Nayla Fawzi, Magdalena Obermaier, Unzufriedenheit – Misstrauen – Ablehnung journalistischer Medien. Eine theoretische Annäherung an das Konstrukt Medienverdrossenheit in:

M&K Medien & Kommunikationswissenschaft, page 27 - 44

M&K, Volume 67 (2019), Issue 1, ISSN: 1615-634X, ISSN online: 1615-634X, https://doi.org/10.5771/1615-634X-2019-1-27

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Unzufriedenheit – Misstrauen – Ablehnung journalistischer Medien Eine theoretische Annäherung an das Konstrukt Medienverdrossenheit Nayla Fawzi / Magdalena Obermaier Der Begriff der Medienverdrossenheit der Deutschen ist seit einigen Jahren im öffentlichen Diskurs, aber auch im wissenschaftlichen Kontext allgegenwärtig. Bislang existiert jedoch keine Definition von Medienverdrossenheit; auch fehlt eine theoretische Analyse des Konstrukts. Um vorzubeugen, dass der Begriff zu einem Schlagwort für ganz unterschiedliche Entwicklungen verkommt und damit als sozialwissenschaftliches Konstrukt unbrauchbar wird, nimmt es sich dieser Beitrag zum Ziel, Medienverdrossenheit theoretisch zu erarbeiten und eine Definition vorzulegen. Dabei stützen wir uns auf theoretische Überlegungen zur Politikverdrossenheit und den Ansatz politischer Unterstützung. Die theoretische Analyse zeigt, dass sich Medienverdrossenheit auf dieser Grundlage als dreidimensionales Konstrukt fassen lässt, das auf bereits bestehenden kommunikationswissenschaftlichen Konzepten basiert: Zufriedenheit mit der Funktionserfüllung der Medien (spezifische Unterstützung), Vertrauen in Medien (diffus-spezifische Unterstützung) sowie einer Zustimmung zur Legitimität der Medien (diffuse Unterstützung). Diese drei Unterstützungsarten können sich wiederum auf das Mediensystem, Medien als Institution sowie Journalist*innen beziehen. Dies diskutieren wir anschließend kritisch und liefern einen Ausblick für nachfolgende Forschung. Schlagworte: Medienverdrossenheit, Vertrauen in Medien, politische Unterstützung, Medienfunktionen, Medienperformanz Einleitung Eine Vertrauenskrise der Medien ist seit einigen Jahren im öffentlichen Diskurs präsent. In Kommentarspalten im Internet, in Talkshows traditioneller Medien sowie in medienkritischen Büchern wird über „die Lügenpresse“, „gleichgeschaltete Medien“ oder „gekaufte Journalisten“ diskutiert. Insbesondere populistische Parteien wie die AfD sowie populistische Bürger kritisieren massive, bewusste Verzerrungen in der Berichterstattung der „Mainstream-Medien“ (Fawzi, 2018); auch Journalist*innen wurden diesbezüglich auf Demonstrationen beleidigt sowie gar körperlich angegriffen (z. B. Reporter ohne Grenzen, 2017). Die Intensität der aktuellen Debatte verwundert allerdings vor dem Hintergrund, dass repräsentative Langzeitdaten wie zum Beispiel des World Values Survey, des Eurobarometers oder des Instituts für Demoskopie in Allensbach zeigen, dass ein Großteil der Deutschen den Medien bereits seit Jahrzehnten wenig Vertrauen entgegenbringt; zudem ist der Anteil derer, die (großes) Vertrauen in journalistische Medien respektive die Presse haben, seit den 1990er Jahren eher leicht angestiegen (Köhler & Otto, 2017; Reinemann, Fawzi & Obermaier, 2017; Ziegele et al., 2018). Allerdings scheint es eine Bevölkerungsgruppe zu geben, deren Medienskepsis sich in Medienfeindlichkeit gewandelt hat, die extreme und pauschale Vorwürfe umfasst (Fawzi, 2018; Reinemann et al., 2017; Schultz, Jackob, Ziegele, Quiring & Schemer, 2017). Daraus folgend wird – in Anlehnung an eine seit Jahrzehnten beobachtete Politikverdrossenheit – sowohl in der journalistischen als auch in der wissenschaftlichen Sphäre über eine Medienverdrossenheit der Deutschen diskutiert (z. B. Pörksen, 2016). Dabei 1. DOI: 10.5771/1615-634X-2019-1-27 27 existieren verschiedene Verständnisse davon, was mit einer Medienverdrossenheit gemeint ist. Medienverdrossenheit wird sowohl als Abwendung von traditionellen journalistischen Medienangeboten (z. B. Álvarez, 2015; Kirchhoff & Krämer, 2010), als Synonym zu Misstrauen in journalistische Medien (z. B. Pörksen, 2014, 2016; Vowe, 2017), als Entfremdung von sowie Missachtung der Rezipienten durch die medialen Eliten (z. B. Wimmer, 2017) oder enttäuschte Erwartungen in Bezug auf den Journalismus verstanden (z. B. Donsbach et al., 2009). Folglich besteht die Gefahr, dass der Begriff als Schlagwort für ganz unterschiedliche Entwicklungen eingesetzt wird und damit als sozialwissenschaftliches Konstrukt unbrauchbar wird, bevor eine theoretische Auseinandersetzung stattgefunden hat. Dabei stellt sich die Frage, ob zur Beschreibung und Erklärung von Medienverdrossenheit überhaupt ein neues theoretisches Konzept benötigt wird oder ob das so bezeichnete Phänomen mit bereits bestehenden Konzepten der Kommunikationswissenschaft beschrieben und erklärt werden kann. Wir gehen letzteren Weg und schlagen vor, für die Analyse von Medienverdrossenheit theoretische Überlegungen und Befunde verschiedener Forschungsstränge zu verbinden, die sich mit Erwartungen an und Bewertungen von medialen Objekten wie journalistischen Medien, Journalist*innen oder Berichterstattung (aus Sicht der Rezipienten) beschäftigen. Denn hierzu koexistieren bereits viele Konzepte. So untersucht die Kommunikationswissenschaft seit vielen Jahren intensiv die normative Medienqualität (z. B. Arnold, 2008; Jungnickel, 2009; Urban & Schweiger, 2014) oder Glaubwürdigkeit der Berichterstattung (z. B. Bentele, 1988; Johnson & Kaye, 2013; Metzger et al., 2003; Nawratil, 1997; Wirth, 1999), die zum Teil inhaltliche Überschneidungen aufweisen (z. B. Arnold, 2009; Wellbrock & Klein, 2014). Auf diese Forschungsstränge, die eine Zufriedenheit mit den Leistungen journalistischer Medien seitens der Rezipienten zum Gegenstand haben, gehen wir im Folgenden genauer ein. Zweitens beziehen wir uns auf die Forschung zu Vertrauen in journalistische Medien, die sich forschungshistorisch aus der Medienglaubwürdigkeitsforschung entwickelte (z. B. McGrath & Gaziano, 1986; Meyer, 1988). Mittlerweile existieren eigenständige Überlegungen und Befunde zu Medienvertrauen (z. B. Jackob, 2012; Kohring, 2004; Schultz et al., 2017) und zu (zum Teil antonym verwendeten) Konzepten wie media skepticism (z. B. Tsfati & Cappella, 2003). Drittens integrieren wir Überlegungen zu einer Bewertung der Legitimität journalistischer Medien (vgl. für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk z. B. Jarren, 2009). Durch eine Abgrenzung und Verbindung theoretischer Überlegungen dieser Forschungsstränge wollen wir das Konstrukt Medienverdrossenheit theoretisch fassen und definieren und damit zu einer Präzisierung des Forschungsfeldes beitragen. Das Ziel ist es, den Begriff möglichst eindeutig