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Klaus-Dieter Altmeppen, Alexander Filipovic´, Renate Hackel-de Latour, Wandel und Konstanz. Was neu ist und was bleibt bei Communicatio Socialis in:

ComSoc Communicatio Socialis, page 4 - 8

ComSoc, Volume 50 (2017), Issue 1, ISSN: 0010-3497, ISSN online: 0010-3497, https://doi.org/10.5771/0010-3497-2017-1-4

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4 V or nicht allzu langer Zeit, im Jahr 2013, hat Communica-tio Socialis einen umfassenderen Wandel in Form eines Relaunchs vollzogen. Damals haben wir die im Grunde schon bestehende Fokussierung auf medienethische Themen festgeschrieben, ab dato deutlich sichtbar im Unter titel: Zeitschrift für Medienethik und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft. Daran hat sich jetzt, beim nächsten größeren Wandel, nichts geändert: Seit dem 1. Januar 2017 verantwortet Nomos die verlagsseitig notwendigen Strukturen, die Publikationen brauchen. Zugleich wird Communicatio So cialis redaktionelle Unterstützung durch das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) bekommen, das im November 2016 in München offiziell seine Arbeit begonnen hat. Beide Veränderungen haben ihre Ursache darin, dass die bisherige Struktur von Communicatio Socialis im Hinblick auf Geldgeber und Verlag an Grenzen stieß. Die Finanzierung der Zeitschrift durch die Deutsche Bischofskonferenz – genauer: den Verband der Diözesen Deutschlands – wurde in den letzten Jahren durch eine Reihe von Auflagen merklich schwieriger. Statt wie ursprünglich für drei Jahre wurden Finanzmittel immer nur – nach Vorlage umfangreicher Geschäftspläne – jährlich bewilligt, zuletzt mit einschneidenden Auflagen wie derjenigen, ab 2016 nur noch elektronisch zu erscheinen, die gedruckte Ausgabe also von heute auf morgen einzustellen. Den Weg in Richtung Online-Publikation beschreitet Communicatio Socialis bereits seit 2013, aber in Verbindung von Print und Online. Herausgeber und Redaktion diskutieren seit längerem über eine angemessene Strategie, die die Erwartungen des bestehenden Abonnentenstammes und die digitalen Herausforderungen abdeckt. Wandel und Konstanz Was neu ist und was bleibt bei Communicatio Socialis. Von Klaus-Dieter Altmeppen, Alexander Filipović und Renate Hackel-de Latour Prof. Dr. Alexander Filipović ist Inhaber der Professur für Medienethik an der Hochschule für Philosophie in München und Mitherausgeber von Communicatio Socialis. VORWORT DOI: 10.5771/0010-3497-2017-1-4 Prof. Dr. Klaus- Dieter Altmeppen lehrt Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt und ist Mitherausgeber von Communicatio Socialis. Dr. Renate Hackel-de Latour ist Akademische Direktorin am Studiengang Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt- Ingolstadt und Redakteurin von Communicatio Socialis. 5 Die Diskussionen sind noch nicht abgeschlossen. Schon deshalb ist es für uns und für Communicatio Socialis von großer Bedeutung, dass Finanzierung und Verlagszugehörigkeit seit dem 1. Januar 2017 mittelfristig gesichert sind. Die Finanzierung der redaktionellen Kosten erfolgt über Projektmittel, die das Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) zur Verfügung stellt. Die Partnerschaft mit Nomos bringt für Communicatio Socialis erhebliche Vorteile. Nomos ist einer der großen Verlage in der Kommunikationswissenschaft mit einem expandierenden Programm zum Thema Ethik, in das Communicatio Socialis gut passt. In diesem Umfeld betreibt Nomos künftig professionelles Marketing, was bislang die Herausgeber quasi nebenbei getan haben. Was bleibt sind die gedruckte Version von Communicatio Socialis und das E-Journal mitsamt der Webseite für die Abonnent_ innen. Was ebenfalls bleibt sind, bis auf eine Anpassung der Titelseite, Format und Layout von Communicatio Socialis. Redaktion und Herausgeber haben bei den Verhandlungen mit dem Verlag die