionen im deutschsprachigen Raum Between cumulative thesis and curriculum A study of regulatory frameworks for doctorates in communication studies at German-speaking universities and colleges Annekatrin Bock, Isabelle Borucki, Denise Sommer & Christian Strippel1 1 Dieser Text ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Autorinnen und Autoren zu gleichen Teilen. Die alphabetische Reihenfolge ihrer Nennung ist Ausdruck dieser gemeinschaftlichen Arbeit. 172 SCM, 8. Jg., 2/2019 Annekatrin Bock (Dr.), Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für Internationale Schulbuchforschung Braunschweig, Celler Straße 3, 38114 Braunschweig, Germany; Contact: bock(at) leibniz-gei.de Isabelle Borucki (Dr.), NRW School of Governance, Universität Duisburg-Essen, Lotharstraße 53, 47057 Duisburg, Germany; Contact: isabelle.borucki(at)uni-due.de Denise Sommer (Prof. Dr.), Karl-Scharfenberg-Fakultät: Verkehr-Sport-Tourismus-Medien, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften – Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, Karl-Scharfenberg-Straße 55/57, 38229 Salzgitter, Germany; Contact: de.sommer(at) ostfalia.de Christian Strippel (M.A.), Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Freie Universität Berlin, Garystraße 55, 14195 Berlin, Germany; Contact: christian.strippel(at)fuberlin.de 173 FULL PAPER Zwischen Kumulus und Curriculum Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen für kommunikationswissenschaftliche Promotionen im deutschsprachigen Raum Between cumulative thesis and curriculum A study of regulatory frameworks for doctorates in communication studies at German-speaking universities and colleges Annekatrin Bock, Isabelle Borucki, Denise Sommer & Christian Strippel Zusammenfassung: Mit der Internationalisierung der Wissenschaft und den sich wandelnden Anforderungen an die akademische Ausbildung stehen auch die wissenschaftlichen Qualifikationswege auf dem Prüfstand. Um den strukturellen Anpassungen in der Promotionspraxis an diese Veränderungen nachzuspüren, untersucht der Beitrag die Rahmenbedingungen kommunikationswissenschaftlicher Promotionen an Hochschule in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen einer Inhaltsanalyse der Ordnungen von 65 Promotionsverfahren. Erhoben werden die Ziele und Leistungsanforderungen für Promotionen sowie die Regelungen von Betreuung, Begutachtung und Bewertung. Dabei lassen sich zwar ähnliche Kriterien für die wissenschaftliche Qualifikation finden, die Regelungen und Verfahrensweisen sind jedoch wenig transparent, was zulasten der Vergleichbarkeit und Orientierung der Adressatinnen und Adressaten geht. Der Beitrag schließt mit der Empfehlung, über künftige Ausrichtungen der kommunikationswissenschaftlichen Promotion zu diskutieren und sich mit den Vor- und Nachteilen der zur Verfügung stehenden Qualifikationswege auseinanderzusetzen. Schlagwörter: Kommunikationswissenschaft, Promotion, Inhaltsanalyse, Kumulative Dissertation, strukturierte Promotionsprogramme Abstract: Along with the trend to an internationalization of academics the ways to the doctorate are under close scrutiny. In order to investigate the structural adjustments in doctoral practice to these changes, this article examines the regulatory frameworks for doctorates in communication studies at universities in Germany, Austria and Switzerland by a content analysis of the orders of 65 doctoral procedures. A content analysis was conducted, focusing on the aims and requirements for doctorates as well as on the criteria for advising and evaluating the doctoral qualification. Basically, comparable requirements can be identified. However, regulations and procedures are explicated in varying ways hampering the transparency and comparability of ways to academic qualification. The results demand for a discussion among the scientific community about the purpose and character of doctorates in the field of German-speaking communication studies reflecting advantages and disadvantages of different approaches to academic qualification. Keywords: Communication science, doctorate, content analysis, article thesis, thesis by publication, structured doctoral programs 174 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper 1. Einleitung Die Kommunikationswissenschaft ist ein disperses Feld, das sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit öffentlicher, medienvermittelter und interpersonaler Kommunikation in gesellschaftlichen Kontexten befasst (Bonfadelli, Jarren, & Siegert, 2010). Als „Integrationswissenschaft“ (Karmasin, Rath, & Thomaß, 2014) blickt sie auf eine lange Tradition interdisziplinärer Arbeit zurück, versteht sich aber inzwischen als eigen- und selbstständiges Fach, das sich mehr und mehr professionalisiert, ausdifferenziert und internationalisiert (Wilke, 2016). Der kommunikationswissenschaftliche Nachwuchs steht im Zentrum dieser Entwicklung: Die personellen Strukturen expandieren und die Anforderungen an die wissenschaftliche Qualifikation steigen in allen Arbeitsbereichen. So sollen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler heute international ausgerichtet sein, professionell forschen und sich möglichst differenzierte Fachkenntnisse aneignen (Engesser & Magin, 2014). Zudem wird in einigen Teilen des Fachs die Forderung lauter, neben der Dissertation bereits in der Qualifikationsphase zu publizieren. Der Grad an Internationalisierung und Professionalisierung wird dabei an der Publikation von Aufsätzen in vorzugsweise englischsprachigen Fachzeitschriften mit Peer Review gemessen (Naab et al., 2015; Domahidi & Strippel, 2014; Wessler, 2016). Zur Folge haben diese Entwicklungen, dass in der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) – wie in anderen Fachgesellschaften auch – vermehrt über die strukturelle Umgestaltung der Qualifikationswege nachgedacht wird. Im Mittelpunkt stehen dabei die Strukturierung der Promotionsverfahren durch entsprechende Promotionsprogramme (Kehm, 2012; Mittelstraß, 2010; Moes, 2010; Mau & Gottschall, 2008; Wessler, 2009), die Eignung der kumulativen Promotion als wissenschaftliche Qualifikationsarbeit (Hornbostel & Tesch, 2014; Wiegleb, 2013; Magin & Engesser, 2014; Ingenhoff, 2017; Guenther, 2017) sowie die Betreuung der Promovierenden (Löwisch & Würtenberger, 2015; Hauss & Kaulisch, 2012; Berning & Falk, 2006; Matthes et al., 2006). Die Ausdifferenzierung der (kommunikations-)wissenschaftlichen Qualifikationswege bedarf einer systematischen Übersicht über den Stand der Qualifikationspraxis im Fach. Auf eine solche Standortbestimmung zielt der folgende Beitrag ab. Er liefert eine Übersicht über die kommunikationswissenschaftlichen Promotionsverfahren im deutschsprachigen Raum, wobei er sich auf die formalen Strukturen in Form von Promotions- und Promotionsstudienordnungen konzentriert. Dazu werden alle für kommunikationswissenschaftliche Promotionen relevanten Ordnungen von Hochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz inhaltsanalytisch verglichen. Die Grundlage für diesen empirischen Vergleich liefern zum einen die üblichen Regulierungsbereiche dieser Ordnungen (Promotionsverfahren, Dissertationsschrift, Betreuung, Prüfung, Bewertung und Publikation) sowie zum anderen die Diskussion der genannten Entwicklungen bei der strukturellen Umgestaltung der Qualifikationswege im Fach, auf die im folgenden Abschnitt 175 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum zunächst näher eingegangen wird. Am Ende des Beitrags werden die Ergebnisse der Inhaltsanalyse und mögliche Handlungsimplikationen diskutiert.2 2. Die Promotion in der Kommunikationswissenschaft Der kommunikationswissenschaftliche Nachwuchs und mit ihm das Promotionswesen des Fachs rückten spätestens seit der Publikation des Wissenschaftsrates (2007) von „Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Kommunikations- und Medienwissenschaften in Deutschland“ in den Blick der deutschsprachigen Fachgesellschaft. Das Gremium kam damals zu dem Ergebnis, dass der Kommunikationswissenschaft der wissenschaftliche Nachwuchs fehle, weshalb „vermehrte Anstrengungen in Form von strukturierten Promotionsprogrammen sowie einer verbesserten Betreuung des Nachwuchses im Rahmen von Mentoring-Programmen erforderlich“ (S. 9) seien. Als Reaktion auf dieses Papier entstanden zwei Sonderausgaben des DGPuK-Informationsdienstes Aviso (Nr. 45 und 49), in denen diese Empfehlungen ausführlich diskutiert wurden. Als adressierte Fachgesellschaft reagierte die DGPuK zudem mit der Einsetzung einer AG Nachwuchsförderung, die „Vorschläge zur Verbesserung der Nachwuchsförderung in der DGPuK“ (Eilders et al., 2010) erarbeitete. Daraufhin folgten unter anderem die Institutionalisierung der Nachwuchsarbeit durch das Amt der Nachwuchssprecher*in (2011), die Veranstaltung des ersten Nachwuchstages in Mainz (2012) sowie die Veröffentlichung eines Strategiepapiers der Fachgesellschaft zur „Strukturierung der Nachwuchsarbeit in der DGPuK“ (DGPuK, 2013). Die Rahmenbedingungen und Herausforderungen des Promotionswesens allgemein sowie der verschiedenen Promotionswege im Speziellen waren darüber hinaus zentrale Themen der folgenden Nachwuchsarbeit. Sie wurden etwa in einem Sonderfenster auf der DGPuK-Jahrestagung 2012 in Berlin (Berghofer et al., 2012) sowie in einer der erwähnten Sonderausgaben des Aviso (Lüthje, 2009; Wessler, 2009) diskutiert. Im Vordergrund standen die Standards der Promotionsbetreuung, die Vergleichbarkeit verschiedener Promotionswege bzw. die Transparenz über die jeweiligen Anforderungen sowie die Besonderheiten strukturierter Promotionsprogramme. Wie ein Blick in das Positionspapier „Anforderungen an die Qualitätssicherung der Promotion“ des Wissenschaftsrats (2011) sowie in den Überlegungen der deutschen Wissenschaftsakademien (Leopoldina, acatech & Akademienunion, 2017) zeigt, handelt es sich dabei um Themen, die auch außerhalb der Kommunikationswissenschaft diskutiert werden: So wird etwa die flächendeckende Einführung von Betreuungsvereinbarungen, die Trennung von Betreuung und Begutachtung, eine Sicherstellung der guten wissenschaftlichen Praxis, eine Vereinheitlichung der Notenskala bei der Bewertung von Promotionen, die Abschaffung des Rigorosums als Prüfungsform sowie die Entwicklung 2 Bedanken möchten wir uns bei der DGPuK für die finanzielle Unterstützung dieser Studie, bei Oliver Quiring, Wiebke Möhring, Lars Rinsdorf und Daniela Schlütz für hilfreiche Anmerkungen zum Studiendesign und früheren Versionen dieses Beitrags sowie bei den anonymen Gutachterinnen bzw. Gutachtern für ihre wertvollen Hinweise zum Manuskript. 