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Peter J. Bräunlein, Salamone, Frank A., and Marjorie M. Snipes (eds.): The Intellectual Legacy of Victor and Edith Turner. Lanham: Lexington Books, 2018, 113 pp. ISBN 978-​1-​4985-​8220-​9. Price: $ 85.00 in:

Anthropos, page 268 - 270

Anthropos, Volume 115 (2020), Issue 1, ISSN: 0257-9774, ISSN online: 0257-9774, https://doi.org/10.5771/0257-9774-2020-1-268

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deutet es für die Forschung, dass zahlreiche Objekte aus vergangenen Zeiten an unterschiedlichen Orten ver‐ streut aufbewahrt, teilweise schlecht katalogisiert, ein‐ fach abgestellt und vergessen sind? Die Beiträge von Grauer, die rund ein Drittel des Bu‐ ches ausmachen und sich vertieft mit dem Leben und Wirken von Höltker auseinandersetzen, liefern Begriffe und Vorschläge zur Analyse, die hilfreich sind. Missi‐ onsgesellschaften als transnationale Netzwerke (Haber‐ mas) zu betrachten, erscheint als nützlich Brille, wenn die Sammlung von Objekten und die Entstehung von Missionsmuseen untersucht wird. Zu fragen wäre aller‐ dings, ob es sich dabei um geschlossene Netzwerke handelt. Denn es verwundert, dass Höltker nie mit der Basler Mission in Kontakt kam, obwohl er am Tropen‐ institut in Basel tätig war und in engem Kontakt mit dem Direktor des Museums der Kulturen Felix Speiser stand. Waren die konfessionellen Gräben so groß? Mis‐ sionsmuseen waren nicht nur ein Phänomen der ethno‐ grafisch orientierten Steyler Missionare, sondern wur‐ den von einigen Missionsgesellschaften unterhalten. Eine in Grauers zweitem Artikel angefangene Einbet‐ tung der Missionsmuseen in einen größeren, vor allem auch Missionskontext, wäre ein Thema, das in Zukunft weiter untersucht werden könnte. Welche Funktion ha‐ ben diese Museen? Wie unterscheiden sie sich von ein‐ ander, wo liegen Gemeinsamkeiten? Ein besonderes Verdienst dieses Sammelbandes liegt darin, dass das ethnografische Forschen in und durch Missionsgesellschaften deutlich wird. Der Zugang zum Feld verlief für die Anthropos-Patres über die ordensei‐ genen Missionare und Missionsschwestern. Sie waren vor Ort, der Sprache mächtig und haben sich bei der lo‐ kalen Bevölkerung bereits Respekt verschafft. Die Mis‐ sionare standen mit den Wissenschaftlern in einem Leh‐ rer-Schüler-Verhältnis. Die Missionare erfassten linguis‐ tische und anthropologische Daten, die von den Wissen‐ schaftlern reflektiert und interpretiert wurden. Bei Be‐ darf, von Höltker sehr konkret anhand von Fragebogen, wurde nachgefragt (vgl. Beiträge Grauer und Voirol). Diese Vorgehensweise erlaubte auch relativ kurze Auf‐ enthalte im Feld. Es ist davon auszugehen, dass nicht nur Steyler Wissenschaftler in dieser Art und Weise ge‐ forscht haben, sondern dass auch für “säkulare” For‐ schende lange Zeit der europäische Missionar der Tür‐ öffner zum Feld darstellte. Der Sammelband trägt dazu bei, die Funktion von Missionaren und Missionsschwestern bei der Entste‐ hung großer Ethnografien anfangs des 20. Jh.s besser zu verstehen. Die zentrale Rolle von Missionaren und Mis‐ sionsgesellschaften wird im vorliegenden Buch nicht zuletzt am großen Einfluss der Anthropos-Patres auf die verschiedenen Wiener Institutionen der Ethnografie bis zum Zweiten Weltkrieg veranschaulicht (vgl. Beitrag Loder-Neuhold). Claudia Hoffmann (claudia.hoffmann@unibas.ch) Salamone, Frank A., and Marjorie M. Snipes (eds.): The Intellectual Legacy of Victor and Edith Tur‐ ner. Lanham: Lexington Books, 2018, 113 pp. ISBN 978-1-4985-8220-9. Price: $ 85.00 Festschriften fristen ein Randseiterdasein in Spezial‐ bibliotheken. Runde Geburtstage zumeist männlicher Gelehrter sind Anlass, dickleibige Werke zu edieren, de‐ ren Beiträge häufig Themen abhandeln, die, so manche maliziöse Unterstellung, andernorts keinen Platz gefun‐ den haben. Auf vorliegende Festschrift passen derlei Zuschrei‐ bungen nicht. Anlass für diese Festschrift der “anderen Art” ist kein runder