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Uta Karrer, Harald Grauer, Frings-Merck, Ute: Zwischen Białystok und Berlin-Westend. Eine ethnografische Studie zu den Begegnungen von Polinnen und Deutschen in informellen Hausarbeitsverhältnissen. Bielefeld: transcript, 2018. 271 pp. ISBN 978-​3-​8376-​4521-​7. Preis: € 34,99 in:

Anthropos, page 218 - 220

Anthropos, Volume 115 (2020), Issue 1, ISSN: 0257-9774, ISSN online: 0257-9774, https://doi.org/10.5771/0257-9774-2020-1-218

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Richard Phillip Gilson zum Samoa des 19. Jh.s (Samoa 1830 to 1900. The Politics of a Multi-Cultural Commu‐ nity. Melbourne 1970) ebenso wenig berücksichtigt wie die Samoanische Zeitung, eine während der deutschen Kolonialzeit in Apia herausgegebene zweisprachige (deutsch/englische) Zeitung, die ein wichtiges lokales Sprachrohr, Diskussions- und Diskursforum des multi‐ lingualen und multikulturellen Deutsch-Samoas dar‐ stellte. Die Untersuchungen des Rezensenten zur Sa‐ moanischen Zeitung ergaben, dass diese für in Samoa ansässige Deutsche und andere palagi unter anderem auch ein ethnografisches Forum darstellte. Das wissen‐ schaftliche Interesse an der samoanischen Kultur und Sprache erstreckte sich bis in die höchsten Kreise der deutschen Kolonialadministration wie unter anderem das Beispiel von Erich Schultz-Ewerth (1870–1935), dem zweiten und letzten Gouverneur von Deutsch-Sa‐ moa, zeigt. In diesem Zusammenhang wäre für den vor‐ liegenden Band auch eine Bezugnahme auf das für die Untersuchung hochrelevante Forschungsfeld der soge‐ nannten “Koloniallinguistik” (colonial and postcolonial linguistics) sinnvoll gewesen. Die Autorin mahnt me‐ thodische Selbstreflektion im Rahmen postkolonialer Ansätze an, legt aber nicht offen, ob sie selber im Rah‐ men ihrer Forschung oder zu anderen Anlässen einmal in Samoa war oder anderweitig mit Samoanerinnen und Samoanern interagierte. Angesichts der intimen Ausle‐ gung der von ihr untersuchten Reiseberichte wäre es für den kritischen Leser lohnenswert zu wissen, wie die Autorin ihre eigene Wahrnehmung Samoas, seiner Men‐ schen und Kultur reflektiert und wie dies allenfalls auf ihre wissenschaftliche Analyse der historischen Quellen rückwirkte. Abgesehen von ein paar sprachlichen Ungenauigkei‐ ten, sachlichen und ethnografischen Fehlern ist der Band sowohl stilistisch als auch editorisch wohl gestal‐ tet. Ein kombiniertes Sach-, Personen- und Ortsregister würde es Lesenden, die an spezifischen thematischen Aspekten interessiert sind, erleichtern, entsprechende Text- und Quellenpassagen zu lokalisieren. Insgesamt gebührt dem Band das Verdienst, persönliche Reisebe‐ richte aus einer entscheidenden Epoche der samoani‐ schen Geschichte wissenschaftlich zu erschließen und somit auch weiterer Forschung unter anderen Gesichts‐ punkten und Fragestellungen zugänglich zu machen und zu den von Förderer geleisteten Interpretationen in Ver‐ bindung zu setzen. “Koloniale Grüße aus Samoa” bietet insbesondere in der Behandlung der deutschsprachigen Berichte einen reichen Quellenfundus, den es sich lohnt, in zukünftigen Untersuchungen weiter wissenschaftlich zu bearbeiten. Während etwa die offiziellen Dokumente der deutschen Kolonialzeit von 1900 bis 1914 bereits vielfältiger For‐ schung unterzogen wurden und umfangreiche biografi‐ sche Forschung zu Schlüsselakteuren dieser Zeit wie dem ersten Gouverneur Deutsch-Samoas, Wilhelm Solf (1862–1936), geleistet wurde, liegt ein noch weitgehend ungehobener Schatz in den zahlreichen persönlichen Schilderungen, Aufzeichnungen und Quellen von pa‐ lagi, die sich seit den 1830er Jahren in Samoa aufhiel‐ ten, lebten und arbeiteten. Gabriele Förderer unter‐ nimmt mit ihrem Buch einen ersten Schritt in Richtung der Füllung dieses Forschungsdesiderats. Julius Riese (julius.riese@web.de) Frings-Merck, Ute: Zwischen Białystok und Berlin- Westend. Eine ethnografische Studie zu den Begegnun‐ gen von Polinnen und Deutschen in informellen Hausar‐ beitsverhältnissen. Bielefeld: transcript, 2018. 