176 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper von Standards im Falle kumulativer Dissertationen empfohlen (Wissenschaftsrat, 2011, S. 14–29). Unabhängig von der Streitbarkeit dieser Empfehlungen bzw. Forderungen benennt der Wissenschaftsrat damit die zentralen Entwicklungslinien und Diskussionspunkte im Zuge der derzeitigen Umstrukturierung des Promotionswesens, die es bei einer systematischen Erfassung kommunikationswissenschaftlicher Promotionsverfahren zu berücksichtigen gilt. Zusammen mit den im Folgenden vorgestellten Studien, die in der Kommunikationswissenschaft schon zur evaluativen „Selbstbeobachtung“ (Lauf, 2002) des Fachs im Bereich der Promotionsphase durchgeführt wurden, liefern sie wichtige Orientierungspunkte für die anschlie- ßende Untersuchung, deren Implikationen am Ende dieses Abschnitts zusammengefasst werden. 2.1 Betreuung in der Promotionsphase Matthes, Wirth und Mögerle (2006) untersuchen, wie Promovierende in der Kommunikationswissenschaft von ihren Professorinnen und Professoren betreut werden und inwieweit sich diese Betreuung auf ihre jeweilige Arbeitssituation und beruflichen Perspektiven auswirkt. Für die Autoren ist die Betreuung „der Kern der wissenschaftlichen Ausbildung“ (S. 83). Ihre Studie kommt zu dem Ergebnis, dass „immerhin 30% der Befragten mit der Betreuung, die sie insgesamt erfahren, unzufrieden oder sehr unzufrieden sind“ (S. 88). Zudem seien „Karriereberatung, Tipps für die Lehre oder für das Zeitmanagement und Anregungen zu Weiterbildungen“ eher die „Ausnahme als die Regel“ (S. 88). Matthes et al. (2006) schlussfolgern, „dass die Personen, die besser betreut werden, auch bessere Leistungen erzielen, besser im Fach integriert und zufriedener sind, mehr zum wissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt beitragen und letztlich mehr Chancen auf eine wissenschaftliche Karriere haben“ (S. 95). Sie fordern eine Verbesserung der Betreuungsleistung durch Professorinnen und Professoren, insbesondere in Bezug auf das Zeit- und Publikationsmanagement. Die Promovierenden müssten besser auf die Anforderungen des Fachs vorbereitet werden: „Dies betrifft nicht nur, dass die Nachwuchskräfte durch ihre Vorgesetzten im Fach vernetzt werden, sondern auch, dass sie ein Bewusstsein für zentrale Publikationsmöglichkeiten und -notwendigkeiten aufbauen, evtl. notwendige Methodenkenntnisse erwerben und die zunehmende Internationalisierung des Fachs nicht aus dem Blick verlieren“ (S. 96). 2.2 Strukturierte Promotionsprogramme Inzwischen promovieren immer mehr kommunikationswissenschaftliche Doktorandinnen und Doktoranden in strukturierten Programmen (rund 10% nach Engesser & Magin, 2014, S. 309 und 330; 17% laut Statistisches Bundesamt, 2016, S. 33). Hinter der Bezeichnung „strukturierte Promotion“ versammelt sich allerdings eine große Vielfalt zum Teil sehr unterschiedlicher Programme (Enders & Kottmann, 2009). So sind Programme zunächst entweder aufgrund der Exzellenzinitiative des Bundes als Graduiertenschulen (Graduate Schools) oder im Rahmen 177 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum von DFG-geförderten Graduiertenkollegs entstanden. Letztere fokussieren dabei insbesondere die interdisziplinäre Verankerung an der jeweiligen Universität zu einem spezifischen Thema (DFG, 2010), während Graduiertenschulen eher auf der Fachbereichsebene angesiedelt sind (DFG, 2013). Beide Formen sind zeitlich begrenzt: In DFG-Graduiertenkollegs werden Promovierende maximal drei Jahre eingebunden, in Graduiertenschulen dagegen bis zu fünf Jahre. Beide Programme sehen vor, dass die Promovierenden regelmäßige Weiterbildungskurse besuchen sowie in Kolloquien die Zwischenstände ihrer Arbeiten vorstellen und diskutieren. Finanziert werden sie in der Regel über Stipendien oder wissenschaftliche Mitarbeiterstellen aus Drittmitteln. Berning und Falk (2005) unterscheiden Programme anhand der nationalen bzw. internationalen Ausrichtung zwischen den Graduiertenkollegs der DFG, international ausgerichteten Graduate Schools und sonstigen Promotionsstudiengängen (S. 53–55). Korff und Roman (2013) teilen die strukturierten Programme anhand ihrer Außendarstellung hinsichtlich ihrer Größe und Selbstbezeichnung in vier Typen ein: „große Schulen“, „mittelgroße Schulen“ sowie „kleine Kollegs“ mit Einzel- oder Doppelbetreuung. Und Herz et al. (2012) unterscheiden auf Grundlage der Leistungsanforderungen – konkret: der Anzahl verpflichtender Tätigkeiten sowie der Genehmigungspflicht von Abwesenheitszeiten – die vier Typen „fordernd und streng“, „fordernd aber flexibel“, „frei aber streng“ und „frei und flexibel“. Schließlich lassen sich strukturierte Promotionsprogramme unterscheiden in solche mit geregelter Finanzierung, etwa in Form spezieller Einrichtungen mit integriertem Stipendienwesen (Graduiertenkollegs oder Graduiertenschulen), und solche ohne Finanzierung über ein Stipendienwesen. Damit ergibt sich eine große Diversität und Unübersichtlichkeit der verschiedenen Maßnahmen zur Strukturierung der Promotion, so dass sich fragen lässt, inwiefern sich konkrete Unterschiede in den rechtlichen und formalen Rahmenbedingungen der verschiedenen Promotionswege ausmachen lassen bzw. worin diese bestehen. 2.3 Kumulative Promotion Wie in vielen anderen Fächern wird auch in der deutschsprachigen Kommunikationswissenschaft in den vergangenen Jahren unter dem Stichwort „Publish or Perish“ über die starken Veränderungen des Publikationswesens diskutiert (siehe dazu jüngst Fähnrich, Puschmann, & Rinsdorf, 2019). In entsprechenden Debatten-Beiträgen des Aviso (Nr. 42, 46, 48 und 63) wird etwa Kritik an den vielen, teilweise arbiträr anmutenden Sammelbänden im Fach geübt und auf die Bedeutung internationaler Fachzeitschriften, Zitationen und Impact-Faktoren für die akademische Laufbahn hingewiesen (Wolling, 2006; Brosius, 2008). Andererseits wird der Wert einer deutschsprachigen Community mit ihren genuinen Charakteristika betont, die in einer zunehmenden Vereinheitlichung wissenschaftlicher Ver- öffentlichungen zurückgedrängt würde (Altmeppen, 2009; Möhring, 2016). Was bedeuten diese Veränderungen des Publikationswesens nun für den wissenschaftlichen Nachwuchs? Engesser und Magin (2014) stellen im Vergleich zu den Vorgängerstudien einen Anstieg der Publikations- und Vortragstätigkeit in der 178 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper jüngeren Zeit fest: Promovierende halten im Durchschnitt sechs Vorträge (Postdocs rund 21) und veröffentlichen etwa vier Fachbeiträge (Postdocs rund 15) im Laufe ihrer Qualifikationszeit. Ein hoher Publikationsoutput ist dabei an eine hohe Arbeitszufriedenheit geknüpft. Das verdeutliche gleichzeitig eine fleißige Publikationstätigkeit, aber auch einen gewissen Publikationszwang (Engesser & Magin, 2014, S. 325). Mit der zunehmenden Internationalisierung im Wissenschaftsbereich steige auch der Internationalisierungsdruck auf den Nachwuchs im Fach (S. 309). Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler tragen diesem mit entsprechendem Publikationsverhalten Rechnung, insbesondere mit begutachteten Beiträgen in Fachzeitschriften. Ähnlich resümieren Echterbruch, Lassen und Tholen (2016) aus den Befunden einer DGPuK-Mitgliederbefragung zu Fachzeitschriften, dass die jüngsten Befragten das stärkste Interesse an der internationalen Ausrichtung von Zeitschriften und ihren Impact-Faktoren zeigen und dies auch in ihren Publikationsbemühungen umzusetzen versuchen. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich der wissenschaftliche Nachwuchs im Fach der Bedeutung einschlägiger internationaler Veröffentlichungen bewusst ist und die zeit- und arbeitsintensive Publikation in Zeitschriften mit Peer Review und entsprechendem akademischen Impact nicht scheut. Solche zusätzlichen Publikationen während der Qualifikationsphase können allerdings dazu führen, die längerfristige Arbeit an der eigentlichen Qualifikationsschrift hintenanzustellen oder sogar ganz aus den Augen zu verlieren. Eine Möglichkeit, dem zu entgehen, wäre eine konsequentere Fokussierung auf die Monografie als vorrangiges oder gar ausschließliches Schreibprodukt in der Qualifikationsphase. Eine andere Option wäre, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und die akademische Qualifikation im Rahmen einer kumulativen, aufsatzbasierten Qualifikationsarbeit miteinander zu verbinden (Guenther, 2017). Auch wenn die Zahl derer, die sich für die kumulative Qualifikationsarbeit entscheiden, in den vergangenen Jahren angestiegen ist (Engesser & Magin, 2014, S. 330), bleibt die Monografie für die Doktorandinnen und Doktoranden im Fach noch immer die gängigste Form der Qualifikationsarbeit: Kumulativ promovieren derzeit nur rund sechs Prozent der Befragten, die Mehrheit davon im Ausland (ebd., S. 320; siehe dazu auch Lecheler, 2017). Engesser und Magin (2014) führen Zahlen wie diese darauf zurück, „dass die Promotionsordnungen vieler Hochschulen diese Möglichkeit (noch) nicht vorsehen“ (S. 320). Damit stellt sich die Frage, wie die Bandbreite der rechtlichen und formalen Rahmenbedingungen für die Promotion im Fach tatsächlich ausgestaltet ist. Ihr soll in der nachfolgenden Analyse nachgegangen werden. 