Geburtstag, sondern der Tod Edith Turners im Juni 2016. Neun Freunde, Kolleginnen und der Sohn Rory bemühen sich im vorliegenden, mit 113 Seiten eher schmalen Band um das intellektuelle Ver‐ mächtnis des Ehepaars Victor (1920–1983) und Edith Turner (1921–2016). Mit ihnen verbunden sind, wie James Peacock in seiner Einleitung festhält, For‐ schungsthemen wie Ritual, Heilung, Geister, Pilger‐ schaft und analytische Konzepte wie Communitas, Li‐ minalität, soziales Drama. Beide einte die Leidenschaft für die Feldforschung, die Edith selbst noch im hohen Alter bis nach Alaska und Russland führte. Zu Edith Turners Vermächtnis gehört zudem ihr Engagement für eine humanistische Ethnologie, die das kreative Indivi‐ duum ins Zentrum rückt, Mitempfinden methodisch for‐ dert und literarisches Schreiben nicht nur zulässt, son‐ dern besonders wertschätzt. Für den Einstieg in die Feldforschung riet Edith Turn‐ er ihren Studierenden, über das Wetter zu sprechen: “If you aren’t sure how to get things done, it’s always a good idea to talk about the weather” (4). Rory Turner nimmt diese Empfehlung zum Anlass, über Victor und Edith Turners “radical critical empathy and the reality of communitas” nachzudenken (“Talking about the Weather”; 3–13). Feldforschung, wie Ediths Beispiel lehrt, wird zum Abenteuer der Teilhabe, mündet mögli‐ cherweise in “joyful immersion” (6). Das Projekt einer radikal kritischen Empathie, so Rory Turner, weist Par‐ allelen zur “existential anthropology” eines Michael Jackson auf, der der Ethnologie die Macht zuschreibt, intersubjektive Lebenswirklichkeiten in Detail und Tie‐ fe so zu beschreiben, dass Momente gegenseitigen Ver‐ stehens und des Auflösens der selbst-fremd Dichotomie möglich werden. “Existenzethnologie” wird zum Heil‐ mittel gegen Gewalt und Verachtung. Edith Turners Ver‐ ständnis von Communitas zielte genau in diese Rich‐ tung, in der Herstellung von geteilter Wirklichkeit, einer “reality of shared being” (7). An dieser Ambition in dunklen Zeiten festzuhalten, fällt schwer, wie Rory Turner bekennt. Gemeint sind der Wahlsieg Donald Trumps im November 2016 und die Folgen für die poli‐ tische und mentale Großwetterlage in den USA. Welche Rolle kann und soll die Ethnologie in solchen Umbruch‐ zeiten spielen, in denen humanistische Ideale durch zy‐ nische Twitterbotschaften lächerlich gemacht werden? Rory Turner setzt dem ein beharrliches Festhalten an den Idealen seiner Eltern entgegen: “… the sun will 268 Book Reviews Anthropos 115.2020 shine on us if we keep connecting, keep talking, and keep acting for what endures and can’t help but reemerge in persistent calving” (12). Auch Marjorie M. Snipes befasst sich mit eben jenen dunklen Zeiten. Das Todesjahr Edith Turners war be‐ herrscht von Wahlkampfrallyes und der Mobilisierung der Trump Anhängerschaft. Angesichts dieser Vorgänge fühlt sich Snipes aufgefordert, die übliche Sichtweise auf Communitas zu hinterfragen (“‘Communitas Keeps Revealing Itself’. The Unfinished Business of Commu‐ nitas”; 15–32). Tatsächlich sind jene Stellen in den Wer‐ ken der Turners rar gesät, in denen von einer destrukti‐ ven Seite von Communitas die Rede ist. In aller Regel verbanden die Turners mit Communitas Menschlichkeit, geschwisterliche Solidarität, Freiheit und Freude. Die düsteren Potenziale blieben weitgehend eine uner‐ forschte Dimension. Vor diesem Hintergrund analysiert Snipes die Wahlen von 2016 entlang der analytischen Konzepte von Pilgerschaft (“The Trump Train”), von Marginalität, Liminalität und Communitas. Die Strate‐ gie, die potenzielle Wählerschaft, die Ausgegrenzten, bislang Machtlosen über eine Rhetorik der Marginali‐ sierung zu einer Gemeinschaft zusammenzuschweißen und damit zu ermächtigen, war erfolgreich, ebenso wie das permanente Referieren auf Krise und Ausnahmezu‐ stand. Trump gelang es in dieser liminalen Phase der Machtübernahme, sich als Gleicher unter Gleichen glaubwürdig zu machen. Die Trumppilgerschaft wurde als