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Ingrid Kreide-Damani, Dürr, Eveline, und Henry Kammler (Hrsg.): Einführung in die Ethnologie Mesoamerikas. Ein Handbuch zu den indigenen Kulturen. Münster: Waxmann Verlag, 2019. 601 pp. ISBN 978-​3-​8309-​3804-​0. Preis: € 69,90 in:

Anthropos, page 211 - 213

Anthropos, Volume 115 (2020), Issue 1, ISSN: 0257-9774, ISSN online: 0257-9774, https://doi.org/10.5771/0257-9774-2020-1-211

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Buches wäre es auch nützlich gewesen, ein Register beizufügen und die leeren Seiten des Buches zu nutzen, um exemplarische Faksimiles der Briefe dem Text bei‐ zufügen, und so den Leserinnen und Lesern einen Ein‐ druck von den Originalen und Schebestas Handschrift zu vermitteln. Dupré ist zu danken, dass er mit diesem Buch eine in‐ teressierte Leserschaft an seinem Wissen und Denken über Schebesta teilheben lässt und die Briefwechsel ver‐ öffentlicht hat. Da in jüngerer Zeit wieder Interesse an Schebestas Werk erwächst, so etwa auch in der linguis‐ tischen Forschung (C. Kilian-Hatz, The Linguist Link between (Western) baMbenga and (Eastern) baMbuti Pygmies. Baden-Baden 2019), erscheint dieses Buch zum richtigen Zeitpunkt. In diesem Sinne wäre es auch wünschenswert, wenn Duprés Buch ins Französische und Englische übersetzt werden könnte, um auch in den Ländern, in denen Schebesta forschte, eine möglichst breite Rezeption zu ermöglichen. Harald Grauer (library@anthropos.eu) Dürr, Eveline, und Henry Kammler (Hrsg.): Ein‐ führung in die Ethnologie Mesoamerikas. Ein Hand‐ buch zu den indigenen Kulturen. Münster: Waxmann Verlag, 2019. 601 pp. ISBN 978-3-8309-3804-0. Preis: € 69,90 Die “Einführung in die Ethnologie Mesoamerikas” präsentiert sich mit 601 Seiten und Beiträgen von 32 deutschsprachigen Autoren vielversprechend als ein vo‐ luminöses “Handbuch zu den indigenen Kulturen”. Die regional anders, und zudem auf die Fachgeschichte der Ethnologie spezialisierte Rezensentin erhofft sich ein übersichtliches Nachschlagewerk, das den aktuellen Forschungsstand des komplexen Wissensgebietes (sei‐ ner historischen Entwicklung, seiner theoretischen und konzeptionellen Grundlagen, seiner gegenwärtigen Aus‐ richtung und seines Forschungsgegenstandes) aus der deutschsprachigen Perspektive Europas systematisch gegliedert im Handbuchformat präsentiert. Versprechen doch die Herausgeber/-in, das “kompakte Einstiegs‐ werk” richte sich “in erster Linie an Studierende der Ethnologie und anderer Kultur- und Regionalwissen‐ schaften sowie an Personen, die sich einen profunden Überblick über die Region verschaffen wollen” (15). Die beindruckende Breite der in fünf Buchteile geglie‐ derten Themenfelder behandelt einführend Grundlagen‐ wissen über die Geschichte, die Geografie, den europä‐ isch geprägten Begriff “Mesoamerika”, seine “indige‐ ne” Bevölkerung und ihre Sprachvielfalt (Teil I: 21– 100). Der zweite, insgesamt kürzeste Teil des Bandes ist der bislang nur wenig erarbeiteten deutschsprachigen, anglo- und frankophonen sowie mesoamerikanischen Forschungs- und Fachgeschichte gewidmet (Teil II: 103–136), einschließlich eines eigenen Abschnitts über das Wirken der Altamerikanistin Ursula Schlenther in der DDR (112–114). Teil III (139–198) bietet vom Be‐ ginn der spanischen Kolonialisierung bis in die Gegen‐ wart eine Auseinandersetzung mit den soziokulturellen Rahmenbedingungen des Forschungsgebietes. Der längste und ausführlichste vierte Teil des Bandes (201– 364) führt in grundlegende, multiperspektivisch auf Ge‐ schichte, Kultur, Gesellschaft und Politik gerichtete For‐ schungsfragen der Ethnologie Mesoamerikas: Fallstudi‐ en behandeln Wirtschaft, soziale Organisation, Ge‐ schlechterbeziehungen, Aspekte des Alterns, Bildung, Krankheit und Heilung, Konzepte von Raum und Zeit, Religion, Multikulturalität, Kunsthandwerk, Migration, Urbanisierung, Identitätspolitik und Weltkulturerbe. Teil V des Bandes (367–480) ist transregional ausgerichtet: Thematisiert werden die Pan-Maya-Bewegung, anti-in‐ digene politische Gewalt, indigene Politik und Autono‐ miebewegungen, Tourismus und die indigene Medien‐ landschaft. Obwohl – oder gerade weil – die Forschungs-, Fachund Wissensgeschichte der Ethnologie Mesoamerikas bislang nur unzureichend erarbeitet wurde und im Band – gemessen an der ihr im zweiten Teil zugestandenen Seitenzahl – von Ute Schüren, Daniel Gra︣ña-Behrens und Stefan Krotz vergleichsweise kurz abgehandelt wird, interessieren die auf Fachgeschichte der Ethnolo‐ gie spezialisierte Rezensentin vor allem wissenschafts‐ historische Fakten und Hinweise auf neue Denkanstöße. Bei der Suche nach Antworten auf zahlreiche, fachin‐ tern offene Fragen stellt sie fest, dass forschungs- und fachentwicklungsspezifische historische Aspekte auch über den zweiten Teil des Bandes hinaus eine nicht un‐ erhebliche Rolle spielen: Nur Geschichte kann erklären, wie das Fach zu dem geworden ist, was es heute ist. Die Herausgeber/-in und die an der Geschichtsschreibung des Faches beteiligten Autor/-innen standen dabei vor einer Grundsatzentscheidung: Welche Art von Wissen über die Geschichte der mesoamerikanischen Ethnolo‐ gie soll den Leser/-innen des umfassenden Paperback- Bandes vermittelt werden? Soll Geschichte als eine Ge‐ schichte von Zufallsereignissen geschrieben werden oder als eine keinesfalls zufällige, kohärente komplexe Verflechtungsgeschichte? Als Probe aufs Exempel sei hier Paul Kirchhoffs Prä‐ gung des Begriffes “Mesoamerika” im Jahr 1943 ausge‐ wählt. Kirchhoffs zugrunde liegendes Konzept ist im Band einleitend ausführlich dargestellt (Evelin Dürr und Henry Kammler: 31 f.) und im Glossar vermerkt. Seine Person dagegen bleibt konturlos: Viel mehr, als dass Kirchhoff ein “deutsche[r] Kommunist” im mexikani‐ schen Exil gewesen sei (Schüren: 115), der in der Nach‐ kriegszeit mit Franz Termer in Hamburg “das große multidisziplinäre … Puebla-Tlaxcala-Projekt der Deut‐ schen Forschungsgemeinschaft” initiierte (Schüren: 111), ist nicht zu erfahren. Doch provoziert ein solch ungewöhnlicher Karriereverlauf eines während der Na‐ zizeit exilierten deutschen Kommunisten Fragen, auch weil die für die Ethnologie eher unrühmliche Zeitspan‐ ne des Nationalsozialismus im opulenten Band komplett ausgeblendet wird. Anzufügen gewesen wäre hier, und wenn auch nur in einer Fußnote, dass Paul Kirchhoff (geb. 1900 in Hörste, verst. 1972 in Mexiko Stadt) sich bereits als Student bei Fritz Krause in Leipzig auf die Book Reviews 211 Anthropos 115.2020 Amerikas spezialisiert hatte, wo die Amerika-bezogene Ethnologie traditionell ebenso fest verankert war wie in Berlin (s. entsprechende Beiträge in C. Deimel, S. Lentz und B. Streck [Hrsg.], Auf der Suche nach Vielfalt. Leipzig 2009), und als Berufsanfänger Konrad Theodor Preuss am Berliner Museum für Völkerkunde assistier‐ te, bevor er Deutschland bereits 1931 verließ (s. Sächsi‐ sche Biographie: Fritz Krause, sowie ). Immerhin ist zu erfahren, dass Kirchhoff, in Mexiko wissenschaftlich erfolgreich etabliert, vor der 1938 er‐ folgten Begründung der “Escuela Nacional de Antropo‐ logía e Historia” dem “Instituto Politécnico Nacional” angehörte (Graña-Behrens: 120, 129). Bliebe anzufü‐ gen, dass hier z. B. auch der Schweizer Architekt Han‐ nes Meyer, Nachfolger von Walter Gropius am Dessau‐ er Bauhaus, lehrte (K. Noack: Hannes Meyer und das Bauhaus ist Mexiko im Spannungsfeld der transnationa‐ len Migration in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In: P. Steininger [Hrsg.], “als bauhäusler sind wir su‐ chende”. Hannes Meyer [1889–1954]. Beiträge zu sei‐ nem Leben und Wirken. Bernau 2013: 72–83; s. auch ). Ausgeblendet wird in diesem Zusam‐ menhang zudem eine Vorgängerinstitution der “Escuela Nacional de Antropología e Historia”, die noch vor dem ersten Weltkrieg ins Leben gerufen wurde: Die 1910 be‐ gründete “Escuela Internacional de