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Paola von Wyss-Giacosa, Tacier-Eugster, Heidi: Das Museum Rietberg Zürich und Elsy Leuzinger. Vom Sehen und Wissen. Basel: Schwabe Verlag, 2019. 592 pp. ISBN 978-​3-​7965-​3991-​6. Preis: € 96,00 in:

Anthropos, page 279 - 281

Anthropos, Volume 115 (2020), Issue 1, ISSN: 0257-9774, ISSN online: 0257-9774, https://doi.org/10.5771/0257-9774-2020-1-279

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choices, challenges, and cultural faux pas in the field. The result is a set of richly textured perspectives on the pioneering works of little-known figures like Margaret King, and rather better known anthropologists, David Hicks, Elizabeth Traube, and Shepard Forman. In each case, the author charts their complex entanglements, sometimes unwitting, in their host’s animistic cosmolo‐ gies and concerns. Shepherd’s analysis of Elizabeth Traube’s interpretive schemas and suggestive position‐ ality within Mambai socio-symbolic structures is partic‐ ularly incisive in this respect. It provides yet more cor‐ roboration for the conceptual model of a transforma‐ tional animism and the homology of capricious spirits and powerful outsiders. Shepherd makes a strong case for this argument, but I would interpose a critical note at this point and question the implied claim that it offers new insights into Timorese animistic thinking. It seems to me that pre‐ cisely the same set of relationships and emphasis, has already been well rehearsed by Marshall Sahlins in his previous work on the “stranger king” mythologies across the Austronesian world and beyond (The Stranger-King or Dumézil among the Fijians. The Journal of Pacific History 16.1981.3: 107–132; The Stranger King or Elementary Forms of the Politics of Life. Indonesia and the Malay World 36.2008.105: 177– 199). Shepherd makes passing reference to Sahlins’ work, but does not acknowledge his key point on the nature of foreign power; namely, that “[e]ndowed with transcendent powers, the foreign is often an object of desire – and by the same token, of danger (Sahlins 2008: 185). At the same time, the structural potency of the outsider invites the logical possibility of homolo‐ gous identification with more familiar forms of agency and power. As Sahlins notes, “[t]he sources of political power are generally foreign, drawn from realms beyond the self-governing community… [and] [r]anging from beasts to gods and ineffable forces – by way of the gen‐ eric dead or the ancestors – of beings embodied in creatures and features of heaven and earth (2008: 184). There is strong structural similarity here, in other words between powerful foreigners and dangerous spirits. Another point of issue is Shepherd’s highly personal‐ ised analyses of the “professional ethnographers’” ex‐ perience which I found at times insensitive and intru‐ sive. I wondered how the subjects of his gaze had re‐ ceived these judgemental accounts. Three of the four ethnographers under study remain active researchers after all and I imagine they must have had mixed feel‐ ings to have their efforts subject to such forensic scru‐ tiny under Shepherd’s critical eye. It is not clear to what extent they exercised editorial influence over the out‐ comes. Ironically, for a work offering such attention to detail, the presence of the author is much more elusive in the context of the monograph. Shepherd reveals little of his own research experience and complicity in distilling patterns of meaning and interpretation through fieldbased research on Timor Leste. He is content to limit his own revelatory ethnographic experiences to brief anec‐ dotal commentary and empathic corroboration and in the process appears like another kind of ghostly en‐ counter in the pages of the text. This, of course, is the author’s prerogative and, in any case, the historical time line under study ends with the Indonesian occupation of Timor-Leste and the traumatic events that unfolded. At