271 pp. ISBN 978-3-8376-4521-7. Preis: € 34,99 Als wir den Untertitel des vorliegenden Buches sa‐ hen, mussten wir sofort an das Digitalisat eines Kündi‐ gungsschreibens denken, das vor ein paar Jahren im deutschsprachigen Internet die Runde machte. Ob die‐ ses Schreiben “echt” war oder bereits zum Zweck der Veröffentlichung angefertigt wurde, um auf satirische Weise auf die Mentalität und Handlungsweisen eines bestimmten Milieus in Deutschland hinzuweisen, wis‐ sen wir nicht. Das handschriftliche Schreiben erklärt einer in Berlin tätigen polnischen Haushaltshilfe, die im Schreiben ausschließlich mit Vornamen angesprochen wird, warum man ihr nun kündigen müsse. Dies gesche‐ he aus Gründen des Umweltschutzes, da sie trotz mehr‐ maliger Ermahnungen weiterhin umweltschädliche Rei‐ nigungsmittel aus Polen verwende. Darüber hinaus fah‐ re sie doch immer wieder in ihre Heimat nach Polen, was weitere Umweltbelastungen mit sich ziehe. Daher sehe man sich gezwungen, ihr aus dem umweltpoliti‐ schen Grundsatz des – wie man in Deutschland sagen würde – “Think Global – Act Local” zu kündigen, wo‐ bei man ihr natürlich noch alles Gute für ihren weiteren Lebensweg wünsche. Nimmt man das vorliegende Buch zur Hand, das auf einer an der Humboldt-Universität zu Berlin erstellten Dissertation im Fach Kulturanthropolo‐ gie basiert, stellt man fest, dass es genau den Diskurs, dem das soeben erwähnte Schriftstück entstammt oder den es karikieren soll, rekonstruiert, kontextualisiert und analysiert. Die Autorin untersucht einen Sektor der Pen‐ delmigration zwischen Polen und Deutschland, der letztlich in einer langen Traditionslinie steht. Es handelt sich um informelle Arbeitsverhältnisse in denen Polin‐ nen als Haushaltshilfen in Berlin tätig sind. Der Blick der Autorin richtet sich dabei speziell auf die polnischen Hausangestellten, die als Reinigungskräfte arbeiten. An‐ dere weiblich geprägte Sektoren des Spektrums, etwa Alten- und Krankenpfleger, bezieht sie nicht in die Un‐ tersuchung mit ein. Dies geschieht aus nachvollziehba‐ ren Gründen. Es bestehen innerhalb dieser unterschied‐ lichen Tätigkeitsfelder strukturelle Unterschiede, die sich etwa darin zeigen, dass Pflegekräfte häufig direkt in den Familien leben und der interpersonelle Kontakt zwischen Pflegekraft und gepflegter Person sich grund‐ legend von demjenigen der Reinigungskräfte zu ihren Arbeitgeber/-innen unterscheidet. Die Studie gliedert sich, inklusive der Einleitung, in sechs Kapitel, die jeweils fein, aber nicht in übertriebe‐ ner Form unterteilt sind. Im Inhaltsverzeichnis scheinen 218 Book Reviews Anthropos 115.2020 jedoch Untergliederungspunkte verloren gegangen zu sein (5). So weist es einen Abschnitt “Polen in Deutsch‐ land von 1871 bis 1939” als “2.2.1” aus. Im entspre‐ chenden (Unter)kapitel wird aber die Geschichte bis in das 21. Jh. hinein verfolgt. Dies geschieht bis zu Speku‐ lationen über die Auswirkungen des Brexit-Referen‐ dums (37). Anscheinend sind hier – bei Beibehaltung der Zwischenüberschriften im Text – Gliederungspunkte im Inhaltsverzeichnis und die numerische Gliederung im Text verschwunden (30ff.). In der Einleitung zeigt die Autorin auf, dass ihr Ziel darin besteht, sowohl die Ar‐ beitgeber/-innen als auch die polnischen Arbeitnehme‐ rinnen als Akteur/-innen zu verstehen. Unter einem dis‐ kursanalytischen Forschungszugang sollen beide Seiten berücksichtigt werden. Diese Analyse vollzieht Frings- Merck vor dem Hintergrund der Theoriebildung “femi‐ nistischer Migrations- und Genderforschung” (12ff., 41ff.). Das zweite Kapitel legt Rahmenbedingungen dar, in dem es auf die Genese der Konstruktion “Osteuropas” in “Westeuropa” verweist und die Geschichte polnischer Arbeitsmigration nach Deutschland nachzeichnet. Hin‐ sichtlich der Analyse des westeuropäischen “Osteuro‐ pa”-Diskurses wäre es sinnvoll gewesen, neben den All‐ gemeinheiten postkolonialer Kritik bestimmte Details näher zu beleuchten. Dazu gehört die Verortung Polens innerhalb des “Osteuropa”-Diskurses, sowie auch die Entwicklung polnischen Nationalbewusstseins