2.4 Implikationen für die Inhaltsanalyse von Promotions- und Promotionsstudienordnungen Die bisherige Forschung zur Situation kommunikationswissenschaftlicher Qualifikanden und Qualifikandinnen fokussiert im Wesentlichen drei zentrale Aspekte: • Die Situation von Promovierenden wird anhand von soziodemografischen, geschlechtsspezifischen oder fachlich bedingten Herausforderungen beschrie- 179 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum ben (z. B. Hauss et al., 2012; Riesmeyer & Huber, 2012; Matthes et al., 2006; Prommer et al., 2006). • Studien untersuchen, inwieweit diese Herausforderungen den wissenschaftlichen Output von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern bedingen und sich auf ihre Karrierechancen auswirken (z. B. Engesser & Magin, 2014; Matthes et al., 2006; Wirth et al., 2008). • Das gegenwärtige Promotionswesen in Deutschland wird mit dem anderer Länder verglichen und kritisiert bzw. der Wandel von Individualpromotion zu strukturierten Programmen evaluiert (z. B. Kreckel, 2012; Hauss & Kaulisch, 2012; Mau & Gottschall, 2008). Ein Desiderat bilden Untersuchungen, die sich ausführlich mit den rechtlichen und formalen Rahmenbedingungen befassen, die die Promotion und die Situation der Promovierenden maßgeblich prägen. Die vorliegende Studie orientiert sich an den eben diskutierten Bedingungen, die die kommunikationswissenschaftliche Promotion im deutschen Sprachraum rahmen. Mit Blick auf die aufgearbeitete Literatur zum Thema werden dabei die Vergleichbarkeit der kommunikationswissenschaftlichen Promotionsverfahren in Zugang (Kap. 4.2) und Leistungsanforderungen (Kap. 4.3), die Vorgaben für die schriftliche Leistung (Kap. 4.4) und die Möglichkeiten und Kriterien der kumulativen Dissertation (Kap. 4.5), die Standards in der Betreuung der Promovierenden und der Bewertung von Promotionsleistungen (Kap. 4.6) sowie die spezifischen Regelungen für strukturierte Promotionsverfahren (Kap. 4.7) untersucht. 3. Methode 3.1 Auswahl und Untersuchungsmaterial Um Aussagen über die Gesamtheit der für die Untersuchung relevanten Promotionsverfahren treffen zu können, wurden alle für das Fach einschlägigen Promotionsordnungen sowie entsprechende Promotionsstudienordnungen standardisiert inhaltsanalytisch untersucht.3 Diese Ordnungen bilden die rechtliche Grundlage einer Promotion, entsprechend handelt es sich bei dem Untersuchungsmaterial der Studie um juristische Dokumente mit der ihnen eigenen Fachsprache und Gestaltung: Einige Regelungen fallen etwa sehr detailliert aus, um verschiedene Eventualitäten zu berücksichtigen, während in anderen Bereichen recht allgemein formuliert wurde, um eine möglichst weite Auslegung zu gewährleisten. Bei der Analyse und Interpretation der Dokumente muss deshalb bedacht werden, dass es sich hierbei lediglich um einen kodifizierten Regulierungsrahmen für Promotionsverfahren handelt, von dem die konkrete Auslegungspraxis abweichen kann. Da diese Ordnungen in der Regel auf Fakultäts- bzw. Fachbereichsebene – und häufig auf der Grundlage von Rahmenprüfungsordnungen der Hochschulen oder Bun- 3 Ein ausführlicher Methodenbericht und der Datensatz zur Studie sind im Datenarchiv für Sozialwissenschaften datorium der GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften hinterlegt (Strippel et al., 2018). 180 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper desländer –  verhandelt und verabschiedet werden, muss zudem berücksichtigt werden, dass sie zumeist nicht nur für Promotionsverfahren in der Kommunikationswissenschaft gelten. Die Auswahlgesamtheit wurde über die für kommunikationswissenschaftliche Promotionsverfahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständigen Institutionen gebildet: Zunächst wurde auf der Grundlage der Liste ‚Institute im deutschsprachigen Raum‘ der DGPuK (2015a), dem ‚KMW-Atlas‘ der SGKM (2015), der Liste ‚Institutionelle Mitglieder‘ der ÖGK (2015) sowie der Institutsdatenbank der Online-Zeitschrift Transfer (DGPuK, 2015b) ein Verzeichnis von 51 kommunikationswissenschaftlichen Instituten im deutschsprachigen Raum zusammengestellt (Stand: Februar 2015). Anschließend wurde auf den offiziellen Webseiten dieser Institute bzw. den jeweiligen Fachbereichen, Fakultäten oder Hochschulen nach den für das Fach relevanten Promotionsmöglichkeiten sowie den entsprechenden, aktuell gültigen Promotions- und Promotionsstudienordnungen sowie nach entsprechenden Ergänzungen bzw. Änderungen recherchiert. Die gefundenen Dokumente wurden elektronisch gesichert und systematisch geordnet. 3.2 Promotionsverfahren Als Analyseeinheit der Untersuchung wurde das einzelne Promotionsverfahren gewählt. Ein Promotionsverfahren beginnt mit der Anmeldung bzw. der Zulassung zur Promotion (in Österreich und der Schweiz auch ‚Doktorat‘ genannt), endet mit der Publikation der entsprechenden Qualifikationsschrift(en) sowie der Verleihung eines Doktortitels und wird geregelt durch eine verbindliche Ordnung (Promotions- und/oder Promotionsstudienordnung). Unterscheiden lassen sich grob die Individualpromotion, bei der die Doktorandinnen und Doktoranden selbstständig ohne vorgegebenes Curriculum und zumeist auch ohne Vorgabe festgelegter Fristen an ihrer Dissertation arbeiten (können); und die strukturierte Promotion (auch ‚Programmpromotion‘), die sich vorrangig durch ein begleitendes Promotionsstudium mit begrenzter Laufzeit und vorgegebenem Curriculum auszeichnet (Mittelstraß, 2010). Eine Identifizierung und Zuordnung der verschiedenen Promotionsmöglichkeiten in dem recht umfangreichen und je nach Hochschule, Fakultät, Fachbereich oder Institut auch vielfältigen Angebot an Fördermaßnahmen für den wissenschaftlichen Nachwuchs fiel im Rahmen der Materialsammlung nicht immer leicht. Die Benennung der zu diesem Zweck installierten Einrichtungen (wie Graduiertenzentren oder -akademien) und angebotenen Programme ist sehr uneinheitlich, sodass eine intensivere Recherche nötig war, um zu prüfen, ob sich insbesondere die verschiedenen Promotionsprogramme überhaupt an kommunikationswissenschaftliche Doktorandinnen und Doktoranden wenden. Berücksichtigt wurden solche Programme deshalb nur, sofern jeweils mindestens eine bzw. einer der Professorinnen und Professoren der 51 über die vier oben genannten Listen identifizierten Institute Mitglied in diesem Programm ist. 181 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum Insgesamt wurden auf diese Weise 65 verschiedene Möglichkeiten zu einer kommunikationswissenschaftlichen Promotion an 50 Hochschulen4 im deutschsprachigen Raum identifiziert. Enthalten sind darin 31 individuelle Promotionsverfahren und 34 strukturierte Promotionsprogramme, von denen elf mit einer geregelten Finanzierung arbeiten und 23 ohne (siehe Tabelle 1). Mit 55 Verfahren entfällt der Großteil auf Institute in Deutschland, in Österreich werden drei Promotionsverfahren angeboten, in der Schweiz sieben. Auffällig ist, dass in Deutschland individuelle Promotionen stark überwiegen, während in Österreich und der Schweiz strukturierte Promotionen üblich sind. Tabelle 1. Promotionsverfahren im deutschsprachigen Raum Land Promotionsverfahren individuell strukturiert insgesamt ohne Finanzierung mit Finanzierung Deutschland 31 15 9 55 Österreich – 3 – 3 Schweiz – 5 2 7 Insgesamt 31 23 11 65 Aufgrund dieser relativ geringen, aber weitgehend ausgeglichenen Fallzahlen sowie der schwierigen Zuordnung einzelner Promotionsstudiengänge (s.o.) wurden für die Auswertung die Kategorien strukturiert mit Finanzierung und strukturiert ohne Finanzierung zu einer Gruppe zusammengefasst, so dass im Weiteren als Form der Promotion lediglich die Individualpromotion und die strukturierte Promotion voneinander unterschieden werden. Auch wenn die Anforderungen in den Curricula der strukturierten Promotionen durchaus breit gefächert sind, eint alle strukturierten Verfahren eben die Vorgabe, zusätzliche Leistungen neben Dissertation und mündlicher Prüfung zu erbringen. Dabei fiel auf, dass der Umfang und die Standardisierung vorgegebener Leistungen unabhängig von der Finanzierung der Programme ist, so dass eine relativ große Spannbreite an unterschiedlichen Verfahrensmodellen in Kauf genommen wurde. In der Auswertung wird darauf zurückzukommen sein, welche Unterschiede sich hier nachweisen lassen und wie groß die Homogenität innerhalb beider Gruppen ausfällt. 3.3 Codierung, Reliabilitätstests und Datenbereinigung Auf der Grundlage von fünf ausgewählten Promotionsordnungen wurde ein Codierschema entwickelt, das im Rahmen einer Schulung anhand von vier weiteren Promotionsverfahren geprüft und überarbeitet wurde. Neben neun Identifikationsvariablen enthält es 54 inhaltliche Variablen zu den fünf Themenblöcken: Pro- 4 Die Donau-Universität Krems in Österreich hat für kommunikationswissenschaftliche Promotionen keine eigene Promotionsordnung, sondern kooperiert hier mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Faktisch werden in der Auswertung also lediglich 50 Hochschulen berücksichtigt. 