the same time, Shepherd is also well aware of the textu‐ al devices anthropologists use to elide or deflect the rupture of unsettling interactions and events, but even so, I felt his ghostly presence as the narrator made an odd contrast to the expository nature of the writing it‐ self. It reminded me of Clifford Geertz’s wry observa‐ tion on the genre of fieldwork reflections, being one of “crafted candour and public self-concealment” (Avail‐ able Light. Anthropological Reflections on Philosophic‐ al Topics. Princeton 2001). Andrew McWilliam (a.mcwilliam@westernsydney.edu.au) Tacier-Eugster, Heidi: Das Museum Rietberg Zürich und Elsy Leuzinger. Vom Sehen und Wissen. Basel: Schwabe Verlag, 2019. 592 pp. ISBN 978-3-7965-3991- 6. Preis: € 96,00 Die Glarnerin Elsy Leuzinger (1910–2010) gehört zweifellos zu den Persönlichkeiten, die mit ihrem Wis‐ sen und ihrer Achtung vor außereuropäischen Kunst‐ werken, ihrer Begeisterung und Vermittlungsgabe Zü‐ richs Kultur- und Museumsszene entscheidend mitpräg‐ ten und bereicherten. Sie tat dies zunächst über mehr als zwei Jahrzehnte durch ihre Tätigkeit an der Sammlung für Völkerkunde (ab 1971 Völkerkundemuseum) der Universität Zürich, wo sie ab 1930 angestellt war und schon bald mit der Aufarbeitung bedeutender Afrika- Bestände betraut wurde, für wissenschaftliche Publika‐ tionen verantwortlich zeichnete und in Akquisitionsent‐ scheide involviert war. 1956 trat Leuzinger dann am Museum Rietberg die Nachfolge von Johannes Itten an und wurde zur zweiten Direktorin der erst vier Jahre zu‐ vor gegründeten, äußerst vielversprechenden Institution. Die Nominierung einer Frau als Leiterin, eine der ersten der Schweiz, war durchaus bemerkenswert und ist histo‐ risch bedeutsam. 1950 hatte Leuzinger mit einer Unter‐ suchung zum Schmuck afrikanischer Völker promo‐ viert, 1960 habilitierte sie sich und war neben ihrer Mu‐ seumsarbeit zunächst als Privatdozentin, in der Folge als Titularprofessorin für die Kunst außereuropäischer Völker an der Universität Zürich tätig. Die Leitung des Museum Rietberg hatte sie bis zu ihrer Pensionierung 1972 über eineinhalb Jahrzehnte inne. Heidi Tacier-Eugster leistet mit ihrer Untersuchung, die 2018 als Dissertation an der Universität Zürich an‐ genommen wurde, einen wichtigen Beitrag zu einem vertieften Verständnis der musealen Praxis – der Samm‐ lungs-, Forschungs- und Publikationstätigkeit, der Aus‐ stellungs- und Präsentationsformen wie auch des Ver‐ mittlungsansatzes – eines spezifischen Ortes und einer Book Reviews 279 Anthropos 115.2020 bestimmten Zeit. Die Autorin, die zuvor zur Kunstge‐ schichte Ostasiens forschte, hat in akribischer, jahrelan‐ ger Arbeit eine Fülle von Originaldokumenten aus ver‐ schiedenen privaten und institutionellen Archiven zu‐ sammengetragen, diese gesichtet, geordnet und ausge‐ wertet. Der erste Teil der Studie ist Leuzingers institu‐ tionellem Wirken im Museum Rietberg gewidmet, der zweite ihrer wissenschaftlichen Biografie sowie ihrem sozialen Netzwerk. Wie Tacier-Eugsters Arbeit detail‐ reich nachzeichnet, war Leuzinger entscheidend an der vielschichtigen Entwicklung des Museums Rietberg als eines international anerkannten Forschungs- und Aus‐ stellungsortes beteiligt: dank ihres Beziehungsnetzes mit Experten, Sammlern und Donatoren kam es zu Er‐ gänzungen und Erweiterungen von Beständen, ebenso zu wissenschaftlichen Bearbeitungen und Veröffentlich‐ ungen der einzelnen Schwerpunkte durch renommierte Fachleute. Anhand der zusammengetragenen Quellen – Brief‐ wechsel, Berichte über Dienstreisen, Protokolle und An‐ träge, Jahresberichte mit handschriftlichen Ergänzungen Leuzingers – geht die Autorin namentlich der Frage nach, welches Konzept des Dokumentierens, des wis‐ senschaftlichen Aufarbeitens und Präsentierens Leuzin‐ gers Tun charakterisierte beziehungsweise wie sie die‐ ses im Verlauf ihrer langjährigen Tätigkeit weiterentwi‐ ckelte. Zu den besonders aufschlussreichen Briefwech‐ seln, die