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Marc Egloffstein, "Ullrich Dittler / Michael Kindt / Christine Schwarz (Hrsg.) (2007): Online-Communities als soziale Systeme. Wikis, Weblogs und Social Software im E-Learning. Münster: Waxmann" in:

M&K Medien & Kommunikationswissenschaft, page 466 - 469

M&K, Volume 56 (2008), Issue 3-4, ISSN: 1615-634X, ISSN online: 1615-634X, https://doi.org/10.5771/1615-634x-2008-3-4-466

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466 M&K 56. Jahrgang 3-4/2008 Literatur · Besprechungen Bulletin Boards im zensurträchtigen China (Yan Wu). Diese etwas unkoordinierte Sammlung von Beiträgen verfolgt ziemlich einhellig die These, dass Public Spheres in vielen Segmenten einer lebendigen Medienwelt zu finden sind. Niemandem scheint freilich aufzufallen, dass dabei aus der einen, idealisierten Öffentlichkeit des Habermas’ die vielen fragmentierten Öffentlichkeiten werden, die heutige Verhältnisse tatsächlich besser darstellen. Diese Tatsache und auch der Sachverhalt, dass schon im Titel des Buches ganz selbstverständlich von Public Spheres die Rede ist, werden nur am Rande thematisiert. Habermas müsste sich eigentlich gegen diese Usurpation seines Ansatzes empören. Das Buch mit den Höhen und Tiefen seiner Beiträge belegt, wie transkulturell blind nach wie vor die internationale Sozialwissenschaft operiert. Da wird ausgiebig ein Habermas diskutiert, der nur über ausgewählte Übersetzungen bekannt ist, die deutsche Habermas-Debatte bleibt unbekannt (und leider trägt der Wessler / Schultz hier auch wenig bei). Dabei werden in diesem Buch viele kluge Debatten geführt, die aufzuarbeiten sich auch im deutschsprachigen Raum lohnte. Es wird Zeit, Habermas heimzuholen, wir könnten ihn völlig neu entdecken. Hans J. Kleinsteuber Ullrich Dittler / Michael Kindt / Christine Schwarz (Hrsg.) Online-Communities als soziale Systeme Wikis, Weblogs und Social Software im E- Learning Münster: Waxmann, 2007. – 223 S. (Medien der Wissenschaft; 40) ISBN 978-3-8309-1775-5 In ihrem 2007 in der Reihe „Medien in der Wissenschaft“ im Waxmann-Verlag erschienenen Sammelband Online-Communities als soziale Systeme präsentieren Ullrich Dittler, Michael Kindt und Christine Schwarz zwölf Beiträge, die sich mit Wikis, Weblogs und Social Software in verschiedenen E-Learning-Kontexten beschäftigen. Das dadurch entstehende Spannungsfeld aus institutionellem und informellem Lernen bildet den inhaltlichen Rahmen für die Beiträge. Die übergreifende Fragestellung lautet: Unter- Übersetzungen unverbunden nebeneinander stehen, als ginge es nicht um denselben Text. Diese angloamerikanische Lufthoheit wird auch durch den einzigen Beitrag von Deutschen, Hartmut Wessler und Tanjev Schultz, nicht angegriffen. Sie stellen sich die Frage: „Can the Mass Media Deliberate?“ und konzentrieren sich dabei auf Printmedien und politische Talkshows. Für sie sind (wie auch für die meisten anderen Autoren des Bandes) Massenmedien das wichtigste Forum einer wahrhaft öffentlichen Deliberation in modernen Gesellschaften geworden. Aus ihrer Analyse insbesondere der großen politischen Talkshows kommen sie zu dem Ergebnis, dass hier – entgegen anderslaufenden Kritiken – tatsächlich Deliberation stattfindet. Mir leuchtet das ein, freilich wird weder die spezifisch deutsche Tradition des zelebrierten Pluralismus und Korporatismus in derartigen Shows im öffentlichen Fernsehen deutlich (den es so in anderen Ländern oft nicht gibt), noch wird die Diskrepanz zum skeptischen Habermas deutlich, der Tendenzen von Kommerzialisierung und Refeudalisierung gerade im Fernsehen beklagt hatte. In den nachfolgenden Beiträgen wird das Phänomen Public Sphere von vielen verschiedenen Seiten her beleuchtet. Man folgt ihr im „Everyday Life“ (Nick Couldry et al.), im Lokalen (Lewis A. Friedland et al.), im Publikum für Sportangebote (Cornel Sandvoss). Ein rarer historischer Beitrag setzt sich sogar mit dem originalen Habermas auseinander, knüpft an dessen genuin historische Begründung an und betont, wie im 19. Jahrhundert ein neuer Nachrichtenjournalismus zum Niedergang der bürgerlichen Öffentlichkeit beitrug (Henrik Örnebring). Weiter geht es mit der „Tabloid Press“ (Sofia Johannsson), digitalem Radio und der damit verschwindenden Öffentlichkeit (Stephen Lax), „Low Power FM“ und seine Bedeutung für alternative Öffentlichkeit (J. Zach Schiller), im Hollywood-Film (Shawn Shimpach), in der Rockmusik (Michael J. Kramer), in der Talkshow und dem Reality TV (Peter Lunt et al.) Die letzten vier Artikel konzentrieren sich auf „Free Speech TV“ als Form demokratischer Koalition (Todd Fraley), auf den Übergang vom traditionellen Fernsehen zu einem „brand-based model of communication“ in einem sich kommerzialisierenden Umfeld (Virginia Nightingale), dem Internetgebrauch junger Leute (Peter Dahlgren et al.) und schließlich der Bedeutung von Internet 3-4.indb 466 17.11.2008 14:32:35 467 Literatur · Besprechungen freiwillig Mitarbeitenden stellt über eLib digitalisierte Quelltexte im Internet zur Verfügung und verknüpft diese mit wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema. Ziel ist es, ausgehend vom „Kernprojekt“ in Wien eine universitäts- und fachbereichsübergreifende europäische Online- Datenbank zu schaffen, die durch semantische Verknüpfungen zwischen den Inhalten einen echten Mehrwert bietet. Die notwendigen Rollen und Aufgaben in der Projekt-Community werden im Beitrag beschrieben. Das langfristige Ziel ist es, das eLib-Projekt auch über regionale Ableger als dezentrales und vor allem: frei verfügbares Gegengewicht zu kommerziellen Wissensrepositorien und Digitalisierungsinitiativen (z. B. Google) zu etablieren. Im letzten Beitrag des Abschnitts beschäftigt sich Alexander Warta mit der Wiki-Einführung in der Industrie. Dabei stellt sich die Frage, wie sich das auf Offenheit basierende Wiki-Konzept in einem starren organisatorischen Rahmen im Unternehmenskontext implementieren lässt. Dazu arbeitet der Autor zunächst auf theoretischer Ebene die Unterschiede zwischen der freien Wikinutzung und einem Unternehmenswiki heraus. Anschließend wird die betriebliche Wikinutzung am Beispiel Bosch Diesel Systems kurz vorgestellt und mit empirischen Daten illustriert. In einem umfangreichen Ausblick werden schließlich zukünftige technische Neuerungen wie Semantic Wiki, Messzahlen für die Beurteilung der quantitativen Wiki-Nutzung und Implikationen für das Forschungsfeld „Writing at work“ skizziert. Im Gegensatz zu genuin kollaborativen Wikis ist die „Wissensgenerierung“ bei Weblogs – dem Thema des zweiten Abschnittes des Sammelbandes – an einzelnen Personen festzumachen. Im ersten Beitrag zum Thema beantworten Jan Schmidt und Florian Mayer die Frage: Wer nutzt Weblogs für kollaborative Lern- und Wissensprozesse? anhand der Daten einer breit angelegten Weblog-Studie. In einem kommunikationstheoretischen Bezugsrahmen werden zunächst die Regeln erläutert, mit Hilfe derer sich „Verwendungsgemeinschaften“ unterscheiden lassen. Auf Basis der erhobenen Daten wird anschließend der Typus des „W-Bloggers“ charakterisiert. Dabei handelt es sich um diejenigen Personen, die ein Weblog führen, um Wissen mit anderen zu teilen. Typischerweise sind diese Personen männlich, höher formal gebildet, in Arbeit, 20 bis 40 Jahre alt und vergleichsweise technik-afstützen Online-Communities die Erneuerung institutioneller Bildung oder bedrohen sie diese am Ende gar? Nach dem Abkühlen der ersten E-Learning-Euphorie ist durch Technologien wie Wikis, Weblogs, Social Software oder Online Communities eine neue Hype-Welle entstanden, deren Substanz es kritisch zu hinterfragen gilt. Dabei ist zum einen zu klären, ob institutionelle Lehre durch „E-Learning 2.0“ eine sinnvolle Weiterentwicklung erfährt. Zum zweiten sind die technologieinduzierten Auswirkungen auf das vorherrschende Lehr- Lern-Verständnis zu analysieren: Fördern Online-Communities die Ausbildung einer neuen Lernkultur unter den Prämissen von Dezentralisierung und Selbstorganisation? Zum dritten schließlich soll auch der durch Online-Communities angestoßene Bedeutungswandel von publizierten „Wahrheiten“ und wissenschaftlichen Reputationssystemen in den Fokus genommen werden. Zu diesem Zweck gliedern die Herausgeber ihr Buch in die Abschnitte Wikis (drei Beiträge), Weblogs (drei Beiträge) und Social Software (fünf Beiträge), wobei – nicht überraschend für ein neu zu erschließendes Gebiet – bereits diese Unterteilung nicht wirklich trennscharf erscheint. Den Abschluss des Bandes bildet ein Interview mit den Initiatoren einer studentischen Online-Community. Im ersten Beitrag beschäftigen sich Patrick Danowski, Kurt Jansson und Jakob Voß mit der wohl bekanntesten Wiki-Realisierung: am Beispiel der Wikipedia als offenem Wissensystem werden die fundamentalen Funktionsund Nutzungsprinzipien von Wikis beschrieben. Die Erfolgskriterien für die Erstellung von Wiki-Inhalten ähneln denen der Open Source-Softwareentwicklung. Besonders relevant erscheint die persönliche Motivation des Inhalteerstellers. Die Autoren sehen zudem die Grundidee von Wikis (maximale Offenheit, minimal restriktive Benutzerverwaltung) auch in vielen anderen Social Software-Anwendungen realisiert. Darüber hinaus wird das Wiki- Prinzip auch das herkömmliche Publikationsund Bibliothekswesen verändern, so dass die Autoren für einen Paradigmenwechsel zur „Wissenschaft 2.0“ auf Basis von Open Access