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OER Osteuropa Recht, page 3 - 3

OER, Volume 66 (2020), Issue 1, ISSN: 0030-6444, ISSN online: 0030-6444, https://doi.org/10.5771/0030-6444-2020-1-3

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Editorial Dieses Heft hat vor Allem das Problem der Klauselkontrolle im mittel- und osteuro‐ päischen Raum im Fokus. Es ist kein Zufall, dass wir als Redaktion uns diesem The‐ ma zugewandt haben. Die Kredite, die viele Einwohner dieser Länder in Schweizer Franken (unter Verwendung verschiedenster juristischer Konstruktionen) einst auf‐ nahmen, haben nicht nur nach der Krise 2008 das Bankensystem dieser Länder er‐ schüttert, sondern auch die Wahrnehmung des europäischen Rechts verändert. Die ge‐ richtlichen Auseinandersetzungen haben dazu geführt, dass die Bürger der „neuen“ Mitglieder des europäischen Rechtsraums die Geltung des EU-Rechts und die Bedeu‐ tung der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes „hautnah“ zu spüren be‐ kommen haben. Dadurch ist die Richtlinie 93/13 über missbräuchliche Klauseln in Verbraucherverträgen zu einem der wichtigsten europäischen Rechtsakte im Bereich des Privatrechts geworden. In diesem Heft versuchen wir, vielfältige Perspektiven der Klauselkontrolle darzu‐ stellen. Unsere Autoren sind Wissenschaftler, Praktiker, die aus ganz verschiedenen Perspektiven diese kontroverse Materie beleuchten. Das sind Berichte über Macht und Ohnmacht des europäischen Rechts, des Verbraucherschutzes und über die An‐ wendung des europäischen Rechts durch die Gerichte der Mitgliedstaaten mit allen daraus folgenden Turbulenzen. Es ist uns gelungen, auch zahlreiche Positionen über die Klauselkontrolle bei Fremdwährungskrediten aufzuzeigen. Zugleich konnten wir Autoren aus vielen europäischen Ländern gewinnen (Polen, Slowakei, Rumänien, Kroatien), was diese vielfältige Perspektive bereichert. In diesem Heft findet man auch Beiträge über Kryptowährungen, weil sie auch in dieser Region immer stärker auch zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Debatte werden. Ein weiterer Text beleuchtet die schwierige Frage der Begriffsbildung und der deutsch-polnischen Übersetzung der Rechtssprache. In diesem Heft finden Sie keine Ausführungen zu rechtlichen Fragen in Bezug auf COVID-19 oder die tobende Krise der Rechtsstaatlichkeit. Manchmal tut es gut, von dieser aufdringlichen Wirklichkeit ein wenig Abstand zu nehmen. Fryderyk Zoll, Krakau; Osnabrück OER 1/2020, DOI: 10.5771/0030-6444-2020-1-3

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Zusammenfassung

Osteuropa Recht behandelt Gegenwartsfragen der Rechtssysteme und Rechtswissenschaft im östlichen Europa sowie deren völkerrechtliche Einbindung. Im Fokus stehen die ost-, ostmittel- und südosteuropäischen Staaten sowie der Kaukasus und Zentralasien. Die Zeitschrift dokumentiert und analysiert Gesetzgebung, Rechtsprechung und rechtswissenschaftliche Debatten in den einzelnen Staaten der Region und leistet einen Beitrag zum internationalen Rechtsvergleich. Die Zeitschrift erscheint vierteljährlich und ist peer-reviewed. Publikationssprachen sind Deutsch und Englisch. Osteuropa Recht wurde 1954 von der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V. gegründet.