darzulegen und so empirische Studien auf Basis dessen zu ermöglichen (z. B. Opp, 2002). Als Vorbild und Gerüst für die theoretische Analyse ziehen wir das Konzept der Politikverdrossenheit heran.1 Die Verdrossenheitsforschung hat in der Politikwissenschaft eine lange Tradition und kann einen umfangreichen Forschungsstand vorweisen (z. B. Arzheimer, 2002; Norris, 2017). In Anlehnung an die hier erwähnten Forschungsstränge beziehen wir uns zunächst auf die Nachrichtenberichterstattung in professionell-journalistischen Massenmedien wie Rundfunk und Presse sowie deren Online-Angeboten. Selbstverständlich spielen neue Intermediäre wie so- 1 Zwar liegen weitere theoretische Konzepte zu Verdrossenheit vor, wie etwa Themenverdrossenheit (z. B. Metag & Arlt, 2016); da sich Medienverdrossenheit jedoch vielmehr auf Journalisten, journalistische Medien als Institution und das Mediensystem bezieht und damit auch auf höhere Abstraktionsebenen zielt, kommt die Konzeptualisierung von Politikverdrossenheit dem Bezugsobjekt näher. M&K 67. Jahrgang 1/2019 28 ziale Netzwerke, sogenannte alternative Medienangebote oder nutzergenerierte Inhalte in der aktuellen Debatte eine wichtige Rolle. Da eine mediale Performanzkritik sowie die Vertrauensdebatte zwar auch in diesen Medienangeboten stattfindet, sich jedoch auf die aktuelle Berichterstattung der traditionellen, journalistischen Medien und die dort professionell tätigen Journalisten bezieht (z. B. Prochazka & Schweiger 2016, Schweiger, 2017), beschränken wir unsere Überlegungen auf letztere. Dabei ist allerdings nicht ausgeschlossen, das vorgeschlagene Modell auch auf andere Medienangebote zu übertragen. Theoretische Überlegungen zu politischen Verdrossenheitseinstellungen Seit Jahrzehnten wird in der empirischen Politikforschung eine Politikverdrossenheit der Bürger*innen untersucht, ebenso wie spezifischere angrenzende Phänomene einer Politiker-, Parteien- oder Demokratieverdrossenheit. Trotz der langen Forschungstradition liegen bislang keine einheitlich akzeptierte Definition und Operationalisierung von Politikverdrossenheit vor (z. B. Arzheimer, 2002; Maier, 2000; Maurer, 2003). Einig sind sich allerdings die meisten Autor*innen, dass es sich bei Verdrossenheit um ein vielschichtiges und ein klassifikatorisches Konzept handelt: Politikverdrossenheit ist erstens mehrdimensional; zweitens lässt sich zwischen verdrossenen und nicht-verdrossenen Personen unterscheiden oder jeweils nach dem individuellen Grad der Verdrossenheit differenzieren. Ebenfalls besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass Verdrossenheit eine Einstellung darstellt, die kognitive und affektive Komponenten umfasst; politisches Handeln wird hingegen meist als Folge betrachtet (z. B. Arzheimer, 2002). In einer Literatursynopse von rund 180 Arbeiten zeigt Arzheimer (2002: 130), dass die Mehrheit der Studien Misstrauen sowie Enttäuschung oder Unzufriedenheit bezüglich politischer Objekte als Einstellungsdimensionen beinhalten, gefolgt von einer wahrgenommenen Ineffektivität (inefficacy) und Zweifeln an der Problemlösungskompetenz der Politik (z. B. Boher, 1996; Holtz-Bacha, 1998). Somit fassen die meisten Studien Verdrossenheit als negative (oder zumindest indifferente) Einstellung gegenüber verschiedenen politischen Objekten. Verhaltensweisen wie Wahlverhalten oder Partizipation werden entsprechend als Folge von Politikverdrossenheit konzipiert. Daraus folgernd argumentiert Arzheimer (2002: 202-203), dass der Begriff der Verdrossenheit sich inhaltlich mit bereits etablierten theoretischen Konzepten der Politikwissenschaft wie politischem Vertrauen, politischer Entfremdung, politischer Unzufriedenheit deckt, die sich wiederum als Aspekte des Konzeptes politischer Unterstützung nach Easton (1965a, 1965b) betrachten lassen (vgl. auch Maurer, 2003; Norris, 2017; Wolling, 1999). In Eastons Ansatz politischer Unterstützung erhält das politische System2 aus seiner Umwelt Inputs und verarbeitet diese zu Outputs. Die Inputs lassen sich in Forderungen (demands) und Unterstützung (supports) unterteilen. Die Forderungen der Bürger*innen ergeben sich aus ihren Bedürfnissen, etwa ihren Erwartungen und Interessen. Wie die Leistung des politischen Systems ausfällt, hängt etwa von der Anzahl und Art der Forderungen sowie dem Grad politischer Unterstützung ab (z. B. Easton, 1965b; Maurer, 2003). Politische Unterstützung lässt sich weiter in Einstellungen und Handlungen differenzieren. Erstere können sich auf drei zentrale Ebenen politischer Objekte beziehen: die politische Gemeinschaft, die politische Ordnung und die politischen Akteure. Zudem lassen sich den politischen Objekten zwei Arten politischer Unterstützung zuordnen: spezifische und diffuse Unterstützung. Spezifische Unterstützung ergibt sich zum einen daraus, dass Bürger*innen die Leistungen der (amtierenden) politischen Ak- 2. 2 Er fasst dieses als „interactions through which values are authoritatively allocated for a society“ (Easton, 1965b: 21). Fawzi/Obermaier · Konstrukt Medienverdrossenheit 29 teure auf Basis des Vergleichs wahrgenommener Outputs und eigener Forderungen bewerten; zum anderen basiert diese auf der Evaluation der wahrgenommenen allgemeinen Performanz (z. B. Merkmale der politischen Akteure, soziale Verhältnisse des Landes) und ist kurzfristig veränderbar (z. B. Easton, 1975; Gabriel, 1994). Diffuse Unterstützung entsteht durch Abstraktion und Generalisierung von performanzbezogenen Erfahrungen mit politischen Objekten; damit wird sie von singulären Bewertungen politischer Outputs vergleichsweise geringfügig beeinflusst und besteht so langfristiger. Weiterhin differenziert Easton (1965b) zwei Formen diffuser Unterstützung, die er (ursprünglich) auf das politische System und politische Akteure bezieht: politisches Vertrauen und Legitimität. Politisches Vertrauen bezeichnet dabei eine Haltung, die auf der Erwartung basiert, dass die gemeinsamen Interessen der Bürger*innen von politischen Akteuren bedient werden, ohne dass dies kontrolliert oder beeinflusst wird (vgl. auch Gamson, 1968). Bürger*innen nehmen politische Objekte als legitim wahr, wenn sie schätzen, dass diese ihren eigenen moralischen Vorstellungen davon entsprechen, was in einem politischen Regime richtig und ordnungsgemäß ist. In der Folge halten sie es ebenfalls für ordnungsgemäß, die politischen Akteure zu akzeptieren und ihren kollektiv bindenden Entscheidungen nachzukommen. Neben diesem Abgleich mit eigenen politikbezogenen Moralvorstellungen (ideologiebasierte Legitimität) können Bürger die Ausgestaltung und die grundlegenden Werte des politischen Regimes als ordnungsgemäß einschätzen (wie Meinungsfreiheit oder freie und geheime Wahlen