Arqueología y Etno‐ grafía”. Der Anstoß für ihre Institutionalisierung, die 1909 mit jährlichen Subventionen und der Genehmi‐ gung der Nutzung der Einrichtungen des “Museo Nacional de Arqueología e Historia” von der mexikani‐ schen Regierung genehmigt wurde, wird Nicholas Mur‐ ray Butler, dem damaligen Präsidenten der New Yorker Columbia Universität zugeschrieben. War doch Butler durch Franz Boas’ Idee der Errichtung eines internatio‐ nalen und interdisziplinären Wissenschaftszentrums in Mexiko inspiriert worden, das Archäologie, Ethnologie und Anthropologie in Forschung und Lehre verbinden sollte. Die internationale Anerkennung der “Escuela In‐ ternacional de Arqueología y Etnografía” durch Vertre‐ ter aus Deutschland, Frankreich und Mexiko sowie den amerikanischen Universitäten Harvard, Columbia und Pennsylvania erfolgte 1910. Als Direktoren der seiner‐ zeit einzigartigen Schule wirkte ein ebenso internationa‐ les wie interdisziplinäres Wissenschaftlerteam: der Be‐ gründer der amerikanischen Cultural Anthropology Franz Boas, der 1899 durch die Loubat-Professur-Stif‐ tung zum Professor für amerikanische Sprachen, Völ‐ kerkunde und Altertumskunde berufene Direktor der Amerika-Sammlung am Königlichen Museum für Völ‐ kerkunde in Berlin Eduard Seler, der US-amerikanische Anthropologe, Archäologe, Linguist und Boas-Schüler Alfred M. Tozzer, der in Frankreich geborene mexikani‐ sche (und später US-amerikanische) Geologe und Ar‐ chäologe George Charles Marius Engerrand sowie der mexikanische Anthropologe, Archäologe, Soziologe und Boas-Schüler Manuel Gamio (R. L. Beals: Anthro‐ pology in Contemperary Mexico. In: J. W. Wilkie, M. C. Meyer, and E. Morizón de Wilkie, Contemporary Mexico. Papers of the IV. International Congress of Mexican History. Berkeley 1976: 753–768). Die Ausblendung dieser scheinbar in Vergessenheit geratenen, in der Literatur dennoch gut zugänglichen Fakten stellt im vorliegenden Band Franz Boas mit Hin‐ weis auf seine “einzige eigene Feldforschung 1912 in Mexiko” (Dürr und Kammler: 22) und Eduard Seler be‐ ziehungslos nebeneinander. Die interdisziplinär ausge‐ richteten Forschungsansätze beider international ver‐ netzter Wissenschaftler, Boas’ four-field-approach (21 f.) und Selers Definition der Amerikanistik als “amerikanische Sprach-, Volks-, und Altertumskun‐ de, insbesondere der präkolumbischen Zeit” (Schüren: 107) werden ohne Berührungspunkte nebeneinander ge‐ stellt. Auch hier hätte eine Fußnote genügt, um bei‐ spielsweise auf das Forschungsdesiderat einer Erarbei‐ tung der Ähnlichkeiten beider Konzepte und mögliche transnationale Verflechtungsgeschichten hinzuweisen. Festgefahrene Stereotypen der Fachgeschichte weiter zu tradieren, macht vor allem wenig Sinn, wenn Ak‐ teur/-innen vorgestellt werden, die selber zur Fachge‐ schichtsschreibung beigetragen haben. Im vorliegenden Band soll damit auf die mit der “Indianerforschung” in der DDR in Zusammenhang gebrachte Ursula Schlen‐ ther angespielt werden (Schüren: 112–114), die in der Bibliografie des Bandes mit keinem einzigen Beitrag Erwähnung findet. Doch setzte sich Schlenther als eine der wenigen auf Meso- und Südamerika spezialisierte Ethnolog/-innen der DDR (der 1954 in Wien bei Wil‐ helm Koppers im Fach Völkerkunde promovierte Fried‐ rich Katz fokussierte an der Humboldt Universität die Geschichtsschreibung Mexikos) intensiv mit Eduard Se‐ ler als erstem Hochschullehrer auseinander, der die Sprachen der Urbevölkerung Lateinamerikas in Vorle‐ sungen und Seminaren behandelte und lehrte. Schlen‐ ther sah sich der Fortführung dieser von Seler begründe‐ ten Tradition verpflichtet: Die linguistische Untersu‐ chung und die Vermittlung von Indianersprachen bilde‐ ten einen Schwerpunkt des von ihr am Institut für Völ‐ kerkunde und Volkskunde der Berliner Humboldt Uni‐ versität vertretenen Faches (U. Schlenther, Traditionen und heutige Aufgaben der Lateinamerikawissenschaften an der Berliner