Tacier-Eugster in diesem Zusammenhang bear‐ beitet hat, gehört erwartungsgemäß derjenige mit Edu‐ ard von der Heydt, ein reger fachlicher und menschli‐ cher Austausch, der bereits 1936 in Zusammenhang mit einer Publikation Leuzingers zu afrikanischer Plastik in der Sammlung für Völkerkunde seinen Anfang genom‐ men hatte und bis zum Tode des Sammlers 1964 währte. Als Gründungsdonator legte von der Heydt mit der Stif‐ tung seiner Sammlung von “Weltkunst” an die Stadt Zü‐ rich den Grundstein für eine museale Erfolgsgeschichte und blieb dem Museum Rietberg stets als Mäzen und Förderer verbunden. Erhellend sind im Buch auch die Partien zur Samm‐ lungserweiterung und die Informationen zu einzelnen herausragenden Schenkungen, etwa von chinesischen und japanischen Werken durch Mary Mantel-Hess, fer‐ ner auch Hinweise auf Briefwechsel wie dem zwischen Leuzinger und der Künstlerin Alice Boner, die dem Mu‐ seum Rietberg ihre bedeutende Sammlung indischer Miniatur-Malereien und Skulpturen vermachte. Beacht‐ lich ist die Korrespondenz Leuzingers mit dem deut‐ schen Amerikanisten und Amazonas-Forscher Peter Paul Hilbert; sie hatte ihn während des Studiums ken‐ nengelernt und blieb ihm über vierzig Jahre lang in Freundschaft verbunden. Die Korrespondenz (ab 1947 und bis zu Hilberts Tod 1989) gibt Einblick in das Zeit‐ geschehen aus der Optik der beiden Schreibenden, ebenso in ihre jeweiligen Projekte und Forschungsrei‐ sen. Leuzinger reiste 1951 ein erstes Mal mit dem Kunst‐ händler und Sammler Emil Storrer in bedeutende Kunstregionen Westafrikas, von der Elfenbeinküste nach Mali. Ihre wichtigste Feldforschung unternahm sie wenige Jahre später, 1954/55, gemeinsam mit ihrer Ku‐ sine, der Ethnologin Jolantha Tschudi. Die Reise führte wiederum nach Westafrika, zu der Ethnie der Eloyi oder Afo (wie sie von den benachbarten Hausa und auch von Leuzinger genannt wurden) in das nigerianische Hoch‐ land. Von den vielen Schwerpunkten, die Tacier-Eugster in ihrer Quellenforschung setzt und zu denen sie wert‐ volle Materialien erstmals präsentiert und zugänglich macht, sei dieser kurz herausgegriffen. Die Veröffentli‐ chung der Korrespondenz mit Hilbert, aber auch die mit Leuzingers damaligem Vorgesetzten, dem Direktor der Völkerkundlichen Sammlung Alfred Steinmann, ferner die erstmalige Publikation von mit zahlreichen hand‐ schriftlichen Kommentaren und Korrekturen versehenen Typoskripten inhaltlich leicht abweichender Vortrags‐ versionen, geben äußerst spannende Einblicke in die Forschungsexpedition bei den Afo aus der Perspektive der Schweizer Kunstethnologin, in ihre Planung und Durchführung, in Erlebnisse, Erfolge und Enttäuschun‐ gen. Leuzinger hatte ursprünglich die Absicht gehabt, sich mit einer Monografie über die Afo zu habilitieren, verwarf das Projekt aber schließlich erklärtermaßen, weil die Ausfuhr aus Nigeria einer Gruppe von ungefähr 50 Artefakten, die sie fotografisch dokumentiert und er‐ worben hatte, trotz wiederholter Vermittlungsversuche an den Widerständen der zuständigen Instanz scheiterte. Tatsächlich setzte sich die “Nigerian Antiquities Com‐ mission”, viele Jahre lang von dem Igbo-nigerianischen Historiker Kenneth Onwuka Dike präsidiert, aktiv für die Erhaltung historischer und archäologischer Stätten und Monumente ein, ebenfalls für die Gründung von Museen und für die Sammlung und Bewahrung von Ar‐ tefakten vor Ort. Hier liegt äußerst spannendes Material für eine weiterführende, kolonialhistorische Fallstudie bereit. Der Zugriff von Tacier-Eugster ist stark quellenbezo‐ gen. Darin liegen die zentrale und verdienstvolle Leis‐ tung und der große Wert des Bandes auch für zukünftige Forschungsarbeiten: ein beachtliches Corpus an Mate‐ rialien um die Kunstethnologin und Museumsdirektorin Elsy Leuzinger wurde recherchiert, bearbeitet und ist der Wissenschaft wie auch einem kulturgeschichtlich in‐ teressierten Publikum zugänglich gemacht. Die Infor‐ mationen, die hier ausgebreitet werden, erlauben ein Eintauchen