plädieren. Im anschließenden Beitrag stellt Gernot Hauser das eLibrary (eLib)-Projekt vor. Dabei handelt es sich um ein freies Online-Text-Repositorium, das auf Wiki-Prinzipien und Wiki- Technologie basiert. Eine Gemeinschaft von 3-4.indb 467 17.11.2008 14:32:35 468 M&K 56. Jahrgang 3-4/2008 Literatur · Besprechungen Die Community – allerdings nun mehr vollends ohne Bezug zum E-Learning – steht auch im Mittelpunkt des Beitrags von Jörg Marschall: Online-Communities of Commerce – Die soziale Struktur von eBay-Marktplätzen. Mittels Netzwerkanalysen wird gezeigt, dass verschiedene Märkte unterschiedliche soziale Strukturen aufweisen (z. B. bzgl. der Merkmale Fragmentierung und Zentralisierung). Zudem wird die Annahme begründet, dass ein Zusammenhang zwischen der Struktur der Community und dem Funktionieren des zugehörigen Marktes besteht. Über die beschriebenen, für die E-Commerce-Forschung wertvollen Erkenntnisse hinaus plädiert der Autor für den Einsatz der strukturellen Community-Analyse in weiteren Anwendungsbereichen. Eine formelle Community in der Lehramtsausbildung ist das Thema des Beitrags von Barbara Wenninger: Die Professional Community als sozio-virtuelles System – Ein Ausbildungskonzept für Lehrerinnen und Lehrer. Theoretisch fundiert wird das Konzept der Professional Community umrissen und operationalisiert. In der beschriebenen Umsetzung agieren Studierende in Gruppen zu ca. 25 Teilnehmenden in einem Blended Learning Setting, wobei in den Online-Phasen der Kontakt zu Praktikern, Forschern oder Experten aus der Professional Community hergestellt wird. Dadurch soll ein schrittweises Hineinwachsen in die Community und damit eine Heranführung an den Beruf der Lehrkraft erreicht werden. Schreiben und Lesen in (fachlichen) Mailinglisten – Sozialisation für eine neue akademische Kultur? – so der Titel des Beitrags von Anne Thillosen. In einer qualitativ-empirischen Studie aus dem akademischen Bereich wird die Frage untersucht, welche Faktoren dazu führen, dass eine Mailingsliste tatsächlich „funktioniert“, also zu inhaltlicher Kommunikation genutzt wird. Als Erfolgsfaktor wird die Balance aus schnell rezipierbaren Informationen und inhaltlich anspruchsvollen Diskussionssträngen genannt. Zudem sind die „stillen Teilnehmenden“ nicht etwa Ballast, sondern motivieren die Schreibenden. Darüber hinaus verfügen die Listenbeiträge über inhaltlich angemessene Sprache, Form und Stil. Marco Kalz, Marcus Specht, Ralf Klamma, Mohammed Amine Chatti und Rob Koper schließlich thematisieren die Kompetenzentwicklung in Lernnetzwerken für das lebenslange Lernen. Lebenslanges Lernen löst sich defin. W-Blogger zeichnen sich im Identitätsmanagement durch eine erhöhte Personalisierung ihres Weblogs, im Beziehungsmanagement durch Umfang und thematische Ausrichtung ihrer Blogroll ( = Liste der Verweise auf andere Blogs) und im Informationsmanagement durch ein vergleichsweise großes Repertoire an Informationsquellen aus. Insgesamt führt allerdings nur eine Minderheit der aktiven Blogger ihr Weblog alleine aus dem Motiv heraus, Wissen mit anderen zu teilen. Weblogs als Lerninfrastrukturen zwischen Selbstorganisation und Didaktik lautet der Titel des nächsten Beitrags, in dem Stefanie Panke, Birgit Gaiser und Susanne Draheim verschiedene Anwendungskontexte von Weblogs vergleichen. Theoretische Überlegungen zu Social Software bilden den Rahmen für qualitative Fallstudien zu Weblogs im privaten Bereich, im Arbeitskontext und in der akademischen Lehre. Der Einsatz von Weblogs in formalisierten Lern- und Arbeitskontexten erscheint nur dann als sinnvoll, wenn die Nutzer einen individuellen Mehrwert aus der Partizipation ziehen können und der organisatorische Rahmen offene Interaktionsmuster zulässt. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit sieht Christa Stocker Weblogs im Hochschulunterricht. Nach einigen Bemerkungen zum – beileibe nicht immer selbstverständlichen – Mehrwert des Einsatzes von Lehr-Lern-Medien arbeitet die Autorin die für Weblogs typischen Verwendungskontexte „Informationsspeicher“, „Reflexionsmedium“ sowie „Diskursund Publikationsmedium“ heraus. An einem konkreten Beispiel werden Vorzüge und Probleme des Weblogeinsatzes illustriert. Im dritten Abschnitt des Sammelbandes werden unter der Überschrift „Social Software“ Beiträge zu teils recht unterschiedlichen Aspekten des Phänomens Online-Community aufgeführt. Zunächst fragen Martin Gasteiner und Jakob Krameritsch in Ihrem Beitrag Freiraum Hypertext?, ob nicht-intendierte Prozesse im institutionellen, didaktisierten Rahmen möglich sind. Dazu schildern sie in stark anekdotischer Form einige Eindrücke aus der Entstehungsphase eines akademischen Hypertext-Projektes. Auf den aktuellen Hochschulkontext bezogen bietet die Arbeitsform des vernetzten Schreibens vielfältige Anknüpfungspunkte für Kollaboration und Community Building, die heute (Stichwort: Bologna- Prozess) nötiger denn je erscheinen. 