Universität. Wissenschaftliche Zeit‐ schrift der Humboldt-Universität zu Berlin 14.1965.6: 819–821). Schlenthers Wirken war in der DDR eingebunden in die Neukonzeption der Ethnologie als Ethnografie. Das Konzept der die Völkerkunde und die Volkskunde ver‐ bindenden Ethnografie beruhte auf einer interdisziplinär angelegten, methodisch-theoretischen Neufundierung der fachlichen Ausrichtung mit vier Perspektiven: der archäologisch-anthropologischen, der ethnohistorischen, der linguistischen und der ethnografischen Perspektive. Diese Ausrichtung ähnelt der von Franz Boas in den USA begründeten four-field-anthropology, korrespon‐ diert aber auch mit Eduard Selers interdisziplinärem Forschungszugang und kommt darüber hinaus dem An‐ 212 Book Reviews Anthropos 115.2020 satz des Begründers der Bonner Altamerikanistik, Her‐ mann Trimborn, nahe, der in der Nachkriegszeit die sich in der BRD neu herausbildende Altamerikanistik prägte (K. Noack: Museum und Universität. Institutionen der Ethnologie und Authentizität der Objekte. In: M. Kraus und K. Noack [Hrsg.], Quo vadis, Völkerkundemuse‐ um? Bielefeld 2015: 46 f.). Deren gegenwärtige Institutionalisierung bleibt im Band leider eher verschwommen (Schüren: 104), eben‐ so wie das enge verwandtschaftliche Verhältnis, in dem das eigenständige “Kleine Fach” der Altamerikanistik und die Ethnologie Mesoamerikas zueinander stehen: Eine klare, übersichtliche Darstellung, in der sich die Ethnologie Mesoamerikas als Teil der Altamerikanis‐ tik “outet”, fehlt. Verwiesen sei hier auf : Als Zentrum für Altamerikanistik, das die Ethnologie Mesoamerikas einbindet, ist die Abteilung für Altamerikanistik des Instituts für Archäologie und Kulturanthropologie der Universität Bonn genannt, die das Fach sowohl mit einem Spezialisten für Mesoameri‐ ka (Nikolai Grube) als auch einer Spezialistin für Süd‐ amerika (Karoline Noack) einzigartig in Deutschland in Forschung und Lehre (BA- und MA-Studiengänge) ver‐ tritt. Warum solch grundsätzlich wichtige, besonders aber für Studierende relevante Informationen fehlen, bleibt rätselhaft. Ingrid Kreide-Damani (ikreided@uni-bonn.de) Ebihara, May Mayko: Svay. A Khmer Village in Cambodia. (Ed. by Andrew Mertha.) Ithaca: Cornell University Press, 2018. 331 pp. ISBN 978-1-5017- 1512-9. Price: $ 23.95 This rich ethnography is a voice from the past. It is the posthumously edited dissertation of May Mayko Ebihara and is based on fieldwork in Svay, a village 60 km outside of the capital Phnom Penh, in 1960. For contemporary scholars of Cambodia, and anyone inter‐ ested in the country and her people, it is a treasure. Framed by a wonderful introduction by Ebihara’s former student Judy Ledgerwood and an article May M. Ebihara wrote after her return to Cambodia in 1991, this book is a captive and highly informative read. The more, as the author is in constant dialogue with the find‐ ings of her French contemporaries such as Jean Delvert, François Martini, and Éveline Porée-Maspero who, as she summarizes in Appendix A, provided the most im‐ portant academic studies at that time, albeit none of them was an anthropologist by training. In nine chapters the book takes the reader on a detailed ethnographic journey into life in Cambodia, covering classic themes such as economic organization, religion, lifecycles, and political organisation. To my knowledge it is the only anthropological work of this kind from this period; after independence and before the years of the civil war and the devasting rule of the Khmer Rouge’s Democratic Kampuchea (DK). While the ethnography follows a classic outline, it is refreshing that Appendix B gives us a self-reflective insight about Ebihara’s position in the field and her methodology. The first and second chapter are an overview of Cam‐ bodian history and an introduction to “Cambodia as a Whole” which already lays out the topics of the ethnog‐ raphy: population and demography (census 1958), set‐ tlement