in eine frühere Periode der Museums- und Ideengeschichte, eines spezifischen Hauses, aber auch einer Zeit. Tacier-Eugsters Buch stellt in Zusammen‐ hang mit Zürichs Kulturgeschichte und der Akquisition, Präsentation und Rezeption von “Weltkunst” einen un‐ verzichtbaren Ausgangspunkt für kritische Reflexionen dar. Die Studie ist zeitlich breit angelegt; sie versteht sich nicht so sehr als analytische Arbeit, sondern beab‐ sichtigt vielmehr, einen vertieften biografischen Beitrag zu leisten, dies im doppelten Sinne der Institution und ihrer Sammlungsgeschichte und der Person Elsy Leu‐ zingers als Direktorin derselben. Das Buch trägt zu einem besseren Verständnis der Denkweise und der zeit‐ lichen Bedingtheit der Tätigkeit dieser umsichtigen 280 Book Reviews Anthropos 115.2020 Kunstethnologin und Museumsleiterin bei, die es dank großen Wissens und souveränen Auftretens verstand, sich in einer damals von Männern dominierten Szene sowohl in wissenschaftlichen Kreisen als auch bei Kunstsammlern und Kunstliebhabern gleichermaßen Ansehen und Anerkennung zu verschaffen. Die Autorin deklariert als zentrales Anliegen, die beteiligten Akteure direkt zu Wort kommen zu lassen und mit Deutungen sparsam umzugehen. Es wird weiteren Forschungen vorbehalten sein, die reichen Anregungen, die sich aus dieser Materialsammlung ergeben, aufzunehmen, aber auch den kritischen Aspekten und Fragen in eigenen Studien nachzugehen und diese angemessen zu vertie‐ fen, wie denjenigen einer eurozentrischen Perspektive, wie sie im Konzept einer “Weltkunst” zum Ausdruck kommen, den Möglichkeiten und Fallstricken musealer Präsentationsformen in historischer Perspektive und aus einer postkolonialen Optik von Provenienz- und Resti‐ tutionsdebatten – komplexe Implikationen und Frage‐ stellungen, die ganz grundsätzlich der Rolle von Muse‐ en im postkolonialen Diskurs gelten und gerade auch in jüngster Zeit wieder politisch wie wissenschaftlich breit diskutiert und neu verhandelt werden. Für sie alle gilt, dass sie sorgfältig, detailliert und fundiert erfolgen müs‐ sen. Selbstredend bewegt man sich in der Beschäftigung mit Werken außereuropäischer Herkunft auch in der Schweiz in einem kolonialen Kontext. In jedem Fall ist genau zu untersuchen, was es mit der Provenienz von Sammlungen und einzelnen Objekten auf sich hat; dafür hat das Museum Rietberg schon vor Jahren eine eigene Stelle geschaffen. Es muss auch nicht zwingend um Rückgaben von Objekten gehen; ein Austausch auf Au‐ genhöhe mit den Herkunftsländern kann auch über in‐ terkulturelle Kontakte, durch andere Formen der inter‐ nationalen Kooperation, erfolgen, wie dies am Museum Rietberg schon seit langem geschieht. Immer aber geht es um sorgfältige Recherchen, und dafür hat Heidi Ta‐ cier-Eugster mit ihrer Aufarbeitung und Publikation breiter Quellenbestände zu einem zentralen Kapitel Schweizer Museumsgeschichte eine wichtige Basis ge‐ legt. Paola von Wyss-Giacosa (von_wyss-giacosa@bluewin.ch) Thelen, Tatjana, and Erdmute Alber (eds.): Recon‐ necting State and Kinship. Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 2018. 250 pp. ISBN 978-0-8122- 4951-4. Price: $ 65.00. Evolutionary anthropologists attempted to universally classify social organization. Their hierarchical binaries surprisingly still haunt contemporary anthropology to‐ day. The fault lies partly in our subdisciplinary divi‐ sions, according to Tatjana Thelen and Erdmute Alber, the editors of “Reconnecting State and Kinship.” Name‐ ly, as the image of the (modern) state mirrors its imag‐ ined Other kinship, so political anthropology mirrors its opposite, kinship anthropology, since the 1940 s. Thelen and Alber critique the hierarchical binaries as they have been constructed along three axes: First, spatial axes that wrongly posit a developed “West” with its (strong, modern) state and (nuclear) family against the “Rest,” with failing states and (extended) kinship. Second, tem‐ poral axes that suppose the West