als demokratische Grundwerte), was auf die spezifischen Amtsinhaber politischer Positionen ausstrahlen mag (strukturbasierte Legitimität). Drittens könnten Bürger die amtierenden politischen Akteure aufgrund wahrgenommener persönlicher Qualitäten (wie Führungsstärke oder Integrität) als ordnungsgemäß empfinden, was wiederum die positive Bewertung der entsprechenden politischen Positionen sowie die Zustimmung zur Ausgestaltung und zu den grundlegenden Werten des politischen Regimes fördern mag (personenbasierte Legitimität). Vertrauen und Legitimität können dabei unabhängig voneinander variieren, wobei positive Ausstrahlungseffekte vermutet werden (z. B. Easton, 1975). In Weiterentwicklungen des Ansatzes schlagen Autor*innen erstens eine eindeutigere Differenzierung der Formen politischer Unterstützung vor und verorten politisches Vertrauen in einem Kontinuum zwischen diffuser Unterstützung basierend auf Bewertungen der Legitimität politischer Objekte und spezifischer Unterstützung basierend auf politischen Performanzbewertungen (z. B. Grosskopf, 2008; Maurer, 2003; Norris, 2017; Westle, 1989). Zweitens argumentiert Maurer (2003), dass der Ansatz politischer Unterstützung eine Bewertung der Entstehung des politischen Outputs außer Acht lasse. So werden etwa die Einschätzung der Responsivität politischer Akteure oder Gefühle der Machtlosigkeit seitens der Bürger*innen nicht einbezogen.3 Derartige Überlegungen finden sich in der Theorie politischer Entfremdung, die sich aus den folgenden Subdimensionen ergibt (Chen, 1992; Mutz, 1987; Pinkleton et al., 1998). Normlosigkeit (oder Misstrauen) meint eine negative Erwartung in Bezug auf politische Akteure oder das politische System auf Basis der Wahrnehmung der Bürger*innen, dass die politischen Outputs nicht den politischen Normen entsprechen. Machtlosigkeit lässt sich unterteilen in wahrgenommene interne und externe Ineffektivität. Die wahrgenommene interne Effektivität meint dabei die Haltung, dass man das politische Geschehen versteht und selbst Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen kann (Einflussüberzeugung). Externe Effektivität 3 Easton (1975) selbst schlägt eine getrennte Betrachtung von politischer Unterstützung sowie der Einschätzung von Responsivität und Einfluss auf den politischen Prozess vor, da er letztere als Determinanten von politischer Unterstützung betrachtet (Maurer, 2003: 25). M&K 67. Jahrgang 1/2019 30 bezeichnet hingegen die Wahrnehmung, dass die politischen Akteure oder das jeweilige Regime Einflussversuchen seitens der Bürger*innen nachkommen (Responsivitätsüberzeugung). Bedeutungslosigkeit ist die Einschätzung, dass politische Prozesse sowie politische Entscheidungen für die Bürger*innen undurchsichtig und unvorhersehbar sind (z. B. Pinkleton & Austin, 2004). Gemäß Maurer (2003) und obigen Ausführungen zum Konzept politischer Unterstützung (z. B. Easton, 1975; Westle, 1989) ist Normlosigkeit bereits als Vertrauen in politische Akteure sowie in die politische Ordnung als diffusspezifische Unterstützung verankert. Maurer (2003: 27) schlägt daher vor, das politische Unterstützungskonzept um die Bewertung des politischen Prozesses zu erweitern und so die Entfremdungsdimensionen Machtlosigkeit sowie Bedeutungslosigkeit einzubeziehen. Theoretische Annährung an Medienverdrossenheit Wir plädieren nun dafür, den Ansatz politischer Unterstützung ergänzt um eine Bewertung des politischen Prozesses für eine theoretische Analyse von Medienverdrossenheit heranzuziehen. Auch wenn es einige Unterschiede zwischen den Strukturen, Prozessen und Leistungen des Medien- und Politiksystems gibt, so lassen sich die grundlegenden Ideen des Input-Output-Modells von Easton (1965a, 1965b) durchaus auf das Mediensystem übertragen. Auch journalistische Medien erhalten aus ihrer Umwelt Inputs, die sie zu Outputs verarbeiten. Die Inputs der Rezipient*innen lassen sich dabei ebenfalls in Forderungen und Unterstützung unterteilen: Die Forderungen der Rezipient*innen umfassen die Erwartungen an journalistische Medien und ihre Interessen. Erstere schlie- ßen beispielsweise normative Erwartungen der Rezipient*innen als Bürger*innen einer demokratischen Gesellschaft ein, wie die Erfüllung normativer Funktionen oder normativer Qualität in der Berichterstattung im Allgemeinen (Schweiger, 1999; Neuberger, 2004; van der Wurff & Schönbach, 2014). Damit sind diese im Vergleich zu politischen Erwartungen allerdings weitaus weniger konkret. Diese Erwartungen entstehen aus den Interessen der Bürger*innen, etwa ihrem Wunsch nach Information (z. B. Tsfati, 2014; vgl. auch Katz et al., 1973). Der Output politischer Institutionen und Akteure sind insbesondere kollektiv bindende Entscheidungen; mit diesen können Bürger*innen ebenfalls direkte Erfahrungen machen, etwa, wenn diese ihre (ökonomische Lebens-) Situation direkt betreffen. Als Output journalistischer Medien lassen sich die Handlungen der Journalist*innen betrachten, mit denen Bürger*innen vorwiegend in Form von Berichterstattung in Kontakt kommen. Hierbei liegen ebenfalls diverse Unterschiede im Vergleich zu politischen Outputs vor, beispielsweise können Rezipienten aus einer vielfältigen Zahl an Medienangeboten auswählen und die für sie passenden Angebote heranziehen. Doch wie im politischen Bereich müssen sie dabei Kompromisse eingehen. Erwerben Rezipient*innen z. B. eine Zeitung, so können sich darin Inhalte finden, die nicht ihren Interessen oder Meinungen entsprechen. Zudem können sie bei Vertrauensgütern wie journalistischen Medien erst nach dem Konsum (wenn überhaupt) einschätzen, ob die ausgewählten Informationen den eigenen Erwartungen entsprechen (z. B. Urban & Schweiger, 2014). Der knappe Vergleich dieser zentralen Angelpunkte des Modells zeigt, dass trotz der Differenzen basale Elemente des Input-Output-Modells sich als Heuristik für theoretische Überlegungen innerhalb des Mediensystems heranziehen lassen. So können wir drei zentrale Ebenen medialer Unterstützung unterscheiden, an die die Forderungen der Rezipient*innen gerichtet sind: Das Mediensystem, die journalistischen Medien als Institution sowie die journalistischen Akteure (vgl. auch Schweiger, 1999). Das Mediensystem umfasst dabei die Gesamtheit journalistischer Medien inklu- 3. Fawzi/Obermaier · Konstrukt Medienverdrossenheit 31 sive ihrer Ausgestaltung, ihrer rechtlichen und ökonomischen Bestimmungen, sowie ihrer grundlegenden Werte (Blum, 2014). Journalistische Medien als Institution verstehen wir analog zu prominenten Verständnissen politischer Institutionen im Sinne von „social patterns of behavior identifiable across the organizations that are generally seen within a society” (Cook, 1998: 70-71). Demnach