182 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper motionsverfahren, Dissertationsschrift, Betreuungssituation, Prüfung und Bewertung sowie Publikation (siehe Tabelle 2). Die Kontexteinheit bildeten die jeweilige Promotionsordnung sowie alle dort genannten weiteren Dokumente. Erhoben wurden die Daten in der Zeit von März bis Mai 2015 von zwei geschulten Codiererinnen des Instituts für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Freien Universität Berlin.5 Tabelle 2. Übersicht über die im Codierschema enthaltenen Rubriken und Kategorien Rubrik Kategorien Identifikationsvariablen Land, Stadt, Hochschule, Hochschulform, Fakultät/Fachbereich und Institut Promotionsverfahren Form des Promotionsverfahrens, Jahr des Inkrafttretens der Promotions(studien)ordnung, zu erwerbende Doktortitel, V oraussetzungen, Leistungsanforderungen und Möglichkeiten zu grenz- und fächerübergreifenden Promotionen Dissertationsschrift Zielnennung, vorgegebene Sprachen, Möglichkeit zur kumulativen Promotion, zu Vorveröffentlichungen und zur Co-Autorschaft, Abgabefrist und Vorgaben zu Umfang, Layout etc. Betreuungssituation Möglichkeit zur Trennung von Betreuung und Begutachtung, Verpflichtung zu einer Betreuungsvereinbarung Prüfung und Bewertung Zusammensetzung des Bewertungsgremiums, Gutachteranzahl, Begutachtungsfrist und Benotungsverfahren Publikation Veröffentlichungsfrist, Zulässigkeit verschiedener Veröffentlichungsformen wie Selbstverlag, Fachzeitschrift und elektronische Form Um die Zuverlässigkeit der Codierung zu prüfen und problematische Variablen für die Datenbereinigung zu identifizieren, wurde das Codebuch anhand von acht zufällig ausgewählten Fällen auf Intercoder-Reliabilität sowie anhand von jeweils drei Fällen auf Intracoder-Reliabilität getestet. Die ermittelten Reliabilitätskoeffizienten (nach Holsti) für die einzelnen Variablen waren überwiegend zufriedenstellend (Intercoder: M = .86; Intracoder: M = .92 und .94). In einigen Fällen gab es jedoch Probleme, die Anlass dazu gaben, die Codierungen im Rahmen der Datenbereinigung noch einmal mit den Ordnungen prüfend abzugleichen. Dies gestaltete sich bei einigen Variablen allerdings schwierig: Da es sich bei den untersuchten Ordnungen – wie erwähnt – um juristische Dokumente handelt, sind einige Formulierungen sehr verklausuliert, so dass sie nur schwer verständlich und nachvollziehbar sind. Die Frage, ob eine Zulassung mit einem Bachelorund/oder einem Fachhochschulabschluss möglich ist, lässt sich beispielsweise in einigen Fällen nur mit Mühen herauslesen. Die Probleme im Rahmen der Codierung können also auch als Indikator für eine gewisse Intransparenz bzw. begrenzte Nachvollziehbarkeit der entsprechenden Abschnitte und Regelungen für die betroffenen Doktorandinnen und Doktoranden gewertet werden. Im Falle von drei Variablen (Möglichkeit zu fächerübergreifender Promotion, Zulassung mit 5 Wir bedanken uns ganz herzlich bei Alisa Raudszus und Janine Schreck für die Codierarbeit. 183 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum BA-Abschluss und Zulassung mit FH-Abschluss) waren diese Probleme im Rahmen der Datenbereinigung nicht mehr zu beheben, weshalb sie von der Auswertung ausgeschlossen wurden. 4. Ergebnisse 4.1 Allgemeine Befunde zu den Promotionsverfahren im Fach Die überwiegende Zahl der Promotionsmöglichkeiten im Fach findet sich an Volluniversitäten (56 Fälle). Die weiteren Verfahren verteilen sich auf Technische Universitäten (6), eine Sport- (2) und eine Kunsthochschule (1). Zwei der 50 untersuchten Hochschulen (Düsseldorf und Zürich) bieten drei unterschiedliche Promotionsverfahren an, elf Hochschulen haben zwei verschiedene Verfahren zur Auswahl und an 37 Hochschulen gibt es jeweils ein Verfahren. Die codierten Ordnungen waren zum Zeitpunkt der Datenanalyse im Jahr 2015 im Schnitt seit etwa 2,7 Jahren gültig. Die älteste Fassung stammt von 2001 (Duisburg-Essen), die jüngsten drei Ordnungen (Hohenheim und zwei Mal Weimar) sind im Jahr 2015 in Kraft getreten. Die deutliche Mehrheit der Ordnungen (55) datiert zwischen 2011 und 2014. In etwa 45 Prozent der Fälle kann zwischen verschiedenen Doktortiteln gewählt werden, mindestens zwischen zwei und maximal zwischen vier Varianten. Der am häufigsten vergebene Doktortitel ist der Doctor philosophiae (Dr. phil.), der in 60 von 65 Promotionsverfahren verliehen werden kann. Andere Titel wie Dr. rer. pol. (10) oder Dr. rer. soc. (8) finden sich seltener. Weitere Titel (wie Dr. Ing., Dr. rer. nat., Dr. rer. oec.) stellen mit jeweils ein bis zwei Codierungen Ausnahmefälle dar. In 14 Fällen kann ein PhD erworben werden, was für eine Bestrebung nach der Internationalisierung von Promotionsverfahren spricht. Diese zeigt sich auch in der Möglichkeit zu grenzübergreifenden Promotionsverfahren, die in rund 60 Prozent der Fälle gegeben ist. 4.2 Zugangsvoraussetzungen Der Zugang zur Promotion im Fach wird in jedem Fall mit einem nationalen Hochschulabschluss des jeweiligen Landes gewährleistet. In 46 Fällen ist die Aufnahme des Promotionsstudiums auch ausdrücklich mit einem internationalen Abschluss erlaubt. In 50 Fällen ist die Note des Hochschulabschlusses für die Aufnahme als Promotionsstudent bzw. -studentin von Belang, dies betrifft vornehmlich, wenn auch nicht ausschließlich die Promotionsstudiengänge. Der Nachweis von entsprechenden Sprachkenntnissen von Nicht-Muttersprachler*innen ist in 21 Verfahren verpflichtend, in zehn Fällen muss außerdem als Zulassungsbedingung einer (möglichen) Plagiatsprüfung der Arbeit zugestimmt werden. 46 Verfahren sehen eine sogenannte Ausschließlichkeitsklausel vor, das heißt, zur Promotion kann nur zugelassen werden, wer kein ruhendes oder nicht bestandenes Promotionsverfahren für denselben Titel aufweist. Inwiefern Absolventinnen und Absolventen mit BA- oder FH-Abschluss zum Promotionsstudium zugelassen 184 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper werden, konnte aufgrund der oben beschriebenen Probleme bei der Codierung nicht ausgewertet werden. Bei den strukturierten Studiengängen besteht fast immer eine Einschreibpflicht, die sich für Individualpromotionen nur auf knapp 20 Prozent der Fälle beläuft. In 52 Fällen muss der Betreuer oder die Betreuerin eine Einverständniserklärung zur Aufnahme des Promotionsstudiums abgeben, wobei die Form der Promotion (individuell oder strukturiert) hier nicht ausschlaggebend ist. 4.3 Leistungsanforderungen In den meisten Promotionsverfahren im Fach müssen zwei bis drei Einzelleistungen erbracht werden. Die obligatorische Leistung, die für jede Promotion nachgewiesen werden muss, ist die Dissertation bzw. eine entsprechende schriftliche Leistung. In 64 von 65 Fällen wird zudem eine Disputation vorgeschrieben. Das Rigorosum ist mit zwölf Fällen nur noch selten, Leistungen in einem Nebenfach werden lediglich in einer Ordnung verlangt. Auffällig ist, dass immerhin noch in einem Drittel der Individualpromotionen das Rigorosum vorgeschrieben ist (zehn Fälle), während es in strukturierten Promotionsprogrammen mit sechs Prozent nur noch eine untergeordnete Rolle spielt (zwei Fälle). Dagegen werden in allen 34 strukturierten Verfahren weitere zusätzliche Leistungen erwartet, wie etwa das Absolvieren von Seminaren, Workshops oder ganzen Curricula. Dies ist in keinem Verfahren der Individualpromotion der Fall. Solche Leistungen werden zumeist nach ECTS bewertet und umfassen ein breiteres Spektrum festgelegter Anforderungen. Welche dies sind, wird weiter unten erläutert (siehe Kap. 4.7). Ein Trend zur Flexibilisierung der Leistungsanforderungen zeigt sich darin, dass in 29 Fällen die Möglichkeit besteht, einzelne Teilleistungen durch andere zu ersetzen. Auch dies trifft weit stärker auf strukturierte Verfahren (77%) als auf die Individualpromotionen (10%) zu. 4.4 Dissertation Die schriftliche Promotionsleistung wird meist detailliert in den Ordnungen geregelt. So wird in der Mehrzahl der Fälle (59) ein Ziel und/oder Zweck der Dissertation formuliert. Fast genauso häufig (57) finden sich Angaben zur Sprache, in der die Arbeit(en) verfasst sein soll(en). In etwas mehr als der Hälfte der Fälle (34) finden sich Regelungen zur Co-Autorenschaft: In 52 Prozent der Verfahren ist es ausdrücklich erlaubt, die schriftliche Promotionsleistung gemeinsam mit Co-Autorinnen und Co-Autoren zu verfassen. In etwas weniger als der Hälfte der Fälle (30) ist die Vorveröffentlichung von Teilen der Schrift geregelt und in 35 Fällen die Abgabefrist. Sie schwankt zwischen 24 und 72 Monaten, wobei sie in 24 Fällen (69%) 36 Monate beträgt. Hier fällt auf, dass in den strukturierten Verfahren mit etwa 82 Prozent deutlich häufiger klare Regeln zur Abgabefrist getroffen werden als in Verfahren der Individualpromotion (23%). Zudem liegt die Frist, wenn sie explizit geregelt ist, in den Individualverfahren mit einem Mittelwert von 60 Monaten (SD = 18,3) signifikant höher als in den strukturierten Verfahren (M = 37,7; SD = 7,1) (T(33) = 5,22, p = .000). 185 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum Für Dissertationen herrscht in der Regel eine Veröffentlichungspflicht. In 90 Prozent der Fälle sind sowohl eine Verlagspublikation als auch die elektronische Veröffentlichung explizit erlaubt, in etwa 86 Prozent die Veröffentlichung der Arbeit im Selbstverlag. In 44 Verfahren wird ausdrücklich auf die Möglichkeit der Publikation in einer Fachzeitschrift hingewiesen. Meist wird eine Frist gesetzt, innerhalb derer die Dissertation veröffentlicht werden muss: Sie beträgt in den meisten Fällen (34) zwei Jahre, in 19 Fällen ein Jahr und in sechs weiteren Fällen drei Jahre oder mehr (maximal 6 Jahre). In sechs Ordnungen ist eine solche Frist nicht geregelt. 4.5 Kumulative Dissertation In 27 Fällen besteht die Möglichkeit, die Dissertation als Kumulus aus mehreren Schriften einzureichen, wobei in etwa 75 Prozent dieser Fälle genauere Vorgaben dazu existieren, wie der Kumulus auszusehen hat. Ein Unterschied zwischen individueller und strukturierter Promotion zeigt sich hier nicht, die Spannweite der Anforderungen an und Richtlinien für eine kumulative Dissertation erweist sich indes als groß: Einige Ordnungen regeln detailliert die Anzahl und Art der Schriften, Co-Autorenschaft und Begutachtung (z. B. Greifswald, Jena und Zürich), andere weisen lediglich auf die Möglichkeit einer kumulativen Promotionsleistung hin (z. B. Bamberg, Basel und Chemnitz). An einigen Beispielen wird dies deutlich: Während in zehn Fällen keine Angaben zur geforderten Anzahl der Schriften gemacht werden, schwankt die Zahl in den übrigen Verfahren zwischen einem Minimum an drei Schriften (etwa in Greifswald, Passau und St. Gallen) und einem Minimum an sechs Schriften (Universität Rostock). In der Regel werden veröffentlichte oder zur Veröffentlichung angenommene Schriften gefordert, es werden aber auch in der Begutachtung befindliche Manuskripte akzeptiert (etwa in Friedrichshafen). In einem Fall dürfen die eingereichten Schriften maximal fünf Jahre zurück liegen (Freiburg). Meist wird eine festgelegte Anzahl von Schriften in Fachzeitschriften oder vergleichbaren Publikationen mit Peer Review erwartet. Co-Autorenschaften sind häufig zulässig, in mehreren Fällen müssen Erklärungen zum Einverständnis und zum Eigenanteil der Promovierenden von den Co-Autorinnen und -Autoren eingeholt werden. Lediglich die Universität Bremen bildet hier eine Ausnahme, indem sie keine Co-Autorenschaft zulässt. Zusätzlich finden sich in einigen Verfahren Regelungen zur Co- Autorenschaft von Gutachterinnen und Gutachtern bzw. Betreuerinnen und Betreuern. In solchen Fällen ist meist die Bestellung eines weiteren Gutachtens notwendig (z. B. in Jena und Augsburg). Fast flächendeckend wird eine Klammeroder Dachschrift gefordert, die die Einzelschriften in einen Zusammenhang stellt und reflektiert. In einigen Verfahren werden hier konkrete Vorgaben zum Umfang gemacht (Freiburg: mind. 12.000 Zeichen; Rostock: 30–40 Seiten). 