Spektakel inszeniert, Snipes spricht hier von “clown‐ ing communitas” (24ff.), die besondere Wirkung entfal‐ tete. Dies deutet gleichzeitig auf “darker valences” von Communitas hin. Spontan erlebte Gemeinschaft ver‐ wandelt sich hier (möglichweise längerfristig) in Despo‐ tismus und bezieht gemeinschaftsstiftende Energie aus dem Abwerten der Anderen. Snipes endet mit der Auf‐ forderung, den Blick auf jene Sachverhalte zu richten “we tossed aside or gave up on too quickly – things like social process and change, affect and emotion, and need and desire for community and belonging” (29). Stephen D. Glazier widmet seinen Beitrag dem Reli‐ gionsverständnis der Turners, das von einer erfahrungs‐ bezogenen Grundhaltung gelenkt ist. Beide, so betont Glazier, plädieren für eine Annäherung an Religion, die auf “discernment”, Einsicht/Erkenntnis abzielt und “dissection”, analytisches Wegerklären vermeidet (“From Dissection to Discernment. Edie Turner, Victor Turner, and Jonathan Edwards on the Ontological Sta‐ tus of Spirits”; 35–53). Das Erleben und Erkennen von Geistern und der wissenschaftliche Umgang mit ihnen stehen dabei im Zentrum. Im ersten Teil seines Beitrags referiert Glazier den Wandel religiöser Einstellungen der Turners, stark geprägt durch rituelle Erfahrungen bei den Ndembu und im Katholizismus. Edith Turners Wahrnehmung eines Geistes in physisch materieller Manifestation und ihr lebenslanges Bemühen, dieses Er‐ lebnis in einer Geister-Ontologie zu überführen, leitet über zum zweiten Teil des Beitrags, der auf die christli‐ che Tradition rekurriert, das Wirken von guten und dä‐ monischen Geistwesen zu unterscheiden. Im christlichen Kontext meint der Begriff “discernment”, “judging various spiritual agents by their moral influ‐ ences” (46). Glazier verweist auf Ignatius von Loyola als Vertreter katholischer Spiritualität und Jonathan Ed‐ wards als Vertreter puritanischer Religiosität. Beide Au‐ toren wurden von den Turners gelesen. Glazier analy‐ siert die Theologie von Edwards, einer der einfluss‐ reichsten Figuren der ersten Erweckungsbewegung in den USA, und erkennt in dessen Werk “The Distinguishing Marks of a Work of the Spirit of God” (Edinburgh 1741) bemerkenswerte Parallelen zu Edith Turners Bemühen um Einsichten in die Welt der Geis‐ ter, die für sie über körperliche Erfahrung erlangt wur‐ den. Xinyan Peng vergleicht Ediths Freundschaft mit Clai‐ re, einer indigenen Heilerin aus Alaska, mit ihrer eige‐ nen, durchaus ambivalenten Felderfahrung unter weibli‐ chen Büroangestellten in Shanghai (“Studying Friend‐ ship by Making Friends? Inspirations from Edith Turner’s Humanistic Anthropology”; 55–67). Das Bild, das Edith Turner von ihrer Beziehung zu Claire zeich‐ net, getragen von Vertrauen und einfühlsamer Nähe, lie‐ fert ein Konzept von Freundschaft und weckt gleichzei‐ tig das Bedürfnis, im Lauf der Feldforschung selbst eine Claire in Shanghai zu finden. Diese Erwartung scheitert und Xinyan zeigt entlang ihrer Beziehungen im Feld und der Beziehungen ihrer Informantinnen untereinan‐ der, welche Differenzierungen Kategorien wie Vertrau‐ en und Intimität am Arbeitsplatz annehmen können. Dass Freundschaft situativ und kulturell bedingt erfah‐ ren und gelebt wird, somit eine wichtige “native catego‐ ry” darstellt, mag wenig überraschen. Tatsächlich spielt es keine Rolle, ob uns Informantinnen als “echte” Freundinnen behandeln, so die Einsicht Edith Turners. Allerdings spielt es eine große Rolle, dass Feldforsche‐ rinnen auf humanistische Weise und aktiv an kulturellen Praktiken der Beziehungsarbeit teilhaben (65 f.). Aus dem Bedürfnis, im Feld Freundinnen zu finden, resultie‐ ren grundlegende methodologische Reflexionen zur Feldforschung. Frank A. Salamone überprüft den analytischen Wert der Konzepte Pilgerschaft und Liminalität an der Kunst‐ form Jazz (“Jazz Pilgrimage”; 71–83). Bekannt sind Jazzpilger und ihre Wallfahrtsstätten: Geburts- und Wohnorte von Jazzlegenden, Festivalplätze, Jazzclubs. Salamone