produzieren Journalist*innen in Medienorganisationen Berichterstattung auf Basis medienorganisationsübergreifend etablierter Regeln, normativer Erwartungen und Routinen (z. B. ausgewogene Berichterstattung, Kontrollmechanismen) (z. B. Donges, 2006; Scott, 2014: 56; Shoemaker & Reese, 2014: 100). Somit erbringen Journalist*innen unabhängig von Medienorganisationen ähnliche Leistungen, und die Medien als Institution erfüllen eine öffentliche Aufgabe in der demokratischen Gesellschaft (z. B. Cook, 1998). Die Unterstützung hinsichtlich journalistischer Medien als Institution kann sich entsprechend sowohl auf Medienmarken (z. B. Der Spiegel) beziehen als auch auf Mediengattungen (z. B. Presse) oder „die journalistischen Medien“ im Allgemeinen (vgl. auch Neuberger, 2013). Die Unterstützung journalistischer Medien lässt sich analog in diffuse und spezifische Unterstützung differenzieren (vgl. Abbildung), die sich als Kontinuum betrachten lassen (Norris, 2017). Ebenso wie der Großteil der politikwissenschaftlichen Forschung beziehen wir uns auf Unterstützungsarten im Sinne von Einstellungen (Easton, 1965b). Spezifische Unterstützung ist auf die wahrgenommenen Outputs gerichtet. Auf journalistische Medien übertragen bedeutet das, dass diese sich auf die Performanz der Journalist*innen und der Medieninstitution im Allgemeinen beziehen kann. Diese Leistungen sind für Rezipient*innen vorwiegend über die Berichterstattung erfahrbar und können mit den eigenen normativen Erwartungen abgeglichen werden; je eher diese übereinstimmen, desto zufriedener sind die Rezipient*innen mit den Leistungen. Dementsprechend kann die spezifische Unterstützung kurzfristigen Schwankungen unterliegen. Diffuse Unterstützung basiert dagegen auf abstrahierten und generalisierten medialen Performanzbewertungen und ist damit von singulären Bewertungen weniger stark beeinflussbar. Sie kann sich zudem auf drei zentrale Formen medialer Objekte beziehen, also auf Journalist*innen, journalistische Medien als Institution sowie das Mediensystem. Sie lässt sich analog der diffusen politischen Unterstützung in Vertrauen und Legitimität unterteilen. Um diese Differenzierung zu verdeutlichen, ordnen wir Vertrauen in journalistische Medien, das auf abstrahierten und generalisierten Performanzbewertungen spezifischer Berichterstattung basiert, zwischen diffuser und spezifischer Unterstützung ein. Diffuse Unterstützung fassen wir als Legitimität und entsprechend als Wahrnehmung, dass das Mediensystem, journalistische Medien als Institution sowie Journalist*innen den medienbezogenen moralischen Vorstellungen von Rezipienten entsprechen und damit für sie ordnungsgemäß sind. Wir folgen somit der politikwissenschaftlichen Herangehensweise, Medienverdrossenheit als mehrdimensionales Konstrukt aus (mehr oder weniger) etablierten kommunikationswissenschaftlichen Konzepten aufzufassen. Ebenso handelt es sich um ein klassifikatorisches Konstrukt, das bei Rezipienten den Grad an Medienverdrossenheit feststellt, der von hoher Verdrossenheit bis zu hoher Unterstützung reicht. In Anlehnung an Modelle der Politikverdrossenheit sprechen wir im Folgenden von medialer Unterstützung, Zustimmung, Vertrauen und Zufriedenheit. Das heißt wir verstehen Medienverdrossenheit als Resultat einer Verortung von Rezipient*innen hinsichtlich der genannten Konzepte und sehen es damit als negativen Gegenpol zu medialer Unterstützung. Wir diskutieren nun die verschiedenen Dimensionen medialer Unterstützung. M&K 67. Jahrgang 1/2019 32 Spezifische Unterstützung: Performanzbewertung von Medien als Institution und Journalist*innen Der erste Indikator von Medienverdrossenheit umfasst die Bewertung der medialen Performanz. Als spezifische Unterstützung verortet, beinhaltet sie eine Bewertung des medialen Outputs, also einen Vergleich der wahrgenommenen Medienperformanz mit den normativen Erwartungen (Wolling, 2004). Diese Bewertung bezieht sich auf journalistische Medien als Institution sowie auf Journalist*innen, denn Rezipient*innen können diese vorwiegend anhand der Berichterstattung vornehmen. Daher wird die spezifische Unterstützung (wie von Easton auch für politische Unterstützung vorgesehen) auf der Akteurs- und Institutionenebene und nicht auf Systemebene angesiedelt. Zudem hat die Bewertung auf Systemebene diffusen Charakter und sollte langfristig stabil sein. Auf der Institutionenebene lassen sich die medialen Leistungen als normative Funktionen der Medien in Demokratien fassen, etwa als Informations-, Kritik- und Kontrolloder Sozialisationsfunktion (z. B. Burkart, 2002; Ronneberger, 1974, 1979). Wie das Publikum die Erfüllung dieser Funktionen einschätzt, wurde bislang (auf einem niedrigeren Abstraktionsniveau) im Rahmen der Forschung zur wahrgenommenen Medienqualität (z. B. Arnold, 2008) und Medienglaubwürdigkeit (z. B. McGrath & Gaziano, 1986; Meyer, 1988) untersucht. Denn die Qualitäts- und Glaubwürdigkeitsdimensionen werden in der Regel von den gesellschaftlichen Funktionen der Medien abgeleitet (z. B. Neuberger, 2004; Schweiger, 1999). Hier liegt umfangreiche Forschung sowohl zu den Erwartungen an die als auch zu den Bewertungen der medialen Performanz vor, die für die Operationalisierung dieser Teildimension von Medienverdrossenheit herangezogen werden kann (Arnold, 2009; Bayerischer Rundfunk, 2016; Fisher et al., 2015; Heider et al., 2005; Neuberger, 2014; Tsfati et al., 2006; Urban & Schweiger, 2014; van der Wurff 3.1 Abbildung: Subdimensionen von Medienverdrossenheit Anmerkungen: Eigene Darstellung adaptiert von Easton (1965a, 1965b, 1975), Maurer (2003), Norris (2017) und Westle (1989). Fawzi/Obermaier · Konstrukt Medienverdrossenheit 33 & Schönbach, 2014; Wolling, 2004; vgl. für einen aktuellen Forschungsüberblick Voigt, 2016). Auf Akteursebene interessieren die vom Publikum vorgenommenen Performanzbewertungen von Journalist*innen. Hier existieren Studien, die sich mit dem Image (z. B. Donsbach et al., 2009; Lieske, 2008; Pürer, 2012) oder der Glaubwürdigkeit – und entsprechend der Kompetenz und Vertrauenswürdigkeit – von Journalist*innen beschäftigen. Beispielsweise zeigen Donsbach et al. (2009), dass die Deutschen deutliche Defizite bei den Leistungen von Journalist*innen erkennen; u. a. nehmen die Bürger*innen sie intoleranter gegenüber anderen Meinungen wahr als sie es von ihnen erwarten. Das Modell der Politikverdrossenheit von Maurer (2003) ist um die politische Entfremdung erweitert. Dabei lassen sich die Dimensionen Machtlosigkeit und Bedeutungslosigkeit in die Dimension der spezifischen Unterstützung integrieren. Das politische Entfremdungskonzept lässt sich inhaltlich nicht eins zu eins auf Medien als Einstellungsobjekt übertragen, da sich