wesentlichen Merkmale erhalten können, die Communicatio Socialis inhaltlich, formal und strukturell auszeichnen. Dazugewonnen haben wir die verlegerische Kompetenz und Erfahrung eines Verlages im Zentrum der Kommunikations-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Unsere Zeitschrift hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Mit dem Fokus auf medienethische Fragen und der Umstellung auf Themenhefte ist Communicatio Socialis attraktiver geworden, jedenfalls wenn wir die vielen Rückmeldungen und die Entwicklung der Abonnentenzahlen der letzten Jahre zum Maßstab nehmen. Zu dieser Weiterentwicklung gehört auch eine professionelle E-Journal-Plattform, die sich seit ihrem Start glänzend entwickelt. Ihrem Profil aus Medienethik einerseits und Kommunikation in Kirche und Gesellschaft andererseits bleibt Communicatio Socialis treu. Unsere Programmatik in dieser Hinsicht, die wir in Heft 3-4/2013 (vgl. S. 280-287) dargelegt haben, bleibt gültig – auch im Hinblick auf unseren christlichen Horizont (vgl. ebd. S. 282f.). Was neu wird Redaktion und Herausgeber werden sich auf dem erreichten Niveau nicht ausruhen (können). Dafür sorgen die berechtigten Erwartungen der Leser_innen und vor allem auch der stete Wandel und Konstanz 6 mediale und gesellschaftliche Wandel. Das Thema Medienethik wird virulenter und es diffundiert in die Problemfelder einer digitalen Ethik. Das ist Anspruch und Ansporn zugleich. In den vergangenen Monaten haben Redaktion und Herausgeber erste Pflöcke eingeschlagen für die künftige Arbeit. Das sind Kleinigkeiten, wie etwa die Rückwärtsdigitalisierung, die in nächster Zeit abgeschlossen wird, so dass in absehbarer Zeit alle Ausgaben von Communicatio Socialis seit der ersten Ausgabe 1967 digital zur Verfügung stehen werden. Die Webpräsenz wird an die neuen Strukturen mit Nomos angepasst werden. Auch weiterhin wird es einen Beitrag pro Ausgabe geben, der unmittelbar mit dem Erscheinen digital frei zugänglich ist. Zu Beginn des Jahres 2017 erscheint ein Sonderband zum 50. Jahrgang von Communicatio Socialis. Der Band enthält prägende Artikel aus den fünf Jahrzehnten, eine Rückschau und die bis dato erschienenen Artikel aus der Rubrik „Grundbegriffe der Medienethik“. Sie erhalten als Abonnent_innen diesen Band automatisch und ohne Aufpreis. Themen und Formate Womit wir bei den Themen und Formaten sind. Aufrechterhalten bleibt die generelle Dreiteilung in: Schwerpunkt Medienethik – Wissenschaft – Religion/Kirche. Wir sehen die Konzeption von Communicatio Socialis mit Schwerpunktheften, mit Formaten wie Interviews und mit Rubriken wie Innenansichten und den Grundbegriffen als einen erfolgreichen Weg, den wir vorsichtig weiter ausbauen wollen. Mit der Rubrik „zuRechtgerückt“ finden Sie eine erste Umsetzung in diesem Heft. Zudem soll die Attraktivität für den Bereich Kommunikation in Kirche und Gesellschaft durch zusätzliche Schwerpunkte wie etwa Mediatisierung und Religion gestärkt werden. Dafür spricht die Reduzierung der Publikationen in beiden großen Kirchen ebenso wie die zunehmend wichtiger werdende öffentliche Debatte über den Einfluss der Religionen. Die Planung der Schwerpunkte pro Ausgabe wollen wir ausdehnen und jeweils vier Heftthemen im Voraus bekanntmachen (siehe dazu die Ankündigung am Ende dieser Ausgabe). Zugleich wollen Redaktion und Herausgeber offen dafür sein, Themen in das Heft zu nehmen, die aktuell relevant sind. Steigerung der Attraktivität unserer Zeitschrift durch zusätzliche Schwerpunkte wie Mediatisierung und Religion. Klaus-Dieter Altmeppen/Alexander Filipović /Renate Hackel-de Latour 7 Verfahren Natürlich sind für Communicatio Socialis die Zielgruppen hoch relevant. Sowohl bei den Autorinnen und Autoren als auch bei den Leserinnen und Lesern bilden bisher Menschen aus den Bereichen Kommunikationswissenschaft, Ethik und kirchlicher Publizistik und