186 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper 4.6 Betreuung und Begutachtung Eine Forderung, die in jüngster Zeit als Kriterium zur Qualitätssicherung von Promotionen häufiger artikuliert wird, ist die nach der Trennung von Betreuung und Begutachtung in Promotionsverfahren (siehe Kap. 2). Sie soll die Abhängigkeit der Promovierenden vom Betreuungsteam reduzieren und eine objektivere Bewertung ermöglichen (Wissenschaftsrat, 2011). Die vorliegende Studie zeigt indes, dass es eine solche Praxis in den kommunikationswissenschaftlichen Promotionsverfahren offenbar kaum gibt: In nur zwei Fällen ist eine solche Trennung vorgesehen, wobei ein Fall auf ein Verfahren mit Individualpromotion entfällt und ein Fall auf ein Promotionsprogramm. Dagegen hat sich die Praxis der Betreuungsvereinbarung bereits recht weit verbreitet: In der Hälfte der Fälle (33) sehen die Ordnungen eine solche Vereinbarung vor und führen teilweise aus, welche Aspekte der Betreuung darin geregelt werden sollen. Dazu zählen neben der gegenseitigen Verpflichtung zur Einhaltung guter wissenschaftlicher Praxis etwa die Form (kumulativ oder monografisch) und Sprache der Dissertation, ein vorläufiger Zeit- und Arbeitsplan sowie ggf. die zu erbringenden Zusatzleistungen. Die Verteilung auf die verschiedenen Formen der Promotion ist ausgeglichen (15 Fälle in Individualpromotionen und 18 in strukturierten Programmen). Die Bewertung von Dissertationen im Fach erfolgt meistens durch zwei Gutachterinnen und Gutachter. Nur in sieben Fällen sind drei Gutachten für die Arbeit vorgesehen. Das Bewertungsgremium, die Promotionskommission, setzt sich in der Regel in 56 Fällen für jedes Verfahren individuell zusammen. Dabei werden die Kommissionen von einem Promotionsausschuss bestimmt, der eine dauerhaft installierte, zumeist gewählte Institution am jeweiligen Institut oder Fachbereich bzw. der Fakultät darstellt. Nur in sechs Fällen ist das Bewertungsgremium fest institutionalisiert. Der Begutachtungszeitraum ist in knapp 90 Prozent der Fälle festgelegt: Er reicht von vier bis 24 Wochen, wobei in der Mehrheit der Fälle (35) zwölf Wochen zur Begutachtung angesetzt sind. Die Vergabe des Prädikats wird nahezu immer geregelt (64), wobei in der überwiegenden Mehrheit (52) das Prädikat aus dem arithmetischen Mittel der einzelnen Teilleistungen gebildet wird. Die Dissertation wird dabei in der Regel doppelt so stark gewichtet wie die mündliche Prüfungsleistung. Aber auch offenere Formulierungen finden sich, wie etwa in Dortmund, wo „bei der Festlegung der Gesamtnote in der Regel auf die Bewertung der Dissertation besonderes Gewicht zu legen [ist].“ (§16, 3, PromO der Universität Dortmund). In zwölf Fällen legt das Bewertungsgremium die Gesamtnote per Beschluss fest. Einige Universitäten regeln klar, dass bei Unstimmigkeiten über die Endnote ein Beschluss über einfache Mehrheit herzustellen ist (z. B. in Duisburg-Essen) bzw. haben Vorgaben in der Ordnung festgeschrieben, wann welche Noten zu vergeben sind (z. B. in Düsseldorf). Andere verweisen auf die „Bewertungen der Gutachter“ (Greifswald), die als Grundlage für die Bildung der Dissertationsnote gelten. Nicht in allen Ordnungen finden sich gesonderte Regelungen zur Vergabe des Höchstprädikats ‚summa cum laude‘. Ist dies vorgesehen, wie etwa an der FU Berlin, in Braunschweig, Düsseldorf, Friedrichshafen oder Gießen, so muss das Prädikat einvernehmlich vergeben werden bzw. für Dissertation wie mündliche 187 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum Prüfung ‚summa cum laude’ vergeben worden sein (z. B. Dresden, Münster, Stuttgart-Hohenheim und Trier). Von einigen Universitäten wie etwa Augsburg, Bremen, Frankfurt, Jena, München und Tübingen wird zudem ein drittes Gutachten eingeholt, das ebenfalls auf ‚summa‘ lauten muss. Die Universitäten Mainz, Rostock und Dortmund vergeben dieses Sonderprädikat nur „bei außergewöhnlichen Leistungen“ (§12, Mainz), für eine „besonders herausragende Arbeit“ (§11, Rostock) oder „bei ungewöhnlich hohen wissenschaftlichen Leistungen“ (§14, Dortmund). Andere Universitäten setzen Notenbereiche mit Nachkommastellen für das Höchstprädikat fest (insbesondere die Schweizer Standorte sowie Koblenz- Landau, Leipzig und Lüneburg). 4.7 Strukturierte Promotionsprogramme Strukturierte Promotionsprogramme mit festem Curriculum und integriertem Stipendienwesen sind im deutschsprachigen Raum für das Fach zurzeit noch die Ausnahme: Lediglich an neun der 50 berücksichtigten Hochschulen ist eine solche Form der Promotion möglich. Insgesamt wurden elf strukturierte Programme mit Finanzierung ausgemacht, in denen (unter anderem auch) kommunikationswissenschaftlich promoviert werden kann. In den 23 weiteren strukturierten Verfahren gelten vielfach ähnliche Anforderungen wie zusätzliche Studienleistungen und die Einschreibung ins Promotionsstudium. Gleichwohl ist das Spektrum hier vergleichsweise breit. In Deutschland konzentrieren sich fünf Programme mit Stipendienwesen auf Nordrhein-Westfalen (Dortmund/Bochum/Duisburg-Essen, zwei Mal Düsseldorf, Uni Köln und Münster). Daneben verfügen die Universitäten in Mannheim, Eichstätt, Gießen und Erfurt über je ein strukturiertes Promotionsprogramm. Beide Schweizer Programme bietet die Universität Zürich an; in Österreich fanden sich keine strukturierten Programme mit Finanzierung, jedoch strukturierte Promotionsstudiengänge ohne festes Stipendienwesen. Thematisch ist das Feld recht heterogen: Drei Programme widmen sich der digitalen Kommunikation (Düsseldorf, Münster, Erfurt), zwei der internationalen und interkulturellen Kommunikation (Dortmund et al., Mannheim), zwei der politischen Kommunikation (Düsseldorf, Zürich) und ein Graduiertenkolleg dem Thema Nachhaltigkeit (Eichstätt-Ingolstadt). Drei Programme haben keine spezifische thematische Ausrichtung (Zürich, Uni Köln, Gießen). Insgesamt lässt sich für unser Fach in jüngster Zeit aber ein Trend hin zu solchen Programmen erkennen: Acht der elf Programme mit Finanzierung wurden zwischen 2011 und 2015 ins Leben gerufen, lediglich das ‚International Graduate Centre for the Study of Culture‘ in Gießen (2006), das Promotionskolleg ‚Communication and Digital Media‘ in Erfurt (2008) und das Graduiertenkolleg ‚Nachhaltigkeit in Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft‘ in Eichstätt (2010) sind älter. Bei den Programmen handelt es sich in Teilen allerdings um befristete, durch öffentliche Geldgeber geförderte Maßnahmen, die nicht zwingend langfristige Strukturen der Nachwuchsförderung etablieren. Das Spektrum der zu erbringenden Zusatzleistungen, die die strukturierte Promotion im Wesentlichen kennzeichnen, ist recht divers: Es reicht vom Besuch ein- 188 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper zelner Seminare bis hin zu einem gänzlich durchstrukturierten Programm. In der Regel wird der Nachweis von Leistungspunkten nach dem ECTS verlangt, wobei mindestens zwölf Punkte (z. B. Basel, Hamburg und Uni Köln), höchstens jedoch 60 Punkte (z. B. Münster und Weimar) erbracht werden müssen. Neben klassischen Lehrveranstaltungen zu theoretischen und methodischen Fragen des Promotionsthemas gehören Seminare und Workshops zu Schlüsselkompetenzen (z. B. Selbstmanagement, Karriereplanung, wissenschaftliches Arbeiten) und zur Hochschuldidaktik zu den geforderten Leistungen. Aber auch Zwischenberichte zum Dissertationsprojekt, die Teilnahme an Kolloquien und regelmäßige Präsentationen zum Stand der Arbeit werden in den Leistungskatalogen berücksichtigt. Zudem ist es häufiger möglich, sich weitere akademische Aktivitäten wie eigenständige Lehre, Konferenzteilnahmen und Veröffentlichungen anrechnen zu lassen. Strukturiert werden die Programme darüber hinaus durch regelmäßige Team- Treffen, Mentoring-Programme, Forschungskooperationen und/oder den Austausch mit Praxispartnern, wobei hier jedes Programm ganz unterschiedliche Schwerpunkte legt. In vielen Punkten weisen strukturierte Promotionsprogramme damit letztlich Ähnlichkeiten zur klassischen Individualpromotion am Lehrstuhl auf, wo all dies meist ohnehin zum universitären Arbeitsalltag in der Promotionsphase gehört, allerdings ohne entsprechende Zertifizierung durch Leistungspunkte. Insgesamt sprechen die Daten aber dafür, dass es Unterschiede zwischen der Individualpromotion und strukturierten Verfahren gibt: Sie zeigen sich in einer größeren Verpflichtung zur Einschreibung in Promotionsprogramme, bei den Zeitvorgaben für die Anfertigung der Dissertation und bei den Anforderungen an zu erbringende Einzelleistungen. Gleichwohl unterscheiden sich zumindest die formalen Regelungen, wie sie aus den Ordnungen zu entnehmen sind, in vielen weiteren Kriterien – wie etwa der Möglichkeit zur kumulativen Dissertation, der Betreuung und der Bewertung – nicht gravierend. Außerdem finden sich auch innerhalb beider Gruppen teilweise große Unterschiede, die eher auf ein strukturelles Problem hindeuten: Die formalen Vorgaben für die Promotion im Fach sind in sehr unterschiedlichen Detailgraden und teilweise auch mit deutlich verschiedenen Ausprägungen festgehalten. 