untermauert seine These, wonach Jazz als “intermediate sacred category” zu verstehen sei, durch die frühe Geschichte des Jazz, die performative Praxis der Musiker und die Struktur des Jazz. Histo‐ rische Bezugsgrößen sind hier Louis Armstrong, der den New Orleans Jazz prägte, und Bix Beiderbecke, dem einflussreichsten weißen Jazzmusiker der 1920-er Jahre, der mit dem Chicago-Stil verbunden ist. Jazzper‐ formanz erzeugt Bedeutung durch den ritualisierten Ge‐ brauch von Symbolen, die durch ihre permanente Neu‐ anpassung Raum für Ambiguität schaffen, was nach Turner charakteristisch ist für das Heilige. Die symboli‐ sche Erzeugung von Bedeutung macht den Kern von Ri‐ tualen aus und hierbei ist die liminale Phase die ent‐ Book Reviews 269 Anthropos 115.2020 scheidende. Sie konfrontiert die Teilnehmenden mit Wi‐ dersprüchen, die Einsichten ermöglichen. Jazzperfor‐ manz, als Ritual verstanden, kommuniziert symbolisch und ist selbst marginal gegenüber der Gesellschaft. Im Idealfall, so Salamone, liefert der Jazz Kommentare über gesellschaftliche Zustände, “in which performers and audience enter into a fellowship of complicity in which their mutual construction of reality strengthens their solidarity” (81). Roy Wagner entfaltet eine Analogie zwischen den Konzepten Liminalität und Energie (“The Energy of Liminality”; 85–88), denn “liminality and energy share the same description and can be used interchangeably for that reason” (85). “Energie” wie “Liminalität” sind Modelle, Metapher oder Teil von Sprachspielen, die sich auf eigentlich Unbeobachtbares beziehen und nur an Effekten ex post erkennbar werden. Wagners Text jongliert anspielungsreich mit Quantenphysik, Gödel‐ schen Theorem, der Liminalität des Lachens, Einsteins Raum-Zeit Vorstellung, Kants Ontologie, dem Vierten Laterankonzil und “Edies” Fähigkeit, mit ihren Händen zu heilen. Eine Sache, so Wagner, sei von der Leser‐ schaft der Turnerschen Werke stets übersehen worden, nämlich “the simple and all-encompassing identity be‐ tween energy itself and the liminal gap across which its spark runs, the fact that, as Dylan Thomas put it, even the simplest metaphor can ‘fork lightning’” (88). Der abschließende Beitrag ist dem letzten For‐ schungsprojekt von Edith Turner gewidmet, ihrem eige‐ nen Alterungsprozess (Dionisios Kavadias, Charlotte Dawson, and Edith L. B. Turner, “The Elderly Process. Edith Turner’s Last Fieldsite”; 89–106). In vier Notiz‐ büchern findet sich die akribische Dokumentation ihres unfreiwilligen Inkulturationsprozesses ins hohe Alter und die beginnende Demenz. Festgehalten sind tägliche Routinen ebenso wie Grübeleien. Den hier beschriebe‐ nen Vorgang nannte sie selbst “the elderly process”. Der Dokumentationsvorgang sollte ihr helfen, diese Realität forschend zu verstehen und zu deuten. Das letzte For‐ schungsprojekt von Edie Turner wird somit zu einer Fallstudie, in der die Erforschung des Selbst verknüpft wird mit jener zu einer bislang vernachlässigten rite de passage, als die das Altwerden einsichtsreich beschrie‐ ben werden kann. Die hier vorgelegten Texte sind nicht nur einschlägig interessierten Turner-Exegeten zu empfehlen. Die Frage nach Relevanz und Aspiration der Ethnologie in unse‐ ren bewegten Zeiten zieht sich durch die Lektüre. Die Antworten einer humanistischen Ethnologie im Geiste des Ehepaars Turner sind bedenkenswert. Peter J. Bräunlein (pbraeun@uni-goettingen.de) Salazar, Noel B.: Momentous Mobilities. Anthropo‐ logical Musings on the Meanings of Travel. New York: Berghahn Books, 2018. 