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Karel Steenbrink, Knepper, Gert M.: Floresmens. Het leven van Theo Verhoeven, missionaris en archeoloog. Soest: Boekscout, 2019. 270 pp. ISBN 978-​94-​638-​9247-​6. Price: € 22,00 in:

Anthropos, page 233 - 235

Anthropos, Volume 115 (2020), Issue 1, ISSN: 0257-9774, ISSN online: 0257-9774, https://doi.org/10.5771/0257-9774-2020-1-233

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sie wegen revolutionärer Umtriebe, derer sie in den 1870-er und 1880-er Jahren bezichtigt wurden, von der Obrigkeit dorthin verbannt worden waren. Aus der Not geboren widmeten sie sich an ihren Verbannungsorten dem Studium dort ansässiger Stämme und Völker und begründeten damit zugleich eine auf extensiver Feldfor‐ schung basierende Ethnografie. Mit Vladimir I. Jochel’son, Vladimir G. Bogoraz und Lev Ja. Šternberg richtet der vorliegende Band nun den Blick auf die vielleicht größten russländischen Ethno‐ grafen um die Jahrhundertwende. Ziel der neun darin versammelten Beiträge ist es nun, wie man der Einlei‐ tung des Herausgebers entnehmen kann, genauer her‐ auszuarbeiten, wie diese drei Protagonisten in die Eth‐ nografie gleichsam hineingezogen worden waren. Die größtenteils aus ethnografischer Perspektive geschriebe‐ nen Artikel ziehen ebenso biografische Begebenheiten der einzelnen Ethnografen heran, wie sie auch ihre je‐ weiligen Werke – alle drei haben Klassiker der ethno‐ grafischen Literatur zu Sibirien verfasst: Jochel’son zu den Korjaken, Bogoraz zu den Čukčen und Šternberg zu den Giljaken – detailliert kontextualisieren. Dass vor al‐ lem der Wegbereiter der amerikanischen Anthropologie Franz Boas dabei immer wieder eine bedeutende Rolle spielte, liegt mitunter daran, dass Jochel’son sowie Bo‐ goraz Teilnehmer der berühmten von Boas geleiteten Je‐ sup North Pacific Expedition zwischen 1897 und 1902 gewesen waren, die in großangelegten Feldforschungen im nordpazifischen Raum Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Völkern beiderseits der Beringstraße nachzuweisen versuchte. Fünf Beiträge des Sammelbandes beschäftigen sich mit Jochel’son, dem aus der sogenannten “Ethnotrojka” am wenigsten bekannten und in der Forschung nicht ganz so ausgiebig behandelten russländischen Ethnogra‐ fen. Er wird biografisch wie auch in seiner Wirkungsge‐ schichte aufgearbeitet (M. Winterschladen), in seinen früheren Schriften auf Boas’ Einflüsse untersucht (E. Kasten), in seiner Feldforschung, seinen Methoden und auch seinen Themen präsentiert (E. Kasten und M. Dürr) und schließlich werden seine Arbeiten über die Jukagiren sowie über die Jakuten vorgestellt (T. R. Mil‐ ler und T. Argounova-Low). Die bekannteren Ethnogra‐ fen Bogoraz und Šternberg stehen im Fokus von jeweils nur zwei Beiträgen: Ausführlich wird Bogoraz’ Buch über die Čukčen und sein Einfluss auf die frühsowjeti‐ sche Ethnografie referiert (I. Krupnik und E. Liarskaya), Šternberg wiederum wird in einem detaillierten (werk-)biografischen Artikel vorgestellt (A. Sirina und T. Roon) wie auch sein evolutionärer Ansatz einer diffe‐ renzierten Kritik unterzogen wird (S. Kan). Der mit der russländischen Ethnografie nicht vertrau‐ te Leser wird in diesem Band sicher den einen oder an‐ deren neuen Aspekt für sich entdecken, etwa dass sie ei‐ gentlich den frühen politischen Aktivitäten ihrer wich‐ tigsten Vertreter geschuldet war oder auch dass Bogoraz zeit seines Lebens politisch in höchstem Maße aktiv ge‐ blieben ist. Ebenso dürften die Informationen über die spezifischen Umstände der Expeditionen, im Zuge derer die Unmengen an Materialien und Tondokumenten für jene Arbeiten gesammelt wurden, für die die Protago‐ nisten berühmt werden sollten, ein gewisses faktisches Interesse der Leser befriedigen. Und schließlich dürfte Liarskaya, die wohl den ambitioniertesten Beitrag in diesem Sammelband geschrieben hat, einen brauchba‐ ren wissenschaftshistorischen Einblick über die proble‐ matische Stellung der Ethnografie in den 1920-er