had kinship once, but bureaucratic states and nuclear (increasingly chosen) families today. Third, scalar axes that imagine the do‐ mestic to operate on the microscale, the state on the macroscale. To challenge such binaries, the volume assembles twelve anthropologists working mainly on the West in its entanglements with the Rest. 10 chapters – an intro‐ duction, five chapters in part 1, and four chapters in part 2 – complexify binaries such as public-private, politicaldomestic, big-small, individualistic-communitarian, and large state-small family. The introduction impressively traces the history of subdisciplinary and societal trans‐ formations in the valuation of the state-kinship binary. It methodologically proposes to look at the classificatory boundary work between both domains, and to trace the concepts that travel across that boundary. Topics lend‐ ing themselves for studying such translations, they ar‐ gue, comprise embeddedness, kinning, citizenship, and belonging. Part 1, “Traveling Concepts: Temporalities, Scales, and the Making of Political Order,” proceeds from a higher scale of “imaginations” towards lower scales of concrete practices in unfolding relations. Michael Herzfeld starts by revising some of his well-known clas‐ sic ethnography to analyze the structural similarity of incest and corruption. “Political incest” is understood, like Mary Douglas’s dirt, as “matter out of place.” In‐ cest becomes a normative judgement on “too much kin‐ ship” in genealogically close relationships – and corrup‐ tion as “too much kinship” in politics. The following chapter contains the fascinating original research by Thomas Zitelmann. In “Kinship Weaponized: Represen‐ tations of Kinship and Binary Othering in U.S. Military Anthropology,” Zitelmann masterfully traces the social life of counter-terrorism, where U.S. military anthropol‐ ogists culled models from structuralist classics like Evans-Pritchard’s “The Nuer” and translated them into “carrot-and-stick” human terrain tactics against the “opaque,” “segmentary” kinship of insurgents. The next two chapters are deeply immersed in Marxist- Feminist anthropology. Frances Pine discusses interwo‐ ven publics and privates in Poland during and after social‐ ism. The folk segmentations of her interlocutors contain complex discourses about the inner and outer levels of kinship (quoting Meyer Fortes), portraying kinship as al‐ ternatively caring and violent. Thus, kinship stories of bad and benign fathers, (un)protective and (non)nurturing mothers “tell their listeners that kinship contains a strong moral code of shared interest, support, and trust but also can enact the reversal of this order in its potential to with‐ hold, to generate suffering, to prevent proper reproduc‐ tion” (101). Victoria Goddard studied the mothers and grandmothers of the Plaza de Mayo, who fight for a recognition of forced disappearances during the Argen‐ Book Reviews 281 Anthropos 115.2020

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References

Abstract

Anthropos is the international journal of anthropology and linguistics, founded in 1906 by Wilhelm Schmidt, missonary and member of the Society of the Divine Word (SVD). Its main purpose is the study of human societies in their cultural dimension. In honor of Wilhelm Schmidt‘s legacy, the cultivation of anthropology, ethnology, linguistics, and religious studies remain an essential component oft he Anthropos Institute – the organizational carrier of the journal.

Zusammenfassung

Anthropos - internationale Zeitschrift für Völkerkunde wird vom Anthropos Institut St. Augustin seit 1906 zweimal jährlich herausgegeben. Ursprünglich als Sprachrohr für katholische Missionarsarbeit geplant, gilt sie heute als wichtige Fachzeitschrift der allgemeinen Ethnologie. Sie behandelt sowohl kulturelle als auch sprachliche Themen in mehreren Sprachen, mit Schwerpunkt auf den Völkern des gesamtamerikanischen und afrikanischen Kontinents.