patterns, social stratification and economy, reli‐ gion and language. The third chapter introduces us to the setting of the village Svay, especially its West Ham‐ let where the author conducted her fieldwork. Detailed descriptions and drawings introduce us to the 30 houses with 160 inhabitants of the West Hamlet, their bilateral kinship relations and social organisations, and their res‐ idence patterns. Ebihara singles out the nuclear family as the main family unit who is able to call upon wider kin relations in times of need. But kin “has no formal organization; it does not crystallize as a group except in periodic ‘assemblages ad hoc’ of only part of its total possible membership” (77). There is also no strong community organisation besides occasional public works, religious ceremonies, and work exchanges in the planting and harvest season. This is especially interest‐ ing, as many scholars who worked after the Democratic Kampuchea asked specifically about the damage the Khmer Rouge had done to the social fabric of villages and households. But it seems that social units have al‐ ways been rather small even before the Khmer Rouge. In the next ethnographically rich chapter of Svay’s eco‐ nomic organisation, the author vividly depicts the pre‐ valent and highly relevant meaning of rice. Most house‐ holds have only small landholdings and grow rainy sea‐ son rice with a single annual crop for subsistence rather than for the market. Ebihara takes us through the annual cycle of rice and all that is associated with it. Cash in‐ come comes mostly from raising pigs and chickens, but also from temporary employment, mostly in Phnom Penh. Nevertheless, people find it difficult to make ends meet and money lending is a common practice. This vulnerability of peasant’s everyday existence is still an issue until today. Chapter five provides a rich insight in‐ to the entanglement of religious practices, ceremonies, and teachings of Theravada Buddhism, and what the au‐ thor calls Folk religion centering “around belief in a variety of supernatural beings and essentially magical rituals and other practices” (175). The author shows the pivotal meaning of Buddhism for village life and for the education and coming of age of young men. But it is in‐ teresting that in 1960 the author witnessed a decline in men joining the wat (temple), as secular options of edu‐ cation and employment came into the reach of village life, albeit more for men than women. The chapter in‐ cludes a fascinatingly detailed description of different kinds of spirits and their presence among and meaning for the living. Chapter six guides us through the different stages in an individual’s life, from pregnancy to old age and fu‐ nerals. Each stage is accompanied by specific ceremon‐ ies and rites of passage and the author does not only de‐ pict these in detail, but also manages to tease out the Book Reviews 213 Anthropos 115.2020

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References

Abstract

Anthropos is the international journal of anthropology and linguistics, founded in 1906 by Wilhelm Schmidt, missonary and member of the Society of the Divine Word (SVD). Its main purpose is the study of human societies in their cultural dimension. In honor of Wilhelm Schmidt‘s legacy, the cultivation of anthropology, ethnology, linguistics, and religious studies remain an essential component oft he Anthropos Institute – the organizational carrier of the journal.

Zusammenfassung

Anthropos - internationale Zeitschrift für Völkerkunde wird vom Anthropos Institut St. Augustin seit 1906 zweimal jährlich herausgegeben. Ursprünglich als Sprachrohr für katholische Missionarsarbeit geplant, gilt sie heute als wichtige Fachzeitschrift der allgemeinen Ethnologie. Sie behandelt sowohl kulturelle als auch sprachliche Themen in mehreren Sprachen, mit Schwerpunkt auf den Völkern des gesamtamerikanischen und afrikanischen Kontinents.