3-4.indb 468 17.11.2008 14:32:35 469 Literatur · Besprechungen Patrick Donges (Hrsg.) Von der Medienpolitik zur Media Governance? Köln: Halem, 2007. – 268 S. ISBN 978-3-938258-02-6 Die Governance-Perspektive, die in den letzten zehn Jahren immer stärker in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft) und bald auch in der Medienwissenschaft Aufmerksamkeit gefunden hat, beschäftigt sich, ganz allgemein gesprochen, mit den Mustern sozialer Handlungsabstimmung – anders gesagt: mit sozialer Ordnung. Es geht ihr aber erstens nicht um die grundsätzliche sozialtheoretische Frage, wie soziale Ordnung überhaupt möglich ist, sich herstellt und reproduziert oder auch verändert, sondern stets um spezifische Ordnungsmechanismen, wie etwa Märkte, Hierarchien, Gemeinschaften oder Netzwerke, sowie um oftmals sehr komplexe Kombinationen solcher elementarer Mechanismen der Ordnungsbildung. Zweitens betrachtet die Governance-Perspektive solche spezifischen sozialen Ordnungen unter einer Gestaltungsperspektive: Wie können Akteure – sei es außerhalb der betreffenden Ordnung stehende, sei es in ihr befindliche und damit ihr erst einmal unterworfene – eine bestimmte Ordnung aufrechterhalten, gezielt verändern oder auch überhaupt erst herstellen? Anders als die steuerungstheoretische Perspektive, die in der Politikwissenschaft der Governance-Perspektive vorausgegangen ist, rechnet Letztere allerdings – in der Sprache Ersterer formuliert – systematisch nicht nur mit einer Pluralität von Steuerungsobjekten, sondern auch mit einer Pluralität von Steuerungssubjekten, die sich mehr oder weniger mit den Steuerungsobjekten decken können. Auf diese Weise nimmt die Governance-Perspektive eine Dezentrierung der analytischen Beobachtersicht vor. Der sozialwissenschaftliche Beobachter identifiziert sich nicht mehr mit irgendeinem der Gestaltungsakteure, vorzugsweise einem staatlichen Akteur, sondern nimmt die betreffende soziale Ordnung gleichsam aus der Vogelperspektive als Kräftefeld in den Blick. Die Governance- Perspektive betrachtet also eine soziale Ordnung als Akteurkonstellation im Hinblick auf tatsächlich geschehende oder mögliche multiple Bestrebungen intentionaler Gestaltung. Dazidiert von formellen Bildungsstrukturen und -institutionen, so dass konsequenterweise auch andere Formen von Lerntechnologie benötigt werden. Organisatorisch kann sich lebenslanges Lernen auf die Konzepte „Learning Community“ und „Lernnetzwerk“ stützen. Zur Umsetzung eignen sich Werkzeuge und Technologien wie Weblogs, ePortfolios, Wikis, RSS, Mashups und Service-orientierte Architekturen, die allesamt kurz vorgestellt werden. Daran anknüpfend wird ein Vorgehensmodell zur Entwicklung service-orientierter Architekturen für Lernnetzwerke skizziert, bevor der Beitrag mit einem Ausblick auf die Forschungsfragen schließt, die aktuell im EU-Förderprojekt „TENCompetence“ diskutiert werden. Liebe zum Wissen – Das studentische Projekt Knowledgebay zwischen Institution und Initiative ist die Überschrift zum Interview mit Hanna Knäusl und Thomas Sporer, das den Sammelband abschließt. Im Mittelpunkt steht hier die Frage, was Studierende motivieren könnte, sich an einem nicht-institutionalisierten Multimediaprojekt zu beteiligen. Vor diesem Hintergrund wird der Verlauf des Projekts und des einhergehenden „Community- Buildings“ samt der positiven wie negativen Neben- und Folgeeffekte beschrieben. Der Sammelband bietet einen guten Überblick über verschiedene Facetten eines hochaktuellen Themas. In der derzeitigen Diskussion um „E-Learning 2.0“ werden Konzepte wie kollaboratives Lernen und Online-Gemeinschaften immer wichtiger. In den verschiedenen Beiträgen werden die einschlägigen Werkzeuge zur Umsetzung dieser Konzepte in formellen und in informellen Lernkontexten betrachtet. Inhalt und Vorgehensweise orientieren sich dabei stark an der Technologie. Ein enger Bezug zu Lehr- und Lernprozessen wird dadurch leider nur in wenigen Beiträgen herausgearbeitet. Speziell beim Thema Communities hätte sich zudem der Brückenschlag zur Sozialpsychologie angeboten. Die Forschung zu onlinebasierten Lerngemeinschaften mit Web 2.0 und Social Software steckt momentan noch in den Kinderschuhen, so dass es zunächst einmal um eine Sammlung und Systematisierung von Ideen und Implementierungen geht. Diese ist im Buch von Dittler, Kindt und Schwarz – trotz des recht heterogenen Beitragsspektrums – alles in allem gut gelungen. Marc Egloffstein 3-4.indb 469 17.11.2008 14:32:35