und 1930-er Jahren in der Sowjetunion bieten, auch wenn die Autorin die Beziehung zwischen Wissenschaft und Ideologie bisweilen holzschnittartig vereinfacht. Doch vermag dies alles nicht den Gesamteindruck zu kompensieren, dass dieser Band konzeptionell auf gan‐ zer Linie enttäuscht. Lässt sich seine Unwucht noch da‐ mit erklären, dass Jochel’son in der Forschung am we‐ nigsten beachtet wurde und man ihm hier dafür die größte Aufmerksamkeit schenkt, wundert man sich doch über die inhaltliche Wahllosigkeit der einzelnen Beiträge, die völlig unverbunden nebeneinander stehen. Warum der Sammelband im Untertitel verheißungsvoll von der Erforschung Sibiriens sowie von der Formie‐ rung der sowjetischen Ethnografie spricht, die knapp vierseitige Einleitung – wovon auf drei Seiten die ein‐ zelnen Beiträge vorgestellt werden – es hingegen gera‐ dezu ostentativ unterlässt, diese beiden großen Komple‐ xe historisch zu kontextualisieren und zu problematisie‐ ren, bleibt ein Geheimnis des Herausgebers. Dass Igor Krupniks Einleitung von 2017 zur Wiederauflage von Bogoraz’ Monografie über die Čukčen nun hier noch‐ mals vollständig abgedruckt werden muss, leuchtet dem Leser ebenso wenig ein, wie die Übersetzung des be‐ reits 2004 auf Russisch erschienenen Artikels von Siri‐ na und Roon über Šternberg. Seinerzeit zwar informativ und neu fragt man sich nun, worin der Sinn liegt, eine inhaltlich veraltete Arbeit auf Englisch zu publizieren, wenn doch seit 2009 die kapitale Biografie Sergej Kans über Šternberg bereits auf Englisch vorliegt. Und war‐ um Ethnografen, die historisch arbeiten, den Begriff des Imperiums nicht reflektieren (und bis auf M. Winter‐ schladen nicht einmal erwähnen), obwohl sich die For‐ schungen der drei Ethnografen ja kaum anders als vor diesem Hintergrund verstehen lassen, ist im Grunde ge‐ nommen unerklärlich. Dass sich der Herausgeber zu gu‐ ter Letzt nicht einmal die Mühe gemacht hat, einen In‐ dex zu erstellen, fällt dabei kaum mehr ins Gewicht. Es ist schade, dass dieser Band, der in seiner grundlegen‐ den Stoßrichtung gerade angesichts des in den letzten Jahren wiedererstarkenden Interesses an der russländi‐ schen und sowjetischen Ethnografie durchaus vielver‐ sprechend ist, dem Leser nicht wirklich weiterhilft. Roland Cvetkovski (rcvetkov@uni-koeln.de) Knepper, Gert M.: Floresmens. Het leven van Theo Verhoeven, missionaris en archeoloog. Soest: Boek‐ scout, 2019. 270 pp. ISBN 978-94-638-9247-6. Price: € 22,00 The title of this book, written in Dutch, can be trans‐ lated as: “Flores Man. The Life of Theo Verhoeven, Book Reviews 233 Anthropos 115.2020 Missionary and Archaeologist.” It describes the life of a Dutch man, born in 1907, who entered the education for priesthood: minor and major seminary, ordained a priest in 1933, teacher of Latin at a minor seminary of the SVD missionaries who between 1934 and 1940 studied Greek and Latin at Utrecht University. During this study, Verhoeven took as a secondary subject the study of archaeology with a few months of observing the ar‐ chitecture of houses in Pompeji, Herculaneum, and Os‐ tia. During World War II, 1940–1944 he resumed his seminary teaching, but through some pastoral work in the local parish he was active in help for adult and young Jews seeking a safe shelter in farmhouses of that southern region of the Netherlands. Although his reli‐ gious superiors explicitly forbade these activities again and again, fearing that the German occupying adminis‐ tration would punish the religious order severely if they would detect these practices, Verhoeven continued this work. Also later in his religious life, he showed some stubbornness and not so much respect for the vow of obedience to his superiors. In 1947–48, he wrote with extreme speed his doctoral dissertation on a writing of Tertullian, the first Christian theologian to write in Latin. After obtaining his PhD cum laude, he left for the SVD mission in Flores where he started teaching Latin at the only secondary