politische und mediale Einfluss- und Responsivitätsüberzeugungen in einigen Aspekten unterscheiden. Während sich Bürger*innen etwa durch Wahlen am politischen Prozess beteiligen und diesen beeinflussen können, sind Medien zum einen ökonomisch von Rezipient*innen abhängig, zum anderen müssen sie mit den journalistischen Angeboten eine demokratietheoretisch verankerte, öffentliche Aufgabe erfüllen. Entsprechend fällt das Verhältnis zwischen Medien und ihrem Publikum wesentlich unverbindlicher aus. Zudem sind die Möglichkeiten der Partizipation und der Anteil der Rezipient*innen, die sich aktiv im journalistischen Prozess einbringen oder Feedback geben, deutlich geringer als im politischen System. Dennoch orientieren sich journalistische Medien ebenfalls an den Interessen und Erwartungen des Publikums, die sie etwa über Mediadaten oder über Leserbriefe und Nutzerkommentare als Feedback bekommen, sowie an den normativen Erwartungen in der demokratischen Gesellschaft (z. B. Hohlfeld, 2012; Theis-Berglmair, 2009). Für die vorliegende Analyse von Medienverdrossenheit sind die Dimensionen Machtlosigkeit und Bedeutungslosigkeit – angepasst an die medialen Rahmenbedingungen – daher sehr relevant. Der erste Teilaspekt der Machtlosigkeit, interne Effektivität, umfasst, bezogen auf Medien als Institution sowie Journalist*innen, die Einschätzung, dass man die Fähigkeiten besitzt, die Berichterstattung zu verstehen, und selbst Einfluss auf diese nehmen kann, etwa dahingehend, dass konstruktive Medienkritik in der Berichterstattung Gehör findet. Entsprechend ist Verständlichkeit ein wichtiges normatives Qualitätskriterium der Berichterstattung, das sich aus der Informationsfunktion ableitet (z. B. Arnold, 2009; Urban & Schweiger, 2014; Voigt, 2016). Eine große Mehrheit der Rezipient*innen bescheinigt diese Qualitätsdimension auch ihrer jeweils genutzten Tageszeitung (Arnold, 2009: 386). Mediale Responsivität (externe Effektivität) umfasst die Einschätzung, dass die Medien auf die eigenen Interessen und Bedürfnisse eingehen und man journalistische Medienangebote findet, die den individuellen Forderungen entsprechen (Jarren, 2007). Folglich ist mediale Responsivität ebenso eng verknüpft mit den normativen Funktionen der Medien. Es gehört zur öffentlichen Aufgabe und damit zu den zentralen Leistungen journalistischer Medien, alle demokratisch akzeptierten Ansichten der Bürger*innen in der Berichterstattung widerzuspiegeln, deren Interessen zu vertreten und als Sprachrohr für sie aufzutreten, um ihre Positionen und Forderungen an die Politik zu vermitteln. Eine Repräsentativbefragung der deutschen Bevölkerung von 2017 zeigt, dass nur jeder Fünfte (21 %) der Ansicht ist, dass die Medien diese Artikulationsfunktion tatsächlich erfüllen (Fawzi & Fortkord, 2017). Zudem zeigen aktuelle Studien, dass mit geringerer M&K 67. Jahrgang 1/2019 34 wahrgenommener Interessenvertretung durch die Medien medienfeindliche Einstellungen verstärkt werden (Schindler et al., 2018). Auch die Dimension der Bedeutungslosigkeit lässt sich aus den gesellschaftlichen Funktionen der Medien ableiten. Diese tritt ein, wenn journalistische Prozesse aus Sicht der Rezipient*innen undurchsichtig sind. Entsprechend stellt Transparenz ein zentrales normatives Qualitätskriterium dar, das Rezipient*innen ermöglichen soll, journalistische Abläufe nachzuvollziehen (z. B. Jandura & Friedrich, 2014; Wellbrock & Klein, 2014). Diesbezüglich zeigt sich in der Studie von Arnold (2009) ein deutliches Defizit. Etwa jedem Zweiten zufolge macht die eigene Tageszeitung nicht deutlich, woher ihre Informationen stammen (S. 386). Somit gehen wir davon aus, dass Rezipient*innen zumeist anhand spezifischer, direkter Erfahrungen mit der Berichterstattung als Output journalistischer Medien als Institutionen respektive der Journalist*innen, die sie entweder selbst rezipieren oder von der sie indirekt erfahren, deren Leistungen bewerten. Dazu gleichen sie ihre normativen Erwartungen (z. B. hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Berichterstattung, Qualitätsmerkmalen oder den normativen Funktionen der Medien) mit deren Umsetzung im Rahmen der Berichterstattung ab. Dies können sie entweder als Leistung spezifischer Journalist*innen evaluieren oder als Leistung von Medieninstitutionen. Je stärker sie davon ausgehen, dass Journalist*innen und/oder Medien als Institution durch die Berichterstattung die normativen Erwartungen erfüllen, desto zufriedener sind sie mit deren Leistungen; die spezifische Unterstützung ist entsprechend umso höher. Diffus-spezifische Unterstützung: Vertrauen in Mediensystem, Medien als Institution und journalistische Akteure Im Kontinuum zwischen diffuser und spezifischer Unterstützung lässt sich Vertrauen einordnen. Vertrauen basiert auf einer abstrahierten und generalisierten medialen Performanzbewertung nach dem Maßstab der normativen Erwartungen der Rezipient*innen (und/oder der normativen Vorstellungen im jeweiligen Mediensystem). Auf dieser generalisierten Leistungsbewertung können Rezipienten damit ihr medienbezogenes Vertrauen aufbauen; dieses kann sich sowohl auf das Mediensystem, auf journalistische Medien als Institution sowie auf Journalist*innen beziehen. Bislang existiert in der Literatur kein dominantes Verständnis von Vertrauen (z. B. Bentele & Seidenglanz, 2015; Lewis & Weigert, 1985). Die meisten Überlegungen stimmen jedoch erstens darin überein, dass Vertrauen insbesondere auf generalisierten Erfahrungen bezüglich des vertrauensvollen Verhaltens von Personen oder (erfüllter) Leistungen von Institutionen fußt. Auf Basis dessen erwarten Individuen, dass Personen in Zukunft entgegengebrachtes Vertrauen erwidern oder Institutionen ihre Leistungen korrekt erfüllen werden (z. B. Deutsch, 1958; Mishler & Rose, 2001; Misztal, 1996; Putnam, 2000; Rotter, 1967). Weil der Vertrauensgeber nicht weiß und nicht vollständig kontrollieren kann, wie sehr Vertrauensobjekte diese Erwartung erfüllen werden, birgt (Handeln auf Basis von) Vertrauen ein Risiko. Damit reduziert Vertrauen die „Komplexität der zukünftigen Welt“ (Luhmann, 1989: 16), weil es Individuen ermöglicht, sich für eine Handlungsalternative zu entscheiden, obgleich man nicht wissen kann, wie sich ein Gegenüber verhalten oder welche Leistung eine Institution erbringen wird (vgl. z. B. Gambetta, 2001; Kohring, 2004). Es wird kontrovers diskutiert (z. B. Neser, 2016), ob kein Vertrauen mit Misstrauen synonym ist (z. B. Rotter, 1967) oder ob Misstrauen als negativer Gegenpol von Vertrauen zu sehen ist (und damit eine stärkere und negativere Haltung als kein Vertrauen darstellt) oder Vertrauen und Misstrauen als unabhängige Konstrukte betrachtet werden 3.2 