und des‐ sen grenzübergreifende Wahrnehmung während der pol‐ nischen Teilungen. Auch die Differenzierung dieses hi‐ storischen Osteuropadiskurses wäre wichtig. Dazu wä‐ ren beispielsweise britische Perspektiven auf “Osteuro‐ pa” zu nennen. In umgekehrter Hinsicht wäre der polni‐ sche Abendlanddiskurs bzw. eine Westzuordnung zu re‐ flektieren, in der das katholische Polen vom orthodoxen Osten abgegrenzt wird und Polen als Vertreter und Ret‐ ter des Abendlandes bzw. des Westens gesehen wird. Der Osteuropadiskurs erscheint facettenreicher als von der Autorin skizziert und hätte in Bezug gesetzt werden sollen zum Abendlanddiskurs und zum in der Zwischen‐ kriegszeit aufkommenden Mittel- oder Zentraleuropa‐ diskurs, um hierdurch auch stärker polnische Perspekti‐ ven einzubeziehen. Das dritte Kapitel ist der theoretischen Einbettung der Studie gewidmet. Die Autorin stellt mehrere Deutungs‐ konzepte aus der Migrations-, Frauen- und Genderfor‐ schung vor, die sie bündelt. Die herangezogenen Deu‐ tungsmuster werden, wie das Beispiel des der postmo‐ dernen Migrationssoziologie entlehnte Konzept der “Nomad*Innen” zeigt, auch kritisch hinsichtlich ihres Nutzwertes reflektiert (66ff., 77ff.). So stellt Frings-Merck in diesem Zuge Analysekonzepte vor, die von migrationstheoretischen Überlegungen zu Transna‐ tionalität bis zu Judith Butlers im Anschluss an Michel Foucault formulierte Konzept der Subjektivation rei‐ chen (72ff.). Während jedoch die genannten Konzepte ausführlich diskutiert werden, werden die durchaus pro‐ blematischen Begriffe der “Parallelgesellschaft” (47) und der ethnischen Institutionen (84) unkommentiert verwendet. Das vierte Kapitel widmet sich Fragen der ethnogra‐ fischen Methode und stellt die untersuchten Personen‐ gruppen vor (77–105), also Arbeitgeberinnen in Berlin und polnische Arbeibeitnehmerinnen, wobei Mitglieder beider Gruppen ausdrücklich als Akteur/-innen verstan‐ den werden. Hinsichtlich der Methodik reflektiert die Autorin insbesondere den Modus des ethnografischen Schreibens und wirft die Frage nach der Subjektivität und deren Auswirkungen auf die Textproduktion und damit die Repräsentation der untersuchten Gruppen auf (102ff.). Das fünfte Kapitel, das die Überschrift “Über Grenzen gehen” trägt, wendet sich nach Reflektionen zur Bedeutung von Netzwerken für Migrationsprozesse zunächst den polnischen Arbeitnehmerinnen und dann den deutschen Arbeitgeberinnen zu. In beiden Abschnit‐ ten des Kapitels bindet die Autorin in ihre Darstellung Auszüge aus den von ihr geführten Interviews ein. Das sechste Kapitel befasst sich damit, wie sich die Begeg‐ nung zwischen Arbeitgeberinnen und Arbeitnehmerin‐ nen vollzieht und wie in diesem Geschehen Bilder vom jeweils Anderen generiert werden. Dabei kommt der Frage eine zentrale Rolle zu, inwieweit lang tradierte Klischees aktualisiert werden und ob und wie die Span‐ nungen aufgelöst werden, die zwischen den Stereotypen und dem tatsächlichen Erleben im Arbeitsalltag beste‐ hen. Die Studie schließt mit einem Fazit in dem darauf hingewiesen wird, dass eine emanzipatorisch eingestell‐ te deutsche Mittelschicht mit den hier beschriebenen Arbeitsverhältnissen traditionelle Geschlechterrollen stabilisiert und bestätigt. Sie bewegt sich hiermit in his‐ torischer Kontinuität eines seit dem 18. Jh. ungleichge‐ wichtigen deutsch-polnischen Beziehungsverhältnisses. Gleichzeitig versuchen die Arbeitgeberinnen vielfach durch eine imaginierte Familiarisierung der Arbeitsver‐ hältnisse diese ungleichgewichtige und konservative Struktur sich selbst gegenüber zu überspielen. Es ist so‐ mit nicht nur die rechtliche Seite, die dazu führt, ent‐ sprechende Beschäftigungsverhältnisse gegenüber der deutschen Gesellschaft auszublenden, sondern auch eine Spannung im Selbstbild der Arbeitgeberinnen. Gleich‐ zeitig betont die Autorin, “dass es sich bei den polni‐ schen Arbeitsmigrantinnen keinesfalls um Wiedergän‐ gerinnen der schlesischen Dienstmädchen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg handelt, sondern um selbstbe‐ wusste, häufig