school and seminary, in Todabelu. After some initial training in Malay-Indonesian (a language he never fully mastered), he also had contact with his SVD colleague Willem van Bekkum in Mangarai, the utmost western region of Flores. Van Bekkum had much interest in Flores cultur‐ al development and was given an old axe, supposing that it was a human artefact from the Stone Age. Verhoeven also developed interest in artefacts of this period and had already collected some hundred axes by 1952 (116). In 1950, amidst the process of change from Dutch to Indonesian independent government in Flores, some departing Dutch officials asked help from mis‐ sionaries like Verhoeven and van Bekkum to visit the is‐ land of Komodo with its giant lizards, the Komodo dragon. They discovered also a hill with grandiose megaliths and other signs of human settlements from the Stone Age. Returning to the island of Flores they carried out some research in these caves, finding in caves also some artefacts from former periods. Through his SVD superior in the Netherlands Verhoeven came in contact with Father Fritz Bornemann, then editor of the journal Anthropos, who sent relevant academic reading to Flores for Verhoeven. On the basis of new research in the holiday of mid-1951, Verhoeven could publish his first article on “Stone Artefacts from Flores,” in Anthro‐ pos (47.1952: 95–98 – “Stenen werktuigen uit Flores [Indonesië]”). Also with the new director of Anthropos Institute, Father Rudolf Rahmann, his contacts contin‐ ued. In 1960, he had already published seven articles in Anthropos and was nominated a permanent member of the institute. Quickly he also extended his scientific net‐ work to other persons. In March–April 1952, Robert van Heekeren, director of the prehistoric section of the Archeological Service of Indonesia, came to see what the missionary had done, promised that he could get of‐ ficial permits to delve, but used his findings without properly mentioning his name. Also with other repre‐ sentatives of the Indonesian government there would be ambiguous relations. Verhoeven also had made contacts with Professor G. H. Ralph von Koenigswald (Utrecht) and his colleague Professor John Huizinga, who helped to examine parts of skeletons found by him in Flores. Because of the lack of possibility to carry out this re‐ search in Indonesia, Verhoeven had to use some con‐ tacts to smuggle these fragments to the Netherlands. He came into some complicated problems with Indonesian authorities, but finally could manage to stay with most sides on good terms until the end of his life. Prof. Koenigswald could mention to him that some of the fossils found were of Stegodon. The combination of a missionary teaching Latin (and writing a first Latin-In‐ donesian dictionary) and a researcher in more than 50 caves in West Flores, with some spectacular results, continued until Christmas 1966, when he had a terrible accident with his car and had to return to the Nether‐ lands. He slowly recovered, but decided that he would not return to Flores as a missionary priest, but to ask the Vatican for the dissolving of his religious vows, espe‐ cially that of celibacy. He found his wife (a former nun) through a matrimonial advertisement he had placed in a Belgian newspaper in 1974. They had a happy life to‐ gether until he died in 1990. Until his death he contin‐ ued to be active in academic meetings on palaeontology, became a trader in Indonesian art and old artefacts to finance his research and living, and he was a great bene‐ factor for an orphanage in Ende, Flores. The biographer Gert Knepper was during one year a student of Theo Verhoeven, then teaching classical lan‐ guages at a Protestant Gymnasium in Utrecht, 1969– 1970, while slowly preparing his departure from the priesthood. Knepper followed the inverse trajectory of Verhoeven: first the study of classical languages, then followed by theology. He became a New Testament scholar at Utrecht University. Knepper