Content

Berthold Riese, Hu, Chia-yu, and Niki Alsford: Local Aesthetics with Foreign Perceptions. The Taiwan Collections Housed at the British Museum. Taipei: National Taiwan University Press, 2018. 274 pp. ISBN 978-​986-​350-​286-​9. Price: NT$ 1300.00 in:

Anthropos, page 228 - 228

Anthropos, Volume 115 (2020), Issue 1, ISSN: 0257-9774, ISSN online: 0257-9774, https://doi.org/10.5771/0257-9774-2020-1-228

Browse Volumes and Issues: Anthropos

Bibliographic information
structuralization of the scholarly project itself (64). With these chapters in mind, this volume offers an insightful evaluation of infrastructural complexity and an excel‐ lent starting point for thinking about amendatory fu‐ tures. Melanie Ford (melanie.ford@rice.edu) Hu, Chia-yu, and Niki Alsford: Local Aesthetics with Foreign Perceptions. The Taiwan Collections Housed at the British Museum. Taipei: National Taiwan University Press, 2018. 274 pp. ISBN 978-986-350- 286-9. Price: NT$ 1300.00 Das British Museum in London besitzt neben Museen in Oxford und Cambridge die bedeutendste Sammlung von Gegenständen aus Taiwan (früher Formosa) in Eng‐ land. Seit 1860 wurden 370 Gegenstände des Museums gesammelt, die als von dortigen Einwohnern hergestellt oder gebraucht gelten. Dazu gehören 190 Textilien (meist Kleindungsstücke, darunter viele kurze und lange Westen mit überwiegend roten geometrischen Stickerei‐ en) und 60 Gegenstände, die als Schmuck und Trachten‐ stücke zu bezeichnen sind. Die Autoren rechnen hierzu auch Stofftaschen für Tabak, Betel sowie Kopftrophäen und Gewehrpatronen, von denen eine erhebliche Anzahl auf textiler Grundlage mit anderen Materialien appli‐ ziert worden ist. Es gibt einige Flechtarbeiten, zumeist Behälter aus Rattan, Bambus (aus ramie oder rush grass geflochten), und etwa 40 sonstige Gegenstände des all‐ täglichen Gebrauchs, die aus verschiedenen Materialien (Horn, Holz, Pflanzenfasern, Metall, Muscheln, Kera‐ mik) und Materialkombinationen hergestellt wurden. Hierzu zählt auch das Modell eines besegelten Floßes aus Bambusstämmen zu dem eine Qing-zeitliche Abbil‐ dung aus einer ethnografischen Abhandlung (?) beige‐ fügt wird, ohne dass erkennbar ist, ob das Qing-zeitliche Bild sich ebenfalls auf Taiwan und die dort lebende Nicht-Han-Bevölkerung bezieht. Alle Gegenstände werden, leider unzulänglich knapp, in Appendix I nach Inventarnummern aufgelistet und mit kleinen Farbfotos abgebildet. Sammler und Akzes‐ sions-/Sammlungsjahr werden außerdem genannt. Nicht aufgeführt werden das konstitutive Material, die Her‐ stellungstechnik und auch nicht die Maße. Zwar wird bei jedem Gegenstand eine Zuweisung zu einem der et‐ wa 25 Bevölkerungsgruppen der Insel (auf S. 37 gibt es eine gute Karte) gegeben, jedoch sind sie allesamt pro‐ blematisch, da sie von den Herausgebern aufgrund sti‐ listischer Evaluation vorgenommen wurden. Anschei‐ nend sind für die meisten Gegenstände keine genauen, vom Sammler dokumentierten Herkunftsangaben ver‐ fügbar, was nicht weiter erstaunt, da die Mehrheit der Objekte zwischen 1876 und 1910 ins Museum gelangt ist, als man im Übereifer des Sammelns von Exotica auf solche Detailinformationen noch wenig Wert legte. Der Aspekt des frühen Sammelns wird vom Mitver‐ fasser Alsford in einem eigenen Kapitel (chinesischer Text: 42–54; englischer Text: 56–73) untersucht, in wel‐ chem er die Sammler Robert Swinhoe (1836–1877, da‐ von in Taiwan 1861–1866) und William Campbell (1841–1921, davon in Taiwan 1871–1917) biografisch abhandelt und presbyterianische Missionsunternehmun‐ gen vorstellt, die über andere Personen (James Laidlaw Maxwell, in Taiwan nach 