journalistischer Praxis den Kern. Wir hoffen, dass das so bleibt und ausgebaut werden kann. Verstärkt ansprechen wollen wir weitere Sozialwissenschaften, aber auch Religionswissenschaften, Sozialethik und Philosophie. Das ist auch den Themen geschuldet, denn Medien und Öffentlichkeit müssen künftig in einem deutlich weiteren Verständnis definiert werden. Und auch wenn Journalismus-Themen derzeit noch attraktiv sind, wird eine erweiterte Zielgruppe sich aus immer mehr Fachgebieten und Disziplinen zusammensetzen, die von ethischen Themen betroffen sind. Communicatio Socialis wird von der Ethik als Gemeinsamkeit zusammengehalten. Ein weiteres Thema, das in nächster Zeit geklärt werden wird, ist die Begutachtung von Einreichungen (Peer Review). Was endet Mit Heft 4/2016 endet auch das ein und andere. Nach fünf Jahren beendet Andreas Büsch seine Tätigkeit als Herausgeber von Communicatio Socialis. Er hat die Arbeit und Entwicklung der Zeitschrift vor allem aus der Sicht der Medienpädagogik fruchtbar begleitet. Wir danken ihm sehr herzlich für sein Engagement und für eine immer angenehme und professionelle Zusammenarbeit. Auch die Zusammenarbeit mit dem Schwaben-Verlag ist zu Ende gegangen. Der Verlag hat seinen Part der Arbeitsteilung stets zuverlässig und verlässlich erfüllt. Allen dort Beteiligten danken wir dafür herzlich. Die Deutsche Bischofskonferenz und dort vor allem die Publizistische Kommission sowie der Verband der Diözesen Deutschlands haben bis zum Jahr 2016 (positiv) darüber entschieden, die Arbeit von Communicatio Socialis zu finanzieren. Dafür danken wir herzlich. Ebenso danken wir für die Unterstützung und Beratung durch die MDG Medien-Dienstleistung GmbH in dieser Zeit. Nun können wir – sozusagen aus eigener Kraft – ohne diese Hilfe weiter existieren und in die Zukunft blicken. Wandel und Konstanz Nun kann Communicatio Socialis aus eigener Kraft weiter existieren und in die Zukunft blicken. 8 Zu diesem Heft Mit dem Begriff Gemeinwohl greifen wir in diesem Heft einen Schwerpunkt auf, der schwer fassbar ist. Zu unbestimmt ist der Begriff, zu viele Sub-Begriffe konstituieren, was Gemeinwohl sein könnte und welche ethischen Erwartungen damit geäußert werden. Das unterstreicht zwar die Notwendigkeit, sich dem Begriff im Zusammenhang mit seinen ethischen Implikationen und im Hinblick auf Medien zu nähern. Es macht die Sache aber nicht einfacher. Trotzdem ist der Redaktion ein spannendes Heft dazu gelungen. Es vereint – auf der grundsätzlichen Ebene – einen Überblick zum Thema und Begriff Gemeinwohl mit einem Beitrag zur speziellen Verdichtung als Public Value im Kontext aktueller Debatten. Hinzu stoßen Erörterungen des Gemeinwohls aus bestimmten Blickwinkeln, in diesem Fall dem des Journalismus und seiner Finanzierung und der Medienunternehmen und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Abgerundet wird der Schwerpunkt mit programmatischen Aussagen von Programmverantwortlichen öffentlich-rechtlicher und privat-kommerzieller Sender sowie Aufsichtsgremien. Auf diese Weise trägt Communicatio Socialis zur prozeduralen Bestimmung von Gemeinwohl bei. Klaus-Dieter Altmeppen/Alexander Filipović /Renate Hackel-de Latour

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Zusammenfassung

Communicatio Socialis ist eine medienethische Zeitschrift

  • um der wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung von Kommunikations- und Medienethik gerecht zu werden,

  • um der Mediatisierung und Digitalisierung gesellschaftlicher Kommunikation und der Rolle des Internets eine ethische Reflexion entgegen zu setzen,

  • um den steigenden wissenschaftlichen Bemühungen in diesem Feld (Tagungen, Gründungen von Netzwerken und Fachgruppen sowie Einrichtung von Professuren) einen kommunikativen Raum zu geben,

  • um der aktuellen und gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaft gerecht zu werden.