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Abstract

Medien & Kommunikationswissenschaft provides a forum for discussion of media and communications related issues as well as for analyses of current media developments from various perspectives that are directed to all kinds of media. The journal reflects the latest trends in research and public discussion of media. Medien & Kommunikationswissenschaft primarily addresses scholars, journalists, media organisations, the press, radio and tv broadcaster, film, tv, and video production companies, organisations, and teachers. Website: www.m-und-k.nomos.de

Zusammenfassung

Medien & Kommunikationswissenschaft bietet ein Forum zur Diskussion medien- und kommunikationsbezogener Fragen sowie für Analysen der Medienentwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven und für alle Medien. Medien & Kommunikationswissenschaft spiegelt damit die Trends der Forschung und der öffentlichen Diskussion um die Medien wider. Die Zeitschrift hat einen Jahresumfang von ca. 600 Seiten und enthält Aufsätze, Berichte, Dokumente, Diskussionsbeiträge, Rezensionen sowie eine Zeitschriftenlese und eine Literaturübersicht.

Medien & Kommunikationswissenschaft wendet sich an Wissenschaftler, Journalisten, Medien-Organisationen, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Film-, Fernseh-, Videoproduktionsunternehmen, Verbände, Lehrer, Pressewesen, Medienpolitiker.

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