5. Diskussion und Ausblick Die Kommunikationswissenschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist gegenwärtig mit Herausforderungen konfrontiert, die auch viele andere Fächer und Disziplinen im deutschsprachigen Raum umtreiben. In Zeiten der Internationalisierung, Ausdifferenzierung und Professionalisierung bedarf die Qualifikation des wissenschaftlichen Nachwuchses dabei besonderer Beachtung. Die vorliegende Studie hat sich deshalb der Frage gewidmet, wie das Promotionswesen des Fachs diesen Herausforderungen bisher begegnet. Zentrale und viel diskutierte Veränderungen in diesem Bereich sind, wie eingangs dargestellt, das verstärkte Aufkommen strukturierter Promotionsprogramme, das besondere Verhältnis zwischen Promovierenden und Betreuenden sowie die Möglichkeit zur kumulativen, aufsatzbasierten Promotionsarbeit. Die inhaltsanalytische Untersuchung der 189 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum grundlegenden Ordnungen für kommunikationswissenschaftliche Promotionsverfahren im deutschsprachigen Raum kommt hier zu den folgenden Erkenntnissen: Während in Österreich und der Schweiz ausschließlich strukturierte Promotionsprogramme angeboten werden, dominiert in der deutschen Kommunikationswissenschaft noch immer die Individualpromotion. Damit unterscheidet sie sich auch nicht von anderen Fächern in Deutschland (Berning & Falk, 2005). Die meisten der untersuchten Promotionsprogramme sind allerdings erst in jüngster Zeit entstanden, sodass durchaus auch in Deutschland von einem beginnenden Trend hin zur strukturierten Promotion gesprochen werden kann. Interpretieren lässt sich diese Entwicklung als Indikator für eine internationale Öffnung des kommunikationswissenschaftlichen Promotionswesens in den drei untersuchten Ländern. Die Ergebnisse zu grenzüberschreitenden Promotionsverfahren, der Zulassung akademischer Abschlüsse aus dem Ausland und den Möglichkeiten, einen PhD-Abschluss zu erwerben, unterstützen diesen Eindruck. Kritiker sehen in den vorgegebenen Curricula, Promotionsfristen und Zusatzleistungen dieser strukturierten Programme allerdings Anzeichen für eine „Verschulung“ (Jesse, 2014, S. 620) der Promotion, bei der die „Gefahr der intellektuellen ‚Einförmigkeit‘“ (ebd.) bestünde. Auch Betreuungsvereinbarungen, wie sie vom Wissenschaftsrat (2011, S. 18–19) für ein besseres, geregeltes Verhältnis zwischen Promovierenden und Betreuenden empfohlen und der vorliegenden Studie zufolge auch bereits bei der Hälfte der kommunikationswissenschaftlichen Promotionsverfahren im deutschsprachigen Raum vorgeschrieben sind, werden in demselben Zusammenhang als „Entmündigung“ (ebd., S. 621) beider Parteien sowie als bürokratische „Verrechtlichung der Vertrauensbeziehung“ (Löwisch & Würtenberger, 2015, S. 110) gewertet. Eine zunehmende Strukturierung und (internationale) Standardisierung bedeuten also nicht notwendigerweise eine Verbesserung des Promotionswesens oder der Situation der Promovierenden. Bei der zukünftigen (Weiter-)Entwicklung kommunikationswissenschaftlicher Promotionsprogramme gilt es des halb, zwischen den Vorteilen einer stärkeren Strukturierung der Promotionsverfahren und möglichen negativen Konsequenzen insbesondere hinsichtlich des eigenständigen wissenschaftlichen Arbeitens sorgsam abzuwägen. Die verantwortlichen Kolleginnen und Kollegen täten gut daran, den damit einhergehenden Entscheidungen nicht unvorbereitet zu begegnen. Die vorliegende Studie kann dabei als erste Orientierung dienen. Des Weiteren zeigt die Untersuchung, dass sich die Kommunikationswissenschaft im deutschsprachigen Raum für die Möglichkeit kumulativer Promotionen zumindest formal-rechtlich geöffnet hat. Die Annahme von Engesser und Magin (2014), dass die niedrigen Zahlen kumulativer Promotionen im Fach darauf zurückzuführen sei, „dass die Promotionsordnungen vieler Hochschulen diese Möglichkeit (noch) nicht vorsehen“ (S. 320), kann durch die Ergebnisse dieser Studie nicht gestützt werden. Zu vermuten ist vielmehr, dass es im Fach nach wie vor große Vorbehalte gegen diese Form der Promotion gibt (siehe etwa Guenther, 2017). Hinzu kommt, dass es – wie diese Studie zeigt – große Unterschiede in der Detailgenauigkeit der Regelungen gibt und damit ein entsprechend großer Interpretationsspielraum für Anforderungen an kumulative Dissertationen und ihre Bewertung entsteht. Die daraus resultierende Unsicherheit kann ein weiteres Hemmnis für die Entscheidung zur kumulativen Dissertation sein. Im Falle einer 190 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper fortschreitenden Öffnung des Fachs für diese Form der Promotion sollte die Variabilität der Anforderungen aus unserer Sicht zumindest überdacht und diskutiert werden. Sicher bringt eine stärkere Vereinheitlichung auch in diesem Fall nicht nur Vorteile mit sich, in Anbetracht der zentralen Stellung und Bedeutung der Promotion als wissenschaftliche Qualifikationsinstanz sollten die Anforderungen an kumulative Dissertationen aber auch nicht undurchsichtig und willkürlich sein. Bei der entsprechenden Diskussion gilt es indes zu berücksichtigen, dass die Ermöglichung kumulativer Promotionen einerseits einen (weiteren) Schritt zur internationalen Öffnung des Faches bzw. seines Promotionswesens darstellt, während sich der wissenschaftliche Nachwuchs zudem früh auf internationaler Bühne präsentieren und vernetzen kann. Andererseits ist damit aber auch eine weitere Stärkung der quantifizierten Evaluation wissenschaftlicher Produktivität und Qualität verbunden, deren Dysfunktionalitäten für die Produktion wissenschaftlichen Wissens bereits jetzt ausführlich diskutiert werden (siehe etwa Münch, 2011). Sie könnte den Publikationsdruck insbesondere auf den wissenschaftlichen Nachwuchs (weiter) erhöhen. Eine grundlegende Herausforderung – nicht nur, aber eben auch für die deutschsprachige Kommunikationswissenschaft –, die mit diesen zentralen Veränderungen im Promotionswesen einhergeht, ist die stetig steigende Unübersichtlichkeit über die vielfältigen Möglichkeiten, sich wissenschaftlich zu qualifizieren. Davon zeugen die beschriebenen Probleme dieser Studie bei der Beschaffung der relevanten Promotions- und Promotionsstudienordnungen sowie die Schwierigkeiten bei der Codierung. Die Öffnung des Fachs für neue Formen der Promotion muss von einer entsprechenden Informationspolitik begleitet werden, die für eine bessere Übersichtlichkeit und Transparenz der möglichen Qualifikationswege sorgt. Eine große Vielfalt an Promotionswegen ist dabei keineswegs schlecht: Sie bietet wichtige und hilfreiche Spielräume und Freiheitsgrade und spiegelt die nach wie vor große Heterogenität des Faches im deutschsprachigen Raum wider. Dieser Vorteil gegenüber den deutlich stärker standardisierten Promotionswegen im Ausland kann jedoch zu einem Nachteil werden, wenn die nötigen Informationen zur Abwägung verschiedener Optionen schwer zugänglich oder verständlich sind. Und dies gilt nicht nur für die Promotion als Qualifikationsschritt allein: Im Laufe unserer Arbeit an dieser Studie haben sich viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Fach bei uns gemeldet, in der Hoffnung, wir könnten ihnen Auskunft über Möglichkeiten und Standards der Habilitation in unserem Fach bieten. Wie es scheint, unterscheiden sich die Habilitationsverfahren nicht nur zwischen den verschiedenen Instituten erheblich, sondern zum Teil auch zwischen verschiedenen Lehrstühlen. Mit einer solch großen Variabilität und Unübersichtlichkeit möglicher Qualifikationswege geht auch die Option einher, dass die Unterschiede mitunter so erheblich werden, dass sich die verschiedenen Promotionswege und -verfahren in ihren Leistungsanforderungen und Bewertungskriterien nicht mehr überzeugend miteinander vergleichen lassen. Die vorliegende Studie ist ein erster Versuch, eine bessere Übersicht und Vergleichbarkeit zu ermöglich. Die erhobenen Daten dieser Untersuchung wurden zu diesem Zweck auch für alle Interessierten frei zugänglich archiviert (Strippel et al., 2018). 191 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum Für die drei Fachgesellschaften DGPuK, ÖGK und SGKM lässt sich mit Blick auf diese Herausforderungen fragen, wofür die kommunikationswissenschaftliche Promotion im deutschen Sprachraum perspektivisch stehen soll? Was ist das ‚Minimum‘ einer kommunikationswissenschaftlichen Promotion? Ist der Fokus die eigenständige wissenschaftliche Leistung in Buchform oder die Erfüllung bestimmter Zielvorgaben wie etwa eine gewisse Anzahl an Publikationen und Vorträgen in einer vorgegebenen Zeit? Welche Rolle oder Funktion haben die Qualifikationsschriften für die Wissensproduktion und das Publikationswesen der Kommunikationswissenschaft? Und wie viel mehr Vielfalt auf dem Weg zur Professur braucht es, um die zunehmende Diversifizierung des Fachs abbilden zu können? Solche Fragen sollten in den Fachgesellschaften verstärkt diskutiert und verhandelt werden (siehe dazu bereits Gehrau, 2017), auch um den Kolleginnen und Kollegen eine bessere Argumentationsgrundlage in entsprechenden Diskussionen in ihren Fachbereichen und Fakultäten bei der Weiterentwicklung der formal-rechtlichen Rahmenbedingungen der Promotion zu bieten. Das Ziel einer solchen gemeinsamen Aushandlung sollte sein, Transparenz zu schaffen über die Anforderungen um somit eine Vergleichbarkeit der Promotionsverfahren zu ermöglichen. So können sich Bewerberinnen und Bewerber im Idealfall bereits im Vorfeld ihrer Promotion ein Bild über die Möglichkeiten verschiedener Qualifikationsformen machen und dann – im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten – eine entsprechend reflektierte Entscheidung für oder wider Promotionsform und -ort fällen. Hilfreich für die weitere Diskussion wären zudem weitere Untersuchungen, die an die vorliegende Studie anschließen. So lassen sich mit der Analyse von Promotions- und Promotionsstudienordnungen nur eingeschränkt Aussagen über die konkrete Promotionspraxis an den jeweiligen Standorten treffen. Geeignet wären dazu etwa Befragungen von Promovierenden, Betreuerinnen und Betreuern oder von Mitarbeitenden in den Promotions- bzw. Studienbüros, die sich mit den hier erhobenen Daten abgleichen ließen. Und auch die offenkundige Unübersichtlichkeit hinsichtlich der Habilitationsverfahren in unserem Fach gilt es zumindest diskursiv einmal zu adressieren. Eine Pauschallösung kann es schließlich nicht geben, so dass weiterhin verschiedene Formen der wissenschaftlichen Qualifikation zur Verfügung stehen (sollten). Das Problem bildet demnach nicht die Vielfalt von Möglichkeiten auf dem Weg zur Promotion. Die Herausforderungen entstehen vielmehr durch die bisherigen Unklarheiten zu den Leistungsanforderungen, Zielen und Bewertungskriterien. Darüber müssen sich zunächst die Fachgesellschaften verständigen, wollen sie den aktuellen Wandel im Promotionswesen aktiv mitgestalten. Literatur Altmeppen, K.