1865) ebenfalls zur Samm‐ lung beigetragen haben. Die meisten Gegenstände scheinen nicht direkt von den Sammlern ins Museum gelangt zu sein, sondern über Henry Christie. Wichtig für das Zustandekommen der Sammlung im British Mu‐ seum war auch eine britisch-japanische Ausstellung vom 14. Mai bis 29. Oktober 1910 in London. Taiwan war seit 1895 eine japanische Kolonie, weswegen auf der Ausstellung auch zahlreiche Gegenstände aus Tai‐ wan gezeigt wurden, und die so nach dem Ende der Ausstellung ins Museum gelangten. Wie damals üblich, wurden auch Einheimische aus Taiwan (24 Personen der Paiwan) in einer Art Völkerschau vorgeführt. Zu den meisten Gegenständen finden sich die weiter‐ führenden Informationen auf die thematischen Kapitel des Buches verteilt. Sie aufzufinden und Zusammenge‐ höriges zusammenzuführen ist mühsam, wird aber durch zwei Abbildungsverzeichnisse (xvi–xxiv) etwas erleichtert. Das überreich illustrierte und umfassend dokumentie‐ rende Buch ist ein willkommener Beitrag zur Katalogi‐ sierung des materiellen Besitzes taiwanesischer Urein‐ wohnern aus einer frühen Zeit, aus der andere Museen kaum etwas besitzen. Die mehr als 300 Gegenstände, die heute im British Museum vorliegen, sind zwischen 1860 und 1910 gesammelt worden, und davon allein 200 im Zusammenhang mit der genannten Ausstellung in London. Berthold Riese (briese@uni-bonn.de) Ingold, Tim: Anthropology. Why It Matters. Cam‐ bridge: Polity Press, 2018. 145 pp. ISBN 978-1-5095- 1980-4. Price: £ 9.99 “How … should we live now, such that there can be life for generations to come?” And, “What could make life sustainable, not for some to the exclusion of others, but for everyone?” (6). These questions represent the focus of the narrative that Tim Ingold unfolds in the five chapters of his book “Anthropology. Why It Matters.” To address to these questions, Ingold reflects on the nature of anthropology as a practice founded “on gen‐ erosity, on receiving with good grace what is given rather than seeking to obtain, by deceit or subterfuge, what is not” (11). For the author, anthropology is “phi‐ losophy with the people in” (4), a “discipline-in-themaking,” that is an endless “becoming with others.” Thus, according to the author, the task of anthropolo‐ gists should be joining others in the common task of finding ways to live rather than writing about other ways of living in the world (14). After clearly stating that the book will present his per‐ sonal perspective, Ingold affirms that anthropology should seek to produce wisdom rather than knowledge. In this regard, he suggests that anthropology is a practice of 228 Book Reviews Anthropos 115.2020

Chapter Preview

References

Abstract

Anthropos is the international journal of anthropology and linguistics, founded in 1906 by Wilhelm Schmidt, missonary and member of the Society of the Divine Word (SVD). Its main purpose is the study of human societies in their cultural dimension. In honor of Wilhelm Schmidt‘s legacy, the cultivation of anthropology, ethnology, linguistics, and religious studies remain an essential component oft he Anthropos Institute – the organizational carrier of the journal.

Zusammenfassung

Anthropos - internationale Zeitschrift für Völkerkunde wird vom Anthropos Institut St. Augustin seit 1906 zweimal jährlich herausgegeben. Ursprünglich als Sprachrohr für katholische Missionarsarbeit geplant, gilt sie heute als wichtige Fachzeitschrift der allgemeinen Ethnologie. Sie behandelt sowohl kulturelle als auch sprachliche Themen in mehreren Sprachen, mit Schwerpunkt auf den Völkern des gesamtamerikanischen und afrikanischen Kontinents.