gut ausgebildete Frauen, die eine je eige‐ ne Agenda verfolgen” (241). Die Autorin beschließt die Studie mit einem Ausblick, in dem sie darauf hinweist, dass eine ähnlich strukturierte Studie zu informell be‐ schäftigten Pflegekräften noch ausstehe (242). Der Autorin gelingt es mit ihrer stringent aufgebauten Studie, Licht in eine von der Öffentlichkeit abgeblende‐ te Arbeitswelt in Deutschland zu werfen. Sie hinterfragt dabei Klischeevorstellungen, gleichzeitig fällt der deutschlandzentrierte Blickwinkel auf. Während die polnischen Arbeitsmigrantinnen mit anderen Migranten‐ gruppen in Deutschland verglichen werden, wird der Diskussion von Deutschland als eines unter verschiede‐ nen Migrationsdestinationen aus Polen kaum Aufmerk‐ samkeit gewidmet. Wichtig für die Analyse wäre eine Book Reviews 219 Anthropos 115.2020 Differenzierung unterschiedlicher Herkunftsregionen der Haushaltsarbeiterinnen in Polen gewesen. Zwar schreibt die Autorin, die regionale Herkunft der polni‐ schen Arbeitnehmerinnen erstrecke sich auf das ganze Land (92), sie geht jedoch nicht auf regionale Unter‐ schiede und Kontexte ein. Es stellt sich zudem die Fra‐ ge, ob nicht im Rahmen der Untersuchung stärker kon‐ fliktiven Situationen und dem Scheitern migrantischer Arbeitsbiografien hätte nachgegangen werden können, sozusagen nicht nur der “Ich-AG als Erfolgsgeschichte” (126 f.), sondern auch den gescheiterten “Ich-AGs”. Die Autorin sieht zu Recht informelle Hausarbeit als einen Arbeitsmarkt der durch Globalisierung geprägt ist. Hät‐ te in Folge dieser Beobachtung nicht noch stärker der Blick auf diesen Kontext gerichtet werden können? Wie ist der Blick polnischer Hausangestellter auf nichtpolni‐ sche Konkurrenz? Wie wirkt sich die verstärkte Arbeits‐ migration aus der Ukraine und weiteren Ländern aus? Blickt man auf die rezipierte Literatur, so fällt weiter‐ hin auf, dass polnische Veröffentlichungen fast gänzlich ignoriert wurden. Hierdurch ließ sich die Autorin einen Zugang entgehen, die Studie noch dialogischer anzule‐ gen bzw. polnische Perspektiven besser zur Geltung zu bringen. Dieser blinde Fleck hinsichtlich der Nutzung polnischer Publikationen spiegelt sich letztlich auch da‐ rin, dass dem Buch keine umfangreiche Zusammenfas‐ sung in polnischer Sprache beigefügt ist. Uta Karrer (utakarrer@googlemail.com) Harald Grauer (library@anthropos.eu) Frost, Nicola, and Tom Selwyn (eds.): Travelling to‐ wards Home. Mobilities and Homemaking. New York: Berghahn Books, 2018. 182 pp. ISBN 978-1-78533- 955-4. (Articulating Journeys: Festivals, Memorials, and Homecomings, 3). Price: $ 110.00 In the afterword of “Travelling towards Home,” Tom Selwyn outlines some thematic and theoretical threads that tie together the seven empirical chapters of the book. According to him, all the ethnographic case stud‐ ies deal with the dialectic of displacement and the “cre‐ ative reconstruction of home” (170) against a backdrop of rapid global change. Moreover, all of the contributors acknowledge the link between the formation of the self and homemaking; the significance of objects, not just in their literal but also their symbolic sense in establishing and understanding home; and the influence of public discourse in granting legitimacy to a place to some while denying it to others. These are the four themes that the editors invite the reader to reflect throughout the seven chapters. They overlook, however, a fifth mo‐ tif that runs through the case studies. While movement, as the proposition of the editors reads, is an original way of approaching home, another opportunity is to dig deeper into the tension that lurks in the idea of home. As Sigmund Freud brilliantly pointed out many years ago, “home” has a double connotation. It encompasses the homely and the uncanny. Homely relates to comfort, intimacy, care, or familiarity, while uncanny is about danger, violence, and betrayal. What is exciting about the notion of home is this capacity to evoke a cosy feel‐ ing and, at the same time, to trigger dread and fear from