Fawzi/Obermaier · Konstrukt Medienverdrossenheit 35 müssen, die gleichzeitig vorhanden sein können (z. B. Coleman, 2010; Kohring, 2004; Lewicki, McAllister & Bies, 1998; Lewis & Weigert, 1985). In jedem Fall lässt sich eine negative Haltung auf dem Kontinuum zwischen keinem Vertrauen und Misstrauen verorten. Eine prominente Definition von Vertrauen – bezogen auf Individuen als Vertrauensnehmer – fasst dieses als „the willingness of a party to be vulnerable to the actions of another party based on the expectation that the other will perform a particular action important to the trustor, irrespective of the ability to monitor or control that other party“ (Mayer et al., 1995: 712). Medienvertrauen lässt sich – je nach theoretischer Perspektive – als Vertrauen in das System Journalismus, in journalistische Medien als Institution oder in Journalist*innen selbst verstehen (z. B. Hanitzsch et al., 2018; Kohring, 2004; Pingree et al., 2013). Dem System Journalismus vertrauen Rezipient*innen, wenn sie erwarten, dass dieses die jeweils abgeleitete soziale Funktion respektive die jeweiligen Programme korrekt ausführt (z. B. Grosser, 2016; Kohring, 2004). So vertrauen Rezipient*innen nach Kohring (2004) darauf, dass der Journalismus seine Selektionsfunktion (also die Auswahl und Bewertung von Ereignissen) angemessen erfüllt. Auch der Grad des Vertrauens in journalistische Medien als Institution respektive in journalistische Akteure hängt davon ab, wie sehr Rezipient*innen erwarten, dass diese ihre normativen Funktionen angemessen erfüllen (z. B. Jackob, 2012; Lühiste, 2006; Mishler & Rose, 2001; Tsfati, 2014). Vertrauen meint in dieser Perspektive eine Haltung, welche die Bereitschaft einschließt, sich von der Berichterstattung (und damit der journalistischen Leistung) abhängig zu machen (und etwa die Meinungsbildung oder Handlungen darauf zu gründen), basierend auf der Erwartung, dass die Medien ihre normativen Aufgaben in der Wahrnehmung der Rezipienten nachkommen (vgl. Hanitzsch et al., 2018; Müller, 2013: 40). Letzteres impliziert also, dass sie ihre normativen Funktionen erfüllen, dass die Medien als Institution sowie die journalistischen Rolleninhaber gemäß ihren professionellen Standards und im Rahmen der gesellschaftlich vereinbarten Normen und Werte arbeiten und damit mitunter objektive, genaue und unparteiische Berichterstattung produzieren (z. B. Hanitzsch et al., 2018; Tsfati, 2014). Im Hinblick auf die Operationalisierung von Medienvertrauen liegen diverse Instrumente vor. Kohring und Matthes (2004) entwickelten eine Skala basierend auf der journalistischen Selektionsleistung, andere Forscher*innen fragen direkt nach Vertrauen in Journalist*innen, einzelne Mediengattungen oder die Medien im Allgemeinen (z. B. Jackob, 2012; Donsbach et al., 2009; van Eimeren et al., 2017; vgl. den Überblick bei Prochazka & Schweiger, 2018). Überschneidungen gibt es zudem zu dem Media-Skepticism-Konzept (Tsfati & Cappella, 2003) sowie zur Glaubwürdigkeitsforschung (Prochazka & Schweiger, 2018). Empirische Befunde zeigen, dass das Medienvertrauen in Deutschland über die Jahre relativ konstant ist (z. B. Reinemann et al., 2017; Köhler & Otto, 2017; Schultz et al., 2017; Ziegele et al., 2018). Gemäß diverser repräsentativer Studien, die auch Medienvertrauen erheben (z. B. Bayerischer Rundfunk, 2016; Decker et al., 2016; Edelman, 2017; Newman et al., 2018; van Eimeren et al., 2017) geben rund 40 Prozent der Befragten an, den Medien (sehr) zu vertrauen; ebenso viele bringen Journalist*innen meist Vertrauen entgegen (z. B. Donsbach et al., 2009; Newman et al., 2018). Auch zeigt sich vereinzelt, dass eine (vergangene) mediale Performanzbewertung – erhoben etwa als Grad der Erfüllung normativer Qualitätskriterien oder Funktionen journalistischer Medien – positiv mit Vertrauen in journalistische Medien assoziiert ist (z. B. Schielicke et al., 2014). Damit nehmen wir an, dass Rezipient*innen ihre spezifischen Bewertungen der Leistung von Journalist*innen sowie journalistischer Medien als Institution insbesondere auf M&K 67. Jahrgang 1/2019 36 Basis direkter und indirekter Erfahrungen der Berichterstattung als medialem Output von den Einzelfällen abstrahieren und auf die jeweiligen medialen Objekte generalisieren. Diese generalisierten medialen Performanzbewertungen entsprechen einem zentralen Einfluss von Vertrauen in Journalist*innen, Medien als Institution und/oder das Mediensystem als Haltung oder Bereitschaft, seine Meinungsbildung und sein Handeln an der Berichterstattung zu orientieren. Je positiver diese Haltung ausfällt, desto mehr Vertrauen haben sie in die medialen Objekte und desto größer ist die diffus-spezifische Unterstützung. Diffuse Unterstützung: Zustimmung zu Strukturen und Werten von Mediensystem, Medien als Institution und journalistischen Akteuren Diffuse Unterstützung sehen wir als wahrgenommene Legitimität, basierend auf einer Bewertung der drei medialen Objekte anhand der medienbezogenen Moralvorstellungen der Rezipient*innen. Derartige Unterstützungsformen der Medien fanden in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung bislang wenig Beachtung. Orientiert man sich erneut an der politikwissenschaftlichen Forschung (z. B. Inglehart & Welzel, 2005; Putnam, 1993; Rose et al., 1998; Westle, 1989, 2015; Zmerli & Newton, 2008), so bewerten Rezipient*innen die medialen Objekte dahingehend, in welchem Maße diese in ihrer Ausgestaltung sowie ihrem Output in langfristiger Sicht ihren eigenen Vorstellungen sowie moralischen Prinzipien entsprechen. Dieser Legitimitätsglaube entsteht langfristig, etwa im Rahmen der Sozialisation, in ein bestimmtes Mediensystem (vgl. auch Easton, 1965b: 280). Folglich geht es um die Wertorientierungen der Rezipient*innen, also um die Frage, inwiefern die Deutschen die Ausgestaltung des Mediensystems sowie dessen grundlegende Prinzipien und Werte befürworten, und inwiefern sie das derzeitige Mediensystem, die Medieninstitutionen sowie Merkmale der Journalist*innen für die beste Form und für legitim halten. Auf der Ebene des Mediensystems speist sich die wahrgenommene Legitimität daraus, dass Rezipient*innen die Ausgestaltung des Systems als richtig und ordnungsgemäß hinsichtlich moralischer Prinzipien bewerten, beispielsweise indem sie Werten wie der Pressefreiheit zustimmen. Sie umfasst außerdem die Frage, ob Rezipient*innen die Strukturen und Normen des Systems als rechtmäßig erachten, so etwa das Nebeneinander öffentlich-rechtlicher und privater Medienorganisationen, und diesen Folge leisten (z. B. bereitwillig Rundfunkgebühren zahlen). Aktuelle Daten zeigen, dass die Unterstützung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland relativ hoch ist; 