191 pp. ISBN 978-1-78533- 935-6. (Worlds in Motion, 4) Price: € 93,80 Noel B. Salazar’s new book adds significantly to the complexity of anthropological questions about human mobility by identifying, through several case studies, the contextualised intersections of imagination, histo‐ ries, politics, and desires inherent to movement. Beyond a theoretical focus on meaning-making through (im)mo‐ bility, there would initially seem to be little connecting tissue between the chapters: they are geographically spread between Chile and its diasporas, the Indonesian archipelago, Tanzania and the Maasai (post)nomadic lives, the ambits of European education and labour, as well as a few (mostly European) pilgrimage sites. Of course, as the book thinks about mobilities, its spatial and temporal scopes gradually become much wider. In spite of this immense challenge, Salazar manages to travel across these apparently detached clusters of mo‐ bilities by tying them into his own life history; it is his own travels, pilgrimages, educational routes, periods of anthropological fieldwork, transnational labour and tourism that bridge the gaps in the overall narrative. The book should not be confused for a memoir, as the author skilfully guides the reader through accumulative (im)mobilities and their transformations in each of these spaces. His analysis is punctuated by vignettes of reflec‐ tions – many, he notes, written “on the move” – which blend “ethnographic” and “autoethnographic” material, clarifying the choice of topics without slipping into a self-indulgent exercise. The format benefits the ambi‐ tious project of discussing mobilities across different so‐ cial contexts, which inevitably leaves room for more complex treatment of the topics covered in individual chapters. Salazar prefaces the arguments with his own histories of movement, noticing that the product may be taken as an example of “slow science” (as the book works through a number of older observations, particularly since 2010). He seeks to understand how boundarycrossings attain individual and shared meanings, but also how they extend/restrict motility, or potential for mobility. Mobilities are “momentous,” he argues, when people attach great significance to them and when they facilitate the accumulation of social capital available for deployment in later life. This definition is wide enough to defy any a priori recognition of “non-momentous” types of mobility. Rather, the meanings of mobilities travel themselves; they may increase/decrease in im‐ portance or be mundane and non-transformational for one person but quite momentous for another. As Salazar delves into contextualised mobilities, some are shown to be deeply disorientational, whereas others fit into vari‐ ous existing matrices. He employs the useful notion of “imaginaries,” which he describes as “socially shared and transmitted representational assemblages that inter‐ act with people’s personal imaginings and are used as meaning-making and world-shaping devices” (11). This concept opens a way for him to think at once about movement in terms of traditions, colonial representa‐ tions, national scripts, forms of resistance, nostalgic projections, and so on. Although the author explains that he has not dealt with involuntary (im)mobilities, examples of forced 270 Book Reviews Anthropos 115.2020

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References

Abstract

Anthropos is the international journal of anthropology and linguistics, founded in 1906 by Wilhelm Schmidt, missonary and member of the Society of the Divine Word (SVD). Its main purpose is the study of human societies in their cultural dimension. In honor of Wilhelm Schmidt‘s legacy, the cultivation of anthropology, ethnology, linguistics, and religious studies remain an essential component oft he Anthropos Institute – the organizational carrier of the journal.

Zusammenfassung

Anthropos - internationale Zeitschrift für Völkerkunde wird vom Anthropos Institut St. Augustin seit 1906 zweimal jährlich herausgegeben. Ursprünglich als Sprachrohr für katholische Missionarsarbeit geplant, gilt sie heute als wichtige Fachzeitschrift der allgemeinen Ethnologie. Sie behandelt sowohl kulturelle als auch sprachliche Themen in mehreren Sprachen, mit Schwerpunkt auf den Völkern des gesamtamerikanischen und afrikanischen Kontinents.