-D. (2009). Amerikanische Standards: Ja, aber! Eigene Wissenschaftskultur nicht an den Rand drängen [American standards: Yes, but! Let us not marginalize our own scientific culture]. Aviso, 48, 19. Berghofer, S., Dogruel, L., Meusel, J., Strippel, C., & Waldherr, A. (2012). Cash Cows vs. Rising Stars? Der wissenschaftliche Nachwuchs heute und morgen [Cash Cows vs. Rising Stars? Young scholars today and tomorrow]. Protokoll des Nachwuchspanels auf 192 SCM, 8. Jg., 2/2019 Full Paper der 57. Jahrestagung der DGPuK 2012, Berlin. Abgerufen von http://www.polsoz.fuberlin.de/kommwiss/media2/Protokoll_Nachwuchspanel_2012.pdf Berning, E., & Falk, S. (2005). Das Promotionswesen im Umbruch [The doctoral system in transition]. Beiträge zur Hochschulforschung, 27(1), 48–72. Berning, E., & Falk, S. (2006). 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Aviso, 42, 12–13. 197 EXTENDED ABSTRACT Between cumulative thesis and curriculum A study of regulatory frameworks for doctorates in communication studies at German-speaking universities and colleges Annekatrin Bock, Isabelle Borucki, Denise Sommer & Christian Strippel Research interest Communication studies are a diverse field dealing with public, mediated and interpersonal communication in social contexts from very different perspectives. As an integrative discipline, communication has a long tradition of interdisciplinarity. However, communication scholars increasingly understand their discipline as an independent academic field that is becoming more and more professionalized, differentiated, and internationally oriented. Young scholars are at the center of this development: personnel structures are expanding and the demands on scientific qualifications are increasing in all areas of work. Thus, junior researchers today should have an international orientation, conduct professional research and acquire the most differentiated specialist knowledge possible (Engesser & Magin, 2014). In addition, in some parts of the field the publications in peer reviewed journals are already demanded during the qualification phase. This is because the degree of their internationalization and professionalization is measured by the publication of articles in peer-reviewed journals, preferably in English (Domahidi & Strippel, 2014; Naab et al., 2015). As a consequence of these developments, the German Society of Journalism and Communication Studies (DGPuK) has recently been discussing the structural transformation of the doctorate. The focus here is on 1. structured doctoral programs (Wessler, 2009), 2. the suitability of cumulative dissertations (Ingenhoff, 2017) and 3. the supervision of doctoral students (Matthes et al., 2006). The diversity of the doctorate in communication studies requires a systematic overview of the current qualification practices in the field. This article aims to provide such an overview. EXTENDED ABSTRACT 198 SCM, 8. Jg., 2/2019 Extended Abstracts EXTENDED ABSTRACTS Method In order to get a full impression of the diversity of doctorates in communication studies, an overview of all relevant doctoral procedures at universities in Germany, Austria and Switzerland (as of February 2015) was first created. In a second step, the corresponding doctoral regulations of all 65 doctoral procedures were examined in a standardized content analysis. We surveyed the usual areas of regulation of these documents (procedure, dissertation, supervision, examination, evaluation and publication) as well as the mentioned developments in the structural reorganization of the doctorate in our field. The reliability coefficients (according to Holsti) determined for the individual variables were predominantly satisfactory (intercoder: M = .86; intracoder: M = .92 and .94). A detailed methodological report and the data set of this study (in German) are stored in the Data Archive for Social Sciences “datorium” of the GESIS – Leibniz Institute for Social Sciences (Strippel et al., 2018). Results Structural reorganization of the doctorate The 65 doctoral procedures analyzed are offered by 50 different universities. By far the most of them are located at German Universities (50). Three programs are offered in Austria, seven in Switzerland. Whereas the structured doctorate seems to be the standard case in Austria and Switzerland, most of the German procedures are classical individual doctorates. Structured doctoral programs with a fixed curriculum and integrated scholarship system are still the exception in the sample: only nine of the 50 universities offer such a form of doctorate. A total of eleven structured programs with funding were identified in which (among other things) doctorates in communication studies can be obtained. Overall, there has been a recent trend towards such programs in our field: Eight of the eleven funded programs were launched between 2011 and 2015. In many respects, structured programs have similarities to individual doctorates. Overall, however, the data suggest some clear differences: Doctoral programs are more likely to require enrolment, have time limits for the writing of the dissertation and require more individual achievements. General regulations The content analysis yielded the following major facts about doctoral procedures in German-speaking communication studies: • By the time of the analysis (2015), the coded regulations have been valid for about 2.7 years. The oldest version dates from 2001, the most recent three orders came into force in 2015. • In about half of the cases, students can choose between different doctoral degrees, at least between two and at most between four variants. The most frequently awarded doctorate is Doctor philosophiae (Dr. phil.), which can be 199 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum awarded in 60 of 65 doctoral procedures. In 14 cases, a PhD can be obtained, demonstrating the effort to internationalize the doctorate. • In any case, access to a doctorate is guaranteed by a national university degree from the respective country. In 46 cases, access is also permitted with an international degree. In 50 cases, the grade of the university degree is relevant. The proof of corresponding language skills of non-native speakers is obligatory in 21 procedures. • In most doctoral procedures, two to three individual achievements are required. The obligatory achievement is the dissertation or a corresponding written achievement. In 64 out of 65 cases, a disputation is also prescribed. With twelve cases, a broader oral examination (“Rigorosum”) is rare; achievements in a minor subject are only required in one order. In addition, further achievements are expected in all 34 structured programs, such as completing seminars, workshops or entire curricula. This is not the case in any individual doctoral procedure. Dissertation The doctoral thesis is usually regulated in detail. Information on the language in which the dissertation is to be written is frequent (57). In slightly more than half of the cases (34) there are regulations on co-authorship which is permitted in 52 percent of the procedures. In slightly less than half of the cases (30), the prior publication of parts of the text is regulated. 35 orders set a clear time limit varying between 24 and 72 months, mostly averaging up to 36 months (69%). In the structured programs, clear rules on the submission deadline are made much more frequently (82%) than in individual doctoral procedures (23%). In addition, the time limit, if explicitly regulated, is significantly higher in the individual procedures with an average of 60 months (SD = 18.3) than in the structured programs (M = 37.7; SD = 7.1) (T(33) = 5.22, p = .000). As a rule, doctoral theses must be published. In 90 percent of the cases, both a publisher’s publication and electronic publication are explicitly permitted, in about 86 percent the self-publishing of the work is allowed. In 44 cases, explicit reference is made to the possibility of publication in a specialist journal. Usually a deadline is set within which the dissertation must be published: in most cases (34) it is two years, in 19 cases one year and in six cases three years or more. Six orders do not contain such a regulation. In 27 cases it is possible to submit the dissertation as a cumulus of several texts. In about 75 percent of these cases there are more precise specifications as to how the cumulus should look. These regulations of cumulative dissertations are very diverse: some regulate in detail the number and type of publications, co-authorship and peer review, others merely point to the possibility of a cumulative doctoral achievement. In almost all cases, the publications must be combined into a book that puts the individual texts into context and reflects on them. 200 SCM, 8. Jg., 2/2019 Extended Abstracts Supervision and Assessment One measure that is often mentioned as a criterion for the quality assurance of doctorates is the separation of supervision and review. It is intended to reduce the dependence of doctoral students on the supervision team and enable a more objective evaluation (Wissenschaftsrat, 2011). The present study shows, however, that there is hardly any such practice in the doctoral procedures in communication studies: In only two cases such a separation is set. On the other hand, the practice of the supervision agreement has already