83 Prozent halten ihn für unverzichtbar, nur 15 Prozent unterstützen das duale Rundfunksystem nicht (Simon, 2018). Auf der institutionellen Ebene geht es um die wahrgenommene Legitimität von journalistischen Medien als Institution. Diese umfasst ebenso die Einschätzung der Rezipient*innen dazu, wie sehr sie die Strukturen und Normen der Medien als Institution als richtig und ordnungsgemäß hinsichtlich moralischer Prinzipien sehen; beispielsweise indem Rezipient*innen die journalistischen Berufsnormen als positiv bewerten (z. B. Pressekodex) oder schätzen, dass einzelne Medien demokratischen Grundwerten, wie dem Pluralismus, entsprechen. Zweitens interessiert auch hier, inwiefern Rezipient*innen die Strukturen und Normen von journalistischen Medien als Institutionen als rechtmäßig erachten, so etwa die spezifische Ausgestaltung der Rollenerwartungen an journalistische Positionen. Den Legitimitätsglauben auf institutioneller Ebene könnte man entsprechend über die Zustimmung zu Existenz, Normen und Rollen von Medien als Institutionen operationalisieren. 3.3 Fawzi/Obermaier · Konstrukt Medienverdrossenheit 37 Auf der Ebene der Journalist*innen steht die Bewertung der Fähigkeiten und persönlichen Qualitäten von Journalist*innen als personale Basis einer Legitimitätseinschätzung im Fokus. Diese fußt erstens darauf, dass Rezipient*innen konkrete Journalist*innen dahingehend bewerten, wie moralisch angemessen sie ihre Berufsrolle in der demokratischen Gesellschaft erfüllen. Diese Einschätzung beinhaltet etwa, inwiefern sich Journalist*innen bei der journalistischen Arbeit ethisch und moralisch korrekt verhalten. Personale Legitimität werden Rezipient*innen den Inhabern journalistischer Berufsrollen zweitens danach zuschreiben, wie sehr sie diese aufgrund ihres Verhaltens zugeschriebenen Fähigkeiten und persönlichen Qualitäten als legitim erachten. Dies könnte etwa der Fall sein, wenn Rezipient*innen schätzen, dass konkrete Journalist*innen eine integre und moralisch reflektierte Persönlichkeit haben. Erachten Rezipient*innen drittens die konkreten Inhaber der journalistischen Berufsrollen als legitim, wird dies positiv auf die wahrgenommene Legitimität der Strukturen und Werte des Mediensystems und/oder der journalistischen Medien als Institution ausstrahlen. Operationalisieren ließe sich der Legitimitätsglaube bezüglich Journalist*innen etwa über deren wahrgenommene moralische Reflexion und ethische Integrität. Zur Einschätzung von persönlichen Qualitäten von Journalist*innen gibt es vereinzelt empirische Befunde. So etwa in Berufsrankings wie der Allensbacher Berufsprestigeskala, in der für nur rund 15 Prozent der Befragten Journalist*innen in Deutschland zu den (bis zu) fünf Berufsgruppen gehören, denen sie die meiste Achtung entgegenbringen (IfD Allensbach, 2017; Donsbach et al., 2009). Somit vermuten wir, dass Rezipient*innen zumeist anhand generalisierter Erfahrungen (etwa mit der Berichterstattung oder im Rahmen der Sozialisation in ein Mediensystem) einen Legitimitätsglauben in Bezug auf das Mediensystem, journalistische Medien als Institution sowie Journalist*innen ausbilden. Je stärker sie davon ausgehen, dass die drei medialen Objekte ihren moralischen Vorstellungen entsprechen (sei es aufgrund der ideologischen Passung, den entsprechenden Strukturen und Normen oder zugeschriebenen personalen Merkmalen), desto stärker empfinden sie deren Rechtmäßigkeit; umso höher ist damit die diffuse Unterstützung. Fazit Beziehung der Dimensionen und Ableitung einer Definition von Medienverdrossenheit Gemäß den klassischen Überlegungen von Easton (1965a, 1965b) und den theoretischen Weiterentwicklungen (z. B. Westle, 1989; Norris, 2017), die wir auf das Mediensystem übertragen, besteht Medienverdrossenheit aus den drei Unterstützungsarten medialer Performanzbewertung, Medienvertrauen und Legitimität journalistischer Medien. Spezifische Unterstützung, basierend auf der Bewertung spezifischer Outputs von Medien als Institutionen oder Journalist*innen, beeinflusst langfristig Vertrauen und Legitimitätsglauben; letztere sind zentral für das Fortbestehen des Mediensystems. Vertrauen und Legitimität können sich dabei ebenso beeinflussen, wobei die Kausalitätsrichtung stärker von Vertrauen zu Legitimität gehen mag. Entsprechend gehen wir von einem Kontinuum der Unterstützungsarten aus (z. B. Grosskopf, 2008). Somit hat Medienverdrossenheit in unserer Konzeptualisierung prozessualen und additiven Charakter. Damit werden einzelne Fehlleistungen eines Journalisten oder eines Mediums nicht unmittelbar die Akzeptanz des Mediensystems in Zweifel ziehen; dies ist ein langfristiger Prozess. Anders herum können Individuen etwa den öffentlich-rechtlichen Rundfunk 4. 4.1 M&K 67. Jahrgang 1/2019 38 ablehnen, einzelnen dort tätigen Journalist*innen aber trotzdem Wertschätzung entgegenbringen. Unseren theoretischen Überlegungen folgend fassen wir Medienverdrossenheit als Konglomerat vorhandener kommunikationswissenschaftlicher Konzepte auf und schlagen somit folgende Definition von Medienverdrossenheit vor: Medienverdrossenheit bezeichnet eine negative Einstellung, die eine Unzufriedenheit mit den journalistischen Leistungen, Misstrauen sowie eine ablehnende Haltung gegen- über den Strukturen und Normen von Mediensystem, Medien als Institution oder Journalist*innen umfasst. Diskussion, Einschränkungen und Ausblick Ziel dieses Beitrags war es, auf Basis zentraler theoretischer Vorarbeiten aus der politikwissenschaftlichen Forschung zu Verdrossenheit und Entfremdung ein Modell sowie eine Definition von Medienverdrossenheit vorzuschlagen. Doch ist ein solches Modell überhaupt notwendig? Bezüglich des seit vielen Jahrzehnten untersuchten Politikverdrossenheit-Konzepts kamen einige Autor*innen zu dem Schluss, dass der Begriff entbehrlich sei (z. B. Arzheimer, 2002: 295), da er mit bereits etablierten Konzepten identisch ist und mit deren Instrumenten operationalisiert wird. Trotzdem hat sich der Begriff durchgesetzt. Der Begriff Medienverdrossenheit ist dagegen verhältnismäßig neu, wird jedoch für ganz unterschiedliche Phänomena verwendet. Aus diesem Grund hielten wir es für wichtig, sich mit dem Begriff theoretisch auseinanderzusetzen. In Anlehnung an die Forschung zur Politikverdrossenheit schlagen wir dabei vor, kein neues Konzept zu entwickeln, sondern unter dem „Dach“ Medienverdrossenheit bisherige Forschung zu medialer Performanz, Vertrauen in journalistische Medien sowie zur wahrgenommenen Legitimität medialer Objekte zu systematisieren und zu integrieren. Medienverdrossenheit beinhaltet dabei eine spezifische, eine diffus-spezifische und eine diffuse Unterstützung und kann sich auf das Mediensystem, auf