sketches the life of a man who had problems with celibacy since he was sexually abused by a priest in the seminary where he was as a teenager. Nevertheless, Verhoeven was 40 years a priest before leaving this situation. But this per‐ sonal development is only part of the sober, concise, and fascinating biography of a complicated man with many qualities and interests as well as conflicts. There was not only the tension between the missionary and the palaeontologist; it was also the fieldworker against the academic circles in Western countries, the foreign work‐ er versus Indonesian authorities. The book summarises all the scientific findings of Verhoeven, but places them in the perspective of his individual development and personal history. “Floresmens” here must be understood in a double sense: the homo florensis, the homo erectus never found in situ in Flores by Theo Verhoeven, al‐ though thanks to his work in 2003 part of a skeleton was found in a cave where he had started research “but 234 Book Reviews Anthropos 115.2020 did not delve deep enough.” The other meaning is that as a teenager Verhoeven wanted to become a missionary and finally became an eminent promoter of the archae‐ ology of Flores. In 2018, another book about Theo Verhoeven had been published in the Netherlands by Frank Westerman (“Wij, de mens”. Amsterdam). As an “author-in-resi‐ dence” at Leiden University, his students gathered some material about Theo Verhoeven. His main interest, how‐ ever, is the clash of evolution theory and religion, con‐ centrating on the difference between humans and ani‐ mals. Westerman in his book is astonished to see how modern religious believers often are not shocked by evolutionist theories. Furthermore, Theo Verhoeven un‐ til his death remained a strict and pious Catholic (258). For the true detailed and documented biography of Theo Verhoeven, we must be happy with this book by Gert Knepper. Karel Steenbrink (kasteenbrink@ziggo.nl) Kohl, Frank Stephan, und Gregor Wolff (Hrsg.): Teobert Maler. Historische Fotografien aus Mexiko und Guatemala. Berlin: Ibero-Amerikanisches Institut; Preu‐ ßischer Kulturbesitz, 2018. 168 pp. ISBN 978-3- 935656-72-6. Das Ibero-Amerikanische Institut in Berlin besitzt seit 1930 einen bedeutenden Teilnachlass des Archäolo‐ gie-Dokumentars und Fotografen Teobert Maler (1842– 1917), der sich auf Mexiko und Guatemala bezieht. Seit er im Gefolge der österreichischen Truppen Kaiser Ma‐ ximilians von Mexiko nach Mexiko gekommen war, hat Maler bis zu seinem Tod hauptsächlich in Yucatán (Me‐ xiko) gelebt. Als Ergebnis eines Inventarisierungs- und Digitalisierungsprojektes und einer daraus resultieren‐ den Ausstellung im Jahr 2017 werden nun einige Einbli‐ cke und Ergebnisse als Sammelband vorgelegt. In den Beiträgen im ersten Teil des Buches geht es um Malers Lebenslauf, seine fotografische Arbeit, die dafür nötigen Techniken und Geräte und den Verbleib seines Nachlasses. Dazu haben die Herausgeber Malers Tagebücher und andere Unterlagen im Berliner Nach‐ lass ausgeschöpft, und konnten so einige Lücken im Le‐ benslauf Malers, bezogen auf seine Reisen und Arbeiten in den frühen mexikanischen Jahren (1864–1877), schließen. Ein Beitrag des Augsburger Journalisten Stephan Merk beleuchtet die Beziehung des französischen Ar‐ chäologen Désiré Charnay (1828–1915) zu dem 14 Jah‐ re jüngeren Maler und dokumentiert und analysiert sie vorbildlich. Er liefert bedeutende Einblicke in die frü‐ hen archäologischen Arbeiten in Mexiko: Charnay und Maler waren gleichermaßen Pioniere auf diesem Gebiet, und jeder war auf seinen Vorteil und die Vermittlung ei‐ nes positiven Bildes von sich und seinen Leistungen be‐ dacht, so dass sie sich in ihren öffentlichen Auftritten und Publikationen eher ignorierten als sich gegenseitig anzuerkennen, wiewohl sie zeitweilig eng zusammenge‐ arbeitet haben. Beide waren wohl ausgesprochen ego‐ zentrische Eigenbrötler. Merk gibt sich erfreulicherwei‐ se nicht Spekulationen über Unbekanntes