spread quite widely: In half of the cases (33) such an agreement is demanded. It regulates the assurance of good scientific practice, the form (cumulative or monographic) and language of the dissertation, a provisional timetable and work plan as well as additional achievements. The evaluation of dissertations is usually carried out by two reviewers. Only in seven cases three reviews are required. The doctoral committee is usually composed individually for each procedure, and the review period is fixed in almost 90 percent of the cases: It ranges from four to 24 weeks, whereby in the majority of cases (35) twelve weeks are set aside for peer review. The grading is regulated in all but one case (64), whereby in the vast majority (52), the grade is formed from the arithmetic mean of the individual evaluations. As a rule, the dissertation is weighted twice as much as the oral examination. In twelve cases, the evaluation committee determines the overall grade by resolution. Discussion and conclusions One of the most important results of this study is the trend towards structured doctoral programs. While in Austria and Switzerland only structured doctorates are possible, most of the eleven programs in Germany have been established in recent years. This development can be interpreted as an indicator for an internationalization of the doctorate systems in the three countries examined. However, the predetermined curricula, deadlines and additional requirements of structured programs are also increasingly criticized. They would lead to a “Verschulung” (school-like regimentation; Jesse, 2014, p. 620) of the doctorate, which would come with a “danger of intellectual uniformity” (ibid., translated). Also, supervision agreements such as those recommended by the German Science Council (Wissenschaftsrat, 2011, pp. 18-19) for a better, regulated relationship between doctoral candidates and supervisors are considered in the same context as “incapacitation” (ibid., p. 621, translated) of both parties as well as a bureaucratic “legalization of the relationship of trust” (Löwisch & Würtenberger, 2015, p. 110, translated). According to the present study, such supervision agreements are prescribed for half of the doctoral procedures in German-speaking communication studies. Thus, an increasing structuring and (international) standardization does not necessarily mean an improvement of the doctoral system or the situation of the students. It is important to carefully weigh the advantages of a stronger structuring of doctoral procedures against possible negative consequences. Furthermore, the study shows that communication studies in German-speaking countries have at least formally opened to the possibility of cumulative disserta- 201 Bock/Borucki/Sommer/Strippel | Zwischen Kumulus und Curriculum tions. The assumption by Engesser and Magin (2014) the low number of cumulative dissertations in the field may be due to “the fact that the doctoral regulations of many universities do not (yet) offer this possibility” (p. 320, translated) cannot be supported by the results of this study. Rather, it can be assumed that there are still great objections against this form of doctorate (e.g., Guenther, 2017). In addition, the study reveals large differences in the level of detail in the regulations of cumulative dissertations, which results in a large scope for interpretation. The corresponding uncertainty can be a further obstacle to the decision to write a cumulative dissertation. For these reasons, the great variability of the requirements should at least be reconsidered and discussed. Although greater standardization does not only bring advantages, the requirements for cumulative dissertations should not be opaque and arbitrary. Enabling cumulative doctorates represents a (further) step towards the international opening of the subject or its doctoral system, while young academics can present themselves and network on the international stage in an early phase (of the dissertation process). However, this is also associated with a further strengthening of the quantified assessment of scientific productivity and quality, whose dysfunctionalities for the production of scientific knowledge have already been discussed in detail (e.g., Münch, 2011). Quantified scientific outcome rates could further increase the pressure to publish, especially on young scholars. A fundamental challenge is the lack of clarity about the manifold possibilities of academic qualification. New forms of doctorates offered within a scientific community must be accompanied by a corresponding information policy that ensures transparency of the possible qualification paths. A great variety of doctoral procedures is by no means bad: it provides important and helpful degrees of freedom and reflects the great heterogeneity of our field. This advantage over the much more standardized doctoral programs abroad can, however, become a disadvantage if the necessary information for evaluating different options is difficult to access or understand. Further studies would be helpful for a continuation of the discussion. The analysis of doctoral regulations only allows limited conclusions about the concrete doctoral practice. For this purpose, surveys of doctoral candidates, supervisors or employees in the study offices would be suitable. An overview of habilitation procedures would also be helpful. After all, there cannot be a blanket solution. The problem is therefore not the variety of possibilities on the way to a doctorate. Rather, the challenges arise from the previous ambiguities regarding performance requirements, goals and evaluation criteria. The scientific communities must first agree on this if they want to play an active role in shaping the current change in doctoral studies. References Domahidi, E., & Strippel, C. (2014). Internationalisierung und Journalisierung der deutschen Kommunikationswissenschaft? Eine Analyse der Artikel und Zitationen aus 50 Jahren Publizistik und Medien & Kommunikationswissenschaft [Internationalization and journalization of German communication science? An analysis of scientific articles 202 SCM, 8. Jg., 2/2019 Extended Abstracts and citations from 50 years of Publizistik and Medien & Kommunikationswissenschaft]. Studies in Communication and Media, 3(1), 64–100. https://doi.org/10.5771/2192-4007- 2014-1-64 Engesser, S., & Magin, M. (2014). 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Abstract

Along with the trend to an internationalization of academics the ways to the doctorate are under close scrutiny. In order to investigate the structural adjustments in doctoral practice to these changes, this article examines the regulatory frameworks for doctorates in communication studies at universities in Germany, Austria and Switzerland by a content analysis of the orders of 65 doctoral procedures. A content analysis was conducted, focusing on the aims and requirements for doctorates as well as on the criteria for advising and evaluating the doctoral qualification. Basically, comparable requirements can be identified. However, regulations and procedures are explicated in varying ways hampering the transparency and comparability of ways to academic qualification. The results demand for a discussion among the scientific community about the purpose and character of doctorates in the field of German-speaking communication studies reflecting advantages and disadvantages of different approaches to academic qualification.

Zusammenfassung

Mit der Internationalisierung der Wissenschaft und den sich wandelnden Anforderungen an die akademische Ausbildung stehen auch die wissenschaftlichen Qualifikationswege auf dem Prüfstand. Um den strukturellen Anpassungen in der Promotionspraxis an diese Veränderungen nachzuspüren, untersucht der Beitrag die Rahmenbedingungen kommunikationswissenschaftlicher Promotionen an Hochschule in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Rahmen einer Inhaltsanalyse der Ordnungen von 65 Promotionsverfahren. Erhoben werden die Ziele und Leistungsanforderungen für Promotionen sowie die Regelungen von Betreuung, Begutachtung und Bewertung. Dabei lassen sich zwar ähnliche Kriterien für die wissenschaftliche Qualifikation finden, die Regelungen und Verfahrensweisen sind jedoch wenig transparent, was zulasten der Vergleichbarkeit und Orientierung der Adressatinnen und Adressaten geht. Der Beitrag schließt mit der Empfehlung, über künftige Ausrichtungen der kommunikationswissenschaftlichen Promotion zu diskutieren und sich mit den Vor- und Nachteilen der zur Verfügung stehenden Qualifikationswege auseinanderzusetzen.

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Abstract

The E-Journal published by the German Communication Association (Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, DGPuK e.V.) aims to present a full range of studies in communications and media on a high level of quality. It therefore seeks to publish new research results in the field of media and communication sciences, gives a general overview of the international state of research and create a forum for interdisciplinary discussions.

The journal publishes top blind peer-reviewed  papers in German and English; German contributions will be accompanied by an extended, quotable abstract in English.

Website: www.scm.nomos.de

Zusammenfassung

Studies in Communication | Media ist das E-Journal der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) e.V. Es präsentiert Beiträge und Analysen aus allen Forschungsrichtungen der Disziplin. Ziel ist es insbesondere, empirische wie theoretische Studien der Medien- und Kommunikationswissenschaft zu veröffentlichen und mit aktuellen Erkenntnissen Impulse zu setzen, den internationalen Forschungsstand zu reflektieren und über neue Entwicklungen und Kontroversen zu informieren. Durch interdisziplinäre Beiträge wird ein Forum geschaffen, das wissenschaftliche Perspektiven aufzeigt und den Austausch fördert.

Homepage: www.scm.nomos.de