journalistische Medien als Institution sowie auf einzelne Journalist*innen beziehen. Entsprechend legt unser Modell nahe, Misstrauen in Medien nicht synonym zu Medienverdrossenheit, sondern als Teildimension im Sinne der diffus-spezifischen Unterstützung zu verstehen. Medienverdrossenheit entspricht somit mehr als reinem Medienmisstrauen oder enttäuschten Erwartungen an die Medien, sondern stellt ein Konglomerat dieser Einstellungen dar. Somit fassen wir Medienverdrossenheit als negative Haltung auf und betrachten Verhaltensweisen wie eine veränderte Mediennutzung als Ursache oder Folge. Basierend auf diesem Modell lassen sich nun die Intensität von Medienverdrossenheit sowie ihre Ursachen und Folgen empirisch untersuchen. Eine Reihe interessanter Forschungsfragen knüpfen daran an: Welche Rezipient*innen sind medienverdrossen? Welche Medienangebote nutzen diese Personen? Relevant ist zudem die Frage, welche konkreten Erwartungen Rezipient*innen überhaupt an die Performanz der Medien haben und anhand welcher Erfahrungen und welchen Wissens sie die Leistungen sowie die Legitimität der Medien beurteilen. In der Qualitätsforschung ist eine solche Urteilsfähigkeit der Rezipient*innen kritisch diskutiert worden (vgl. Voigt, 2016). In Anlehnung an die Forschung zu den Ursachen von Medienvertrauen können schließlich einerseits Persönlichkeitsmerkmale oder politische Einstellungen, andererseits individuelle medienbezogene Merkmale wie eine Wahrnehmungsverzerrung bezüglich der Performanz, wie sie im Rahmen der Hostile-Media-Forschung untersucht werden, als mögliche Ursachen analysiert werden. Eine Abwendung von den traditionellen Massenmedien hin zu nicht-professionellen journalistischen Alternativmedien könnte schließlich eine mögliche Folge von Medienverdrossenheit sein. 4.2 Fawzi/Obermaier · Konstrukt Medienverdrossenheit 39 Wir hoffen, mit diesem Beitrag eine konstruktive Diskussion über das Konstrukt Medienverdrossenheit anstoßen zu können. Andere theoretische Zugänge zu dem Konstrukt sind selbstverständlich denkbar. Anschließend gilt es, das theoretische Modell einer empirischen Überprüfung zu unterziehen, wobei die konkrete Operationalisierung sicherlich kein einfaches Unterfangen ist. Doch auch hier lässt sich an die politikwissenschaftliche Forschung sowie an die in dem Modell integrierte, bereits bestehende kommunikationswissenschaftliche Forschung anknüpfen, um eine Medienverdrossenheitsskala zu entwickeln und zu validieren. Literatur Álvarez, S. (2015). „Bild“-Chef Kai Diekmann im Interview. „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen“. tagesspiegel.de. http://www.tagesspiegel.de/medien/bild-chef-kai-diekmann-im-inter view-wir-duerfen-uns-nicht-einschuechtern-lassen/11176304.html [15.01.2019]. Arnold, K. (2008). Qualität im Journalismus. Ein integratives Konzept. Publizistik, 53, 488–508. Arnold, K. (2009). Qualitätsjournalismus. Die Zeitung und ihr Publikum. Konstanz: UVK. Arzheimer, K. (2002). Politikverdrossenheit. Bedeutung, Verwendung und empirische Relevanz eines politikwissenschaftlichen Begriffs. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag. Bayerischer Rundfunk (BR (2016). Informationen fürs Leben. 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Abstract

The phrase media disenchantment (Medienverdrossenheit) has been omnipresent in the public discourse and the scientific community in Germany for several years. So far, however, there is a lack of definition and theoretical analysis. We would like to work towards preventing the term from becoming a buzzword, and thus, no useful social science category. Hence, in this paper we aim to contribute to the discussion by theoretically elaborating on the idea of media disenchantment and presenting a definition. Our reflections are based on both the theoretical considerations of political disenchantment and on the concept of political support. Drawing on existing concepts within communication studies, our analysis shows that media disenchantment can be understood as a three-dimensional construct. This includes satisfaction with the performance of the media (specific support), trust in the media (diffuse-specific support), and approval of the legitimacy of the media (diffuse-specific support). These three types of support can relate to the media system, to the media as an institution, and to the actors, i.e. journalists. We review these issues critically and provide an outlook for future research.

Zusammenfassung

Der Begriff der Medienverdrossenheit der Deutschen ist seit einigen Jahren im öffentlichen Diskurs, aber auch im wissenschaftlichen Kontext allgegenwärtig. Bislang existiert jedoch keine Definition von Medienverdrossenheit; auch fehlt eine theoretische Analyse des Konstrukts. Um vorzubeugen, dass der Begriff zu einem Schlagwort für ganz unterschiedliche Entwicklungen verkommt und damit als sozialwissenschaftliches Konstrukt unbrauchbar wird, nimmt es sich dieser Beitrag zum Ziel, Medienverdrossenheit theoretisch zu erarbeiten und eine Definition vorzulegen. Dabei stützen wir uns auf theoretische Überlegungen zur Politikverdrossenheit und den Ansatz politischer Unterstützung. Die theoretische Analyse zeigt, dass sich Medienverdrossenheit auf dieser Grundlage als dreidimensionales Konstrukt fassen lässt, das auf bereits bestehenden kommunikationswissenschaftlichen Konzepten basiert: Zufriedenheit mit der Funktionserfüllung der Medien (spezifische Unterstützung), Vertrauen in Medien (diffus-spezifische Unterstützung) sowie einer Zustimmung zur Legitimität der Medien (diffuse Unterstützung). Diese drei Unterstützungsarten können sich wiederum auf das Mediensystem, Medien als Institution sowie Journalist*innen beziehen. Dies diskutieren wir anschließend kritisch und liefern einen Ausblick für nachfolgende Forschung.

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Zusammenfassung

Medien & Kommunikationswissenschaft bietet ein Forum zur Diskussion medien- und kommunikationsbezogener Fragen sowie für Analysen der Medienentwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven und für alle Medien. Medien & Kommunikationswissenschaft spiegelt damit die Trends der Forschung und der öffentlichen Diskussion um die Medien wider. Die Zeitschrift hat einen Jahresumfang von ca. 600 Seiten und enthält Aufsätze, Berichte, Dokumente, Diskussionsbeiträge, Rezensionen sowie eine Zeitschriftenlese und eine Literaturübersicht.

Medien & Kommunikationswissenschaft wendet sich an Wissenschaftler, Journalisten, Medien-Organisationen, Rundfunk- und Fernsehanstalten, Film-, Fernseh-, Videoproduktionsunternehmen, Verbände, Lehrer, Pressewesen, Medienpolitiker.

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