disciplinary power and betrayal. After all, who can hurt us more than those who are the closest to us? In other words, home is always ambivalent and ambiguous. The greatest conceptual benefit of home lies in drawing on its ambiguity, which all of the chapters in the volume touch upon in some form. My intention in the following is to review the individual articles along this theme. The constant tension between living a life that one imagines and living a life according to the visions of one’s parents transpires clearly in the first chapter of the volume “Homing Desires: Queer Young Asian Men in London,” written by Chand Starin Basi and Kaveri Qureshi. The authors illustrate well what it means to live in constant tension, balancing between the privatequeer and private-family life, which are incommensu‐ rable. Basi and Qureshi show that, instead of looking for reconciliation, their interlocutors eventually embrace this tension. They balance life carefully without giving up freedom (living a queer life) or devotion (respecting the desires of their parents). The next chapter, “Homeawayness and Life-Project Building: Homemaking among Rural-Urban Migrants in China,” again brings to the surface the double conno‐ tation of “home.” This time, it transpires among young migrant mothers who are forced to leave their rural home behind for their livelihood in one of China’s in‐ dustrial cities, Shantou. The author, Shuhua Chen, is in‐ trigued by the careless ways these migrants relate to their “guest town” and its surroundings by pilling up trash in the courtyard of their residence. Chen’s inter‐ locutors repeatedly contrast the grime of their work‐ place with the cleanness of their rural home, where they return every year during the annual spring festival. The faraway home appears embellished in the narratives. It represents comfort, yet it is also a place of distance and detachment. Neither who returns nor the place one re‐ turns to remain the same. Both change in time until the supposed home becomes the opposite of the familiar. “Between a Home and a Homeland: Experiences of Jewish Return Migrants in Ukraine” – the third chapter, authored by Marina Sapritsky – is an excellent ethnog‐ raphy. It addresses the motivations of Jewish immi‐ grants moving back to their former home, Odessa. This is a complicated pattern of migration, during which the option of living again in Israel is never really ruled out. Motivated by aspirations for a better life, these migrants cultivate multiple ideas of home. Nevertheless, they of‐ ten contemplate which is the genuine home? Is it the beautiful city of Odessa, or is it Israel with its historical calling? None of these places is entirely familiar or strange; instead, they embody both. Yuko Shioji’s contribution – “Who makes ‘Old Eng‐ land’ Home? Tourism and Migration in the English Countryside” – is about a decades-long clash between “autochthones” and “incomers” over heritage and prac‐ ticality in a medieval English city, Chipping Campden. 220 Book Reviews Anthropos 115.2020

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References

Abstract

Anthropos is the international journal of anthropology and linguistics, founded in 1906 by Wilhelm Schmidt, missonary and member of the Society of the Divine Word (SVD). Its main purpose is the study of human societies in their cultural dimension. In honor of Wilhelm Schmidt‘s legacy, the cultivation of anthropology, ethnology, linguistics, and religious studies remain an essential component oft he Anthropos Institute – the organizational carrier of the journal.

Zusammenfassung

Anthropos - internationale Zeitschrift für Völkerkunde wird vom Anthropos Institut St. Augustin seit 1906 zweimal jährlich herausgegeben. Ursprünglich als Sprachrohr für katholische Missionarsarbeit geplant, gilt sie heute als wichtige Fachzeitschrift der allgemeinen Ethnologie. Sie behandelt sowohl kulturelle als auch sprachliche Themen in mehreren Sprachen, mit Schwerpunkt auf den Völkern des gesamtamerikanischen und afrikanischen Kontinents.