in ihren Be‐ ziehungen hin, sondern untersucht die wenigen ausdeut‐ baren Sachverhalte akribisch und evaluiert sie kritisch, so dass er zu zuverlässlichen neuen Einsichten über Konkurrenz und Kooperation dieser frühen Mexiko-Ar‐ chäologen gelangt. Ein weiterer Beitrag in diesem ersten Teil betrifft die Peripathie des Malerschen Nachlassteiles, der durch die Initiative des Geografen Hermann Hagen (1889–1976) ins Ibero-Amerikanische Institut in Berlin gelangt ist. Dieser Beitrag des Mitherausgebers Wolff ist, wie das ganze Buch, streng auf die Berliner Bestände be‐ schränkt, bezieht also weder Cambridge, Mass. (U.S.A.), Detmold, Hamburg, Paris oder Wien als be‐ kannte und zugängliche Lagerungsorte weiterer Nach‐ lassteile ein. Selbst die in Berlin vorliegenden Nachlass‐ splitter werden mit ihrer Erwerbs- und Verbleibsge‐ schichte nicht systematisch dargestellt, obwohl das in Anbetracht der guten Quellenlage möglich gewesen wä‐ re; denn Eduard Seler (1849–1922), Paul Ehrenreich (1855–1914) und Walter Lehmann (1878–1939), die Berliner Haupterwerber von Malerschen Fotografien, sind zentrale Figuren der damaligen amerikanistischen Forschung und daher wohlbekannt und alle infrage kommenden Nachlassteile werden unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz verwaltet, zu der auch das Ibero-Amerikanische Institut gehört. Aufgrund der Fokussierung auf den Nachlassteil im Ibero-Amerikani‐ schen Institut erwähnt Wolff sie und andere bekannte Nachlassorte nur en passant. Ein Gesamtverzeichnis des über die ganze Welt verstreuten Maler-Nachlasses wird nicht angestrebt. Das bleibt also ein dringendes Deside‐ ratum zukünftiger Erschließung. Im genannten Institut und im Museum für Völker‐ kunde liegen neben Malers Hauptnachlass noch zahlrei‐ che Nachlasssplitter vor allem in Form von Fotografien vor, ferner etwas Korrespondenz und als besonders wichtige Dokumente seine Notizbücher. Sie auszuwer‐ ten wird in Anbetracht von Malers ebenmäßiger und klarer Schreibschrift und seinen äußerst akkuraten Handskizzen zwar eine einfache aber aufgrund des Um‐ fangs und der Fülle an zu recherchierenden Details eine langwierige Aufgabe sein. Dass Teobert Maler yukatekische Maya-Ruinen um‐ fassend und detailliert dokumentiert hat, ist seit der Ver‐ öffentlichung seines diesbezüglichen Manuskriptes durch den verstorbenen Bonner Altamerikanisten Hanns J. Prem von 1997 (auch unter dem Impressum des Ibe‐ ro-Amerikanischen Instituts) bekannt. Ergänzend dazu verweisen Benavides Castillo und Paap auf die Ruinen von Chanchén, Dzehkabtún, Itzimté, Nocuchich und Xkipché und vergleichen, was Maler zwischen 1887 und 1895 als noch stehende Ruinen dokumentiert hat, mit dem was davon heute noch erhalten oder inzwi‐ schen zerstört ist. Die Bilanz deckt die gesamte Spann‐ breite von weitgehend Erhaltenem, über durch Witte‐ rung und Bewuchs stark Zerstörtem bis durch menschli‐ che Einwirkung (Ausbeutung als Steinbruch, Schatzsu‐ Book Reviews 235 Anthropos 115.2020

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References

Abstract

Anthropos is the international journal of anthropology and linguistics, founded in 1906 by Wilhelm Schmidt, missonary and member of the Society of the Divine Word (SVD). Its main purpose is the study of human societies in their cultural dimension. In honor of Wilhelm Schmidt‘s legacy, the cultivation of anthropology, ethnology, linguistics, and religious studies remain an essential component oft he Anthropos Institute – the organizational carrier of the journal.

Zusammenfassung

Anthropos - internationale Zeitschrift für Völkerkunde wird vom Anthropos Institut St. Augustin seit 1906 zweimal jährlich herausgegeben. Ursprünglich als Sprachrohr für katholische Missionarsarbeit geplant, gilt sie heute als wichtige Fachzeitschrift der allgemeinen Ethnologie. Sie behandelt sowohl kulturelle als auch sprachliche Themen in mehreren Sprachen, mit Schwerpunkt auf den Völkern des gesamtamerikanischen und afrikanischen Kontinents.